Neu anfangen. Das Reform-Manifest

Der Synodale Weg, den die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken begonnen haben, ist mehr eine Funktionärsveranstaltung als ein Instrument synodaler Beratung in der Kirche. Nur mühsam können die kirchlich Verantwortlichen noch den Anschein einer gelungenen Gesprächskultur erwecken und die Gefahr des Scheiterns kleinreden, seit die letzte Vollversammlung vorzeitig abgebrochen wurde. Teilnehmer berichten von einer aufgeheizten Stimmung wie auf einer politischen Kundgebung. Der Arbeitskreis Christliche Anthropologie hat nun ein Reformmanifest vorgelegt, mit dem ein am Evangelium orientierter, kirchlicher verantwortlicher Neuanfang und Reformprozess möglich werden sollen. Das Manifest kann unter folgendem Link gezeichnet werden:

Herzlichen Glückwunsch! – Ludger Schwienhorst-Schönberger erhält „theologischen Nobelpreis“

Er wird gern als „theologischer Nobelpreis“ bezeichnet: der Ratzinger-Preis. In diesem Jahr geht der Preis, wie die vatikanische Stiftung Joseph Ratziner – Benedikt XVI. bekanntgab, an die Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz (Philosophisch-Theologische Hochschule Benedikt XVI., Heiligenkreuz bei Wien) und den Alttestamentler Ludger Schwienhorst-Schönberger (Universität Wien). Die Preisverleihung findet am 13. November 2021 durch Papst Franziskus im Apostolischen Palast statt.

Ludger Schwienhorst-Schönberger ist – gemeinsam mit Alexander Dietz, Jan Dochhorn und Axel Bernd Kunze – Mitautor des vielbeachteten Bandes „Wiederentdeckung des Staates in der Theologie“ (Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt Leipzig 2021).

„Bildungsethik“ gratuliert den beiden Preisträgern sehr herzlich zur hohen Auszeichnung und wünscht für die weitere theologische Arbeit alles Gute und Gottes Segen.

In memoriam: Prof. Dr. phil. Hermann Giesecke +

Am 4. September 2021 verstarb in Lenglern bei Göttingen der Pädagoge Hermann Giesecke. Geboren am 9. August 1932 in Duisburg, erlangte er dort am Landfermann-Gymnasium 1952 das Abitur und studierte dann Geschichte und Latein in Münster. 1967 wurde Giesecke Professor für Pädagogik, Politikdidaktik und Sozialpädagogik an der damaligen Pädagogischen Hochschule Göttingen, die später in die dortige Universität integriert wurde. Die Emeritierung erfolgte 1997.

Die Sache des Kindes, des Schulkindes, die pädagogische Beziehung zwischen dem Pädagogen und dem Heranwachsenden sowie die Elternarbeit waren Themen, die den Verstorbenen begleiteten. Gieseckes Pädagogik orientierte sich etwa an Theodor Wilhelm. Man merkt seinen Schriften an, dass Giesecke auch an der Hochschule ein Lehrer durch und durch blieb, humanistisch geprägt, kritisch gegenüber zeitgeistigen Verirrungen der Pädagogik und orientiert am Kind. Giesecke ging es darum, den Unterrichtsauftrag der Schule zu stärken. Ein besonderes Anliegen war ihm der Göttinger Verein für Jugendfragen e. V. , der entwicklungsgefährdete Kinder durch gezielte Bildungs- und Fördermaßnahmen unterstützt.

Professor Dr. Hermann Giesecke war Unterzeichner des Offenen Briefes „Für Freiheit im Bildungssystem“.

Trauerfeier und Beisetzung beginnen am Samstag, 18. September 2021, um 14 Uhr in der Sankt-Martini-Kirche in Lenglern.

Möge das pädagogische Wirken des Verstorbenen nun bei Gott aufgehoben sein.

Have, pia anima. R. I. P.

Fränkischer Tag berichtet über das hundertsechzigjährige Jubiläum der Leipziger Burschenschaft Alemannia zu Bamberg

„Burschenschaft: Hilfe für junge Studenten“ – unter diesem Titel berichtet der „Fränkische Tag“ über das runde Jubiläum der Leipziger Burschenschaft Alemannia zu Bamberg:

https://www.fraenkischertag.de/gemeinde/bamberg/hilfe-fuer-junge-studenten-art-65030

Anlässlich des Jubiläums wurde die Fassade des Alemannenhauses im Bamberger Norden saniert. Die Geschicke der Altherrenschaft werden im Jubiläumsjahr durch den neugewählten Vorsitzenden Alexander Meier geleitet.

Leipziger Burschenschaft Alemannia zu Bamberg wird hundertsechzig Jahre alt

Hundertsechzig Jahre: Auf dieses stolze Alter kann die Leipziger Burschenschaft Alemannia zu Bamberg im diesjährigen Sommersemester zurückblicken. Ihr Haus hat die 1861 in Leipzig gegründete christliche Burschenschaft gegenüber der Ottokirche im Bamberger Norden. Anlässlich des Jubiläums wurde die Hausfassade saniert und strahlt nun wieder in frischen Farben.

