Videodokumentation: Netzwerk Wissenschaftsfreiheit diskutiert mit Vertretern aller Bundestagsfraktionen – Sind Forschung und Lehre in Deutschland noch frei?

Das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit hat Vertreter aller Bundestagsfraktionen dazu eingeladen, über die Frage zu diskutieren: Sind Forschung und Lehre in Deutschland noch frei? Die Diskussion moderierte die F.A.Z.-Korrespondentin Heike Schmoll.

Kurzfazit: Aufs Ganze gesehen war die Diskussion reichlich enttäuschend oder ernüchternd. Ein substantielles Verständnis des urliberalen, hohen Gutes der Freiheit ist im Wissenschaftsausschuss des Bundestages kaum noch vorhanden – von Professor Jongen abgesehen. Wissenschaft wird weitgehend nur noch in gesellschaftlicher Funktionalisierung betrachtet. Und die Diskussion vermittelt den Eindruck, dass man in der Berliner Blase kaum noch einen Eindruck vom aktuellen, inneren Zustand der Universität zu haben scheint.

Weitere Informationen zum Netzwerk Wissenschaftsfreiheit:

www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de

Gesegnete Pfingsten

Liebe Leser und Leserinnen meines Weblogs,

ich wünsche Ihnen gute, gesegnete Pfingsttage. Vielleicht können die folgenden Gedanken ein paar Akzente hierfür setzen.

Ich freue mich weiterhin auf die sozial- und bildungsethische Auseinandersetzung mit Ihnen und danke Ihnen für Ihr Interesse an meinen Beiträgen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Axel Bernd Kunze

Christen leben in einer Zwischenzeit: Sie wissen, dass mit Jesus Christus die Erlösung bereits unwiderruflich begonnen hat. In seiner Person ist das endzeitliche Heilshandeln des Vaters sichtbar angebrochen. Dies ist es, was Jesus mit „all dem“ meint, dass nun offenbar geworden ist.

Aber Jesus ist Realist genug, er weiß um den Sündenstrudel dieser Weltzeit und damit um die Grenze, die bleibt: Die Macht der Sünde ist gebrochen, aber noch nicht aus der Welt geschafft. Menschen können sich der Wahrheit verschließen, sich der Liebe des Vaters, die sich im Sohn offenbart hat, verweigern und sich von der christlichen Botschaft abwenden.

Die Annahme der kirchlichen Botschaft ist kein Selbstläufer. Die Zwischenzeit der Kirche, die mit Pfingsten begonnen hat, ist eine Zeit der Bewährung, des Wachsens und Reifens. Gefragt ist das beharrliche Bemühen, Jesu Worte und Taten vor der Welt zu bezeugen, sich von Fehlschlägen nicht entmutigen zu lassen und bei Erfolgen nicht selbstherrlich zu werden. Alles kommt letztlich vom Vater.

Er wird die Welt einmal vollenden. Das macht Jesus heute unmissverständlich deutlich: In seinem Kommen hat Gottes Heilsangebot sichtbar Gestalt angenommen, ist seine Liebe real geworden. Und dieses Heilsangebot wird Gott nicht mehr zurückziehen. 

Der Apostel Paulus spricht im Epheserbrief vom Siegel des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist ist der Garant dafür, dass Gottes Erlösungshandeln, an dem wir durch die Taufe Anteil erhalten haben, Bestand hat. Durch Jesus Christus haben wir Zugang zum Vater, haben wir Anteil am Leben Gottes.

Und so leben Christen im Bewusstsein zwischen einem „Schon jetzt“ und einem „Noch nicht“. Sie wissen um den unwiderruflichen Beginn der Heilszeit in Jesus Christus. Und sie strecken sich zugleich aus nach der Vollendung des Heiles. Das Kirchenjahr macht dies auf seine Weise deutlich: An Pfingsten feiern wir den Beginn der Kirche. Am Christkönigsfest am Ende des Kirchenjahres blicken wir aus auf die Vollendung der Gottesherrschaft.

