Rezensionen: engagement 4/2019

Im Rezensionsteil des aktuellen Heftes 4/2019 der Zeitschrift engagement werden folgende Titel besprochen:

  • Judith Könemann, Denise Spiekermann (Hgg.): Katholische Schulen – Herausgeforderte Identität (Paderborn 2019) – Rezensent: Hans- Michael Mingenbach
  • Hermann Vortmann: Schul-Leben (Münster/Westf. 2017) – Rezensent: Wilhelm Wittenbruch
  • Olaf-Axel Burow: Schule digital – wie geht das? Wie die digitale Revolution uns und die Schule verändert (Weinheim u. a. 2019) – Rezensent: Volker Ladenthin
  • Maike Tournier: Kognitiv anregende Fachkraft-Kind-Interaktionen im Elementarbereich. Eine qualitativ-quantitative Videostudie (Münster/Westf. u. a. 2017) – Rezensentin: Katharina Dübgen
  • Arnd Uhle (Hg.): Kinder im Recht. Kinderrechte im Spiel der Kindesentwicklung (Berlin 2019) – Rezensent: Axel Bernd Kunze
  • Frank Maria Reifenberg: Wo die Freiheit wächst. Briefroman zum Widerstand der Edelweißpiraten (München 2019) – Rezensentin: Anja Kuypers
  • Nia Weger: Als mein Bruder ein Wal wurde (Hamburg 2019) – Rezensentin: Anna Winkler-Benders

Die Zeitschrift wird herausgegeben von der Konferenz der Träger Katholischer Schulen in freier Trägerschaft in Deutschland und erscheint im Aschendorff-Verlag Münster. Dem Herausgeberbeirat gehören an: Dr. Rafael Frick (Ludwigsburg), Dr. Christopher Haep (Hamburg), PD Dr. Axel Bernd Kunze (Bonn), Dr. Peter Nothaft (München), Prof. Dr. Matthias Proske (Köln), Sr. Dr. M. Dorothea Rumpf (Duderstadt), Prof. Dr. Clauß Peter Sajak (Münster/Westf.) und Prof. Dr. Sabine Seichter (Salzburg).

Neuerscheinung: Bildung und Beteiligung

Bildung wird im jüngeren bildungsethischen Diskurs als zentrales Medium von Beteiligung betrachtet. Die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, die 2019 dreißig Jahre alt wird, hat darauf aufmerksam gemacht, dass Kinder bereits von klein auf Beteiligungsrechte besitzen. Der vorliegende Beitrag fragt, welche Bedeutung der Beteiligungsbegriff für die pädagogische Arbeit von Erziehern und Erzieherinnen besitzt.

Mit Verspätung ist Themenheft 4/2019 der Zeitschrift engagement zu Religion in der Schule erschienen. Axel Bernd Kunze beschäftigt sich in der themenoffenen UMSCHAU des Heftes mit dem Zusammenhang von Bildung und Beteiligung in der Elementarbildung:

Axel Bernd Kunze: Bildung und Beteiligung. Ein Impuls aus der Erzieherausbildung an Fachschulen für Sozialpädagogik, in: Engagement 37 (2019), H. 4, S. 209 – 213.

Neuerscheinungen 2019: Publikationsliste zur Pädagogik der frühen Kindheit

Die Kommission Pädagogik der frühen Kindheit der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft hat ihre neue Publikationsliste mit Neuerscheinungen zur Elementarpädagogik aus dem Jahr 2019 veröffentlicht:

https://www.dgfe.de/fileadmin/OrdnerRedakteure/Sektionen/Sek08_SozPaed/PFK/Publikationslisten/Publikationsliste_PdfK_2019.pdf

Neuerscheinung zur Interkulturellen Pädagogik: Diakonische Bildung für Pädagogische Fachkräfte in der Elementarbildung

„Das KiTa-Handbuch“, herausgegeben von Martin R. Textor und Antje Bostelmann, hat in der Rubrik „Interkulturelle Pädagogik“ einen Beitrag von Axel Bernd Kunze zur Diakonischen Bildung für Pädagogische Fachkräfte in der Elementarbildung veröffentlicht. Die Gedanken basieren auf einem Impulsvortrag im Rahmen des 1. Bildungskongresses des Kaiserswerther Verbandes, der Ende September in Lutherstadt Wittenberg stattfand; der Vortrag wurde für die Druckfassung wesentlich erweitert:

Diakonische Bildung – Drei Praxisbeispiele aus der Aus- und Fortbildung Pädagogischer Fachkräfte zum Umgang mit religiös-kultureller Vielfalt

Der Artikel im „KiTa-Handbuch“ ist online zugänglich.

Weitere Beiträge im „KiTa-Handbuch“ aus der Feder desselben Autors finden Sie hier. Bisher sind erschienen:

Schlaglicht: Kirchen im Ausverkauf – nur noch Routine?

