Gemeinsame Erklärung: Erstes Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetz

Derzeit wird im politischen Berlin über das Erste Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetz verhandelt. Die Veränderungen können mit dem Schlagwort „Von der Professionalität zur Funktionalität“ zusammengefassst werden: „Mit dem Regierungsentwurf zum Ersten Kinder- und Jugendhilfestrukturreform-Gesetz (1. KJHSRG) soll das ‚aufgabenspezifische Kompetenzerfordernis‘ gestärkt werden. Personelle Anforderungen sollen stärker nach Aufgaben und Funktionen bestimmt werden. In der Begründung heißt es: ‚Je anspruchsvoller die betreffenden Aufgaben, umso höhere Anforderungen sind an die jeweilige Qualifikation des hierfür zuständigen Personals zu stellen und umgekehrt‘ (BT-Drs. 21/8274 vom 30.09.2026, S. 36).“ Auf Initiative der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) haben sich Akteure, die für den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe ausbilden, mit einer gemeinsamen Erklärung zu den geplanten Veränderungen geäußert: derzeit wird im politischen Berlin über das Erste Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetz verhandelt. Es steht zu erwarten, dass der Gesetzentwurf in Kürze in erster Lesung beschlossen werden wird, auch wenn von verschiedenen Seiten Kritik geäußert wurde. Das Gesetzesvorhaben steht im Zusammenhang mit dem politischen Ziel, SGB VIII und SGB IX im Rahmen der inklusiven Kinder- und Jugenhilferechtsreform enger zusammenzubinden. Die Veränderungen können mit dem Schlagwort „Von der Professionalität zur Funktionalität“ zusammengefassst werden: „Mit dem Regierungsentwurf zum Ersten Kinder- und Jugendhilfestrukturreform-Gesetz (1. KJHSRG) soll das ‚aufgabenspezifische Kompetenzerfordernis‘ gestärkt werden. Personelle Anforderungen sollen stärker nach Aufgaben und Funktionen bestimmt werden. In der Begründung heißt es: ‚Je anspruchsvoller die betreffenden Aufgaben, umso höhere Anforderungen sind an die jeweilige Qualifikation des hierfür zuständigen Personals zu stellen und umgekehrt‘ (BT-Drs. 21/8274 vom 30.09.2026, S. 36).“ Gern weise ich auf eine gemeinsame Erklärung hin, die auf Initiative der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft entstanden ist; auch der Bundesverband evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik gehört zu den Unterzeichnern: Wirksame Kinder- und Jugendhilfe ist mehr als die Summe von Funktionen – keine Arbeit nach Tätigkeitsbausteinen!

https://cms-s3.verdi.de/drupal/public/2026-11/Gemeinsame%20Erkl%C3%A4rung%20zum%201.%20KJHSRG.pdf?VersionId=6efd30eb-3b1b-4930-b252-ea96ec193a49

Rezension: Ein Zeitgenosse aus dem Barock

Axel Bernd Kunze rezensiert im aktuellen Themenheft „Klassiker der Theologie heute“ der Fachzeitschrift „Concilium“ die beiden folgenden Titel:

  • Mariano Delgado/Klaus Vellguth (Hgg.): Kanon und Diskurs. Religionswissenschaftlich, ethische und theologische Perspektiven (Religionswelten; 4), Ostfildern: Matthias Grünewald, 172 Seiten.
  • Elmar Klinger/Thomas Franz/Boris Hogenmüller (Hgg.): Das Barock und die Theologie. Der Beitrag Melchior Canos zur Standortbestimmung der Kirche im 21. Jahrhundert, Baden-Baden: Tectum 2024, 460 Seiten.

Axel Bernd Kunze (Rez.): Ein theologischer Zeitgenosse aus dem Barock, in: Conilium 62 (2026), H. 4, S. 443 – 446.

Buchtipp: Moise – Mein Leben mit Pater Georg

Pater Georg Sporschill SJ arbeitet seit Jahrzehnten mit Straßenkindern in Bukarest. In diesem Sommer feierte er seinen achtzigsten Geburtstag. Hans-Michael Tappen hielt aus diesem Anlass eine Laudatio auf „Bildungsethik“:

Vor fünfunddreißig Jahren begegneten sich Pater Georg und Moise, ein Straßenkind, am Nordbahnhof in Bukarest. Es entwickelte sich eine lange Beziehung zwischen beiden. Jetzt hat Moise seine Geschichte mit Pater Georg gezeichnet – für Kinder: „Ziemlich verrückt. ‚Wir sind die Familie des lieben Gottes‘, sagt Moise zu unserer Freundschaft. Junge Menschen, zusammengefügt aus verschiedenen Ländern, von der Straße und aus gutem Haus. Dass wir im Bett schlafen, Wärme und Wasser zum Waschen haben, ist für niemanden bei uns selbstverständlich. Die Schützlinge im Haus essen nie, ohne vorher zu beten. Kein Tag vergeht ohne den Dank ‚für unsere Wohltäter und Freunde‘ in der Kapelle.“ – schreibt Ruth Zenkert einleitend. Keine Geschichte mit Happy End – das wäre Kitsch. Sondern eine Geschichte mit Realismus und Menschlichkeit.

Das Buch, das von der Fogarassy Privatstiftung, die Pater Georgs arbeitet fördert, besorgt wurde, kann auch gut im religionspädagogischen Unterricht eingesetzt werden.

Moise: Mein Leben mit Pater Georg, hg. v. Alfred Fogarassy und der Fogarassy Privatstiftung, Wien: VfmK Verlag für moderne Kunst 2026, 184 Seiten.