Zwischen der Himmelfahrt Jesu und Pfingsten waren die Apostel im Gebet um Maria versammelt, wie Lukas in seiner Apostelgeschichte berichtet. Maria wird für die junge Christenschar zu einem wichtigen Vorbild im Glauben und im Gebet. Papst Franziskus hat die besondere Rolle, die Maria für die Kirche spielt, vor ein paar Jahren mit einem neuen Mariengedenktag gewürdigt: In der Pfingstwoche gedenken wir ihrer als Mutter der Kirche.  Als Glaubende sind wir mit der Mutter Jesu in geistlicher Mutterschaft verbunden. Sie ist durch den Tod und die Auferstehung Jesu auch unsere Mutter geworden.

Maria steht für die Zwischenexistenz der Kirche. Der Theologe Hugo Rahner hat dies einmal so ausgedrückt: „Die Kirche ist Jungfrau und Mutter, sie ist unbefleckt empfangen und trägt die Last der Geschichte, sie leidet und ist doch jetzt schon in den Himmel aufgenommen.“ Auf der einen Seite steht Maria, die schon Vollendete, der Kirche mütterlich bei, in allen Gefahren und Nöten, in allen Kämpfen und Sorgen dieser Erdenzeit. Auf der anderen Seite haben wir in Maria ein großes Zeichen der Hoffnung. An ihr erkennen wir die große Berufung, die Jesus im heutigen Evangelium so jubelnd besingt. An Maria können wir erkennen, zu welcher Vollendung wir alle berufen sind, wenn Gottes Heilshandeln einmal in voller Fülle an uns sichtbar werden wird.

Auszug aus: Axel Bernd Kunze: Zwischenzeit der Kirche [Lesejahr B. Pfingstmontag], in: WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen 18 (2021), H. 3, S. 513 – 527.

Schriftenverzeichnis aktualisiert

Über das Wissenschaftsportal Academie erhalten Sie Zugriff auf ein aktualisiertes, vollständiges Schriftenverzeichnis (Stand: 8. Mai 2021):

Axel Bernd Kunze: Thematisch geordnetes Schriftenverzeichnis, Waiblingen (Rems) 2021.

In memoriam: Dr. Günter W. Zwanzig verstorben

Am 18. April 2021, kurz vor Mitternacht, verstarb mein Bundesbruder Dr. Günter W. Zwanzig im achtundachtzigsten Lebensjahr. Der promovierte Jurist war in der Raumplanung, im Naturschutz und in der Denkmalpflege tätig, bevor er 1972 Oberbürgermeister in Weißenburg i. Bay. wurde: „Hier hat er mit der ‚Römerstadt Weißenburg‘ eine unbedeutende Kleinstadt zu einer internationalen Marke aufgebaut“, hieß es in einem ersten Nachruf. Zwanzig verfasste zahlreiche Veröffentlichungen zum Naturschutz, zur Denkmalpflege, zur Stadt- oder auch Studentengeschichte. Der begeisterte Couleurstudent war Mitglied in zahlreichen Vereinigungen, unter anderem auch im Arbeitskreis der Studentenhistoriker. Sein vielfältiges Engagement wurde mit dem Bundesverdienstkreuz, der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Weißenburg i. Bay. und der Ehrennadel des Schwarzburgbundes gewürdigt.

Eine Würdigung des Kommunalpolitikers Zwanzig findet sich hier.

Beeindruckend waren das breite Interesse und die geistige Vitalität, die meinem Bundesbruder bis ins hohe Alter erhalten blieben. Er war engeriegeladen und beharrlich, weitblickend und stets bestrebt, den Nutzen für die Allgemeinheit nicht aus dem Blick verlieren. Mit Dr. Zwanzig verstirbt eine der prägendsten Gestalten des Schwarzburgbundes. Er passte in keine Schublade, konnte daher auch aufdringlich wirken, doch war sein Rat immer geschätzt.

Lieber Günter, gern denke ich an den gemeinsamen Austausch und die vielen anregenden Gespräche mit Dir zurück. Die gemeinsamen Besuche in Weißenburg oder zuletzt die Begegnungen während der Ferien in Deiner Erlanger Wohnung werden unvergessen bleiben. Du hast mir neue Zugänge erschlossen. Ich danke Dir für alles! Möge Dein Leben nun angenommen sein bei Gott. Er schenke Dir seinen österlichen Frieden.

