Neuerscheinung: Internate an Fachschulen – Überlegungen aus bildungsethischer Perspektive

Junges Wohnen bietet viele Vorteile – so wirbt das Wohnheim der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt. Dieses verbindet Lernen und Leben miteinander und bietet wichtige Unterstützung bei den ersten Schritten in den Beruf. Unser Autor berichtet, welche Bedeutung das Internat als begleitendes Angebot in der Erzieher- und Erzieherinnenausbildung besitzt.
Axel Bernd Kunze fragt in einem Beitrag für die Märzausgabe der Fachzeitschrift „TPS – Theorie und Praxis der Sozialpädagogik“ (Heft 3/2019) aus bildungsethischer Perspektive, welche Bedeutung Internate und Wohnheime an beruflichen Fachschulen für einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss und einen gelingenden Berufseinstieg besitzen. Der Beitrag ist jetzt auch online verfügbar:

Rezension: Handbuch zur Menschenrechtsbildung

Axel Bernd Kunze bespricht im Webportal Socialnet das von Wolfgang Benedek herausgegebene Werk „Menschenrechte verstehen“, ein Handbuch für die Menschenrechtsbildung:

Cover

Axel Bernd Kunze. Rezension vom 16.04.2019 zu: Wolfgang Benedek (Hrsg.): Menschenrechte verstehen. Handbuch zur Menschenrechtsbildung. BWV • Berliner Wissenschaftsverlags GmbH (Berlin) 2017. 3. Auflage. ISBN 978-3-8305-3770-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/24788.php, Datum des Zugriffs 19.04.2019.

https://www.socialnet.de/rezensionen/24788.php

Fazit
Das breit angelegte Handbuch bietet eine fundierte Grundlage für pädagogische Arbeit mit den Menschenrechten, ersetzt aber nicht die bildungstheoretische Reflexion über deren pädagogische Chancen wie Grenzen.

(Axel Bernd Kunze)

Gesegnete Kar- und Ostertage

Liebe Leserinnen und Leser meines Weblogs,

ich wünsche Ihnen allen gesegnete Kar- und Ostertage sowie erholsame Feiertage.

Ich freue mich, wenn Sie die Beiträge und Nachrichten zu einer Sozialethik der Bildung weiterhin interessiert und engagiert begleiten.

Ihr Axel Bernd Kunze

Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist.

So wie Vater und Sohn eins sind, wird Gottes Liebe auch für uns erfahrbar, wenn wir mit Jesus eins sind. Dabei geht es nicht um ein individuelles Gefühl, so etwas wie eine persönliche Hochstimmung. Vielmehr zeigt sich hier das Lebensprinzip der Kirche. Vater und Sohn sind nicht deshalb eins, weil sie durch ein bestimmtes Interesse, ein Versprechen oder ein Vereinsmerkmal miteinander verbunden sind. Sie sind vielmehr verbunden durch den Geist, der am gleichen Wesen von Vater und Sohn Anteil hat.

Auch bei der Kirche geht es nicht einfach um eine Gemeinschaft, die durch ein bestimmtes Interesse, ein Versprechen oder ein Vereinsmerkmal miteinander verbunden ist. Gottes Geist führt die Kirche zusammen. Er wirkt durch Taufe und Firmung in jedem einzelnen Gläubigen; durch ihn haben wir direkten Zugang zum Geheimnis Gottes.

Die Kirche bleibt in der Spur Gottes, wo sie diese geistgeschenkte Einheit nicht aufs Spiel setzt. Der Geist bürgt für Gottes Versprechen, die dieser uns gegeben hat. Er führt uns heute als weltweite Kirche zusammen und verbindet uns mit den Christen, die vor uns gelebt haben. Darum bekennen wir uns im Glaubensbekenntnis ausdrücklich zur Apostolizität als einem zentralen Merkmal unseres Kircheseins: Durch Gebet und Handauflegung stehen wir in ununterbrochener Gemeinschaft mit dem Glauben der ersten Jünger. Geltung beanspruchen kann in der Kirche nur das, was diese Verbundenheit wahrt und sich auf den apostolischen Glauben berufen kann.

