Zwischenruf: Das optimierte Phänomen – Wenn Lebenshilfe zur biopolitischen Frage wird

Pädagogische Reflexionen über Selbstbestimmung, Biochemisierung und den Bildungsauftrag

Von Dr. Hans-Michael Tappen (Schüler von Marian Heitger)

Die Diskussionen um moderne pharmazeutische Hilfsmittel zur Gewichtsreduktion oder Leistungssteigerung werden in der Öffentlichkeit meist rein medizinisch oder ökonomisch geführt. Aus bildungsethischer Sicht verbirgt sich dahinter jedoch ein tieferes, gesellschaftliches Phänomen, das sich, wenn es denn für die Erwachsenenwelt zutrifft, in der Folge mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in der Heranwachsendenphase der Jugendlichen spiegeln dürfte. Wenn wir in der pädagogischen Praxis über die „optimierte Ohnmacht“ und das Phänomen des pharmakologischen Neuro-Enhancements nachdenken, stehen wir vor der Frage, wie sich eine zunehmende Biochemisierung des Alltags auf unser Verständnis von Mündigkeit auswirkt.

Dabei ist vorab ein ethisches Grundprinzip unmissverständlich festzuhalten: In einer freien Gesellschaft besitzt selbstverständlich jedes mündige Individuum das fundamentale Recht, selbstbestimmt über den eigenen Körper, Therapiewege oder den Einsatz zugelassener Präparate zu entscheiden. Die Kritik gilt somit nicht der individuellen, freien Entscheidung des Einzelnen, sondern der sozialethischen Frage, welche Signale eine Gesellschaft aussendet, wenn sie existenzielle Krisen oder strukturelle Fehlentwicklungen zunehmend technokratisch verwaltet. Ist mit der Christlichen Sozialethik, wie mein Kollege PD Axel Bernd Kunze unlängst fragte, heute noch ein Staat zu machen, wenn die Bewältigung des Alltags schrittweise an das Prinzip der Dauermedikation delegiert würde.

Die Spiegelung in der Heranwachsendenphase

Es ist ein pädagogisches Grundgesetz, dass Jugendliche ihr Verhalten an den Mustern der Erwachsenenwelt orientieren. Wenn sich in der Gesellschaft das Phänomen etabliert, dass Belastungen, mangelnde Frustrationstoleranz oder die Folgen einer fehlregulierten Konsumumwelt primär biochemisch gelöst werden, dürfte sich diese Logik der Kompensation mutmaßlich auch auf die jugendliche Generation übertragen.

Die Frage nach dem Sinn – die im Kern jeder existenziellen Krise junger Menschen steht – drohte durch ein künstlich erzeugtes Wohlbefinden überlagert zu werden. Wo das Ringen um das rechte Maß, der bewusste Verzicht oder das Erleben von Fastenritualen (wie etwa beim Islamischen Zuckerfest im multi-ethnischen Klassenalltag) keine erfahrbaren Reibungsflächen mehr böten, weil Befindlichkeiten pharmazeutisch nivelliert werden könnten, da geriete der Prozess der Charakterbildung bei Jugendlichen ins Stocken. Das Phänomen der Biochemisierung der Erwachsenenwelt droht somit, zu einem unbewussten Erziehungsprogramm für die heranwachsende Generation zu werden.

Vom „personare“ zur Isolation des Ichs

Aus anthropologischer Sicht berührt dies das Wesen der Person. Im Sinne des klassischen Verständnisses von personare („durchtönen“) konstituiert sich das menschliche Ich erst im Resonanzraum mit dem „Du“ und dem solidarischen „Wir“.

Eine gesellschaftliche Praxis, die komplexe psychosoziale Probleme auf eine rein biochemische Fehlfunktion des Individuums reduziere, liefere den Einzelnen der Isolation aus. Statt strukturelle Sünden – wie etwa die Profitlogik einer überzuckerten Lebensmittelindustrie oder den gnadenlosen Leistungsdruck in Ausbildung und Beruf – gemeinsam im „Wir“ anzugehen, würde das Problem individualisiert. Das Subjekt geriete in die Gefahr, sich in den „Schoß des eigenen Ichs“ zurückzuziehen und im Monolog mit der eigenen Biochemie zu verharren. Es tönte potenziell nichts mehr durch den Jugendlichen hindurch; er funktionierte zwar, liefe aber Gefahr, existenziell stumm zu werden.

Der Bildungsauftrag der Bayerischen Verfassung als Kompass

Gegen die Tendenz, den Menschen als rein technisches, optimierbares Objekt zu begreifen, lässt sich das transzendentalkritische Denken Marian Heitgers als Kompass nutzen: Freiheit ist die unverfügbare Bedingung von Erziehung. Sie kann nicht pharmazeutisch hergestellt, sondern muss im Medium der Beziehung erlernt werden.

