Rezension: Bildung und Religion

Zum Band „Bildung und Religion. Die geistigen Grundlagen des Kulturstaates“ ist die erste Rezension erschienen. Der Historiker, Publizist und Journalist Sebastian Sigler bespricht den Band auf den Internetseiten des Arbeitskreises der Studentenhistoriker – unter dem Titel: Grundlagen, die wir zwingend brauchen:

http://studentenhistoriker.eu/?p=4430

Neu in der Reihe „Zeitdiagnosen“: Bildung und Religion. Die geistigen Grundlagen des Kulturstaates

„Ethikunterricht drängt Religiosität zurück“, so die Fachzeitschrift PÄDAGOGIK im April 2022. Die Schlagzeile bezieht sich auf eine Studie des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, für die Umfragedaten von 58.000 Erwachsenen, die zwischen 1950 und 2004 in Westdeutschland eingeschult worden sind, ausgewertet wurden. Demnach verringere sich die Religiosität im Erwachsenenalter bei einer Teilnahme am Ethikunterricht als Alternative zum Fach Religion. Die Möglichkeit, zwischen Religions- und Ethikunterricht zu wählen, wurde in den einzelnen Bundesländern – von 1972 in Bayern bis 2004 in Nordrhein-Westfalen – unterschiedlich früh oder spät eingeführt, was differenzierte Rückschlüsse auf den Zusammenhang von Ethikunterricht und religiöser Sozialisation zulasse.

Wie seriös die Studie zu beurteilen ist, sei an dieser Stelle dahingestellt. Nach Lesart der Forscher führe Ethikunterricht zu einem Rückgang traditioneller gesellschaftlicher Einstellungen, habe aber keinen Einfluss auf Lebenszufriedenheit, ethisches Verhalten oder ehrenamtliches Engagement. Wenn dann noch auf steigende Produktivität, Arbeitsmarktbeteiligung und ein steigendes Lohnniveau verwiesen wird, scheint ein recht funktionales Verständnis von Ethik und Religiosität durch.

Eines aber wird bei allen Begrenztheiten der Studie dann doch deutlich: Welchen Stellenwert der Kulturstaat Religion im Schulsystem einräumt, bleibt nicht folgenlos. Grund genug, aus pädagogischer und bildungsethischer Perspektive danach zu fragen, welche Bedeutung der Zusammenhang von Bildung und Religion auch unter den Bedingungen wachsender gesellschaftlicher Heterogenität auf der einen und schwindender Kirchenbindung auf der anderen Seite für einen stabilen, leistungsfähigen Kulturstaat besitzt.

Dies leistet ein Band, der jetzt in der Reihe „Zeitdiagnosen“ erschienen ist:

Axel Bernd Kunze: Bildung und Religion. Die geistigen Grundlagen des Kulturstaates (Zeitdiagnosen; 60), Berlin 2022.

„Das Buch nimmt sich einer Thematik an, die sich in Zeiten eines raschen, vielfach irritierenden kulturellen Wandels als überaus aktuell erweist. Es wirft grundlegende Fragen auf, die dringend auf eine Antwort warten. Dabei ist absehbar, dass diese anregende Schrift kontrovers aufgenommen wird und zu weiterführenden Diskussionen anregt. Den Fachdiskurs wird sie nachhaltig bereichern.“ (Bernd Ahrbeck)

Aufbau des Bandes

Präludium

Teil I: Christliche Burschenschaften – eine historische Vergewisserung

Teil II: Dreifache Annäherung an den Bildungsbegriff

Teil III: Bildung und Religion brauchen einander

Teil IV: Freiheit in der Bildung – ein Überblick zu ihren menschenrechtlichen Grundlagen in Europa

Teil V: Zum pädagogischen Umgang mit Religion in der pluralen Gesellschaft

Teil VI: Der Kulturstaat braucht eine normative Grundlage

Teil VII: Didaktische Anregungen I – Interreligiöse Bildung

Teil VIII: Didaktische Anregungen II – Religionspropädeutik

Teil IX: Didaktische Anregungen III – Diakonische Bildung

Bildungsethisches Postludium

Bestellmögilchkeit:

https://www.lit-verlag.de/detail/index/sArticle/87573/sCategory/6624

Druckfrisch erschienen: Bildung und Religion. Die geistigen Grundlagen des Kulturstaates

Axel Bernd Kunze: Bildung und Religion. Die geistigen Grundlagen des Kulturstaates
(Zeitdiagnosen; Bd. 60), Berlin: LIT 2022.

