Gesellschaft für Bildung und Wissen: Schluss mit der Bildungs-Deform

… so der Titel eines MANIFESTS FÜR BILDUNG 2021 der Gesellschaft für Bildung und Wissen e. V. Forum für Schule, Ausbildung und Studium, das nun in gedruckter Form innerhalb der Reihe GBW-FLUGSCHRIFTEN vorliegt:

Karl-Heinz Dammer, Oktober 2021: Das Manifest für Bildung zeigt Möglichkeiten auf, dem künstlich erzeugten Dauerdruck der Reform entgegenzuwirken, der Lehrerinnen und Lehrer unter Stress setzt. Das Manifest für Bildung bietet nicht nur einen kritischen Blick auf die Reform, sondern auch Argumente, um der durch fachliche Entmündigung und systematische Überlastung erzeugten Resignation der Lehrkräfte entgegenzuwirken. Im Endeffekt ist es deren Unterrichtsexpertise, mit der die Qualität des Schulsystems steht oder fällt.

Neue Rezensionen: engagement 3/2021

Axel Bernd Kunze rezensiert im neuen Themenheft 3/2021 der Zeitschrift engagement, das mit deutlicher Verspätung jetzt erschienen ist, folgende Titel:

  • Rezension zu: Clemens Escher: „Deutschland, Deutschland, Du mein Alles!“ Die Deutschen auf der Suche nach ihrer Nationalhymne 1949 – 1952, Paderborn: Ferdinand Schöningh 2017, 364 Seiten, in: Engagement 39 (2021), H. 3, S. 204 – 206.
  • Rezension zu: Michael Felten: Unterricht ist Beziehungssache (Bildung und Unterricht; Reclams Universal-Bibliothek; 19692), Ditzingen: Philipp Reclam jun. 2020, 112 Seiten, in: Engagement 39 (2021), H. 3, S. 197 f.
  • Rezension zu: Harald Schulze-Eisentraut/Alexander Ulfig (Hgg.): Gender Studies. Wissenschaft oder Ideologie?, Baden-Baden: Deutscher Wissenschafts-Verlag 2019, in: Engagement 39 (2021), H. 3, S. 202 f.
  • Rezension zu: Josef Treutlein: Großes Werkbuch Wallfahrten und Prozessionen. Im Geist von Papst Franziskus (Herder Große Werkbücher), Freiburg i. Brsg.: Herder, 223 Seiten, in: Engagement 39 (2021), H. 3, S. 198 f.
  • Rezension zu: Markus Schiefer-Ferrari: Exklusive Angebote. Biblische Heilungsgeschichten inklusiv gelesen, Ostfildern: Matthias Grünewald 2017, in: Engagement 39 (2021), H. 3, S. 195 f.
  • Rezension zu: Clauß Peter Sajak, Michael Langer (Hgg.): Kirche ohne Jugend. Ist die Glaubensweitergabe am Ende? (Theologie kontrovers), Freiburg i. Brsg.: Herder 2018, 218 Seiten, in: Engagement 39 (2021), H. 3, S. 192.

Neuerscheinung: engagement 2/2021

„Lehren und Lernen in Distanz. Digitalisierung – Erfahrungen und Perspektiven“ heißt das neue Themenheft der schulpädagogischen Fachzeitschrift engagement, das nun mit deutlicher Verspätung erschienen ist. Zusammengestellt wurde das Themenheft von Christopher Haep (Hamburg) und Peter Nothaft (Eichstätt).

Im Rezensionsteil werden besprochen:

  • Volker Ladenthin: Religiöse Bildung ist interdisziplinär (Bonn 2019, rez. v. Wilhelm Wittenbruch)
  • Martin Schreiner (Hg.): Pluralitätsfähigkeit evangelischer Schulen. Die Münsteraner Barbara-Schadeberg-Vorlesungen (Münster i. W. 2020, rez. v. Stefan Hermann)
  • Simone Danz, Sven Sauter: Inklusion. Menschenrechte, Gerechtigkeit. Professionstheoretische Perspektiven (Stuttgart 2020, rez. v. Michael Felten)
  • Henrike Hake: Inklusion. Dimensionen und Perspektiven eins umstrittenen Konzepts (Berlin/Münster i. W. 2020, rez. v. Wolfhard Schweiker)
  • Wolf Clüver: Religionssensible Assistenz. Professioneller Umgang mit Religioni in der Heilerziehungspflege (Stuttgart 2020, rez. v. Axel Bernd Kunze)
  • Cornelia Franz: Calypsos Irrfahrt (Hamburg 2021, rez. v. Anna Winkler-Benders)
  • Nikola Huppertz: Schön wie die Acht (München 2021, rez. v. Barbara Dorn)
  • Matthias Jeschke: Knackwurst und Rakete: Gedichte für Kinder und alle, die es werden wollen (Frankfurt a. M. 2021, rez. v. Anna Winkler-Benders)
  • Martina Wildner: Der Himmel über dem Platz (Weinheim 2021, rez. v. Verena Görtz-Meiners)

Tagung: Lehren aus der Pandemie

Die Gesellschaft für Bildung und Wissen lädt zu einer neuen Hybridtagung ein:

Lehren aus der Pandemie.

