„Weil es mir Freude macht.“ – Festschrift erschienen

Es gibt sie noch – auch in Zeiten, in denen sich akademische Berufe immer mehr verdichtet haben: Lehrer, die neben ihrer Lehrtätigkeit, eine rege wissenschaftliche und publizistische Tätigkeit entfalten, von denen dann auch ihre Schüler profitieren können, auch wenn Schulverwaltungen und Politiker dies in kompetenzorientierten Zeiten wie den unsrigen nicht mehr sehen wollen. Einer von disesen Lehrern ist anlässlich seines sechzigsten Geburtstages nun mit einer Festschrift geehrt worden: der – streitbare, aber aufgrund seiner konservativen Einstellung auch umstrittene – Historiker und Publizist Karlheinz Weißmann (Berlin 2019).

„Seine von Heiterkeit und Autorität bestimmte Standfestigkeit gerade als verbeamteter Lehrer an einem Gymnasium […] ließ ihn nie in seiner Hinwendung zu seinen Schülern nachlassen, denen er mit Strenge und Aufmerksamkeit begegnet. Er kann auf mehrere Generationen von Schülern zurückblicken, die von ihm nachhaltig geprägt wurden – einige haben sogar zu dieser Festschrift beigetragen. […] Mit Blick auf die Zahl der Bücher, der Beiträge für Zeitschriften und Zeitungen, ist der unerschöpfliche Arbeitseifer und die Produktivität […] ehrfurchteinflößend. Wer ihn näher kennt, erfährt, daß ihm dies nur mit Disziplin und preußischem Arbeitsethos gelingt. Wenn man ihn fragt, wie er sich die Zeit nach der Schule und Korrekturarbeiten für umfangreiche Lektüre und schöpferisches Schreiben abringe, dann erklärt er: ‚Weil es mir Freude macht.'“ (S. 20 f.)

Christliche Sozialethik – ein persönlicher Rückblick auf fünfundzwanzig Jahre

Tempora mutantur, nos et mutamur in illis. Doch sind wir nicht bloß Produkt der Zeitläufte – dann wäre unser akademisches Tun allein Reaktion auf das, was uns äußerlich begegnet. Zugleich sind wir Akteure, die sich zu den Entwicklungen – mal mehr, mal weniger aktiv – verhalten können. Für die bildungsethische Reflexion spielt dieser Punkt eine nicht unbedeutende Rolle …

 

Umweltethik und Gemeinsames Sozialwort der Kirchen

Wenn Bildung zum Gegenstand sozialethischer Reflexion werden soll, genügt es nicht, allein deren äußere soziale Seite zu betonen. Bildung wäre dann nicht mehr als äußere Anpassung; von einer Widerständigkeit des Subjekts könnte keine Rede mehr sein. Die vorgängig subjektiv – personal – bestimmte Sicht auf Bildung in Beziehung zu setzen zu ihren sozialen Bedingtheiten, bildet die spezifische Herausforderung jeder Sozialethik der Bildung.

Diese gehört nicht zu den traditionellen Themen der Disziplin. Das seinerzeitige Bamberger DFG-Forschungsprojekt „Menschenrecht auf Bildung: Anthropologisch-ethische Grundlegung und Kriterien der politischen Umsetzung“ zeigt, wie sich das Fach ausdifferenziert hat. In Münster, wo mein Interesse an der Christlichen Sozialethik geweckt wurde, war diese Entwicklung deutlich wahrzunehmen – in jenen Jahren vor allem geprägt durch die Auseinandersetzung mit dem gemeinsamen Sozialwort. Das Oberseminar in Bamberg, später in Münster, an dem ich fast zwölf Jahre teilnehmen durfte, hat gezeigt, dass sozialethisches Forschen nicht allein Fragen der Staats- und Wirtschaftsordnung betrifft. Diese Offenheit für eine Bandbreite an Themen habe ich als bereichernd empfunden. Den Beginn, tiefer in die Christliche Sozialethik einzusteigen, bildete vor fünfundzwanzig Jahren eine Hausarbeit im umweltethischen Unterseminar von Prof. DDr. Franz Furger und Dr. Marianne Heimbach-Steins am Institut für Christliche Sozialwissenschaften der Universität Münster.