Hierauf gründet auch der spezifische Kulturauftrag im Freistaat. Die Bayerische Verfassung fordert in Artikel 131 explizit, dass Schulen nicht nur Wissen vermitteln, sondern „Herz und Charakter“ bilden sollen. Zu den obersten Bildungszielen gehören Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Hilfsbereitschaft.

Wenn die Erwachsenenwelt den Jugendlichen vorlebte, dass Selbstbeherrschung primär eine Frage der chemischen Verfügbarkeit oder des Geldbeutels sei, konterkarierte dies diesen Verfassungsauftrag. Eine Pädagogik, die Mündigkeit ernst nimmt, muss Räume eröffnen, in denen Jugendliche lernen, Krisen durch eigene Urteilskraft und tragfähige Beziehungen zu bewältigen – anstatt die Antwort im Blisterstreifen zu suchen. Es gilt, das Recht auf Selbstbestimmung des Erwachsenen zu achten, aber ebenso die Pflicht der Gesellschaft zu betonen, Jugendlichen ein Umfeld zu bieten, in dem sie diese Selbstbestimmung überhaupt erst ohne pharmazeutische Krücken entwickeln können.

Rechtlicher und institutioneller Hinweis des Autors:
Der Verfasser dieses Beitrags ist promovierter Pädagoge, Supervisor und Religionslehrer im reaktivierten Dienst. Der vorliegende Text stellt eine rein bildungsethische, pädagogische und kulturphilosophische Reflexion im Rahmen der verfassungsmäßig garantierten Wissenschafts- und Meinungsfreiheit dar. Er beinhaltet ausdrücklich keine Rechtsberatung (da der Autor kein Jurist ist) und ersetzt keine medizinische, pharmazeutische oder therapeutische Beratung. Es werden keine spezifischen Marken- oder Produktnamen bewertet; Gegenstand der Betrachtung ist ein allgemeines gesellschaftliches und pädagogisches Phänomen.

Buchhinweis: Transhumanismus

„In theologischer Hinsicht ist der Transhumanismus eine direkte religiöse Antithese zum Christentum, eien pervertierte Form des christlichen Glaubens.“ – so Harald Walch (S. 81) in seinem neuen Buch „Transhumanismus. Welche Zukunft wollen wir?“ Es heißt mich mehr nur „Gott ist tot“. Im Namen der szientistischen Weltanschauung des Transhumanismus setzt sich der Mensch selbst zum Gott ein. Der Transhumanismus bedroht unsere Kultur, unsere Freiheit und Eigenverantwortung. Wer sich damit nicht abfinden und Widerstand gegen den neuen (medizinischen) Materialismus leisten will, muss zunächst einmal verstehen, was unter Transhumanismus zu verstehen ist. Der Band erscheint im noch jungen Verlag discorso, den der Autor mitbegründet hat und der sich für eine neue Debattenkultur einsetzen will – gegen die fehlgeleiteten szientistischen Diskursverengungen der Gegenwart.

Harald Walach: Transhumanismus. Welche Zukunft wollen wir?, Basel: discorso Verlagsgenossenschaft 2026, 302 Seiten.

http://discorso.ch

Neuerscheinung: Deeper Learning pädagogisch betrachtet

Deeper Learning pädagogisch betrachtet – so der Titel der neuen Ausgabe (46. Jahrgang, Heft 2-3, Juli 2026) der Zeitschrift PädagogikUNTERRICHT, der größten Fachzeitschrift für pädagogische Fachdidaktik im deutschsprachigen Raum, herausgegeben vom Verband der Pädagogiklehrer und Pädagogiklehrerinnen e. V. Dem Wissenschaftlichen Beirat der Zeitschrift Prof. Dr. Bauer (Bielefeld), Prof. Dr. Beyer (Köln), Prof. Dr. Gather (Köln) und PD Dr. Kunze (Bonn) an.

www.vdp.org

Leserbrief: Ein Bärendienst

… unter dieser Überschrift nimmt der Bildungsethiker Axel Bernd Kunze in Ausgabe Nr. 18/2026 der Kirchenmagazine im Verbund der nord-, mittel- und ostdeutschen Bistumspresse (Ausgaben vom 30.08.2026, S. 8) Stellung zum neuen Christlichen Religionsunterricht, der in Niedersachsen mit dem neuen Schuljahr begonnen hat:

„In Niedersachsen startet der Christliche Religionsunterricht. Kinder und Jugendliche müssen sich zuerst mit der eigenen Herkunft, Identität und dem eigenen Glauben beschäftigen, bevor interkonfessionelle oder interreligiöse Perspektiven verständliche werden. (…) Der Religionsunterricht verschenkt hier sein Potenzial. Die Heranwachsenden werden nicht in ihrer religiösen Identitätsbildung gestärkt – am Ende ein Bärendienst, den die Kirchen für die Glaubenswiedergabe leisten.“

Zwischenruf: Kindergartenpflicht?