Kirche ist kein Traditionsverein, sie lebt aus der unmittelbaren Erfahrung des Geistes, der immer wieder neu und überraschend in ihr wirkt – aber nur dann, wenn sie sich nicht abschneidet von ihrem Ursprung. Daher ist Jesus das Gebet um die Einheit so wichtig. Ohne die geistgewirkte, lebendige Beziehung zu Jesus Christus wäre die Kirche abgeschnitten vom Wasser des Lebens, würde jener Strom des Glaubens versiegen, der uns mit den frühen Christen verbindet, der die Kirche immer wieder neu belebt und der sie fortdauern lässt bis zur Vollendung, wenn ihr Herr wiederkommt.

Axel Bernd Kunze, aus einer Predigt zum 7. Sonntag der Osterzeit, in: WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen 16 (2019), H. 3, S. 481 – 495.

Schlaglicht: Der Staat soll es richten …

Lucia Schmidt begrüßt in der F.A.Z. vom 13. April 2019 (Kommentar „Endlich“, S. 1) die Masernimpfpflicht, die Brandenburg beschlossen hat, als Ausdruck einer Gemeinwohlverpflichtung des Einzelnen. Dem Rechtsanspruch auf frühkindliche Betreuung folgt nun die Impfpflicht. Es mag gute Gründe für eine solche Schutzimpfung geben; und für diese darf auch geworben werden. Aber der liberale Rechts- und Verfassungsstaat, der eine solche erzwingen wollte, würde den Körper des Einzelnen kollektivieren. Hinter der Impfpflicht steht ein Verständnis von Zusammenleben, das immer häufiger nach dem Staat ruft – nach dem Motto: Wo die Bürger uneinsichtig sind, soll der Gesetzgeber es richten. Zur Freiheit gehört, sich nach herrschender Meinung auch „falsch“ entscheiden zu können – sonst bliebe von der Freiheit am Ende nicht viel übrig. Ein Staat, der für sich das Recht in Anspruch nimmt, jederzeit in den intimen Kernbereich seiner Bürger einzugreifen, verliert auf Dauer an Vertrauen. Das Ende des real existierenden Sozialismus hat gezeigt, wie ein übergriffiges Staatsverständnis letztlich scheitert.

Veröffentlichung: Josef Kraus verteidigt „Die Neue Ordnung“

Sprachgewaltig und streitbar, wie man ihn kennt, hat sich Josef Kraus, ehemaliger Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, in „Tichys Einblick“ zum Boykottaufruf der deutschsprachigen Sozialethiker gegen die Zeitschrift „Die Neue Ordnung“ geäußert. Die Wochenzeitschrift „Die Tagespost“ greift seine Stellungnahme auf:

https://www.die-tagespost.de/politik/Josef-Kraus-verteidigt-Ockenfels-Zeitschrift-Neue-Ordnung;art4685,197219

Die aktuelle Kontroverse zeigt einmal mehr, wie sehr die gesellschaftliche Debatte in Deutschland gespalten ist. Das geistige Klima in unserem Land befindet sich in keiner guten Verfassung – aber dagegen gibt es keine „Klimademos“. Wenn ich die gegensätzlichen Reaktionen für und wider die „Erklärung“ verfolge, drängt sich mir der Eindruck auf, diese kommen zwar aus einem Land und dennoch aus zwei „Welten“ – aus Welten, die sich gesprächs- und verständnislos gegenüber stehen. Ein gemeinsames Freiheitsbewusstsein ist nicht mehr erkennbar.

 

Schlaglicht: Es geht um die Freiheit – Gedanken (nicht allein) zum Jubiläumsjahr der Karlsbader Beschlüsse

Mitte März veröffentlichte die Arbeitsgemeinschaft Christliche Sozialethik – unter dem euphemistischen Titel „Erklärung“ – einen Boykottaufruf gegen „Die Neue Ordnung“. Die traditionsreiche Zeitschrift wird vom Institut für Gesellschaftswissenschaften Walberberg e. V. herausgegeben (und nicht, wie mitunter suggeriert wird, von den Dominikanern). Der Boykottaufruf hat deutliche Kritik hervorgerufen, wie beispielsweise im Deutschlandfunk und in der „Tagespost“ zu hören und zu lesen war – und das zu Recht.