Veranstalter sind die Hochschule Offenburg, das Bündnis für humane Bildung, die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler und die Volkshochschule Offenburg. Weitere Informationen finden sich hier:

Gemeinsames Positionspapier zur Zukunft sozialpädagogischer Ausbildungsgänge

Die Gemeinsame Vertretung der Bundesverbände und Bundesarbeitsgemeinschaften der Fachschulen für Sozialpädagogik, Heilerziehungspflege und Heilpädagogik in Deutschland haben ein Positionspapier zur Stärkung der Fachschulen des Sozialwesens veröffentlicht. Das Papier reagiert auf verstärkte politische Forderungen, angesichts des Fachkräftemangels die sozialpädagogischen Ausbildungsgänge in Deutschland in duale Ausbildungen umzugestalten: eine Forderung, die das bisher erreichte Niveau der sozialpädagogischen Fachkräfteausbildung und den hohen fachlichen Standard der Fachschulen gefährdet. Das Papier findet sich u. a. hier:

Einen Kurzkommentar des Papieres bietet der Bundesverband evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik auf seinen Internetseiten:

Rezension: Identität im interkulturellen Dialog

Axel Bernd Kunze stellt in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift CONCILIUM die folgenden Bände vor:

Isis Ibrahim, Shaji George Kochuthara, Klaus Vellguth (Hgg.): In der Schöpfung Heimat finden. Asiatische Schöpfungsspiritualitäten im Dialog (Edition Schöpfung; 2) , Ostfildern: Matthias Grünewald 2020, 329 Seiten.

Volker Küster: Interkulturelle Christologie. Die vielen Gesichter Jesu Christi. Überarbeitete und erweiterte Jubiläumsausgabe (2. Auflage), Darmstadt: wbg Academic 2021, 319 Seiten.

Axel Bernd Kunze (Rez.): Identität im interkulturellen Dialog, in: Concilium 58 (2022), H. 1, S. 123 – 129.

Neuerscheinung: Vom Kinde aus – Themen und Impulse für den Pädagogikunterricht

… so lautet das neue Themenheft der Zeitschrift PÄDAGOGIKUNTERRICHT (42. Jg., Heft 1 v. April 2022). Die Fachzeitschrift wird vom Verband der Pädagogiklehrer und Pädagogiklehrerinnen herausgegeben. Es handelt sich um die größte deutschsprachige Zeitschrift für pädagogische Fachdidaktik. Dem Wissenschaftlichen Beirat gehören an: Prof. Dr. Bauer (Univ. Bielefeld), Prof. Dr. Bernhard (Univ. Duisburg-Essen), Prof. Dr. Beyer (Univ. Köln), Jun.-Prof. Dr. Gather (Univ. Paderborn) und PD Dr. Kunze (Univ. Bonn).

Schlaglicht: Schulaufsicht darf nicht Parteipolitik sein

Die Genehmigung von Schulbüchern ist Teil der staatlichen, von der Verfassung vorgegebenen Schulaufsicht und Bestandteil des kulturstaatlichen Auftrags. Aber wie an anderen Stellen des staatlichen Handelns auch: Diese Aufgabe des Staates sollte unvoreingenommen und nichtindoktrinär wahrgenommen werden. Und das ist vielfach mitnichten der Fall. Denn auch in Schulbuchkommissionen haben die üblichen Annahmen „woker“ Identitätspolitik, moralisierender Haltungspädagogik oder manipulativer Agendawissenschaft Einzug gehalten. Andererseits stellt sich die Frage, welchen Einfluss Schulbücher in digitalen Zeiten überhaupt noch spielen. Was an Youtubefilmchen über digitale Tafeln schnell mal in den Unterricht eingespielt wird, hat niemals eine Schulbuchkommission gesehen. Nun haben Lehrer schon immer Primärquellen im Unterricht verwendet – zu Recht. Entscheidend bleibt aber, dass diese mit den Schülern unvoreingenommen, nichtindoktrinär ausgewertet werden.

Ein anderes Beispiel schlechter Schule sind Lehrpläne. Ich hatte mich seinerzeit in verschiedenen Publikationen kritisch zur Bildungsplanreform 2015 in Baden-Württemberg geäußert. Die Wellen schlugen damals im Bereich Gender-, Queer- und Sexualpädagogik hoch. Doch kompetenzorientierte Bildungspläne begehen auch in anderen Fächern und bei anderen Themen pädagogische Grenzüberschreitungen, indem sie die Haltung der Schüler zum Gelernten zu steuern und staatlicher Reglementierung zu unterwerfen suchen.

Aber noch ein weiteres, aktuelles Beispiel: In Baden-Württemberg sind aktuell Curricula für die neue Berufsfachschule für Sozialpädagogische Assistenz erlassen worden. Im kompetenzorientierten Lehrplan für das Fach Gemeinschaftskunde heißt ein Lernfeld „Deutschland als Einwanderungsland begreifen“. Hier nimmt das Kultusministerium eine parteipolitische Setzung, vor, welche die Schüler für eine bestimmte partikulare Weltsicht vereinnahmt, man kann auch sagen: manipuliert. Denn Deutschland mag vielleicht de facto ein Einwanderungsland sein, besitzt aber bis heute keine explizite Einwanderungsgesetzgebung. Über die Frage, ob Deutschland explizit ein Einwanderungsland werden sollte oder nicht, muss politisch kontrovers debattiert werden können. Lehrpläne können diese Frage nicht entscheiden. Andernfalls werden kulturstaatliche Instrumente der Schulaufsicht zu Instrumenten der Parteipolitik, was dem Beutelsbacher Konsens, etwa seinem Kontroversitätsgebot, widerspricht.