 

Axel Bernd Kunze: Soziale Verantwortung zum Thema machen! Das Sozialwort der Kirchen und die kirchlich-soziale Bildungsarbeit (Akademische Abhandlungen zu den Erziehungs­wissenschaften), Berlin 2001.

 

Politische Ethik

Die damalige Spendenaffäre der Union legte ein Thema für die geplante Dissertation nahe: Unser Gemeinwesen lässt sich zentral als Parteiendemokratie bestimmen. Einfluss auf die Ausgestaltung unseres staatlichen oder gesellschaftlichen Zusammenlebens verläuft in entscheidender Weise über die Parteien, denen das Grundgesetz erstmals in der deutschen Verfassungsgeschichte ausdrücklich eine verfassungsrechtliche Rolle zubilligt. Gleichzeitig gibt es ein Unbehagen, das sich auch im Titel der Arbeit niederschlug: Parteien zwischen Affären und Verantwortung. Das erste Mal führte mich beim Vorgespräch mein Weg in die Stadt an der Regnitz …

 

Axel Bernd Kunze: Parteien zwischen Affären und Verantwortung. Anforderungen an eine Verant­wortungsethik politischer Parteien aus christlich-sozialethischer Perspektive (Schriften des Instituts für Christliche Sozialwissenschaften der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster; 52), Münster (Westf.) 2005.

 

Bildungsethik

Die erste Berufung meiner Doktormutter nach Bamberg, der ich – ausgestattet mit einem Promotionsstipendium – folgte, erwies sich als glückliche Fügung. Schnell hatte ich mich in Franken eingelebt, Bamberg wurde so etwas wie eine zweite Heimat. Durch Aufnahme des Bandes der Bamberger Alemannia hat sich diese Verbindung verstärkt – und dauert im Lebensbund fort, auch wenn ich die Stadt mittlerweile beruflich Richtung Schwaben verlassen musste.

Aus der sozialethischen Beschäftigung mit Bildungsfragen ist eine Hauptprofession im Schuldienst und in der Schulleitung geworden. Die Fragen kehren in veränderter Gestalt wieder. Wenn Bildung nur als Selbsttätigkeit denkbar ist, muss gefragt werden, auf welche Weise der Staat bildungspolitisch agieren darf, ohne gerade das zu verhindern, was pädagogisch erreicht werden soll: jene Freiheit der Einzelnen, auf die der Staat um seiner eigenen Zukunft willen nicht verzichten kann. Unser Gemeinwesen lebt von der Produktivität seiner Bürger, die nur begrenzt steuerbar bleibt. Viele Veröffentlichungen aus der Habilitationsphase und der Zeit danach – bis heute – drehen sich nicht zufällig um das Thema Freiheit, an prominenter Stelle im Titel der Habilitationsschrift: Freiheit im Denken und Handeln.

Diese bleibt ein gefährdetes Gut. So werden die Fachschulen „im Ländle“ etwa von der Dienst- und Fachaufsicht verpflichtet, eine Didaktische Jahresplanung zu implementieren. Bei genauerem Hinsehen erweist sich diese als Trojanisches Pferd. Denn was auf diese Weise unter dem Signum pädagogischer Qualitätssicherung gesteuert werden soll, ist darüber hinaus das methodische Handeln der Lehrkräfte. Dies widerspricht der pädagogischen Freiheit, welche die eigentliche Professionalität des Lehrberufes ausmacht. Gerade deshalb verschleiert die staatliche Schulaufsicht ihren Eingriff in die konzeptionell-methodische Freiheit der Lehrer und Privatschulen unter dem Etikett „didaktisch“. Nur ein Beispiel dafür, welche Rolle bildungsethische Fragen im beruflichen Schulalltag spielen …

In guter, dankbarer Erinnerung geblieben sind mir aus der Zeit am Bamberger Lehrstuhl die angenehme, kollegiale Atmosphäre sowie die regelmäßigen Dienstbesprechungen, die über das Organisatorische hinaus Einblick in die Praxis wissenschaftlicher Arbeit ermöglichten.