Hier geht es nicht um eine einzelne Zeitschrift und deren aktuelle Ausrichtung, zu der man stehen mag, wie man will. Es geht um die Wissenschafts- und Publikationsfreiheit in unserem Land. Und es geht um die Frage, ob ein (angst-)freier, offener und plural geführter Diskurs in der Kirche noch eine Chance hat. Im Raum steht die Frage, ob wir bereit sind, für zentrale Prinzipien unseres liberalen Rechts- und Verfassungsstaates und die Grundkoordinaten einer freiheitlichen Gesellschaft zu kämpfen. Diese Prinzipien schließen auch einen robusten Minderheitenschutz für publizistische Positionen außerhalb des gesellschaftlichen Mainstreams ein.

Die Publikationsfreiheit ist nicht grenzenlos. Aber diese Grenzen werden im Rechtsstaat durch das Presse- und Strafrecht gezogen und müssen gerichtlich kontrollierbar bleiben. Ansonsten bleibt in Wissenschaft wie Publizistik der streitbare, mitunter hart geführte Kampf um das bessere Argument das legitime Mittel der Auseinandersetzung. Und dieser argumentative Streit kann auch gegen Positionen geführt werden, die in der „Neuen Ordnung“ vertreten werden.

Doch genau diese Auseinandersetzung scheuen die Urheber der „Erklärung“. Freiheit ist kein fester Besitz, um sie muss immer wieder neu gerungen werden. Daran sollten wir im Jubiläumsjahr der Karlsbader Beschlüsse einmal mehr denken. Die Freiheit ist heute allerdings nicht allein durch staatliche Eingriffe bedroht. Wo Wissenschaftler und Publizisten selbst die Verfolgung des heterodoxen Geistes in ihren eigenen Reihen organisieren, droht eine vollkommene Ächtung missliebiger Personen. Noch schlimmer als die Verfolgung der Presse kann sich eine Verfolgung durch die Presse erweisen. Wer sich sonst zu Recht gegen Einmischungen der Kirchenleitungen in die Wissenschafts- und Publikationsfreiheit wehrt, sollte genauso hellhörig sein, wenn inquisitorische Mittel aus den eigenen Reihen gegen missliebige Kollegen eingesetzt werden.

Die Kontroverse um die „Neue Ordnung“ zeigt einmal mehr, wie sehr die gesellschaftliche Debatte in Deutschland gespalten ist. Das geistige Klima in unserem Land befindet sich in keiner guten Verfassung. Der geistige Grundkonsens unserer Nachkriegsdemokratie, den die „Neue Ordnung“ geholfen hat mit zu gründen, schwindet. Ein gemeinsames Freiheitsbewusstsein ist immer weniger erkennbar. Den notwendigen Grundkonsens, auf den unsere freiheitliche Staats- und Gesellschaftsordnung angewiesen bleibt, wieder zu stärken, wird aber nicht mit einem „Totalitarismus der Mitte“, wie mir ein befreundeter Publizist dieser Tage schrieb, gelingen. Wissenschafts- oder Publizistenverbände, die dazu schweigen oder – schlimmer noch – damit sogar sympathisieren wollten, wenn dazu aufgerufen wird, Kollegen mundtot zu machen, die Publikationsfreiheit außer Kraft zu setzen und Bibliotheken zu säubern, hätten auf ganzer Linie intellektuell wie moralisch versagt.

Schlaglicht: Und was kommt als nächstes?

