Michael Felten zum Fachkräftemangel und zur Akademikerschwemme

„Ohne Abi und Studium geht nichts, meinen viele Eltern. Kein Wunder, dass uns die Handwerker fehlen, sagt der Bildungsaktivist Michael Felten. Er fordert mehr Anerkennung für Ausbildungsberufe und strengere Zugangsbeschränkungen für Gymnasien.“ (Politisches Feuilleton im Deutschlandfunk, 30.08.2022)

Der Kommentar ist hier zu hören:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/fachkraeftemangel-und-zu-viele-gymnasiasten-100.html

ELTERNforum: Bücher zum Thema Bildung und Religion

Die Zeitschrift der Katholischen Elternschaft Deutschlands – ELTERNforum – rezensiert den lesenswerten Band „Bilder von Bildung. Für eine Renaissance der Schule“ des Wuppertaler Kunstdidaktikers Jochen Krautz (eine Fundgrube genuin pädagogischer Impulse!) sowie „Bildung und Religion. Die geistigen Grundlagen des Kulturstaates“ des Bildungsethikers Axel Bernd Kunze. Mehr auf Seite 13 der aktuellen Ausgabe Nr. 2/2022:

Sommergrüße

Wir beschließen ein weiteres Schuljahr. Wir dürfen dankbar sein für das, was wir erreicht haben. Wir dürfen aber hoffentlich auch das loslassen und in Gottes Hände legen, was an einem Schuljahr immer auch unbefriedigend, unvollendet, unabgeschlossen bleibt.

Bildung ist aber kein Prozess, der irgendwann abgeschlossen. Weder mit den Zeugnissen, die jetzt ausgegeben werden, noch mit einem bestimmten Bildungsabschluss. Doch Bildung braucht Zeiten der Anspannung (die kennen wir bei Prüfungen und Leistungsnachweisen alle), aber auch der Entspannung. Bildung braucht Zeiten der Muße, zum Ausspannen, Nachdenken, Nachspüren, Kraftschöpfen, Besinnen, Feiern, Entdecken von Neuem … Genau diese Bildungserfahrungen wünsche ich Ihnen und Ihren Angehörigen für die kommenden Wochen, die jetzt vor uns liegen.

In diesem Sinne: Gesegnete, erholsame Sommerferien und Gott befohlen!

Diskussion um Infektionsschutzmaßnahmen in Schulen hält an – oder beginnt neu

Im Januar 2022 hat sich im Südwesten eine Initiative „von Eltern, Pädagogen und entschlossenen Bürgern“ – so die Selbstbezeichnung – an die Landesregierung in Stuttgart gewandt und die Aufhebung der Coronamaßnahmen an Schulen gefordert. Ein Antwortbrief auf die Reaktion dre Landesregierung folgte Ende März 2022. Etwas später wandte sich die Initiative an alle Schulleiter im Land und forderte diese auf, für Kinder schädliche Coronamaßnahmen nicht umzusetzen. Nun wirft der Herbst seine Schatten voraus. Im Blick auf die politische Debatte über eine Wiederauflage von Maskenpflicht, Coronatests und Impfnötigung sowie angesichts neuer Studien hat sich die Initiative vor den Sommerferien erneut an die Schulleitung gewandt und gefordert, den Kindern freies Lernen und Selbstständigkeit zu ermöglichen. Die Forderungen sollen hier nicht diskutiert werden – aber die neuerliche Inititative zeigt, dass viele dem Sommerfrieden nicht trauen. Die Coronapolitik vor einem Jahr hat erhebliches Vertrauen zerstört. Es bleibt dem Land mehr als zu hoffe, dass dieses Mal ein verfassungsfester Infektionsschutz gelingt, der das verfassungsrechtlich gebotene Kriterium der Verhältnismäßigkeit ernstnimmt. Andererseits würde die Polarisierung und Spaltung des Landes vertieft – und dies in Zeiten wachsender äußerer Bedrohungen.

Neue Ausgabe von „Pädagogikunterricht“: fachlich kognitiv aktivieren

Heft 2-3/2022 der Fachzeitschrift „Pädagogikunterricht“ ist erschienen – mit dem Schwerpunkt: fachlich kognitiv aktivieren. Im Mittelpunkt steht ein Beitrag mit dem Titel: Kognitive Aktivierung und die Fachlichkeit des Pädagogikunterrichts.

Aktuell und lesenswert sind sowohl aus didaktischer als auch bildungsethischer Sicht ein kurzer Beitrag von Johannes Drerup zur Frage: „Nicht werten? Demokratieerziehung in Zeiten des Krieges“.

Die Zeitschrift wird vom Verband der Pädagogiklehrer und Pädagogiklehrerinnen herausgegeben.

Rezension: Bildung und Religion

Zum Band „Bildung und Religion. Die geistigen Grundlagen des Kulturstaates“ ist die erste Rezension erschienen. Der Historiker, Publizist und Journalist Sebastian Sigler bespricht den Band auf den Internetseiten des Arbeitskreises der Studentenhistoriker – unter dem Titel: Grundlagen, die wir zwingend brauchen:

http://studentenhistoriker.eu/?p=4430

Neu in der Reihe „Zeitdiagnosen“: Bildung und Religion. Die geistigen Grundlagen des Kulturstaates

„Ethikunterricht drängt Religiosität zurück“, so die Fachzeitschrift PÄDAGOGIK im April 2022. Die Schlagzeile bezieht sich auf eine Studie des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, für die Umfragedaten von 58.000 Erwachsenen, die zwischen 1950 und 2004 in Westdeutschland eingeschult worden sind, ausgewertet wurden. Demnach verringere sich die Religiosität im Erwachsenenalter bei einer Teilnahme am Ethikunterricht als Alternative zum Fach Religion. Die Möglichkeit, zwischen Religions- und Ethikunterricht zu wählen, wurde in den einzelnen Bundesländern – von 1972 in Bayern bis 2004 in Nordrhein-Westfalen – unterschiedlich früh oder spät eingeführt, was differenzierte Rückschlüsse auf den Zusammenhang von Ethikunterricht und religiöser Sozialisation zulasse.

