Neue Rezensionen zur Jugend- und Lehrerbildung

Axel Bernd Kunze bespricht aktuell im Rezensionsportal Socialnet.de folgende Titel zur Jugend- und Lehrerbildung:

https://www.socialnet.de/rezensionen/25259.php

Martin Rothland, Ina Biederbeck: Praxisphasen in der Lehrerbildung im Fokus der Bildungsforschung (Beiträge zur Lehrerbildung und Bildungsforschung; 4), Münster (Westf.)/New York: Waxmann 20018, 226 Seiten.

https://www.socialnet.de/rezensionen/25424.php

Cover

Benno Hafeneger/Katharina Unelbach/Benedikt Widmaier (Hgg.): Rassismuskritische politische Bildung. Theorien – Konzepte – Orientierungen (Non-Formale Politische Bildung; 14), Frankfurt a. M.: Wochenschau 2019, 221 Seiten.

Neuerscheinung: engagement 2/2019

Die neue Ausgabe der Zeitschrift engagement beschäftigt sich mit folgenden Themen:

Thementeil:

Das Themenheft widmet sich der Prävention sexualisierter Gewalt in Schulen und Internaten (verantwortlich für den Thementeil: Christopher Haep, Hamburg)

Umschau:

Im thematisch offenen Teil des Heftes fragt Axel Bernd Kunze (Weinstadt/Rems und Bonn): Welche Rolle spielen Internate an Fachschulen für Sozialpädagogik? Überlegungen aus bildungsethischer Sicht.

Besprechungen:

In der Rezensionsabteilung des Heftes werden dieses Mal folgende Titel besprochen:

  • Eva Steinherr (2017): Werte im Unterricht. Empathie, Gerechtigkeit und Toleranz leben (Rez.: Thomas Kesselring, Bern/Schweiz)
  • Michael Pauen, Harald Welzer (2015): Autonomie. Eine Verteidigung (Rez.: Axel Bohmeyer, Berlin)
  • Magdalene Simpfendörfer-Autenrieth (Hg.) (2018): Kindheit. Veränderung und Unveränderliches (Rez.: Axel Bernd Kunze, Weinstadt/Bonn)
  • Manfred Liebel (2015): Kinderinteressen. Zwischen Paternalismus und Partizipation (Rez.: Axel Bohmeyer, Berlin)
  • Volker Ladenthin (2018): Was wir wissen könnnen und was wir glauben müssen. Eine kleine Erkenntnistheorie für den Alltag (Rez.: Johannes Gutbrod, Karlsruhe)
  • Thomas Hald (2018): die abendsonne im glas. Gedichte (Rez.: Volker Ladenthin, Bonn)
  • Ying ChangCompestine (2018): Revolution ist keine Dinnerparty (Rez.: Karin Blank, Bonn)
  • Amalia Rosenblum (2018): Was ist, kann nicht verschwinden (Rez.: Anna Winkler-Benders, Bonn)
  • Britta Teckentrup (2018): Die Schule (Rez.: Dominique Moldehn, Bonn)

Die Zeitschrift erscheint im Münsteraner Aschendorff-Verlag und wird herausgegeben von der Konferenz der Träger Katholischer Schulen in freier Trägerschaft in Deutschland.

Rezension: Wie einflussreich ist der Transhumanismus?

Vor einigen Jahren noch als völlig utopischer Größenwahn verspottet, ist der Transhumanismus heute zu einer ernsthaften Größe im wissenschaftlichen Gespräch geworden. Dieser arbeitet mit den sogenannten GRIN-Wissenschaften; das Akronym steht für Genetik, Robotik, Informations- und Nanotechnologie. Als kurzfristige Ziele gelten die Verlängerung der Lebenserwartung, eine Steigerung der Intelligenz sowie die Überwindung physischer und psychischer Grenzen. Die Erfolgsaussichten transhumanistischer Forschung werden weiterhin skeptisch beurteilt, dennoch besitzt dieser neue Wissenschaftszweig einen erheblichen Einfluss auf die anthropologische und technikphilosophische Debatte. Einzelne Kritiker gehen bis zum Vorwurf, beim Transhumanismus handele es sich um eine „Neoreligion“, die sich der Sprache der Wissenschaft bediene. Die anthropologischen Grenzen sollten verschoben und „posthumane“ Wesen, beispielsweise Cyborgs, Mensch-Tier-Mischwesen oder Designbabys, erschaffen werden. Am Ende transhumanistischer Ziele stehe eine Welt, in welcher der Mensch keinen Platz mehr habe.