In unserer damaligen DFG-Projektgruppe bestand keinesfalls Einigkeit darüber, wie das Verhältnis von Freiheit und Gleichheit bei der Bestimmung von Bildungsgerechtigkeit angemessen auszulegen sei. Der Verfasser dieser Zeilen wird bis heute nicht müde, Widerspruch anzumelden gegen einen aus seiner Sicht schädlichen Egalitarismus im bildungspolitischen und -ethischen Diskurs. Weitere Diskussionspunkte waren etwa die Bewertung des neuen Kompetenzparadigmas, die Aussagekraft, die der empirischen Bildungsforschung zugemessen werden kann, oder die Abgrenzung zwischen unerlässlichen Wesensgehalten und vorläufigen, interpretierenden Prinzipien bei Auslegung eines Rechts auf Bildung. Bemerkenswert und sehr wohltuend war, dass die verschiedenen Auffassungen im gemeinsamen Forschungsprojekt zu Wort kommen konnten und respektiert wurden. Aus Sicht der Projektleitung war es sicher nicht immer leicht, die kontroversen Positionen zusammenhalten, was bis zum Ende gut gelungen ist.

 

Axel Bernd Kunze: Freiheit im Denken und Handeln. Eine pädagogisch-ethische und sozialethische Grundlegung des Rechts auf Bildung (Forum Bildungsethik; 10), Bielefeld 2012.

 

Migrationsethik

Immer wieder sind bei der sozialethischen Reflexion Maß und Mitte nicht aus dem Blick zu verlieren. Dies kann ein hartes, kontroverses Ringen bedeuten, wie sich nicht zuletzt in der jüngeren Migrationsethik zeigt. In der ethischen Beurteilung der migrations-, integrations- und staatspolitischen Herausforderungen, vor denen wir nicht allein kurzfristig stehen, zeigen sich auch innerhalb der sozialethischen Disziplin deutliche Gräben zwischen den verschiedenen Lagern. Einen Niederschlag hat dieses argumentative Ringen in der Beteiligung am Sammelband Zerreißprobe Flüchtlingsintegration gefunden.

Nicht zuletzt der Stellenwert staatsethischer Argumente bleibt strittig. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Christliche Sozialethik in der jüngeren Vergangenheit zunehmend unpolitischer geworden ist – möglicherweise eine Kehrseite der oben beschriebenen Ausdifferenzierung? Staatsrechtliche und -politische Fragen, das Nachdenken über die – gefährdeten – Grundlagen unseres Gemeinwesens und die Belastbarkeit des Staates oder Themen wie Vaterland, Nation, Volk und Identität stehen nicht hoch im Kurs. Die Gesellschaft hat dem Staat sozialethisch den Rang abgelaufen. Fragen der Gesellschaftsreform, kulturwissenschaftliche Betrachtungen oder ein Menschenrechtsdenken jenseits nationalstaatlicher Bezüge stehen sozialethisch im Vordergrund.

Meine Skepsis bleibt, dass sich auf diese Weise sozialethisch ein Staat machen lässt. Die Disziplin fußt auf der starken Tradition eines christlich orientierten Staatsdenkens. Möglicherweise werden die genuin staatsethischen Fragen im Zuge der Migrationskrise schneller zurückkehren, als viele gegenwärtig glauben. Ich freue mich darauf, diese und weitere Debatten auch in Zukunft sozialethisch mitzugestalten …

 

Axel Bernd Kunze: Wo stößt Gastfreundschaft an Grenzen?, in: Marianne Heimbach-Steins (Hg.): Zerreißprobe Flüchtlingsintegration (Theologie kontrovers), Freiburg i. Brsg./Basel/Wien: Herder 2017, S. 56 – 69.