Niedersachsen diskutiert im Kommunalwahlkampf über ein verpflichtendes Kindergartenjahr vor Schuleintritt. Die Forderung ist nicht neu und wurde schon nach der ersten PISA-Studie erhoben. Konflikte sind vorprogrammiert, etwa dann, wenn Eltern ihr Kind zwar in eine Koranschule schicken, nicht aber in den öffentlichen Kindergarten. Gefordert sind an dieser Stelle die Ordnungs- und Sicherheitsbehörden, aber auch die Fachkräfte, auf die neue Kontroll- und Dokumentationspflichten zukommen würden. Pädagogisch wird damit umzugehen sein, dass möglicherweise nicht mehr alle Kinder freiwillig in der Kindertagesbetreuung sein werden. Ein obligatorischer Kindergarten ist ein starker Eingriff in das Elternrecht, der nach einer sehr sorgfältigen Begründung vonseiten des Staates verlangt, und auch nach einer Art staatlichen Schulaufsicht im Sinne des Grundgesetzes.

Zwischenruf: Wider die therapeutische Anpassung. Warum der Staat das „Wasser der Transzendenz“ braucht

Von Dr. Hans-Michael Tappen

Die radikale Immanenzfalle und der Tod der Vernunft

Haben wir verlernt, unser Leben im Licht der Vernunft zu sehen? Die Gegenwart drängt diesen Verdacht auf. Indem wir die Vernunft auf ein rein instrumentelles Werkzeug der Nutzenoptimierung und der permanenten, zirkulären Selbstreflexion reduzieren, treiben wir sie in eine Perversion. Diese Tyrannei der totalen Immanenz zwingt das Subjekt in einen geistig-existentiellen „Selbstmord“: Wir entziehen uns selbst das „Wasser des Lebens“, weil wir den Menschen von jeder echten Transzendenz abschneiden. Wo alles nur noch messbar, verwertbar und immanent gespiegelt ist, erstickt die Freiheit im Zwang zur totalen Selbstbespiegelung.

Gegen die Illusion der Psychotechniken: Das reduzierte Menschenbild

An diesem wunden Punkt offenbart sich die fundamentale Grenze moderner, rein humanistischer Ideenwelten. Wenn wir versuchen, den Verlust des Transzendenten durch eine endlose Kaskade sich ständig erneuernder „Psychotherapiemethoden“ und immanenter Psychotechniken zu kompensieren, betreiben wir bloß Symptomkosmetik. Ein solches therapeutisches Reagieren verwechselt Heilung mit Anpassung.

Es geht hierbei explizit nicht darum, den unbestreitbaren praktischen Wert und die akute Notwendigkeit klinischer Psychotherapie bei realem psychischem Leiden abzuwerten. Der Einspruch richtet sich gegen etwas anderes: gegen die Erhebung der Psychologie zur allgegenwärtigen Ersatzreligion und zum Instrument einer rein immanenten, gesellschaftlichen Konditionierung.

Das christlich-transzendentale Menschenbild verweigert sich dieser Reduzierung. Das DU im Sinne Martin Bubers ist kein psychologisches Gegenüber, das der eigenen Ich-Vergewisserung dient. Bei Erich Fromm bleibt das Du letztlich funktional – ein Katalysator zur Entfaltung einer immanenten Ich-Fähigkeit, die sich in einer rein horizontalen Gefühlsethik wie in der „Kunst des Liebens“ erschöpft. So scharf Fromms damalige Kapitalismuskritik auch war – sie bleibt im anthropozentrischen Raum verhaftet, weil sie die vertikale, konstitutive Achse des echten Bezugs abschneidet. Das Ich wird aber erst am DU, das bei Buber immer auch den Durchblick auf das ewige DU offenhalten muss.

Ebensowenig taugt das DU als missverstandenes, passives „Selbstvergessen“ im Sinne einer verkürzten Lesart von Meister Eckharts Armut im Geiste. Wo die populäre Rezeption und auch Fromm selbst Eckharts Gelassenheit zu einer bloßen Psychohygiene und therapeutischen Befreiung vom Besitzdenken säkularisieren, verfehlen sie deren Kern. Eckharts „Nichts-Haben“ ist keine immanente Lebenskunst zur humanistischen Selbstoptimierung, sondern radikale Ontologie und Mystik: Das Freimachen des Seelengrundes, damit Gott unvermittelt darin gebären kann.

An dieser Stelle bringt uns auch die populäre Transaktionsanalyse von Eric Berne mit ihrem Diktum „Ich bin OK – Du bist OK“ nicht weiter. So heilsam dieses Prinzip im geschützten Raum der therapeutischen Praxis als partnerschaftliches Gleichwertigkeitsgebot sein mag: Auf sozialethischer und staatlicher Ebene bleibt dieses vermeintliche „OK“ in der Immanenz völlig unbestimmt. Gemessen woran eigentlich? Ohne einen objektiven, transzendenten Maßstab verkommt das gegenseitige psychologische Abnicken zur bloßen Wohlfühlformel einer selbstreferentiellen Gesellschaft, deren moralische Koordinaten sich im permanenten Wandel befinden. In einer rein ökonomisierten Welt läuft dieses Prinzip sogar Gefahr, zu einem rein funktionalen „Ich funktioniere – Du funktionierst“ pervertiert zu werden. Das christliche DU hingegen ist kein therapeutisches Label, sondern ein radikaler, unbedingter Anspruch, der uns in die Verantwortung ruft. Es öffnet den Raum für eine echte transzendente Begegnung, die sich jeder psychologischen Handhabung, jeder marktkonformen Optimierung und jeder reinen Nutzenlogik entzieht.