Requiem aeternam dona eis, Domine:
et lux perpetua luceat eis.
In memoria aeterna erit justus:
ab auditione mala non timebit.

Gesegnete Kar- und Ostertage

Deinde dicit Thomæ: Infer digitum tuum huc: et vide manus meas, et affer manum tuam, et mitte in latus meum: et noli esse incredulus, sed fidelis.
Respondit Thomas, et dixit ei: Dominus meus, et Deus meus.

(aus dem Evangelium zum zweiten Sonntag der Osterzeit; Joh 20, 28)

„Ostern ist das Siegesfest des Lebens.“ So hat die Schriftstellerin Gertrud von le Fort den Sinn dieses Festes zum Ausdruck gebracht. Diese Erfahrung wünsche ich allen Lesern meines Weblogs für die vor uns liegende Osterzeit.

Gute, erholsame Ostertage sowie eine gesegnete Osterzeit! Ihr Axel Bernd Kunze

Schlaglicht: Argumentation auf den Kopf gestellt

Julia Knop fordert von den Priestern, ihr Standesdenken aufzugeben (Neues Priesterbild gefordert. Diener der menschlichen Freude ohne Standesdenken, in: Katholisches Sonntagsblatt, Nr. 8, 21. Februar 2021, S. 6). Und führt als Beleg für ihre Position Gottesdienste während des Lockdown ins Feld. Das Beispiel stellt auf den Kopf, worum es bei der Liturgie geht. Jede Eucharistie wird in Gemeinschaft mit der ganzen Kirche gefeiert, niemals privat. Gerade ein Priester, der in einer Krisensituation stellvertretend für seine Gemeinde Liturgie feiert, wird seiner dienenden Funktion gerecht. Knop kritisiert falschen Standesdünkel und ist selbst darin verfangen. So verkennt die Erfurter Theologin, wie trostreich es im Frühjahr war, zu wissen, dass die Liturgie weitergeht, auch wenn öffentliche Versammlungen verboten waren.

Zum Weiterlesen zum selben Thema:

Der Gottesdienst muss weitergehen, auch ohne öffentliche Versammlung

Neuer sozialethischer Literaturbericht

Die Katholische Sozialwissenschaftliche Zentralstelle und die Arbeitsgemeinschaft Christliche Sozialethik haben den neuen sozialethischen Literaturbericht für 2020 veröffentlicht. Ferner gibt es einen kumulierten Literaturbericht für den Zeitraum von 2009 bis 2019. Beiträge zur Bildungsethik finden sich jeweils in Kapitel 8.

Sozialethische Veröffentlichungen von Axel Bernd Kunze aus dem Jahr 2020:

Sozialethische Grundlagenfragen

Kunze, Axel Bernd: Sozialethische Umkehr. Zur politisch-gesellschaftlichen Diakonie in Krisenzeiten, in: Die Neue Ordnung, 2020/74/3, S. 164 – 173.

Kirchliche Dokumente

Kunze, Axel Bernd: „Aus dem Geist der Freiheit und der Liebe des Evangeliums“ („Gravissimum educationis“; GE 8). Überlegungen zum Erziehungsauftrag (nicht nur) katholischer Schulen, in: Katholische Bildung, 2020/121/11-12, S. 241 – 251.

Politische Ethik

Bocksch, Mechthildis; Kunze, Axel Bernd (Red.): Sich erinnern: woran, warum und wozu? Texte und Zitate zu Erinnerung, Demokratie und Zivilität. o. O. (Bamberg) 2020.

Bocksch, Mechthildis; Kunze, Axel Bernd (Red.): Fred Forchheimer: Verfolgung – Emigration – Selbstbehauptung. „Omnia mea mecum porto“ (Alles, was mein ist, trage ich bei mir). o. O. (Bamberg) 2020.

Dietz, Alexander; Dochhorn, Jan; Kunze, Axel Bernd; Schwienhorst-Schönberger, Ludger: Wiederentdeckung des Staates in der Theologie. Leipzig 2020.

Dietz, Alexander; Dochhorn, Jan; Kunze, Axel Bernd; Schwienhorst-Schönberger, Ludger: Zum Geleit, in: Dieselben: Wiederentdeckung des Staates in der Theologie. Leipzig 2020, S. 5 – 7.

