Auf anderen Seiten: Ein „Lämmerbrief“ an Heinrich Bedford-Strohm

Aus den „Nachdenkseiten“ vom 17. Januar 2023:

„Im Dezember 2022 hat Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, ein Interview gegeben. Erschienen ist es im Publikationsorgan des Berufsverbandes der protestantischen Geistlichen in Bayern – dem Korrespondenzblatt, Ausgabe 12/2022 S. 241-246 […]. In diesem Gespräch äußert sich Dr. Bedford-Strohm unter anderem zu den beiden gegenwärtig brisantesten Themen des Weltgeschehens: der Corona-Krise und dem Ukrainekrieg. Pfarrer i.R. Jürgen Fliege – früher bekannt als Fernseh-Pfarrer – und sein Kollege Pfarrer i.R. Hanns-Martin Hager widersprechen in einem Offenen Brief in bester protestantischer Tradition ihrem Bischof.

Der kritisierte Dr. Heinrich Bedford-Strohm ist seit September 2022 gleichzeitig Inhaber des höchsten Amtes im Weltkirchenrat und spricht damit für 352 Kirchen mit insgesamt 580 Millionen Mitgliedern. Die beiden Pfarrer Fliege und Hager widersprechen seinen Äußerungen sehr deutlich. Sie sind der Überzeugung, dass ein derartiger Widerspruch von Geistlichen gegenüber ihrem Bischof einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte, zumal so ein kritischer Text gegenüber einem leitenden Bischof im deutschsprachigen Raum bisher noch nicht geschrieben wurde.“

Zum Weiterlesen:

Die Coronapolitik harrt auch innerhalb der Kirchen weiterhin der Aufarbeitung.

Auf anderen Seiten: Juristische Aufarbeitung der Coronapolitik

Günter Roth, engagiert im Netzwerk Wissenschaftsfreiheit, weist in seinem Block auf ein aktuelles Gerichtsurteil hin, das er am 10. Januar gegen den Freistaat Bayern erstritten hat:

https://einfachkompliziert.de/verteidigung-der-meinungs-und-wissenschaftsfreiheit-gegen-herdentrieb-cancel-culture-und-mobbing-an-hochschulen/

Widerstand gegen eine freiheits- und menschenwürdefeindliche Coronapolitik lohnt sich, auch wenn die Aufarbeitung nur in sehr kleinen (juristischen) Schritten vorangeht. Es stellt die Verfassungs- und Rechtsordnung auf den Kopf, wenn der Freistaat seine in Teilen verfassungswidrige Coronapolitik gerade dadurch absichern will, dass er einem Kritiker mangelnde Verfassungstreue unterstellt. Wenn das Recht auf körperliche Unversehrtheit angegriffen wird, muss Widerspruch erlaubt sein – wann denn sonst!? Und noch etwas lehrt die Auseinandersetzung: Das Recht auf Wissenschaftsfreiheit muss weit ausgelegt werden, sonst ist es am Ende nicht mehr viel wert. Dem geschätzten Kollegen gebührt volle Hoachtung für seine Klage. Er wäre ein würdigerer „Hochschullehrer des Jahres“ als Drosten & Co., die vom Deutschen Hochschulverband politisch hofiert wurden.

Trauer um Papst em. Benedikt XVI.

Tod und Vergehen waltet in allem,
steht über Menschen, Pflanzen und Tieren,
Sternbild der Zeit.

Du hast ins Leben alles gerufen.
Herr, deine Schöpfung neigt sich zum Tode:
Hole sie heim.

Schenke im Ende auch die Vollendung.
Nicht in die Leere falle die Vielfalt
irdischen Seins.

Herr, deine Pläne bleiben uns dunkel. –
Doch singen Lob wir dir, dem dreieinen,
weigen Gott.
Amen.

(aus dem Totenoffizium)

Am 31. Dezember 2022 ist Seine Heiligkeit Papst em. Benedikt XVI. (1927 bis 2022) verstorben. Der in Marktl am Inn in Bayern geborene und von 2005 bis 2013 regierende Papst war einer der bedeutendsten Theologen des zwanzigsten Jahrhunderts.

Der traditionell gute Ruf deutscher Theologie dürfte ein wichtiger Grund für die Wahl Ratzingers zum neuen Papst gewesen sein. Dieser hatte vor seiner Ernennung zum Erzbischof von München und Freising an fünf Hochschulen gelehrt: in Freising, Münster, Bonn, Tübingen und Regensburg. Der vormalige Präfekt der römischen Glaubenskongregation gilt als scharfsinniger Denker, dessen theologische Qualitäten selbst Kritikern Respekt abverlangen. Als solcher hat Benedikt XVI. stets die Zusammengehörigkeit von Glaube und Vernunft verteidigt. Mit ihm verliert die katholische Kirche einen der bedeutendsten Theologen des zwanzigsten Jahrhunderts. Seine Jesustrilogie habe ich mit großem Gewinn gelesen. Sein Wirken als Papst, seine Reisen zum Weltjugendtag und in seine bayerische Heimat, seine Enzyklika „Deus caritas est“ und vieles mehr bleiben unvergessen. In seinen theologischen Schriften wird er weiterhin wirken. Dankbar für sein Wirken schließe ich Papst em. Benedikt XVI. in mein Gebet ein. Herr, gib ihm die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihm. Amen.