Die Rationalität des Einspruchs: Ein echtes humanes Denken

Ein solcher Einspruch mag der psychologisierten Gegenwart als Phantasterei erscheinen oder gar dem Verdacht ausgesetzt sein, unmodern oder „inhuman“ zu sein. Doch das Gegenteil ist der Fall: Inhuman ist eine Gesellschaft, die den Menschen nur noch als psychologisches Rädchen versteht, das durch Therapien passend und funktionstüchtig gemacht werden muss, um im ökonomischen Getriebe mitzulaufen.

Dieser transzendentale Einspruch ist kein Rückzug in ein psychoanalytisches „Life Against Death“-Denken im Sinne Norman O. Browns, das die Kultur bloß als neurotische Todesangst begreift und in immanenten Triebbefreiungen schwelgt. Es geht hier nicht um psychischen Vitalismus, sondern um das geistige Überleben der Vernunft selbst. Es ist ein strikt rationaler, logischer Argumentationsgang: Wer das Menschsein vor reiner Zweckmäßigkeit schützen will, muss ein Fundament aufzeigen, das außerhalb des verwertbaren Systems liegt.

Der pädagogische und ethische Einspruch nach Marian Heitger

Gerade hier bietet sich der prinzipienwissenschaftliche Ansatz von Marian Heitger mit bestechender Eleganz an. Ein empirischer oder rein psychologischer Ansatz scheitert stets am zirkulären Charakter der Immanenz – er muss mühsam versuchen, seinen eigenen Standpunkt aus sich selbst heraus dogmatisch zu begründen.

Die transzendental-kritische Pädagogik nach Heitger hingegen muss sich nicht darum kümmern, worauf sie steht, weil sie ihren Grund eben nicht selbst legen muss. Dies ist keine metaphysische Flucht vor einer Letztbegründung, sondern die konsequente Anerkennung einer logischen Notwendigkeit. Heitger fragt nach den unhintergehbaren Bedingungen der Möglichkeit von Freiheit und Verantwortung. Er setzt an dem Punkt an, an dem der Mensch bereits als freies, verantwortliches Geistwesen angesprochen ist. Die Transzendenz ist hier kein vager Dogmatismus, sondern der unverzichtbare Fluchtpunkt, ohne den Freiheit, Würde und Erziehung gar nicht rational denkbar wären. Wenn die Pädagogik, die Ethik und die Politik diese Dimension preisgeben, kapitulieren sie vor einer reinen Anpassungsideologie.

Die Antwort auf Axel Bernd Kunze: Ist mit christlicher Sozialethik noch ein Staat zu machen?

Was Heitger für die Pädagogik fordert, gilt im selben Maße für das staatliche Gefüge insgesamt – und so warf PD Axel Bernd Kunze die entscheidende Frage auf: Ist mit christlicher Sozialethik heute noch ein Staat zu machen? Die Antwort lautet transzendental-kritisch: Gerade heute, und zwar dringender denn je!

Ein Staat, der sich rein aus der Immanenz seiner Institutionen, ökonomischen Kreisläufe und therapeutischen Beruhigungsstrategien speist, zehrt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. Wenn wir der Vernunft das „Wasser des Lebens“ – die Ausrichtung auf das Unbedingte und Transzendente – entziehen, verkommt das Gemeinwesen zur bloßen Verwaltungsmaschine eines kollektiven Narzissmus und einer verkommenen Ökonomisierung, die alles Menschliche bloß noch nach seinem Marktwert bemisst.

Die Christliche Sozialethik erinnert den Staat an seine eigenen Grenzen und an die unantastbare Würde des Menschen, die jenseits aller Verwertbarkeit und psychologischen Optimierung liegt. Sie hält den Raum für das Unverfügbare offen. Genau aus dieser Transzendenz-Orientierung erwächst die stabilisierende, friedensstiftende und sittliche Kraft, die einen Staat erst tragfähig macht.

Fazit

Mit einer christlichen Sozialethik ist sehr wohl ein Staat zu machen – weil sie das Subjekt vor dem immanenten Selbstmord der permanenten Verwertungsreflexion rettet, die Reduktion des Menschen auf bloße Psychotechniken überwindet und der Vernunft ihr transzendentes Fundament zurückgibt.