„Kirchen im Ausverkauf“ – so der Titel einer Dokumentation, die am 29. No­vember um 21.15 Uhr im dritten Programm des Norddeutschen Rundfunks lief. Es ging um die Profanierung und den Abriss von Kirchen in Norddeutschland – ein Beispiel davon aus dem Bistum Hildesheim. Zu Jahresbeginn wurde im Hannoveraner Stadtteil Stöcken die Kirche St. Christophorus aufgegeben und abgerissen. Auf dem Gelände sollen Wohnungen für alte und behinderte Menschen entstehen.

Viele Menschen betrachten schon länger mit großer Sorge, wie sich die Kirche in weiten Teilen unseres Landes aus der Fläche zurückzieht. Der Priestermangel ist sicherlich ein gravierender Punkt, aber nicht der einzige. Es kann nicht darum gehen, jede Strukturveränderung von vornherein auszuschließen. Die Entwicklung von Stadtteilen oder Orten verändert  sich. Und es kann sicher weitere gute Gründe geben, pfarrliche Strukturen zu überdenken. Möglicherweise sind auch Kirchenschließungen nicht immer zu vermeiden, zumal auch die Kirche gezwungen ist, mit ihren finanziellen Mitteln verantwortlich umzugehen. Genauso nachzuvollziehen sind aber die Emotionen, die im Film aus der Gemeinde in Hannover gezeigt wurden. Der Pfarrer der Gemeinde, der im Film mehrfach zu Wort kam und den ich noch aus meinem Theologiestudium kenne, hat den richtigen Ton getroffen, mit der rechten Balance aus notwendiger Loyalität und spürbarer Verärgerung. Die Sprachlosigkeit des Weihbischofs gegenüber den betroffenen Gemeindemitgliedern hingegen war im Film geradezu zum Greifen spürbar. Er versucht, alle Konflikte wegzulächeln.

Was nach der Dokumentation mehr erschüttert hat als die Kirchenschließung, ist die Geistlosigkeit auf der Leitungsebene des Bistums. Wenn in einem Stadtteil die letzte christliche Kirche geschlossen wird (die evangelische Kirche war in diesem Fall schneller), wäre mehr Kreativität gefragt gewesen als jene Routine, mit der Kirchenschließungen mittlerweile abgewickelt werden. Offenbar ist es dem Bistum Hildesheim mittlerweile wichtiger, eine muslimisch-katholische Kindertageseinrichtung in Gifhorn zu unterhalten, als die Präsenz des christlichen Gottesdienstes in einem Stadtteil zu bewahren. Das ist ein fataler Irrweg. Hier werden – bei allem Verständnis für das notwendige interreligiöse Gespräch – die falschen Gewichte gesetzt. Und dies kommt einem Verrat am missionarischen Zeugnis gleich, das der Kirche aufgetragen ist. Will die Kirche mit einem Projekt wie in Gifhorn politisch gefallen? Nimmt man politische Anliegen von außen ernster als die Sorgen einer Gemeinde, der die geistliche Heimat verloren geht?

Auch wenn die Worte des Weihbischofs im Film anderes andeuten, können säkulare Sozialprojekte kein Einsatz für ein Gotteshaus sein. Vielmehr wird auf Dauer auch der diakonische Einsatz erlahmen, wenn er nicht durch eine entsprechende geistliche Haltung gedeckt ist. Überdies hat eine Kirche im Stadtteil eine wichtige Bedeutung, nicht allein für die eigenen Gemeindemitglieder. Wo christliche Kirche nicht mehr präsent ist, verändert sich der Charakter unseres Landes, verändert sich auf Dauer die kulturelle Identität unseres Gemeinwesens.

Deutschland hat zwei Diktaturen hinter sich. Wer diese Erfahrung ernsthaft bedenkt, sollte wissen, wohin ein Gemeinwesen führt, das Gott keinen Platz mehr im öffentlichen Raum einräumt und in dem Kirchen aus dem Weg geräumt werden.

Man kann darüber streiten – und dies geschieht ja bereits –, ob der jüngst begonnene Synodale Weg in der katholischen Kirche den Themen Mission und Evangelisierung zu wenig Raum einräumt oder nicht. Eines aber fällt mir immer wieder auf, wenn ich im Ausland zu Gast bin, häufiger in Dänemark und im Vereinigten Königreich: In jeder Eucharistiefeier gehören Katechumenen, die sich beim Kommuniongang oder an der Kirchentür segnen lassen, ganz selbstverständlich zum kirchlichen Leben dazu. In Deutschland ist dies nicht der Fall – und wenn es Glaubenskurse gibt, werden diese, so mein Eindruck, eher verschämt versteckt. Ob die alles in allem immer noch gute finanzielle Absicherung der Kirche hierzulande das Ihrige zu dieser Wahrnehmung beiträgt, will ich nicht spekulieren. Dies ist nicht die Frage. Denn es geht nicht um Geld, sondern um den Geist, der in der Kirche herrscht – und der sollte missionarischer sein. Ich kann mich noch an mein Studium der Pastoraltheologie erinnern, in dem Glaubensweitergabe als falsches Rekrutierungsdenken verunglimpft wurde – dann müssen wir uns über schrumpfende Gemeinden nicht wundern.