Dietz, Alexander; Dochhorn, Jan; Kunze, Axel Bernd; Schwienhorst-Schönberger, Ludger: Einleitung, in: Dieselben: Wiederentdeckung des Staates in der Theologie. Leipzig 2020, S. 11 – 27 [Anmerkungen: S. 215].

Dietz, Alexander; Dochhorn, Jan; Kunze, Axel Bernd; Schwienhorst-Schönberger, Ludger: Ausblick, in: Dieselben: Wiederentdeckung des Staates in der Theologie. Leipzig 2020, S. 203 – 214 [Anmerkungen: S. 226].

Kunze, Axel Bernd: Wird der Rechtsstaat noch verstanden? Sozial- und bildungsethische Überlegungen zu einem konstitutiven Merkmal unseres Gemeinwesens, in: Dietz, Alexander; Dochhorn, Jan; Kunze, Axel Bernd; Schwienhorst-Schönberger, Ludger: Wiederentdeckung des Staates in der Theologie. Leipzig 2020, S. 137 – 175 [Anmerkungen: S. 222 – 224].

Kunze, Axel Bernd: Woraus lebt ein Gemeinwesen? Sozial- und bildungsethische Überlegungen zu den kulturellen Grundlagen des Staates, in: Dietz, Alexander; Dochhorn, Jan; Kunze, Axel Bernd; Schwienhorst-Schönberger, Ludger: Wiederentdeckung des Staates in der Theologie. Leipzig 2020, S. 177 – 201 [Anmerkungen: S. 225].

Kunze, Axel Bernd: Unvereinbar? Überlegungen zum Verhältnis von Parteien und Korporationen am Beispiel der SPD, in: Sigler, Sebastian (Hg.): Die Vorträge der 79. Deutschen Studentenhistorikertagung Jena 2019 zugleich Festschrift anlässlich des 90. Geburtstages von Klaus Gerstein, München 2020, S. 173 – 220.

Kunze, Axel Bernd (Mitarb.): Zitate zu Erinnerung, Demokratie und Zivilität, in: Bocksch, Mechthildis; Kunze, Axel Bernd (Red.): Sich erinnern: woran, warum und wozu? Texte und Zitate zu Erinnerung, Demokratie und Zivilität. o. O. (Bamberg) 2020, S. 13 – 16.

Wirtschaftsethik und Sozialpolitik

Kunze, Axel Bernd: Keine Privatsache, in: Concilium, 2020/56/5, S. 597 – 602.

Kunze, Axel Bernd: Bildung und Beteiligung. Ein Impuls aus der Erzieherausbildung an Fachschulen für Sozialpädagogik, in: Engagement. Zeitschrift für Erziehung und Schule, 2019/37/4, S. 209 – 213 [faktisch 2020].

Ethik der Lebensformen

Kessel, Sibylle; Kunze, Axel Bernd; Lorenz, Andreas; Simpfendörfer-Autenrieth, Magdalene (Red.): Unter neuen Vorzeichen. Weinstadt (Rems) 2020.

Kunze, Axel Bernd: Wann ist Schule „gerecht“?, in: Elternforum, 2020/-/3-4, S. 18 f.

Bildung, Wissensgesellschaft, Medien, Kultur

Kunze, Axel Bernd: Pädagogik als Menschenrechtsprofession. Bildungsethische Überlegungen zur Praxis von Schule und Lehrerbildung – am Beispiel der Inklusion, in: Danz, Simone; Sauter, Sven (Hg.): Inklusion, Menschenrechte, Gerechtigkeit. Professionstheoretische Perspektiven. Stuttgart 2020, S. 69 – 102.

Kunze, Axel Bernd: Corona-Denglisch, in: Kessel, Sibylle; Kunze, Axel Bernd; Lorenz, Andreas; Simpfendörfer-Autenrieth, Magdalene (Red.): Unter neuen Vorzeichen. Weinstadt (Rems) 2020, S. 18 f.

Kunze, Axel Bernd: Wissenswertes zu unserer Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik, in: Kessel, Sibylle; Kunze, Axel Bernd; Lorenz, Andreas; Simpfendörfer-Autenrieth, Magdalene (Red.): Unter neuen Vorzeichen. Weinstadt (Rems) 2020, S. 9 – 11.