Schlaglicht: Das Streiten wieder lernen – oder: Gedanken vor der kommenden Europawahl

Eine Podiumsdiskussion irgendwo im Land – mit dabei: ein ehemaliger Minister, ein Unternehmer und ein bekannter Nachrichtenredakteur aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunkt. Es ging wie so oft um eine Welt voll neuer Unsicherheiten, den beklagenswerten Zustand Europas – ach, nein: der EU – und das veränderte politische Klima im Allgemeinen. Man hörte, was man schon oft gehört hat: Europa fehlten die Visionäre. Europa verliere den Anschluss. Und: Niemand in den Medien verfolge eine geheime parteipolitische Agenda. Richtig, das wird man sogar glauben dürfen. Aber es gibt eine Milieugebundenheit vieler Berufsgruppen, die Alternativen von vornherein ausschließt – hier liegt das Problem einer einseitigen Stimmungsmache heute. Dies fiel aber niemandem auf. Vision ja, aber in den festgelegten Bahnen.

Trump ist böse, aber noch schlimmer ist China – ja, da sollten wir zu Recht aufpassen, bevor wir von unliebsamen Entwicklungen überrollt werden. Aber keiner auf dem Podium kam auf die Idee zu fragen, ob es dafür nicht ein anders organisiertes Europa braucht. Die EU steckt in einer Vertrauenskrise, der Brexit hat dies augenfällig gemacht. Das einzige Rezept, das auch an jenem Abend genannt wurde, lautet aber: noch mehr von einer EU, die längst den Glanz früherer Tage verloren hat. Die Forderungen werden immer umgreifender: Schaffung einer europäischen Nation, einer europäischen Republik, einheitlicher Sozialversicherungssysteme (… auch wenn einzelne Länder dabei draufzahlen werden, am Ende – so das Podium – gewinnen alle; den Beweis wird man nicht erbringen müssen, die richtige Gesinnung allein zählt), ein EU-Parlament, das über den nationalen Parlamenten steht …

Applaus gab es für die mehrfach vorgetragene Forderung, die EU bedürfe eines neuen Visionärs, der den Rückschritt durchbreche – einen neuen Helmut Kohl, der gegen alle Widerstände und alle Bedenkenträger, auch gegen den Mehrheitswillen der eigenen Bevölkerung eine einheitliche europäische Nation durchsetze. Eine Nation technokratisch am Reißbrett entworfen!? Aber wer will kleinlich sein, wenn es darum geht, China zu besiegen. Der Widerspruch fiel niemandem auf: Man beklagt das Vordringen autoritärer Politikstile – und findet selbst nichts dabei, die eigene Bevölkerung zu übergehen. Wer nicht anders will, muss eben zum Guten gezwungen werden. Früher nannte man das einmal einen gesinnungsethischen Moralismus, heute heißt es Verantwortung.

Mit der Auflösung der europäischen Nationen in einem einheitlichen Europa könnte Europa als bürokratischer Zentralstaat gerade das verspielen, was Europa immer stark gemacht hat: seine Vielfalt. Wir müssen als christliches Abendland zusammenhalten – aber mit den souveränen Nationen, nicht gegen sie. Was hingegen auf dem Podium gepredigt wurde, darf man durchaus einen europapolitischen „Extremismus der Mitte“ nennen. Dumm nur, dass bei den Europawahlen dann doch noch andere Alternativen zur Wahl stehen. Einmal mehr hat der Abend gezeigt, wie gespalten der öffentliche Diskurs im Land ist und wie gering die Bereitschaft, einander wahrzunehmen und Kompromisse einzugehen. Alles, was nicht ins eigene Weltbild passt, wird ausgeblendet. Nur zwei Beispiele …