Pädagogische und religiöse Fragen hängen eng zusammen. Dieses Verhältnis bleibt auch für den weltanschaulich neutralen Staat bedeutsam. Denn zur Sorge um dessen Kontinuität gehört die Sorge um seine kulturellen Wurzeln. Diese sind politisch-geschichtlich gewachsen und religiös geprägt. Der Band zeigt auf, welch bleibende Bedeutung Bildung und Religion auch in Zeiten gesellschaftlicher Pluralität für einen freiheitlichen, vitalen und tragfähigen Kulturstaat besitzen. Wo die Sorge um seine geistigen Grundlagen erlahmt, werden über kurz oder lang kulturelle und soziale Verteilungskämpfe einsetzen. Axel Bernd Kunze ist Sozial- und Bildungsethiker. Er lehrt als Privatdozent für Erziehungswissenschaft in Bonn und ist als Schulleiter tätig.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit:

https://www.lit-verlag.de/detail/index/sArticle/87573/sCategory/6624

Neuerscheinung: „Geboren im falschen Körper“

Das „Christliche Forum“ weist auf den neuen Sammelband „Geboren im falschen Körper“ hin, der sich mit Geschlechtsdysphorie bei Kinden und Jugendlichen beschäftigt: ein Thema, das durch angekündigte Gesetzesvorhaben der Ampelkoalition sehr aktuell ist.

Neuerscheinung: Kinderrecht auf sexuelle Selbstbestimmung?

Axel Bernd Kunze, Sozial- und Bildungsethiker an der Universität Bonn, fragt in einem aktuellen Beitrag:

Kinderrecht auf sexuelle Selbstbestimmung? Kinderrechts- und bildungsethische Überlegungen zur rechtlichen Neuregelung von Fragen geschlechtlicher Selbstbestimmung, in: Bernd Ahrbeck, Marion Felder (Hgg.): Geboren im falschen Körper. Genderdysphorie bei Kindern und Jugendlichen, Stuttgart: Kohlhammer 2022, S. 197 – 231.

Der Band ist durch aktuelle Gesetzesvorhaben, die bisherige Transsexuellengesetzgebung durch ein Selbstbestimmungsgesetz zu ersetzen, von besonderer Brisanz und politischer Bedeutung:

Bernd Ahrbeck und Marion Felder (Hrsg.): Geboren im falschen Körper. Genderdysphorie bei Kindern und Jugendlichen, Stuttgart: Kohlhammer 2022, 233 Seiten, kartoniert, 34 Euro.

Kaum ein Thema wird gegenwärtig so intensiv diskutiert wie die Transsexualität. Immer mehr Kinder äußern das Gefühl, im falschen Körper zu stecken, immer häufiger wird der Wunsch geäußert, das Geschlecht zu wechseln. Bei den allermeisten Kindern und Jugendlichen erweist sich die Genderdysphorie aber als ein Übergangsphänomen. Das verweist darauf, wie vorsichtig vorgegangen werden muss, wie wichtig Beratung, Unterstützung, Therapie sind. Die Genderdysphorie wird in diesem Buch von führenden Fachleuten aus medizinischer, psychologischer und pädagogischer, philosophischer und sozial-ethischer Perspektive betrachtet. Fallberichte und Erfahrungen von Betroffenen ergänzen diese Ausführungen.

Herausgeber:

Bernd Ahrbeck, Prof. Dr., International Psychoanalytic University Berlin.

Marion Felder, Prof. Dr., Hochschule Koblenz, Fachbereich Sozialwissenschaften.

Pfr. Hans-Gerd Krabbe schreibt zu dem Band:

Die insgesamt zehn Autoren verdienen hohe Anerkennung, schon deshalb, weil und wie sie sich dem hochsensiblen und zugleich umstrittenen Themen-, Problem-, Konfliktkreis stellen. In sachlich-seriöser, in sorgsam abwägender, in profunder und differenzierender, in wachsam-kritischer Auseinandersetzung, unter Bezugnahme auf den derzeitigen Forschungsstand, in medizin-ethischen und juristischen Überlegungen werden Gefahren benannt und Risiko-Beurteilungen vorgenommen — alarmierende, erschütternde Erfahrungsberichte (…) und statistische Angaben (…) eingeflochten — zudem jeweils ausführliche Literaturverzeichnisse angefügt.