Kunze, Axel Bernd; Lorenz, Andreas: Lernen im Grünen – oder: natürlich digital, in: Kessel, Sibylle; Kunze, Axel Bernd; Lorenz, Andreas; Simpfendörfer-Autenrieth, Magdalene (Red.): Unter neuen Vorzeichen. Weinstadt (Rems) 2020, S. 12 – 17.

Kunze, Axel Bernd (Mitarbeit im Hg.-Kreis): Denk doch mal. Onlinemagazin für Arbeit – Bildung – Gesellschaft. München 2020, Der deutsche Qualifikationsrahmen – eine kritische Bilanz, 2020/-/1; Mehr Werte statt Mehrwert in der Bildung!, 2020/-/2; Wie kann Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung gelingen?, 2020/-/3; Berufliche Erfahrung – Nonformale und informell erworbene Kompetenzen, 2020/-/4.

Kunze, Axel Bernd (Hg.-Beirat): Engagement. Zeitschrift für Erziehung und Schule. Münster (Westf.) 2020, Pädagogische Theorien der Schule – warum und wozu?, 2020/38/1; Flucht – Migration – Bildung, 2020/38/2; Entwicklungsfeld Internatspädagogik, 2020/38/3; Antisemitismus, 2020/38/4.

Kunze, Axel Bernd (Wiss. Beirat): Pädagogikunterricht. Die Fachzeitschrift für die pädagogische Fächergruppe. Wesel (Niedrrhn.) 2020, Perspektiven eröffnen. Institutionalisierung – Professionalisierung – Realitätsverarbeitung, 2020/40/1; Fragen, Argumentieren, Urteilen – Bildungsprozesse ermöglichen, 2020/40/2-3; PU digital, 2020/40/4.

Kunze, Axel Bernd (Wiss. Beirat): Pädagogikunterricht. Die Fachzeitschrift für die pädagogische Fächergruppe. PU-Spezial. Wesel (Niederrhn.) 2020, Volker Ladenthin: Pädagogik, das Bildungsfach, 2020/-/April.

Kunze, Axel Bernd (Beirat): Manifest für Bildung. Schluss mit der Bildungs-Deform. o. O. (Wuppertal) 2020.

Kunze, Axel Bernd: Bildungsgerecht. Überlegungen für ein Schulsystem, das dem Einzelnen gerecht wird, in: Bildung aktuell, 2020/71, 6, S. 6 – 8.

Kunze, Axel Bernd: Eine Verteidigung der Präsenzlehre. Erste Antwortversuche auf die Erfahrungen des Sommersemesters 2020, in: Burschenschaftliche Blätter, 2020/135/3, S. 100 – 105.

Kunze, Axel Bernd: Wann ist Schule „gerecht“?, in: Engagement. Zeitschrift für Erziehung und Schule, 2020/38/2, S. 137 – 140.

Kunze, Axel Bernd: Couleurstudentisches Corona-Tagebuch, in: Studenten-Kurier. Zeitschrift für Studentengeschichte, Hochschule und Korporationen, 2020/34/3-4, S. 4 f.

Kunze, Axel Bernd: Jedermann hat das Recht auf Bildung (Art. 26 Abs. 1 AEMR 1948). Das Recht auf Bildung als Querschnittsthema innerhalb der Erzieherausbildung, in: Academia, 2020/-/20.04./, https://www.academia.edu/42713057/Das_Recht_auf_Bildung_als_Querschnittsthema_innerhalb_der_Erzieherausbildung.

Kirche und Gesellschaft sowie Religionssoziologie

Kunze, Axel Bernd: Die Macht befreien, in: Concilium, 2020/56/3, S. 337 – 341.

Kunze, Axel Bernd: Der Gottesdienst muß weitergehen, auch ohne öffentliche Versammlung, in: Die Neue Ordnung, 2020/74/5, S. 371 – 373.

Kunze, Axel Bernd: Eine unnachahmliche Formel (Mt 22, 15 – 21), in: Der Prediger und Katechet, 2020/159/6, S. 732 – 735.

Kunze, Axel Bernd: Verheißungsvolle Freude (Jes 35, 1 – 6a. 10), in: Der Prediger und Katechet, 2020/159/1, S. 25 – 28.

