Auf fremden Seiten: Theologie und Ökonomie

Der Neutestamentler Jan Dochhorn hat auf THEOLOGIA DISSIDENS – am Beispiel des theologischen Umgangs mit ökonomischen Fragen – einen Grundsatzbeitrag zum neuen Weblogprojekt veröffentlicht:

„Wichtiger ist, was sich mit dem genannten Selbstverständnis des Projektes als Lagebeschreibung andeutet: Dissidenz ist jetzt orthodox, der kritische Impetus, den man mit Wörtern wie »radikal« und »Revolution / revolutionär« verbinden mag (ich tue es nicht), ist eine Sache der Konservativen, vielleicht immer schon mehr oder weniger, jetzt auf jeden Fall. Umgekehrt gebärden sich Linke, Progressive, denen man herkömmlich (wohl nur eingeschränkt mit Recht) das Adjektiv »kritisch« zuspricht, als Verteidiger eines Status quo: Sie wollen Machtverhältnisse sichern und dafür sorgen, dass die Diskurse weitergehen wie gewohnt – und nicht angeblich Unsagbares sagbar wird. Die dabei verwendeten Strategien zeichnen sich kaum je durch Diskussionsfreudigkeit aus; eher arbeitet man mit Skandalisierung, Tabuisierung, Deplatformierung und anderen Repressalien. Damit gleichgerichtet warnt eine herkömmlich dogmenkritische liberale / »moderne« Theologie vor Denken und Tun, das ihr nicht konform ist, verhält sich also im Sinne eines autoritären Dogmatismus, den es in der kirchlichen Tradition zweifellos immer wieder gab.“

Weiterlesen: https://theologia-dissidens.de/2026/03/23/naechstenliebe-ist-wenn-der-bus-kommt/

Leserbrief: Zur Wahl des neuen Vorsitzenden der deutschen Bischöfe

Axel Bernd Kunze antwortet in einem Leserbrief auf den Beitrag „Gott ins Zentrum stellen“ von Marco Galina in der „Jungen Freiheit“ Nr. 11/2026 zur Wahl des Hildesheimer Bischofs, Heiner Wilmer, zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz: Wilmer muss es wirklich wollen, in: Junge Freiheit 41 (2026), Nr. 12 v. 13. März 2026, S. 23.

Neuerscheinung: Dreißig Jahre CCB

Der Studenten-Kurier der Gemeinschaft für Deutsche Studentengeschichte berichtet über das dreißigjährige Jubiläum des Cartells Christlicher Burschenschaften, welchem die Leipziger Burschenschaft Alemannia zu Bamberg, die Burschenschaft Alemannia Leipzig, die Burschenschaft Ostmark-Breslau zu Regensburg, die Burschenschaft Rheno-Germania Bonn und die Burschenschaft Teutonia Nürnberg angehören.

Axel Bernd Kunze: Gott – Freiheit – Vaterland! Dreißig Jahre Cartell Christlicher Burschenschaften, in: Studenten-Kurier. Zeitschrift für Studentengeschichte, Hochschule und Korporationen 40 neue Folge (2026), H. 1, S. 28 f.

Die Jubiläumsfeier fand bereits im Oktober 2024 in Bonn statt. Wegen Manuskriptstaus konnte die Zeitschrift leider erst jetzt darüber berichten.

Neuerscheinung: Studenten-Kurier 1/2026

Die neue Ausgabe 1/2026 des Studenten-Kurierss. Zeitschrift für Studentengeschichte, Hochschule und Korporationen (Jg. 40 der neuen Folge), herausgegeben von der Gemeinschaft für Deutsche Studentengeschichte, beschäftigt sich u.a . mit dem Cartell Christlicher Burschenschaften und Rombergs „Student Prince“. Ferner werden die Reihen „Der studentische Baedeker zum Thema Europas Westen (Teil 2) und „Zahn um Zahn“ zu Briefmarken mit Korporierten fortgesetzt.

Leserbrief: Zur Wahl des neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz

Leserbrief in der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“ vom 12. März 2026:

Er könnte geistige Strahlkraft geben

Sozialethisch ist Heiner Wilmer, wenngleich in der Bischofskonferenz für gesellschaftliche und soziale Fragen zuständig, bisher nicht als profilierter Denker aufgefallen, eher als ein Theologe, der brav auf der Linie des Zeitgeistes bleibt, nicht anecken möchte und dabei doch sein Bistum erkennbar auf Linkskurs gebracht hat, etwa durch Verpflichtung auf Gendersprache. 2023 hatte er in der Chrisammesse die Klimaaktivistin Greta Thunberg als eine „junge Prophetin“ gewürdigt und ihren friedlichen Protest gelobt. Beispiele in Aufsätzen und Hirtenbriefen Wilmers wirken konventionell und gestanzt, wenig originell und dann auch nicht recht überzeugend oder empathisch. All dies lässt erwarten, dass er die Linie seines Vorgängers im Großen und Ganzen fortsetzen wird, vielleicht – wie es dem Naturell eines Ordensmannes entspricht – etwas weniger politisch und pastoral jovialer. Aufgefallen ist Bischof Wilmer durch pastorale Initiativen wie den gemeinsamen Donnerstag, den er für sein Bistum vorschlug, doch auch dies ohne rechte Motivation zu einer überzeugenden Neuevangelisierung, die aus dem Reichtum der katholischen Tradition schöpfen will. Es gibt durchaus ein neu erwachendes Interesse am katholischen Glauben. Doch wer komt, muss in der Kirche auch finden, was er sucht. Hierfür braucht es theologische Tiefenschärfe und geistliche Ausstrahlungskraft statt oberflächlicher gesellschaftlicher Anpassung. Ein Ordensmann an der Spitze der deutschen Bischöfe könnte hier vorangehen und der Kirche wieder geistliche Strahlkraft geben – aber er muss dies zuallererst auch wirklich wollen. (Axel Bernd Kunze)