Sammelrezension für das Themenheft „Neue Technologien – Fluch oder Segen?“ der Zeitschrift „Concilium“ zu folgenden Titeln:

Benedikt Paul Göcke, Frank Meier-Hamidi (Hg.): Designobjekt Mensch. Die Agenda des Transhumanismus auf dem Prüfstand, Freiburg i. Brsg.: Herder 2018, 532 Seiten.

Bernd Weidmann, Thomas von Woedtke (Hg.): Das menschliche Maß. Orientierungsversuche im biotechnologischen Zeitalter, Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2018, 213 Seiten.

Axel Bernd Kunze (Rez.): Selbstformung statt Selbstoptimierung, in: Concilium 55 (2019), H. 3, S. 362 – 366.

Rezension: Religion – Nation – Emotion

Im vergangenen Jahr sorgte ein sogenannter „Kreuzerlass“ des bayerischen Ministerpräsidenten für Aufmerksamkeit: In allen Landesbehörden muss seitdem sichtbar ein Kreuz hängen. Über das Ansinnen der bayerischen Landesregierung wurde kontrovers gestritten. Namhafte Vertreter der wissenschaftlichen Theologie in Bayern haben mit einer ökumenischen Erklärung ihre Zustimmung ausgedrückt. Die Unterzeichner berufen sich darauf, dass der liberale Rechts- und Verfassungsstaat grundsätzlich das Recht hat, sich zu den ethischen Wurzeln seiner Grundwerte zu bekennen und einen entsprechenden, politisch belastbaren Gedächtnisraum zu fördern. Nicht jeder muss die politische Stoßrichtung einer solchen öffentlichen Erklärung teilen. Aber im wissenschaftlichen Diskurs sollte zumindest das Für und Wider der Debatte wahrgenommen werden, zumal wenn diese so strittig geführt wird wie im vorliegenden Fall. In der Einleitung zum Band „Gender -Nation – Religion“ geschieht dies allerdings nicht. Hier wird das Vorgehen des Freistaates Bayern allein als Beleg dafür genommen, wie weit eine „Form des Populismus inzwischen in die sprichwörtliche ‚politische Mitte‘ eingedrungen ist“ (S. 19). Eine Öffentliche, gesellschaftlich relevante Theologie, die zur politischen Urteilsbildung anregen will, wird alternative Beurteilungen, die der eigenen Position widersprechen, nicht einfach ausblenden dürfen. Andernfalls werden möglicherweise Stimmungen erzeugt, überwiegt am Ende der Affekt. Für eine Theologie, die ihrer Diskursverantwortung gerecht werden will, gehört es, das Selbstverständnis und die Bandbreite der unterschiedlichen, durchaus gegensätzlichen Positionen zunächst einmal unvoreingenommen wahrzunehmen. Erst dann werden Akteursstrategien und Diskursverflechtungen in ihrer gesamten Breite und Tiefe verstehbar und vergleichbar.

Sammelrezension für das Themenheft „Populismus und Religion“ der Zeitschrift „Concilium“ zu folgenden Titeln:

Marianne Heimbach-Steins, Maren Behrensen, Linda E. Hennig (Hgg.): Gender – Nation – Religion. Ein internationaler Vergleich von Akteursstrategien und Diskursverflechtungen (Religion und Moderne; Bd. 14), Frankfurt a. M.: Campus 2019, 210 Seiten.