Geschichte des Sozialkatholizismus

Bocksch, Mechthildis; Kunze, Axel Bernd (Red.): Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus 2020. Vier Gedenkveranstaltungen am 27. und 28. Januar 2020. o. O. (Bamberg) 2020.

Aufruf: Rettet die deutsche Sprache vor dem Duden

Als Mitunterzeichner weise ich auf den Aufruf „Rettet die deutsche Sprache vor dem Duden“ des Vereins Deutsche Sprache (VDS) hin. Der Aufruf kann hier unterzeichnet werden. Unter dem Link findet sich auch die Liste der Erstunterzeichner und der weiteren Unterstützer. – Sapere aude! In diesem Sinne entscheide jeder, ob er sich dem Aufruf anschließen will. Ich habe unterzeichnet, da ich es für wichtig erachte, der weiteren Ideologisierung unserer Sprache und der Zerstörung eines zentralen Elements unserer deutschen Kulturnation entgegenzutreten. Wer das generische Maskulinum nicht mehr anerkannt, hat dies gravierende Folgen, wie die aktuelle Forderung der Sprachwissenschaftlerin Luise F. Pusch zeigt: Diese fordert eine „geschlechtergerechte“ Umformulierung des Grundgesetzes über den Weg einer Verfassungsänderung. Bleibt die Frage, wie lange für solche Forderungen angesichts der zu erwartenden Coronafolgen noch Geld zur Verfügung steht.

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AUFRUF:

Der Verein Deutsche Sprache e. V. fordert alle Freunde der deutschen Sprache auf, den aktuellen Bestrebungen der Dudenredaktion zu einem Umbau der deutschen Sprache entgegenzutreten. So wird auf den Internetseiten des Duden das in der deutschen Grammatik und im modernen Sprachgebrauch fest verankerte generische Maskulinum abgeschafft: „Mieter: Substantiv, maskulin – männliche Person, die etwas gemietet hat.“ Frauen könnten demnach keine Mieter sein. Damit widerspricht der Duden nicht nur den Regeln der deutschen Grammatik, sondern auch dem Bundesgerichtshof, der im März 2018 letztinstanzlich festgehalten hat, dass mit der Bezeichnung „der Kunde“ Menschen jeglichen Geschlechts angesprochen seien. Die Beschwerde der Klägerin, die von ihrer Sparkasse mit „Kundin“ angeredet werden wollte, wurde kürzlich vom Bundesverfassungsgericht abgewiesen.

Mit seiner Ankündigung, mehr als 12.000 Personen- und Berufsbezeichnungen mit weiblicher und männlicher Form in die Netz-Version des Werkes aufzunehmen, betreibt der Duden eine problematische Zwangs-Sexualisierung, die in der deutschen Sprache so nicht vorgesehen ist. Das biologische Geschlecht (Sexus) ist nicht mit dem grammatikalischen Geschlecht (Genus) gleichzusetzen. „Der Engel“ ist geschlechtslos, „der Scherzkeks“ kann auch eine Frau sei. Noch absurder wird das Vorgehen bei der Betrachtung des Plurals: „Die Ärztekammer“ vertritt Ärztinnen und Ärzte gleichermaßen, ebenso wie das Finanzamt Geld vom „Steuerzahler“ einzieht – unabhängig vom Geschlecht. Wenn wir konkrete Personen ansprechen, sagen wir selbstverständlich „Ärztin“ oder „Lehrerin“.

Indem er diese Grundsätze missachtet, ist der Duden auf dem Weg, seine Rolle als Standard-Referenzwerk für das Deutsche aufzugeben. Indem er Sprache nicht mehr nur widerspiegelt, sondern sie aktiv verändert, widerspricht er seinen eigenen Grundsätzen. Der VDS fordert deshalb den Duden auf, seine Sexualisierungspläne zu überdenken, in Zukunft sensibler und behutsamer mit der deutschen Sprache umzugehen, und sich auf seine ursprünglichen Ziele zu besinnen.