Zwischenruf: Ein solcher Kirchenjournalismus ist unchristlich

Erst im Oktober hörten wir im Sonntagsevangelium die unnachahmliche Antwort Jesu: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers, und Gott, was Gottes ist. Der Staat soll sich nicht an die Stelle Gottes setzen. Umgekehrt soll sich aber auch die Kirche vor voreiligen Gewissheiten in vorletzten Dingen hüten. Das Evangelium ist politisch relevant, aber aus ihm lassen sich nicht eins zu eins parteipolitische Forderungen ableiten. Daher können Christen auch zu unterschiedlichen politischen Antworten finden. Andreas Lesch (Kommentar: Die AfD ist unchristlich, in: KirchenZeitung. Katholisches Magazin für das Bistum Hildesheim, 21/2026, S. 19) hingegen wirft nur so mit moralisierenden Schlagworten um sich: Die AfD – wohlgemerkt: nicht verboten – sei rechtsextremistisch, unchristlich, hetzerisch … Und er wirft diese Schlagworte sehr selbstsicher jenen Christen an den Kopf, die politisch anders denken als er. Wer als gläubiger Journalist so mit anderen Christen umgeht, könnte sich fragen: Lasse ich unterschiedliche politische Positionen zu Wort kommen, damit sich meine Leser eine eigene Meinung bilden könnnen? Habe ich mir schon einmal die Mühe gemacht, unvoreingenommen mit katholischen Wählern der AfD ins Gespräch zu kommen? Rede ich mit ihnen oder nur über sie? Habe ich ernsthaft nach deren politischen Motiven gefragt? Was müsste passieren, damit kirchlicher Journalismus fair und unvoreingenommen berichtet, statt das kirchliche Gesprächsklima weiter zu vergiften, zu spalten und andersdenkende Mitchristen zu verunglimpfen?

Neuerscheinungen: Herz-Jesu-Freitag und Herz-Mariä-Samstag

Zum Herz-Jesu-Freitag und zum Herz-Mariä-Samstag zu Beginn des September 2026 sind jeweils liturgische Modelle für die Messfeier und die Wort-Gottes-Feier erschienen:

Freitag der 22. Woche im Jahreskreis / Herz-Jesu-Freitag (04. September 2026), in: Liturgie konkret 49 (2026), H. 8/9, S. 38.

Freitag der 22. Woche im Jahreskreis / Herz-Jesu-Freitag (04. September 2026): Liturgie konkret plus. Messfeiern für jeden Tag 29 (2026), H. 9, S. 17 – 19.

Freitag der 22. Woche im Jahreskreis / Herz-Jesu-Freitag (04. September 2026), in: Liturgie konkret plus. Wort-Gottes-Feiern für jeden Tag 14 (2026), H. 9, S. 16 f.

Samstag der 22. Woche im Jahreskreis / g Mariensamstag – Herz-Mariä-Samstag (05. September 2026), in: Liturgie konkret 49 (2026), H. 8/9, S. 39.

Samstag der 22. Woche im Jahreskreis / g Mariensamstag – Herz-Mariä-Samstag (05. September 2026), in: Liturgie konkret plus. Messfeiern für jeden Tag 29 (2026), H. 9, S. 20 – 22.

Samstag der 22. Woche im Jahreskreis / g Mariensamstag – Herz-Mariä-Samstag (05. September 2026), in: Liturgie konkret plus. Wort-Gottes-Feiern für jeden Tag 14 (2026), H. 9, S. 19 f.

„Die Mahnung des Paulus an die Gemeinde in Korinth gilt auch uns: Wir sollen nicht vergsessen, dass wir die geistlichen Gaben nicht uns selbst verdanken; sie sind uns von Gott geschenkt. Wer sich selber rühmt, vergisst Gott und wird lieblos. Das Herz der Gottesmutter, die uns als Vorbild des Glaubens am Herz-Mariä-Samstag vor Augen getellt wird, war ganz offen für Gottes Anruf. Sie musste sich nicht sellbst rühmen, sondern war bereit, alles von Gott zu empfangen und ihm allein zu vertrauen.“

Rezensionen in der „Schwarzburg“ 2/2026

„Die Schwarzburg“ – die Verbandszeitschrift des Schwarzburgbundes – weist in ihrer Rezensionsabteilung auf folgende Veröffentlichungen hin (135. Jahrgang, Heft 2/2026, S. 47):

Axel Bernd Kunze: Erziehen als Beruf – zwischen Betreuung und Bildung. Überlegungen aus der Perspektive sozialpädagogischer Fachschulen, in: Thomas Böhme/Jens Dechow/Andreas Sander (Hgg.): Die Zukunft evangelischer Kitas gestalten. Impulse zum aktuellen Bildungsbericht „Evangelische Tageseinrichtungen für Kinder“ (Evangelische Bildungsberichterstattung; 7), Münster (Westf.)/New York: Waxmann 2026, S. 207 – 224; auch als E-Book: doi: https://doi.org/10.31244/9783818850975.

Jan Dochhorn (Hg.): Bamberger Sondierungen zur Metaphysik. Erste Folge (Philosophie interdisziplinär; 60), Regensburg: S. Roderer 2026.

Neuerscheinung: Festrede auf der Schwarzburgtagung 2026 veröffentlicht

Die Festrede auf der Jubiläumsschwarzburgtagung am Pfingstfest 2026 in Bad Hersfeld, die der Bildungsethiker Axel Bernd Kunze (Burschenschaft Rheno-Germania Bonn) zum Thema KI gehalten hat, ist in der aktuellen Ausgabe der Verbandszeitschrift „Die Schwarzburg“ veröffentlicht worden:

Axel Bernd Kunze: Festrede auf der Schwarzburgtagung. 23. Mai 2026 in Bad Hersfeld, in: Die Schwarzburg 135 (2026), H. 2, S. 25 – 31.