R. I. P.

„Der silberne und der goldene Schlüssel: Glaube und Liebe, das sind die Schlüssel zum lebendigen Gott. Bitten wir den Herrn an diesem Tag, dass er uns schenkt, diese Schlüssel nicht zu verlieren und dass er uns hilft, sie anderen in die Hand zu drücken, damit wir alle bei unserem Vater im Himmel einmal die Türen offen finden.“ (Papst Benedikt XVI. im Juni 2000 in einer Predigt im Petersdom)

Einspruch gegen Gendersprache in theologischen Ausbildungsstätten

Dreizehn Theologen aus dem Netzwerk Wissenschaftsfreiheit wenden sich in der Fachzeitschrift „Auftrag und Wahrheit“ gegen Gendersprache in theologischen Ausbildungsstätten. Ihr „Einspruch“ wurde an alle theologischen Ausbildungssstätten im deutschsprachigen Raum weitergeleitet:

Oleg Dik, Jan Dochhorn, Therese Feiler, Michael F. Feldkamp, Meik Gerhards, Christian Herrmann, Detlef Hiller, Hans-Gerd Krabbe, Axel Bernd Kunze, Detlef Metz, Marius Reiser, Reinhard Weber und Ulrich Willers:

Einspruch gegen die Nötigung zur Verwendung sog. „geschlechtergerechter Sprache“ in theologischen Ausbildungsstätten,

in: Auftrag und Wahrheit. Ökumenische Quartalsschrift für Predigt, Liturgie und Theologie 2 (2022/2023), H. 5, S. 28 – 39.

Neuer Tätigkeitsbericht des ICS ohne eigenes Kapitel zur Sozialethik der Bildung

Das Münsteraner Institut für Christliche Sozialwissenschaften (ICS) hat im Oktober seinen neuen Tätigkeitsbericht für 2021/22 vorgelegt. Zum Forschungsbereich Sozialethik der Bildung heißt es  darin: „Der Schwerpunkt Sozialethik der Bildung (7) wird, mit Blick auf die Auswirkungen der Corona-Krise, zur Zeit ebenfalls v. a. auf der Ebene des Wissenstransfers bedient; Überlegungen zu Entwicklungen des außerschulischen kirchlichen Bildungsengagements stellen sich nicht zuletzt angesichts von Sparmaßnahmen der Diözesen“ (S. 9). Allerdings fällt auf, dass sich im weiteren Verlauf des Tätigkeitsberichtes kein Unterkapitel zu bildungsethischen Forschungen am Institut mehr findet. Der Schwerpunkt Sozialethik der Bildung lief seit 2006, zunächst gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, nach 2011 mit Eigenmitteln weitergeführt. Mittlerweile spielen innerhalb der sozialethischen Aufmerksamkeitsökonomie bildungsethische Fragestellungen, die nach den ersten PISA-Studien innerhalb der Disziplin zu einem eigenständigen Diskursfeld avanciert waren, gegenwärtig nur noch eine geringe Rolle.

Der ICS-Tätigkeitsbericht ist online abrufbar:

Wissenschaftlergruppe fordert: Keine evidenzfreie Maskenpflicht!

In der ersten Septemberwoche soll der Deutsche Bundestag Änderungen am Infektionsschutzgesetz beschließen. Im Vorfeld der Abstimmung hat eine Wissenschaftlergruppe Bedenken gegenüber einer erweiterten Maskenpflicht im öffentlichen Raum geäußert. Eine solche sei nicht hinreichend wissenschaftlich begründet. Der Text wurde von einer AG der Autorengruppe der „7 Argumente“ erarbeitet und von der Berliner Zeitung veröffentlicht:

https://www.berliner-zeitung.de/news/wissenschaftler-keine-evidenzfreie-maskenpflicht-infektionsschutzgesetz-li.263692

Beiträge aus der Autorengruppe „7 Argumente“

Gabriele Peters hat die bisher vorliegenden Beiträger der Autorengruppe „7 Argumente“, welche sich kritisch mit der deutschen Coronapolitik aufbereitet und auf ihrer Internetseite zitierfähig veröffentlicht:

DIE SPALTUNG ÜBERWINDEN: Sieben wissenschaftliche Argumente gegen eine gesetztliche Impfpflicht und für einen offenen Diskurs (Offener Brief an die Mitglieder des Deutschen Bundestages vom 6. Januar 2022)

EINE COVID-19-IMPFPFLICHT IST VERFASSUNGSWIDRIG (Offener Brief an die Mitglieder des Deutschen Bundestages vom 9. März 2022):

Die Autorengruppe der „7 Argumente“ versammelt Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen, die sich für die freie Impfentscheidung und das Recht auf körperliche Unversehrtheit engagieren. Weitere Informationen unter www.7argumente.de

Wissenschaftler kritisieren Gendersprache der öffentlich-rechtlichen Medien

Aus dem Aufruf „Linguistik vs. Gendern“:

„Seit 2020 hat die Verwendung der sogenannten “gendergerechten Sprache” im öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) in erheblichem Maße zugenommen. Ausgangspunkt dieser Sprachpraxis ist die Bewertung des generischen Maskulinums als diskriminierende Sprachform, die wir als Sprachwissenschaftler und Philologen zurückweisen. Wir fordern eine kritische Neubewertung des Sprachgebrauchs im ÖRR auf sprachwissenschaftlicher Grundlage.

Die Sprachverwendung des ÖRR ist Vorbild und Maßstab für Tausende von Zuschauern, Zuhörern und Lesern. Daraus erwächst für die Sender die Verpflichtung, sich in Texten und Formulierungen an geltenden Sprachnormen zu orientieren und mit dem Kulturgut Sprache regelkonform, verantwortungsbewusst und ideologiefrei umzugehen. Mehr als drei Viertel der Medienkonsumenten bevorzugen Umfragen zufolge den etablierten Sprachgebrauch – der ÖRR sollte den Wunsch der Mehrheit respektieren.“

Fortsetzung und Möglichkeit zum Mitzeichnen unter:

https://www.linguistik-vs-gendern.de/