Zur Person: Dr. phil. Hans-Michael Tappen blickt auf eine jahrzehntelange Erfahrung an der Schnittstelle von Bildung, Ethik und Seelsorge zurück. Nach seinem Studium der Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt Jugend-, Familien- und Altenhilfe an der Katholischen Stiftungsfachhochschule München promovierte er in Pädagogik, Psychologie und Philosophie an der Universität Wien (Schüler von Marian Heitger). Zusätzliche Qualifikationen erwarb er in der Erwachsenenbildung an der Hochschule für Philosophie München (HFPH) sowie als psychoanalytischer Supervisor. In seiner Biografie verbinden sich Theorie und Praxis auf besondere Weise: Nach langjährigen Tätigkeiten bei der Staatsanwaltschaft Augsburg und in der Bewährungshilfe beim Landgericht München I unterrichtet er als reaktivierter katholischer Religionslehrer an einer Münchner Berufsschule. Aus dieser tiefen Verankerung in staatlichen und kirchlichen Institutionen heraus widmet er sich heute Fragen der Lebensbegleitung und untersucht, welche Relevanz religiöse Bildung in unserer modernen Arbeitswelt besitzt.

Rezension: Mündigkeit

Axel Bernd Kunze rezensiert im Onlineportal Socialnet den folgenden Titel zu einem Zentralbegriff pädagogischen Denkens:

Johannes Drerup, Thomas Goll, Miguel Zulaica y Mugica (Hrsg.): Mündigkeit. Zur Debatte über ein unverzichtbares Bildungsideal. Frankfurt am Main: Wochenschau 2025. 185 Seiten. ISBN 978-3-7344-1733-7. D: 26,90 EUR, A: 27,70 EUR.
Reihe: Dortmunder Schriften zur politischen Bildung. Wochenschau Wissenschaft.

https://www.socialnet.de/rezensionen/33680.php

Die Rezension wird am 2. September 2026 freigeschaltet.

Zwischenruf: Die Kraft des Unzulänglichen: Warum mit christlicher Sozialethik heute sehr wohl ein Staat zu machen ist

Von Dr. phil. Hans-Michael Tappen

Ist mit der christlichen Sozialethik heute noch ein Staat zu machen? Diese Frage, jüngst aufgeworfen von PD Axel Bernd Kunze, verlangt in Zeiten gesellschaftlicher Krisen und einer zunehmenden Ökonomisierung des Sozialen nach einer entschiedenen Antwort. Als Schüler des Wiener Pädagogen Marian Heitger und aus der Perspektive seines transzendentalkritischen Ansatzes möchte ich diese Frage mit einem klaren Ja beantworten.

Um dieses Ja zu begründen, müssen wir den Blick jedoch weg von rein systemischen Debatten und hin zur existenziellen Praxis lenken. Ein aktuelles Interview in der ZEIT (No. 37, 27. August 2026) mit dem Jesuitenpater Georg Sporschill, mit dem mich eine 54-jährige Freundschaft verbindet, bietet hierfür das perfekte Anschauungsmaterial. Es konfrontiert uns mit einer Wirklichkeit, in der Sozialethik und Pädagogik ihre rein theoretische Hülle abstreifen müssen.

Die Jona-Erfahrung im Kanal von Bukarest

Sporschill berichtet von Moise, dem ersten Straßenkind, dem er vor 35 Jahren im Untergrund von Bukarest begegnete. Das Schicksal dieser Kinder im Kanalsystem – vergraben unter der Erde, betäubt vom Schnüffeln von Autolack – gleicht der biblischen Erzählung von Jona im Bauch des Wals. Es ist der Ort der leersten Gegenwart, ein scheinbar endgültiger Erstickungsort zwischen einer zerstörten Vergangenheit und einer unberechenbaren Zukunft.

Und doch bricht inmitten dieses Elends „Dank“ aus. Nicht als rationale Gegenleistung, sondern als pure, unableitbare Erfahrung, beschenkt worden zu sein. Moise wurde gerettet und ist heute – obwohl traumatisiert durch das schreckliche Schicksal seiner Eltern – ein schöpferischer Mensch, der Graphic Novels zeichnet. Er hat für sich beschlossen, innerlich Kind zu bleiben, um das Erlebte zu überstehen. Durch seine Bilder teilt er das mit, was ihm von Gott durch Sporschills Projekt geschenkt wurde.

Pädagogik als Begegnung: Das konkrete „Du“

An Moises Beispiel zeigt sich, was Martin Buber einst formulierte: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ Moise sucht kein abstraktes System, keine staatliche Institution und keine klinische Therapie. Seine ganze Sehnsucht nach dem „Du“ ist ganz konkret an die Person des Priesters Georg gebunden. In dieser menschlichen Zuwendung erfährt er das „Ewige Du“, das er anders gar nicht fassen könnte. Der Beziehungsaufbau vollzieht sich hier radikal über das Konkrete, über das Mitleben und den Körper.