Gesellschaft für Bildung und Wissen: Schluss mit der Bildungs-Deform

… so der Titel eines MANIFESTS FÜR BILDUNG 2021 der Gesellschaft für Bildung und Wissen e. V. Forum für Schule, Ausbildung und Studium, das nun in gedruckter Form innerhalb der Reihe GBW-FLUGSCHRIFTEN vorliegt:

Karl-Heinz Dammer, Oktober 2021: Das Manifest für Bildung zeigt Möglichkeiten auf, dem künstlich erzeugten Dauerdruck der Reform entgegenzuwirken, der Lehrerinnen und Lehrer unter Stress setzt. Das Manifest für Bildung bietet nicht nur einen kritischen Blick auf die Reform, sondern auch Argumente, um der durch fachliche Entmündigung und systematische Überlastung erzeugten Resignation der Lehrkräfte entgegenzuwirken. Im Endeffekt ist es deren Unterrichtsexpertise, mit der die Qualität des Schulsystems steht oder fällt.

Neue Rezensionen: engagement 3/2021

Axel Bernd Kunze rezensiert im neuen Themenheft 3/2021 der Zeitschrift engagement, das mit deutlicher Verspätung jetzt erschienen ist, folgende Titel:

  • Rezension zu: Clemens Escher: „Deutschland, Deutschland, Du mein Alles!“ Die Deutschen auf der Suche nach ihrer Nationalhymne 1949 – 1952, Paderborn: Ferdinand Schöningh 2017, 364 Seiten, in: Engagement 39 (2021), H. 3, S. 204 – 206.
  • Rezension zu: Michael Felten: Unterricht ist Beziehungssache (Bildung und Unterricht; Reclams Universal-Bibliothek; 19692), Ditzingen: Philipp Reclam jun. 2020, 112 Seiten, in: Engagement 39 (2021), H. 3, S. 197 f.
  • Rezension zu: Harald Schulze-Eisentraut/Alexander Ulfig (Hgg.): Gender Studies. Wissenschaft oder Ideologie?, Baden-Baden: Deutscher Wissenschafts-Verlag 2019, in: Engagement 39 (2021), H. 3, S. 202 f.
  • Rezension zu: Josef Treutlein: Großes Werkbuch Wallfahrten und Prozessionen. Im Geist von Papst Franziskus (Herder Große Werkbücher), Freiburg i. Brsg.: Herder, 223 Seiten, in: Engagement 39 (2021), H. 3, S. 198 f.
  • Rezension zu: Markus Schiefer-Ferrari: Exklusive Angebote. Biblische Heilungsgeschichten inklusiv gelesen, Ostfildern: Matthias Grünewald 2017, in: Engagement 39 (2021), H. 3, S. 195 f.
  • Rezension zu: Clauß Peter Sajak, Michael Langer (Hgg.): Kirche ohne Jugend. Ist die Glaubensweitergabe am Ende? (Theologie kontrovers), Freiburg i. Brsg.: Herder 2018, 218 Seiten, in: Engagement 39 (2021), H. 3, S. 192.

Neuerscheinung: engagement 2/2021

„Lehren und Lernen in Distanz. Digitalisierung – Erfahrungen und Perspektiven“ heißt das neue Themenheft der schulpädagogischen Fachzeitschrift engagement, das nun mit deutlicher Verspätung erschienen ist. Zusammengestellt wurde das Themenheft von Christopher Haep (Hamburg) und Peter Nothaft (Eichstätt).

Im Rezensionsteil werden besprochen:

  • Volker Ladenthin: Religiöse Bildung ist interdisziplinär (Bonn 2019, rez. v. Wilhelm Wittenbruch)
  • Martin Schreiner (Hg.): Pluralitätsfähigkeit evangelischer Schulen. Die Münsteraner Barbara-Schadeberg-Vorlesungen (Münster i. W. 2020, rez. v. Stefan Hermann)
  • Simone Danz, Sven Sauter: Inklusion. Menschenrechte, Gerechtigkeit. Professionstheoretische Perspektiven (Stuttgart 2020, rez. v. Michael Felten)
  • Henrike Hake: Inklusion. Dimensionen und Perspektiven eins umstrittenen Konzepts (Berlin/Münster i. W. 2020, rez. v. Wolfhard Schweiker)
  • Wolf Clüver: Religionssensible Assistenz. Professioneller Umgang mit Religioni in der Heilerziehungspflege (Stuttgart 2020, rez. v. Axel Bernd Kunze)
  • Cornelia Franz: Calypsos Irrfahrt (Hamburg 2021, rez. v. Anna Winkler-Benders)
  • Nikola Huppertz: Schön wie die Acht (München 2021, rez. v. Barbara Dorn)
  • Matthias Jeschke: Knackwurst und Rakete: Gedichte für Kinder und alle, die es werden wollen (Frankfurt a. M. 2021, rez. v. Anna Winkler-Benders)
  • Martina Wildner: Der Himmel über dem Platz (Weinheim 2021, rez. v. Verena Görtz-Meiners)