Kinderrechtskonvention wird 30 Jahre alt: pixi-Bücher für die Menschenrechtsbildung im Kindergarten

Alle Kinder haben Rechte! – … dieses Anliegen der UN-Kinderrechtskonvention ist auch Titel einer Themenreihe der bekannten pixi-Kinderbuchserie. Ein Beispiel daraus: Darf Oma ungefragt in Cems Schublade wühlen? Der Titel „Stopp, PRIVAT!“ thematisiert das Recht von Kindern auf Privatsphäre. Die vom Deutschen Kinderhilfswerk herausgegebenen Büchlein sind eine kindgerechte Möglichkeit, mit Menschenrechtbildung bereits in Kindertageseinrichtungen zu beginnen. Das dreißigjährige Jubiläum der 1989 verabschiedeten Kinderrechtskonvention war Anlass, ein neues menschenrechtspädagogisches Fortbildungsmodul zu konzipieren. Das UN-Dokument legt die Menschenrechte auf die besondere Lebenssituation von Kindern hin aus. Bereits von klein auf besitzen Kinder eigenständige Förder-, Schutz- und Beteiligungsrechte. Mit Hilfe der kleinen Kinderbücher kann dieses Anliegen auch schon in der Elementarbildung mit Kindergartenkindern thematisiert werden.

Facharbeiten in der Erzieherausbildung

Hinter der Facharbeit, welche angehende Erzieher und Erzieherinnen zum Abschluss ihrer Ausbildung anfertigen müssen, steckt ein hoher Anspruch. Das wissenschaftliche Arbeiten, das diese Prüfungsleistung erfordert, ist für viele Schüler ungewohnt. Immer wieder entstehen aber auch Facharbeiten, die eine erstaunlich hohe Qualität erreichen. Eine wichtige Voraussetzung ist die Motivation, mit welcher der Prüfling ans Werk geht: Handelt es sich um ein Thema, für welches der Einzelne brennt, das ihm besonders am Herzen legt, bei dem er etwas Neues Entdecken oder Herausfinden möchte?

Genau solche Leistungen möchte das im Berliner W. Dohrmann-Verlag erscheinende, ursprünglich als Zeitschrift gegründete Jahrbuch „Beiträge aus der sozialpädagogischen Ausbildung“ einer größeren Öffentlichkeit sichtbar machen. Aus unserer Fachschule konnten in den vergangenen Jahren bereits zwei Arbieten dort veröffentlicht werden. Das eine Mal ging es um eine Neubewertung von Aggression im Kinderspiel, das andere Mal um die pädagogische Begleitung von Kindern mit Tod- und Trauererfahrungen. Die Möglichkeit einer Veröffentlichung unterstreicht auch noch einmal, dass Facharbeiten im Rahmen der Erzieherausbildung dem Anspruch des Deutschen Qualifikationsrahmens (Niveaustufe 6) durchaus gerecht werden können und Anregungen für die praktische Arbeit Pädagogischer Fachkräfte enthalten, die zu wertvoll sind, als dass sie in der Schublade verschwinden sollten.

Eine andere Weise, herausragende Facharbeiten zu würdigen, können Schulpreise sein. Seit dem Schuljahr 2012/13 vergibt unsere Fachschule im Rahmen der jährlichen Abschlussfeiern drei Auszeichnungen, die besondere Leistungen oder besonderes Engagement im Rahmen der Erzieher- oder Kinderpflegeausbildung anerkennen und sichtbar machen sollen. Auf diese Weise soll zugleich gezeigt werden, welch hohe Qualität eine Ausbildung in diesem Bereich besitzt. Seit dem Schuljahr 2012/13 verleiht der Schulträger einen Stiftungspreis für besondere Leistungen im Rahmen der Ausbildung. Falls möglich, würdigt der Stiftungsvorstand dabei herausragende Facharbeiten. Der Stiftungspreis ist mit einem Geldpreis dotiert. Als weiterer Preis wird ein Schulpreis für besondere Leistungen im Rahmen der schulischen Ausbildung vergeben. Die Auswahl des Preisträgers oder der Preisträgerin erfolgt durch das Kollegium. Dieser Preis ist mit einem Sachgeschenk für Fachliteratur versehen.

Einige Jahre später ist nach Diskussion im Kollegium die Idee entstanden, noch einen dritten Preis auszuloben, den Kollegiumspreis. Dieser wird vom Kollegium selbst vergeben und ist gleichfalls mit einem fachbezogenen Sachgeschenk verbunden, welches das Kollegium selbst finanziert. Im Gegensatz zu den vorhergehenden beiden Preisen würdigt der Kollegiumspreis den besonderen sozialen Einsatz für die Schul- oder Klassengemeinschaft. Dies kann zum Beispiel bedeuten, dass sich ein Schüler oder eine Schülerin in besonderer Weise um die Lernatmosphäre in der Klasse verdient gemacht hat und bei Konflikten vermittelt hat. Die Preise und damit verbundenen Urkunden werden öffentlich im Rahmen der feierlichen Zeugnisfeiern durch ein Mitglied des Stiftungsvorstands, der Schulleitung oder des Kollegiums vergeben.