Hier berühren sich Pädagogik, Psychologie und Theologie auf existenzielle Weise: Moise hat bereits alles gegeben, was der liebe Gott ihm mitgegeben hatte – die Straße und sich selbst. Mehr kann seine endliche, menschliche Natur schlicht nicht leisten. Jeder Versuch von außen, mehr zu erzwingen – ein falscher „jesuitischer Ehrgeiz“ –, würde die Grenzen dieser endlichen Natur missachten und das mühsam gewachsene Urvertrauen zerstören. Moise hat die Zuwendung im besten Sinne ökonomisiert; er hat einen existentiellen „Versorgungsplan“ getroffen. Diesen gilt es im pädagogischen Alltag auszuhalten und treu einzuhalten.

Das Fundament der kleinen Heilpädagogik

Betrachtet man diese Praxis durch die Brille der klassischen Pädagogik, werden die berühmten sieben Regeln aus Andreas Mehringers Kleiner Heilpädagogik lebendig. Sporschills Arbeit in Rumänien erweist sich als Reinform dieses pädagogischen Katalogs:

  1. Das Kind in seiner Eigenart wahrnehmen und akzeptieren, wie es ist – auch in seiner Unvollkommenheit und mit seinen bleibenden Wunden.
  2. Ausverwahrlosen lassen – den Teufelskreis des Elends auf der Straße aktiv durchbrechen.
  3. Für Akzeptanz in der Gruppe sorgen – die Gemeinschaft im Haus in Marpod real leben.
  4. Lebensperspektiven suchen – dem Leben trotz schwerster Traumata eine Richtung geben.
  5. Der musisch-künstlerische Bereich – Moise drückt sich durch seine Graphic Novels aus, wo Worte fehlen.
  6. Religiöse Bildung – die tägliche, fraglose Gottverbundenheit in der Kapelle erleben.
  7. Sich selbst als Faktor bedenken – die eigene Rolle, die eigenen egoistischen Anteile und die Grenzen als Helfer reflektieren.

Die transzendentalkritische Grenze

Hier schließt sich der Kreis zu Marian Heitger. Sein transzendentalkritischer Ansatz erinnert uns nachdrücklich daran, dass pädagogisches und sozialethisches Handeln den Menschen niemals auf das bloß Messbare, das Funktionale oder Optimierbare reduzieren darf. Der Mensch ist ein Wesen der Freiheit und der Würde – und diese Würde ist unableitbar. Sie ist, wie das jüdische Purim-Fest oder die christliche Gnade, ein reines, ungeschuldetes Geschenk. Hier greift das radikale Prinzip aus dem Matthäusevangelium: „Ich war nackt und ihr habt mich gekleidet; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen“ (Mt 25,36). Hier wird nicht kalkuliert, hier wird nicht nach Gegenleistung gefragt; hier wird gehandelt.

Sozialethik ist kein „Nichtstun, das ins Leere blickt“. Sie ist etwas zutiefst Atmendes. Sie akzeptiert das Fragmentarische des Menschen. Sporschill betont im Interview treffend, dass die Wunden des Hungers im Blut bleiben. Die Aufgabe der Sozialethik ist es eben nicht, systemkonforme, perfekt funktionierende „Weltmeister“ zu pflegen, sondern den Schwierigsten die Treue zu halten.

Fazit: Warum damit ein Staat zu machen ist

Ein funktionierendes Gemeinwesen, ein demokratischer Staat, lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann: von unverfügbarer Menschenwürde, von echtem Urvertrauen und von der Bereitschaft zur echten Begegnung. Wenn wir den Menschen nur noch als Rädchen im System oder als reinen Wirtschaftsfaktor begreifen, kollabiert das Soziale.

Die christliche Sozialethik erinnert den Staat an seine fundamentale Pflicht: Räume für diese unverfügbare Würde zu schaffen. Würde lässt sich nicht rein administrativ verwalten oder von der Kanzel herab predigen – man muss sie, wie bei der von Sporschill gepflegten Tischkultur mit ehemaligen Obdachlosen, „spüren und schmecken“. Eine Gesellschaft, die diese radikale Beziehungsarbeit – das bedingungslose Einstehen für das konkrete Gegenüber – verlernt, verliert ihr Fundament. Deshalb ist mit dieser Ethik heute nicht nur ein Staat zu machen, sie ist seine existenzielle Bedingung.

Literaturbeleg:
Mittelstaedt, Katharina: „Ich erlebe den Himmel und die Hölle auf Erden“. Interview mit Pater Georg Sporschill SJ, in: DIE ZEIT / Christ & Welt, No. 37, 27. August 2026, S. 15.

Über den Autor:
Dr. phil. Hans-Michael Tappen ist promovierter Pädagoge (Universität Wien, in der Tradition Marian Heitgers). Seine Schwerpunkte liegen an den Schnittstellen von Bildungsethik, Lebensbegleitung und der Relevanz religiöser Bildung in der modernen Arbeitswelt.