Heute ist es wieder soweit: An vielen Orten werden sich wieder Schüler zu „Willensbekundungen“ versammeln, huldvoll begrüßt durch die Vorsitzende des Staatsrates. Selbstverständlich alles ganz eine Sache der Basis, in keiner Weise von politischen Interessen oder Geldgebern gesteuert. Endlich macht die Jugend Druck. Warum ist nur vorher keiner auf die Lösung gekommen!? Man muss doch nur den Kohleausstieg vorziehen. Sachliche Probleme – ach, was. Der gute Wille zählt. Die parlamentarische Abwägung mit anderen politischen Zielen, die gleichfalls Geltung beanspruchen – ach, was. Wer wollte denn so kleinlich sein, wenn die Jugend endlich einmal aktiv wird – zur Freude der Politik. Halt, Moment! War das nicht mal anders gedacht? Eigentlich richten sich Demonstrationen, über deren Ziele man in einer pluralen Gesellschaftl mit unterschiedlichen Interessen immer trefflich streiten kann, an die Politiker als Adressaten. Doch in der Postdemokratie sind Politiker die größten Unterstützer von Demonstrationen – froh und erleichtert darüber, dass die Jugend nun endlich die Lösung vorgibt. Es geht um Haltung, nicht um Bildung – denn die werden wir brauchen, wenn wir technische Lösungen für die Energiefrage der Zukunft finden wollen.

Irgendwann läuft sich jedes Thema tot. Die Methode verspricht aber bleibenden Erfolg. So kann man sich weitere Demos vorstellen, und es gibt ja auch noch weitere Tage mit lästiger Schulpflicht. Abschaffung der Bundeswehr? Wer könnte ernsthaft etwas dagegen haben. Das Recht auf einen Hochschulabschluss für alle? Wunderbar, dann wäre die Frage der Bildungsgerechtigkeit endlich gelöst. Kostenloses Bahnfahren im ganzen Land? Klingt auch gut, denn nachhaltiger geht es nicht. Weitere schöne Forderungen sind denkbar. Die Politiker werden sich freuen, dass die Schüler endlich die Lösung gefunden haben. Man wird allseits Beifall klatschen … Auf Dauer könnten wir uns dann auch die kostenintensiven Wahlkämpfe sparen.

Wer es noch nicht gemerkt hat: Vorsicht, Satire! Fragt sich nur, wann uns die Realität wieder einholen wird. Nach den Osterferien? Das jedenfalls hofft zumindest die Kultusministerin in Baden-Württemberg – und traut sich vorher nichts gegen die sonnige Stimmung im Land zu sagen.

Boykottaufruf gegen „Die Neue Ordnung“ löst weiterhin Widerspruch aus

Der Boykottaufruf der sozialethischen Lehrstuhlinhaber im deutschsprachigen Raum gegen die vom Institut für Gesellschaftswissenschaften Walberberg herausgegebenen Zeitschrift „Die Neue Ordnung“ löst weiterhin deutlichen Widerspruch aus. Kritisch kommentiert hatte disesen Boykottaufruf u. a. die katholische Wochenzeitschrift „Die Tagespost“ in ihrer Ausgabe vom 28. März 2019. Eine Woche später folgen die Leserkommentare – und die fallen eindeutig aus, wie schon die Überschriften belegen: Maulkorb statt Argument; Erinnert an die Zeit vor 75 Jahren; Erzieherische Anmaßung.

Jürgen Liminski, der u. a. für den Deutschlandfunk gearbeitet hat, wird in der „Jungen Freiheit“ vom 5. April 2019 gleichfalls deutlich: „Dieser Aufruf offenbart ein Denken, das man eher in Nordkorea oder Saudi-Arabien verorten würde.“ Liminski zitiert den früheren Osnabrücker Sozialethiker Martin Spieker mit den Worten: „Ich hätte nicht gedacht, daß sich die AG Christliche Sozialethik auf dieses Niveau begibt. […] das riecht schon sehr nach Bücherverbrennung.“ Der Boykottaufruf zeigt für Liminski, wie es um die wissenschaftliche Debatte im gesellschaftlich gespaltenen Deutschland bestellt ist: „Es wäre eigentlich die Aufgabe der Intelligenzija eines Landes, solche irrationalen Prozesse zu dämpfen und zu versachlichen. Das geschieht in der Zunft der christlichen Sozialethiker offenbar nicht (mehr).“ Der Chefredakteur der „Neuen Ordnung“, P. Wolfgang Ockenfels OP, wolle sich, wie es im Beitrag heißt, vorerst nicht äußern. Liminski liest sein neues Editorial in der aktuellen Ausgabe der „Neuen Ordnung“, das sich mit dem Fall Relotius beim Hamburger Magazin „Spiegel“ beschäftigt, allerdings als ein indirektes Statement – Ockenfels schreibt: „Es ist die sozialpsychologisch interessante Verbindung von deutscher Sentimentalität und Brutalität. Das passende Format dazu liefert die quasireligiöse Inbrunst, mit der sachliche Fragen wie Immigration und Klimawandel in den Status von Glaubensentscheidungen erhoben werden. Wer in solchen, empirisch falsifizierbaren und revidierbaren Fragen es sich frecherweise erlaubt, anderer begründbarer Auffassung zu sein, riskiert den Ausschluss aus einer religiös-politischen und auch wissenschaftlichen Kommunität.“ Liminskis Fazit lautet am Ende: „Man will die alte Ordnung der linksliberalen Gesellschaft bewahren und koste es die christliche Wahrheit.“ Und – so bleibt anzufügen: die Freiheit.