Öffentlich gefeiert werden konnte das Jubiläum in diesem Jahr coronabedingt leider nicht. Lediglich Onlineconvente fanden statt, auf denen ein neuer Vorstand gewählt wurde: Der Wirtschaftsinformatiker Alexander Meier wird künftig die Geschicke des Verbandes Alter Herren leiten, unterstützt durch Schriftführer Axel Bernd Kunze und Kassenwart Stefan Schürger, die in ihren Ämtern bestätigt wurden. „Mit unserem Haus stellen wir Studenten günstigen Wohnraum zur Verfügung, zentral gelegen zwischen den drei Universitätsstandorten Innenstadt, ERBA und FeKi“, erläutert der neue Vorsitzende.

Alemannenhaus im Weltkulturerbe

Erworben und saniert wurde das Alemannenhaus, das im Weltkulturerbe der Gärtnerstadt liegt, 1998. Erkennbar ist das Haus an der schwarz-rot-goldenen Fahne in den Farben der Alemannia, die in den Vorlesungswochen aufgezogen ist. War die Alemannia aufgrund der politischen Umstände nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst in Erlangen wiedergegründet worden, zog man Anfang der Neunzigerjahre nach Bamberg um, weil es dort noch keine Burschenschaft gab. Studentenverbindungen sind in Bamberg selbstverständlicher Bestandteil des städtischen und universitären Lebens. Doch Vorurteile zeigen sich auch hier: „Schon mehrfach ist unser Haus Opfer von Farbanschlägen geworden, zuletzt in diesem Sommersemester“, beklagt Alexander Meier. Die notwendigen Sanierungen müssten aus eigenen Mitteln bestritten werden. „Öffentliche Gelder erhalten wir nicht“, so Meier weiter.

Freundschaftsbund und Bildungsgemeinschaft

Burschenschaften verstehen sich als überparteilich und überkonfessionell, wollen aber ihre Mitglieder zur Übernahme demokratischer Verantwortung befähigen. „Wir möchten junge Studenten in ihrem Studium begleiten: nicht nur durch günstige Studentenzimmer, sondern durch eine starke Gemeinschaft, die ein Leben lang trägt“, erläutert Meier den Auftrag seiner Alemannia. Diese verstehe sich als lebenslanger Freundschaftsbund und akademische Bildungsgemeinschaft. Ziel sei es, neben dem Fachstudium ganzheitliche Persönlichkeitsbildung und Erfahrungen einer umfassenden akademischen Kultur zu vermitteln: „Auf diese Weise lernen die Studenten bei uns wichtige Schlüsselkompetenzen, die im akademischen Beruf und im gesellschaftlichen Leben wichtig sind“, ist Meier überzeugt.

Im Rahmen des Semesterprogramms finden interdisziplinäre Vortrags- und Diskussionsabende zu wissenschaftlichen oder gesellschaftspolitischen Themen statt; in den letzten Monaten waren diese coronabedingt nur online möglich. Aber auch der Spaß kommt nicht zu kurz. So lädt die Aktivitas der Alemania jeweils zu Semesterbeginn dazu ein, den „Bierbachelor“ zu erwerben, bei dem man nicht nur Bambergs Brauereien kennenlernen, sondern auch neue Kontakte zu Studienbeginn knüpfen kann. 

Die Bamberger Alemannia ist eine nichtschlagende Burschenschaft, die aus christlicher Überzeugung das Schlagen von Mensuren ablehnt. Ihr gehören aktive Studenten und Alte Herren aller Fachrichtungen an. Wer Interesse hat, die Alemannia kennenzulernen, ist herzlich eingeladen, über www.alemannia-bamberg.de Kontakt aufzunehmen.

Schriftenverzeichnis aktualisiert

Über das Wissenschaftsportal Academie erhalten Sie Zugriff auf ein aktualisiertes, vollständiges Schriftenverzeichnis (Stand: 8. Mai 2021):

Axel Bernd Kunze: Thematisch geordnetes Schriftenverzeichnis, Waiblingen (Rems) 2021.

Offener Brief: Ein Abonnent geht von Bord

… und wieder hat ein sog. Flaggschiff einen Abonnenten verloren. Professor Brenner, der schon früher in einem Offenen Brief seine Mitgliedschaft in der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft gekündigt hat, hat nun auf dieselbe Weise sein Abonnement der FAZ beendet.

Einige der genannten Kommentare und Beiträge haben auch bei mir Unmut erzeugt. In der Hochzeit des „Stillstands“ hatte ich dann die NZZ im Probeabonnement. Die journalistische Qualität ist dort grundsätzlich (noch?) höher; allerdings reicht mir die Deutschlandberichterstattung auch bei der NZZ-Deutschlandausgabe dann am Ende doch nicht aus. So sehe ich momentan keine Alternative zur FAZ, wenn die journalistische Qualität dort auch bedenklich nachgelassen hat.

Der Offene Brief findet sich unter folgendem Link: https://www.tumult-magazine.net/post/peter-j-brenner-k%C3%BCndigung-der-faz

Petition: Freie Sprache – Für eine freie Meinungsäußerung!

Politisch motivierte Eingriffe in den freien Gebrauch der Sprache sind ein gewichtiger Eingriff in den Kernbereich der Persönlichkeit. Dagegen wendet sich eine aktuelle Petition unter dem Titel: „Freie Sprache – Für eine freie Meinungsäußerung!“. Aber wie immer gilt auch gegenüber dieser Petition: Sapere aude! Jeder Leser prüfe und entscheide selbst, wie er zu diesem Thema steht.