Zwischenruf: Der gerufene Name

Transzendentalkritische und dialogische Überlegungen zur Existenzweise von Pädagogik und Sozialethik

Von Dr. Hans-Michael Tappen (Schüler von Marian Heitger)

»Ein Mensch, der so leer wird, dass er sich durch die Armut des Anderen spiegeln kann – nicht um sich darin zu besitzen, sondern um der unvertretbaren Freiheit des Gegenübers Raum zu geben.«

I. Die Grammatik des Namens und der transzendentalkritische Anspruch

Wenn ich bei meinem Namen gerufen werde – als katholischer Religionslehrer, als Berater oder Bewährungshelfer und als Schüler Marian Heitgers –, so vollzieht sich darin kein bloßes Aktenzeichen menschlicher Identität. Mein Name, Michael, birgt in seiner hebräischen Wurzel keine feststellende Behauptung, sondern die radikale Frage: Wer ist wie Gott? Wer transzendentalkritisch denkt, kann seinen eigenen Namen nicht als gesicherten Besitz verwalten. Ihn hinauszutragen bedeutet, ihn über das eigene Ego hinweg nach außen zu öffnen und zugleich über ihn hinauszufragen.

Die Vernunft darf in diesem Horizont nicht als ein beherrschendes Blicken missverstanden werden. Sie muss Einsicht sein – eine Kraft des Lichtes, die zugleich im Vernehmen und Hören verankert ist. Sehen bedeutet dann, in der Weise der Person mit sich eins zu sein. Person, verstanden in ihrer ursprünglichen Wortbedeutung von per-sonare: Was durchtönt mich? Das Handeln im pädagogischen oder seelsorgerlichen Raum wandelt sich so in ein bekennendes Begreifen.

II. Sehen und Hören: Die Phänomenologie der Entäußerung

Im Anschluss an das Denken Martin Bubers offenbart sich das Hören als eine ganz andere Bewegung als das distanzierte Sehen. Während das Sehen die Verankerung im Bei-sich-Sein sichert, streckt sich das Hören ins Scheinbare des Nichts aus. Im Moment des echten Hörens findet eine radikale Selbstenteignung statt. Der Name gewinnt seine eigentliche Gestalt erst im Gegenüber – im Du.

Menschliches Leben ist daher keineswegs bloße Struktur, sondern wesentlich Stimme. Erkenntnis erfordert, das Bild zusammen mit seiner Herkunft zu begreifen. Wenn das Bild immer das Bild von etwas ist, so stellt sich die existenzielle Frage: Wessen Genitiv tragen wir? Wer nach sich selbst fragt und dies im Raum des eigenen Namens tut, erkennt, dass der Name seinen Genitiv nicht abstreiten kann. Wir können nach uns selbst nur als Ausgesetzte fragen – als Wesen, die stets über ihren eigenen Namen hinausgehen.

III. Unverfügbare Freiheit: Marian Heitger und Martin Buber im Gespräch

In der transzendentalkritischen Pädagogik Marian Heitgers ist Freiheit keine empirisch erzeugbare Eigenschaft, sondern die unhintergehbare Bedingung der Möglichkeit von Erziehung überhaupt. Pädagogische Autonomie bedeutet, dass die Freiheit des Zöglings vom Erzieher weder hergestellt noch determiniert werden kann; sie muss vielmehr als unverfügbare Voraussetzung geachtet werden. Erziehung verfehlt ihr eigenes Wesen, sobald sie das Gegenüber zum Objekt technischer Formungs- oder Steuerungsprozesse degradiert.

Hier trifft sich Heitgers kritischer Denkansatz auf fruchtbare Weise mit dem dialogischen Prinzip Martin Bubers. Wo Heitger die wissenschaftstheoretische und transzendentale Grenze pädagogischen Verfügens zieht, beschreibt Buber die existenzielle Wirklichkeit des menschlichen Begegnens: Die Freiheit des Subjekts verwirklicht sich nicht in der monadischen Isolierung des Ichs, sondern im In-Beziehung-Treten zum Du.

Im verdinglichenden Ich-Es-Verhältnis wird das Gegenüber analysiert, beurteilt und zweckhaft eingeordnet – eine Gefahr, die der Pädagogik stets droht, wenn sie sich in bloßer Methodik, Leistungsdiagnostik und Funktionalisierung erschöpft. Das Ich-Du-Verhältnis hingegen entzieht sich jeder Zweck-Mittel-Kategorie. Für die pädagogische und ethische Praxis bedeutet die Verknüpfung beider Denker:

Erstens ist Freiheit keine schrankenlose Beliebigkeit, sondern die Freiheit zur Antwort. Die transzendentalkritische Autonomie bei Heitger schützt die Würde des Zöglings vor pädagogischer Übergriffigkeit; die dialogische Bezogenheit bei Buber verortet diese Autonomie im konkreten, vernehmenden Angesprochensein.