Herzliche Glück- und Segenswünsche zum Jahreswechsel

Am 18. Januar 2021 jährt sich zum hundertfünfzigsten Mal die Gründung des deutschen Kaiserreiches. Der bekannte Studentenhistoriker Harald Lönnecker schreibt hierzu: „Am 18. Januar 1971 gab die Deutsche Bundespost in einer Auflage von 30.000 Stück eine Sonderbriefmarke zum 100. Jahrestag der deutschen Reichsgründung heraus. Zugleich erschien in identischer Auflage eine Sonderbriefmarke zum 100. Geburtstag des ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert […] 2021 wird zwar Eberts 150. Geburtstag gewürdigt, von der Reichsgründung ist jedoch nicht mehr die Rede.“ Das politische Berlin schweigt dieses für die Geschichte der deutschen Nationalstaatswerdung wichtige Datum tot – wie zuvor schon die Jubiläen der Urburschenschaft oder des Wartburgfestes. Im Gegenteil: Die alten Reichsfarben Schwarz-Weiß-Rot werden zunehmend kriminalisiert. Schwarz-Rot-Gold wird zwar vom Bundespräsidenten betont, aber möglichst ohne Bezug auf die untrennbar damit verbundene burschenschaftliche Nationalbewegung. Diese „Farben-“ und Erinnerungspolitik wirft ein bezeichnendes Licht auf den Umgang mit den Traditionen und geistigen Werten unserer deutschen Geschichte im merkelgeführten Deutschland. Ein Volk, das sich seiner Geschichte nicht mehr bewusst ist, verliert seine Identität und sein Nationalbewusstsein. Noch einmal Fbr Lönnecker: „1871 gab der deutschen Einheit Normalität. Ebenso der bundesstaatlichen Form, denn als Einheitsstaat hätte Deutschland nicht funktioniert. Und blicke man ein paar Jahre weiter, erkenne man, auch der Sozialstaat und das Parteiensystem wurzeln im Kaiserreich.“ Wir würden gut daran tun, den 18. Januar 1871 nicht zu vergessen. Denn ohne dieses Datum, so der Militärhistoriker Michael Epkenhans, gebe es letztlich auch keine Bundesrepublik Deutschland. Um deren geistige Grundlagen steht es nicht unbedingt zum Besten.

Unser Land steht im kommenden Jahr vor nicht geringen Herausforderungen, die keinesfalls allein der Coronapandemie geschuldet sind. Die Gesellschaft ist gespalten, der öffentliche Diskurs polarisiert. Der Rechtsstaat ist brüchig geworden und hat an Vertrauen verloren. Das Freiheitsbewusstsein schwindet, der „offiziell“ geduldete Diskurskorridor verengt sich zusehends. Die programmatischen Worte unserer burschenschaftlich geprägten Nationalhymne werden in einer solchen Situation zu so etwas wie einem kollektiven Neujahrswunsch für alle, denen unser Gemeinwesen am Herzen liegt: Einigkeit und Recht und Freiheit!

Allen Lesern und Leserinnen meines Weblogs wünsche ich persönlich einen gesegneten Jahreswechsel sowie alles Gute, Gesundheit, Zuversicht und Gottes Segen für das neue Jahr. Der streitbare bildungsethische Diskurs wird weitergehen. Denn Bildung bleibt wichtig, wenn wir die wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Folgen dieses Krisenjahres meistern wollen. In diesem Sinne herzlichen Dank für Ihre Treue und Ihr anhaltendes Interesse an Beiträgen und Nachrichten zu einer Sozialethik der Bildung.

In memoriam: P. Prof. Dr. Anton Rauscher SJ verstorben

Vor den Weihnachtstagen verstarb der langjährige Direktor der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle (KSZ) in Mönchengladbach, P. Prof. Dr. Anton Rauscher SJ. Einen Nachruf aus der Feder seines Nachfolgers finden Sie auf den Seiten der KSZ. Mögen sein Leben und sein theologisches Werk bei Gott angenommen sein. Was an irdischer Erinnerung bleibt, ist seine handschriftliche, lateinische Widmung im persönlichen Exemplar des von ihm herausgegebenen, beeindruckenden „Handbuches der Katholischen Soziallehre“ (Berlin 2008), das gerade mit seinen staatsethischen Beiträgen dem Verfasser immer wieder wertvolle Hilfe geleistet hat.

Have, pia anima!