Stefan Orth, Volker Resing (Hgg.): AfD, Pegida und Co. Angriff auf die Religion? (Edition Herder Korrespondenz), Freiburg i. Brsg.: Herder 2017, 203 Seiten.

Thomas Wabel, Torben Stamber, Jonathan Wieder (Hgg.): Zwischen Diskurs und Affekt. Politische Urteilsbildung in theologischer Perspektive (Öffentliche Theologie; Bd. 35), Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2018, 212 Seiten.

Axel Bernd Kunze (Rez.): Affektiv-emotionaler Überschuss, in: Concilium55 (2019), H. 2, S. 237 – 241.

Rezension: „Turbulenter Aufbruch“

„Die politischen Umbrüche und sozialen Bewegungen jener Zeit werden mitunter allzu gerafft und holzschnittartig dargestellt. Dennoch: Lebendig und flüssig schildert Neuner, welche zentralen Richtungsentscheidungen in den  unmittelbaren Folgejahren des Konzils getroffen wurden. Spannend zu lesen  vor allem von jenen, welche die damaligen Umbrüche nicht selbst miterlebt haben.“

– … so Axel Bernd Kunze in der Frühjahrsbeilage „Bücher der Gegenwart“ der Wochenzeitschrift „Christ in der Gegenwart“ (71. Jg., Nr. 21/2019, S. 229) über den Band Peter Neuner: Turbulenter Aufbruch. Die 60er Jahre zwischen Konzil und konservativer Wende, Freiburg i. Brsg.: Herder 2019, 312 Seiten. Der Münchner Theologe stellt jene Kontroversen der Nachkonzilszeit dar, die bis heute nachwirken.

Rezension: Handbuch zur Menschenrechtsbildung

Axel Bernd Kunze bespricht im Webportal Socialnet das von Wolfgang Benedek herausgegebene Werk „Menschenrechte verstehen“, ein Handbuch für die Menschenrechtsbildung:

Cover

Axel Bernd Kunze. Rezension vom 16.04.2019 zu: Wolfgang Benedek (Hrsg.): Menschenrechte verstehen. Handbuch zur Menschenrechtsbildung. BWV • Berliner Wissenschaftsverlags GmbH (Berlin) 2017. 3. Auflage. ISBN 978-3-8305-3770-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/24788.php, Datum des Zugriffs 19.04.2019.

https://www.socialnet.de/rezensionen/24788.php

Fazit
Das breit angelegte Handbuch bietet eine fundierte Grundlage für pädagogische Arbeit mit den Menschenrechten, ersetzt aber nicht die bildungstheoretische Reflexion über deren pädagogische Chancen wie Grenzen.

(Axel Bernd Kunze)

Rezension: Krieg und Menschenrechte – als Thema der Menschenrechtsbildung

Axel Bernd Kunze würdigt im Onlineportal SOCIALNET eine Tagungsdokumentation der Katholischen Akademie des Bistums Fulda, Bonifatiushaus, die den Schutz der Menschenrechte in bewaffneten Konflikten für die Menschenrechtsbildung erschließt:

Gunter Geiger, Daniela Schily: Krieg und Menschenrechte. Perspektiven aus Völkerrecht, Erinnerungskultur und Bildung, Opladen, Berlin, Toronto: Barbara Budrich 2018, 228 Seiten.

Krieg und Menschenrechte: Perspektiven aus Völkerrecht, Erinnerungskultur und Bildung

„Der Band beschäftigt sich mit einem äußerst sensiblen Bereich der Menschenrechte: Wie können diese in bewaffneten Konflikten geschützt werden? Dabei bietet der Band einen auch für „Nichtfachleute“ leicht verständlichen Überblick zu diesem Themenfeld – mit zwei Stoßrichtungen: Zum einen wird die aktuelle Debatte um eine „Responsibility to protect“ aufgegriffen. Zum anderen wird aufgezeigt, wie das Thema in der Erinnerungsarbeit, Menschenrechtsbildung und Gedenkstättenpädagogik pädagogisch aufgegriffen werden kann.“