Zweitens bleibt die pädagogische Beziehung ein Wagnis der Unverfügbarkeit. Der Erzieher kann das Du nicht erzwingen, sondern sich nur in wacher Präsenz dafür bereithalten.

Drittens wird der Mensch am Du zum Ich. Autonomie ist damit nicht isolierte Selbstbezogenheit, sondern die Fähigkeit, aus eigener Existenz heraus in der Verantwortung für den Anderen zu stehen.

IV. Wesen als Wohnen und die Flucht in den Schoß des Ichs

Das Suchen nach sich selbst ist ein Akt der Einwilligung und der Bejahung, eine Ausnahme, in der sich das Subjekt selbst riskiert. Denn wer verrät uns, auf welchen verschlungenen Wegen wir zu uns selbst gekommen sind? Ein Mensch, der sich durch die Armut des Anderen spiegelt, erfährt, dass die Freiheit des Anderen weder hörbar noch sichtbar erzwingbar ist. Der Andere muss selbst konkrete, für mich unerfahrbare Freiheit sein; von sich selbst her muss er aus eigener Existenz heraus mithören und mitsprechen. Erst im Hörbarwerden des Ich-Du-Wir findet der Prozess der Selbstverwirklichung statt – im Nachkommen des eigenen Namens unter dem Risiko der inneren Ferne.

Die Wesensgestalt des Namens ist immer bestimmt durch Verheißung. Das mittelhochdeutsche Wort wesan bedeutet ursprünglich wohnen. Man wohnt im eigenen Namen, erfährt darin aber zugleich die Verwundbarkeit einer Existenz auf Abbruch. Aus der Angst vor der Verheißung entspringt die Versuchung, den Namen zu punktualisieren: Ich bin ich und du bist du. Die Transzendenz der Verheißung wird hierbei durch die Beliebigkeit von Möglichkeiten ersetzt; man träumt sich um die Punktualität des eigenen Lebens herum.

In dieser Verweigerung von Verheißung und Handlungskontinuität wurzeln existenzielle Ängste: Die Hysterie als Angst vor der Notwendigkeit des Selbstseins und die Neurose als Angst vor der Selbstverständlichkeit immerwährenden Handelns. Wer vor der Namensgebung flieht und seinen Namen nicht als Gabe hinschenken will, macht ihn schließlich zum bloßen Schoß seines Ichs. Er verschließt sich in einer isolierten Immanenz.

V. Das Unveröffentlichte und die Replik an die Sozialethik

Es gibt Dimensionen des Unveröffentlichten und Unverfügbaren, die man nur erkennt, wenn man sie im Verborgenen belässt. Ein solches reflexives Wissen wird im positiven Vergessen und Sinkenlassen fruchtbar: Ich kann nicht ich selbst sein, ohne dass ich im Tiefsten bereits im Selbst ein Du bin.

Gegenüber der Debatte auf bildungsethik.com um die Frage von Axel Bernd Kunze, ob mit der Christlichen Sozialethik heute noch Staat zu machen sei, drängt sich aus transzendentalkritischer Sicht die Replik auf: Was ist das für ein Staat, der sich nicht in der Gestalt des Denkens verwirklicht?

Ein Gemeinwesen, das die Freiheit des Einzelnen rein funktional oder technisch verkürzt, verfehlt seinen eigentlichen Auftrag. Christliche Sozialethik behält ihre kompromisslose Aktualität genau darin, dass sie den Staat an seine geistige und personale Voraussetzung erinnert: Sie fordert eine Ordnung ein, die den Menschen in seiner unvertretbaren Würde, in seiner Ausgesetztheit und in seiner unverfügbaren Freiheit anerkennt.

Zum Autor:

Dr. phil. Hans-Michael Tappen ist promovierter Pädagoge (Universität Wien, in der Tradition Marian Heitgers). Er verbindet jahrzehntelange Erfahrung im staatlichen Justizdienst (u. a. Staatsanwaltschaft und Bewährungshilfe) mit religionspädagogischer Praxis an Berufsschulen. Seine Schwerpunkte liegen an den Schnittstellen von Bildungsethik, Lebensbegleitung und der Relevanz religiöser Bildung in der modernen Arbeitswelt.

Rezension: Zur Studentengeschichte im Nationalsozialismus

Bernhard Grün: Zwischen Revolution und Rekonstitution. Die Kameradschaften des NSD-Studentenbundes und Altherrenschaften im NS-Altherrenbund an den deutschen Hoch- und höheren Fachschulen 1937 bis 1945. 3: Bereich Nord (rezensiert von Axel Bernd Kunze).

Rezension online abrufbar:

https://www.recensio-regio.net/rezensionen/zeitschriften/zshg/151-2026/zwischen-revolution-und-rekonstitution-die-kameradschaften-des-nsd-studentenbundes-und-altherrenschaften-im-ns-altherrenbund-an-den-deutschen-hoch-und-hoeheren-fachschulen-1937-bis-1945-teilband-4-iii-bereich-nord-marl-gemeinschaft-fuer-deutsche