Wie seriös die Studie zu beurteilen ist, sei an dieser Stelle dahingestellt. Nach Lesart der Forscher führe Ethikunterricht zu einem Rückgang traditioneller gesellschaftlicher Einstellungen, habe aber keinen Einfluss auf Lebenszufriedenheit, ethisches Verhalten oder ehrenamtliches Engagement. Wenn dann noch auf steigende Produktivität, Arbeitsmarktbeteiligung und ein steigendes Lohnniveau verwiesen wird, scheint ein recht funktionales Verständnis von Ethik und Religiosität durch.

Eines aber wird bei allen Begrenztheiten der Studie dann doch deutlich: Welchen Stellenwert der Kulturstaat Religion im Schulsystem einräumt, bleibt nicht folgenlos. Grund genug, aus pädagogischer und bildungsethischer Perspektive danach zu fragen, welche Bedeutung der Zusammenhang von Bildung und Religion auch unter den Bedingungen wachsender gesellschaftlicher Heterogenität auf der einen und schwindender Kirchenbindung auf der anderen Seite für einen stabilen, leistungsfähigen Kulturstaat besitzt.

Dies leistet ein Band, der jetzt in der Reihe „Zeitdiagnosen“ erschienen ist:

Axel Bernd Kunze: Bildung und Religion. Die geistigen Grundlagen des Kulturstaates (Zeitdiagnosen; 60), Berlin 2022.

„Das Buch nimmt sich einer Thematik an, die sich in Zeiten eines raschen, vielfach irritierenden kulturellen Wandels als überaus aktuell erweist. Es wirft grundlegende Fragen auf, die dringend auf eine Antwort warten. Dabei ist absehbar, dass diese anregende Schrift kontrovers aufgenommen wird und zu weiterführenden Diskussionen anregt. Den Fachdiskurs wird sie nachhaltig bereichern.“ (Bernd Ahrbeck)

Aufbau des Bandes

Präludium

Teil I: Christliche Burschenschaften – eine historische Vergewisserung

Teil II: Dreifache Annäherung an den Bildungsbegriff

Teil III: Bildung und Religion brauchen einander

Teil IV: Freiheit in der Bildung – ein Überblick zu ihren menschenrechtlichen Grundlagen in Europa

Teil V: Zum pädagogischen Umgang mit Religion in der pluralen Gesellschaft

Teil VI: Der Kulturstaat braucht eine normative Grundlage

Teil VII: Didaktische Anregungen I – Interreligiöse Bildung

Teil VIII: Didaktische Anregungen II – Religionspropädeutik

Teil IX: Didaktische Anregungen III – Diakonische Bildung

Bildungsethisches Postludium

Bestellmögilchkeit:

https://www.lit-verlag.de/detail/index/sArticle/87573/sCategory/6624

Druckfrisch erschienen: Bildung und Religion. Die geistigen Grundlagen des Kulturstaates

Axel Bernd Kunze: Bildung und Religion. Die geistigen Grundlagen des Kulturstaates
(Zeitdiagnosen; Bd. 60), Berlin: LIT 2022.

Pädagogische und religiöse Fragen hängen eng zusammen. Dieses Verhältnis bleibt auch für den weltanschaulich neutralen Staat bedeutsam. Denn zur Sorge um dessen Kontinuität gehört die Sorge um seine kulturellen Wurzeln. Diese sind politisch-geschichtlich gewachsen und religiös geprägt. Der Band zeigt auf, welch bleibende Bedeutung Bildung und Religion auch in Zeiten gesellschaftlicher Pluralität für einen freiheitlichen, vitalen und tragfähigen Kulturstaat besitzen. Wo die Sorge um seine geistigen Grundlagen erlahmt, werden über kurz oder lang kulturelle und soziale Verteilungskämpfe einsetzen. Axel Bernd Kunze ist Sozial- und Bildungsethiker. Er lehrt als Privatdozent für Erziehungswissenschaft in Bonn und ist als Schulleiter tätig.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit:

https://www.lit-verlag.de/detail/index/sArticle/87573/sCategory/6624

Neuerscheinung: „Geboren im falschen Körper“

Das „Christliche Forum“ weist auf den neuen Sammelband „Geboren im falschen Körper“ hin, der sich mit Geschlechtsdysphorie bei Kinden und Jugendlichen beschäftigt: ein Thema, das durch angekündigte Gesetzesvorhaben der Ampelkoalition sehr aktuell ist.

Gesellschaft für Bildung und Wissen: Schluss mit der Bildungs-Deform

… so der Titel eines MANIFESTS FÜR BILDUNG 2021 der Gesellschaft für Bildung und Wissen e. V. Forum für Schule, Ausbildung und Studium, das nun in gedruckter Form innerhalb der Reihe GBW-FLUGSCHRIFTEN vorliegt:

Karl-Heinz Dammer, Oktober 2021: Das Manifest für Bildung zeigt Möglichkeiten auf, dem künstlich erzeugten Dauerdruck der Reform entgegenzuwirken, der Lehrerinnen und Lehrer unter Stress setzt. Das Manifest für Bildung bietet nicht nur einen kritischen Blick auf die Reform, sondern auch Argumente, um der durch fachliche Entmündigung und systematische Überlastung erzeugten Resignation der Lehrkräfte entgegenzuwirken. Im Endeffekt ist es deren Unterrichtsexpertise, mit der die Qualität des Schulsystems steht oder fällt.