Die vollständige Rezension finden Sie hier:

https://www.socialnet.de/rezensionen/24757.php

Rezension: Wieviel Bildung braucht die Demokratie? …

… Axel Bernd Kunze geht es bei der Beantwortung dieser Frage weder um PISA-Studien und Kompetenztraining noch um eine Agenda der politischen Bildungsarbeit zur Stärkung staatsbürgerlicher Resilienz gegenüber dem Populismus. Erfrischend altmodisch hält Kunze die Fahne eines humanistischen Bildungsideals hoch und fordert Freiheit und pädagogischen Eigensinn. […]

Auch wenn man Kunze bei der Kontroversität der Themen nicht immer zustimmen wird, lohnt sich die anregende und kurzweilige Lektüre für jeden, der sich der Frage nach dem Zusammenhang von Demokratie und Pädagogik stellen möchte. Kunze legt mit diesem schlanken Büchlein einen klugen und anregenden Debattenbeitrag vor.

Mariano Barbato, Politikwissenschaftler an der Universität Passau, in Engagement 1/2019, S. 43 f.

Bildergebnis für Kunze Bildung in der Demokratie

Axel Bernd Kunze: Bildung in der Demokratie. Warum pädagogischer Eigensinn und Freiheit unverzichtbar sind, Bonn 2018.

Rezension: Befähigung zum Selbstdenken

„Befähigung zum Selbstdenken“ – Unter diesem Titel würdigt Stefan Martin in der aktuellen Ausgabe der „Akademischen Blätter“ (120. Jg., H. III/2018, S. 18 f.) den Band „Axel Bernd Kunze: Bildung in der Demokratie. Warum pädagogischer Eigensinn und Freiheit unverzichtbar sind (Bonn 2018)“. Die Akademischen Blätter werden herausgegeben vom Verband der Vereine Deutscher Studenten (VVDSt).

„In dem nun vorgelegten Band Bildung in der Demokratie greift der renommierte Sozialethiker (und Burschenschafter) Axel Bernd Kunze ein Thema auf, das ihn auf seinem gesamten akademischen Werdegang begleitet hat. Bereits in seiner Habilitationsschrift aus dem Jahre 2011 (Das Menschenrecht auf Bildung – eine pädagogisch-ethische und sozialethische Grundlegung) hat er sich eingehend mit der Bedeutung von Bildung für ein gelingendes demokratisches Gemeinwesen beschäftigt. Seither hat er das Thema in zahlreichen Vorträgen und Publikationen weiter vertieft. Die reifen Früchte dieser wissenschaftlichen Kärrnerarbeit werden nun in einem übersichtlich gegliederten und flüssig geschriebenen Buch vorgelegt. […]

Unser liberaler Verfassungs- und Rechtstaat überschreitet Grenzen und verletzt die Würde der Heranwachsenden, wenn er versucht, bestimmte Haltungen als notenmäßig überprüfbare Kompetenzen zu erzwingen. ‚Im Unterricht geht es um die Befähigung zur kritischen Reflexion, nicht um die pädagogische Exekution eines bereits feststehenden Vor-Urteils‘. Das Denken und Wollen der Schüler, hier ist Kunze vorbehaltlos zuzustimmen, muss gegenüber gesellschaftlicher Einflussnahme unverfügbar bleiben. […]

Lasst die Meinungen zu strittigen Themen ruhig aufeinanderprallen! Reinigende Gewitter im politischen Diskurs tragen zur Klärung gesellschaftlicher Fragen bei und fördern letztlich das Gemeinwohl. Dafür muss jedoch die Urteils- und Entscheidungsfähigkeit der Heranwachsenden von klein auf kultiviert werden. Bildung in Freiheit, so die Quintessenz des Buches, ist dafür eine unverzichtbare Voraussetzung.“

(Stefan Martin, Rez.)