Neuerscheinung: Christliche Hoffnung

Der Sechste Sonntag der Osterzeit wird auch Bittsonntag genannt. Mit ihm beginnen die Bitttage vor Christi Himmelfahrt, an denen Bittgänge und Flurprozessionen für eine gute Ernte des Jahres stattfinden. Mitunter führen diese Bittgänge zu benachbarten Kapellen oder Kirchen. In volkstümlicher Hinsicht gibt die Kirche gleichsam dem zum Vater heimkehrenden Sohn ihre Bitten mit auf den Weg. Kennzeichen der Liturgie an diesen Tagen sind Bittlitaneien und die Spendung des Wettersegens.

Mancherorts wird der Figur des Auferstandenen im Altarraum ein Bund der Frühjahrsvegetation in den Arm gelegt, als Geschenk an den Vater. Die Eucharistiefeier an diesem Sonntag wird bestimmt durch einen Auszug aus den Abschiedsreden Jesu im Johannesevangelium. In diesen deutet Jesus seinen Fortgang und gibt seinen Jüngern Hinweise für die Nachfolge. Die Jünger sollen in seiner Liebe bleiben und die Einheit wahren, dies alles nicht aus eigener Kraft, sondern unter Beistand des verheißenen Heiligen Geistes.

(aus: WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen, 3/2026, S. 459)

Gottesdienstmodell zum Sechsten Sonntag der Osterzeit:

Axel Bernd Kunze: Hoffen – typisch christlich! [Lesejahr A. 6. Sonntag der Osterzeit], in: WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen 23 (2026), H. 3, S. 459 – 473.

BeA: Neuer Vorstand

Auf seiner Mitgliederversammlung am 12. März 2026 in Berlin hat sich der Bundesverband evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik (BeA) einen neuen Vorstand gegeben. Gleichzeitig wurden die bisherige Vorsitzende, Astrid Hofmeister, aufgrund ihres Ruhestands und die bisherige Geschäftsführerin, Dr. Annett Herrmann, verabschiedet.

Zum neuen Vorsitzenden wurde Jan Olschewski (Berlin) gewählt. Wiedergewählt wurden PD Dr. Axel Bernd Kunze (Weinstadt/Rems), Sabine Lang (Marburg/Lahn), Daniel Müller (Rothenburg/Wümme) und Anika Rudolf (Freiburg/Breisgau). Neu gewählt wurde Ralf Teicher (Eisenach). Dem Vorstand gehören ferner für den Kaiserswerther Verband Andreas Eitel (Speyer) als geborenes sowie Ramona Eva Möbius (Kassel) als kooptiertes Mitglied. Die Geschäftsführung, die beratend dem Vorstand angehört, ist derzeit vakant.

Zwischenruf: Wer Kirche sucht, muss auch Kirche finden

Die deutschen Bischöfe haben einen neuen Vorsitzenden gewählt und mit dem Hildesheimer Oberhirten erstmals einen aus Norddeutschland (KirchenZeitung, 6/2026, S. 17). Diasporaerfahrung muss in Zeiten wie den unsrigen kein Fehler sein. Sozialethisch ist Heiner Wilmer, wenngleich in der Bischofskonferenz für gesellschaftliche und soziale Fragen zuständig, bisher nicht als profilierter Denker aufgefallen, eher als ein Theologe, der brav auf Linie des Zeitgeistes bleibt, nicht anecken möchte und dabei doch sein Bistum erkennbar auf Linkskurs gebracht hat, etwa durch Verpflichtung auf Gendersprache. 2023 hatte er in der Chrisammesse die Klimaaktivistin Greta Thunberg als eine „junge Prophetin“ gewürdigt und ihren friedlichen Protest gelobt. All dies lässt erwarten, dass er die Linie seines Vorgängers im Großen und Ganzen fortsetzen wird, vielleicht – wie es dem Naturell eines Ordensmannes entspricht – etwas weniger politisch und pastoral jovialer.

Es gibt in Europa, vereinzelt auch hierzulande durchaus ein neues Interesse am katholischen Glauben. Doch wer komt, muss in der Kirche auch finden, was er sucht. Hierfür braucht es theologische Tiefenschärfe und geistliche Strahlkraft, nicht mehr synodal verbrämte Funktionärsmacht und keine Kirche, die selber dazu beiträgt, das Land zu polarisieren und politisch zu spalten (der Kommentar auf S. 19 in derselben Ausgabe ist hierfür ein Paradebeispiel). Ein Ordensmann an der Spitze der deutschen Bischöfe könnte mutig und geradlinig neue Wege einschlagen – aber er muss dies auch wollen.