Vor diesem Hintergrund erhält der Appell des Papstes auf seiner Marokkoreise, den die F.A.Z. am 1. April 2019 zitiert, eine ganz neue Bedeutung. Der sozialethisch fragwürdige UN-MIgrationspakt wirft seine Schatten. „Die Länder, die Flüchtlinge aufnähmen,“ – so zitiert die F.A.Z. den Papst – „würden durch deren Beitrag bereichert, sofern dort ‚jede Art vo Diskriminierung und jedes fremdenfeindliche Geühl‘ verhindert werden.“ Dies eröffnet ein breites Feld für Einschränkungen der Presse-, Publikations- und Meinungsfreiheit. Ein Staat, der die Gefühle seiner Bürger administrativ-polizeilich steuert, um kritische Gedanken unterdrücken zu wollen, ist auf Dauer kein Ort der Freiheit mehr. Gerade im „Jubiläumsjahr“ der Karlsbader Beschlüsse sollte dies zu denken geben …

 

Schlaglicht: Erlaubt ist, was nicht verboten ist – oder doch nicht mehr!?

Das Freiheitsbewusstsein in unserem Land schwindet in bedenklichem Maße. Zentrale Prinzipien des liberalen Rechts- und Verfassungsstaates werden schleichend aufgegeben. Für freiheitliche Gesellschaften gilt, dass alles erlaubt ist, was nicht ausdrücklich verboten ist. Nun will Gesundheitsminister Spahn diese Regel bei der Organspende außer Kraft setzen. Der gute Zweck heiligt aber nicht jedes Mittel. Der Staat wird übergriffig, wo er eine sittlich vielleicht lobenswerte, aber keinesfalls einklagbare Entscheidung des einzelnen Bürgers zu erzwingen versucht. Das Recht über den eigenen Körper bleibt ein hohes Gut, das dem zwangsweisen Zugriff des Staates entzogen bleiben muss, selbst wenn es nur um eine Widerspruchslösung geht. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Mehrheit der Abgeordneten bei der Abstimmung über eine Neuregelung der Organspende (oder notfalls das Verfassungsgericht) an jene Freiheit erinnert, die unsere europäische Kultur einmal stark gemacht hat.

 

Neuerscheinung: Bildung, Identität, Social Media

Das neue Themenheft 1/2019 (39. Jg., Heft April 2019) der Fachzeitschrift „PädagogikUNTERRICHT“ widmet sich den Themen Bildung, Identität, Social Media – u. a. mit folgenden Beiträgen: Identitätsarbeit in Sozialen Netzwerken (Angela Tillmann) und Wolfgang Klafkis Bildungstheorie – Darstellung und kritische Würdigung (Hans-Christoph Koller).

Dem Wissenschaftlichen Beirat der Zeitschirft für die pädagogische Fächergruppe gehören Prof. Dr. K. Beyer (Universität Köln), Prof. Dr. A. Bernhard (Universität Duisburg-Essen), Jun.-Prof. Dr. K. G. Gather (Universität Paderborn) und PD Dr. A. B. Kunze (Universität Bonn) an. Herausgegeben wird die Zeitschrift vom Verband der Pädagogiklehrer und Pädagogiklehrerinnen (VdP).