„Die Jugend muss endlich aufstehen und die Macht übernehmen. Denn nur die EU kann der Jugend eine Zukunft bieten.“ Hat ein früherer Jugendfunktionär und Staatsratsvorsitzender dasselbe nicht vor der FDJ immer über den Sozialismus behauptet!? Man merke: Die Jugend denkt wie ein monolithischer Block – alle sind glühende Macron- und Merkelanhänger, wenn sie unter 35 sind. Oder: Als zaghafte Kritik aufkam, dass die Deutschen nicht darüber abgestimmt hätten, dass unsere Verfassung und deren Grundrechte mittlerweile durch den EuGH relativiert würden, hieß es: „Wir sind eine repräsentative Demokratie. Die Bürger haben die Parteien im Bundestag gewählt. Und alle Parteien im Bundestag haben sich von Anfang an für die EU entschieden.“ Wie bitte!? Sitzen dort nicht zwei Parteien, für die das nicht gilt: Die AfD will das dezidiert nicht. Und die Linke hat zumindest nicht an der Wiege der EU gestanden, sondern seinerzeit etwas ganz anderes gewollt. Aber wie schon gesagt: Wer will so kleinlich sein, angesichts des großen Ganzen. Für „Fake News“ sind doch immer die anderen zuständig.

Es wird auf Dauer nicht gut gehen, den öffentlichen Diskurs so einseitig zu führen. Und es wird auf Dauer nicht gut gehen, fünfzehn Prozent der eigenen Bevölkerung, die Positionen vertreten, die früher auch einmal in den Unionsparteien hoffähig waren, jetzt als Antidemokraten und Nazis abzustempeln … Dieses Wahljahr könnte spannend werden. Und das muss nicht zum Schaden der Demokratie sein, wenn – ja, wenn – wir das Streiten wieder lernen würden.

Kolumne: Für eine neue politische Streitkultur

In der Kolumne vom 10. Januar 2019 setzt sich Dr. Axel Bernd Kunze, der u.a. als Schulleiter, Sozialethiker und Lehrbeauftragter für Soziale Arbeit und Kindheitspädagogik tätig ist, mit dem rauer gewordenen Meinungsklima in Deutschland auseinander. Kunze wendet sich gegen eine falsche Interpretation dessen, was als gesellschaftlicher Grundkonsens apostrophiert wird, und wirbt für eine politische Streitkultur auf der Grundlage freiheitlich-demokratischer Prinzipien.

(Wolfgang Kurek)

Die aktuelle sozialethische Kolumne aus der „Tagespost“ vom 11. Januar 2019 ist mittlerweile auch auf den Seiten der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle abrufbar.

Der brutale Überfall auf einen Bremer Politiker unterstreicht in diesen Tagen noch einmal auf gravierende Weise, wie wichtig eine faire-demokratische Streitkultur für die politische Kultur in unserem Land ist. Der öffentliche Diskurs gerät in eine Schieflage, wenn um eines vermeintlich alternativlos Guten willen versucht wird, einen nicht zwingend gegebenen Meinungskonsens mit fragwürdigen Mitteln durchzusetzen. Dies gilt für die politische Debatte wie für andere gesellschaftliche Bereiche. Der öffentliche Kurs verliert dadurch an intellektueller Kraft. Die Sachfragen der diskriminierten Positionen haben sich durch die Etikettierung einzelner Positionen noch keinesfalls erschöpft. Sie werden dann in anderer Form wiederkehren und möglicherweise noch schwerer zu bearbeiten sein.

 

Schlaglicht: Politische Überwältigung im Namen der Vielfalt …

Die Lichtfeier (Luzernarium) besitzt eine lange Tradition innerhalb der Liturgie; am feierlichsten findet diese innerhalb der römischen Liturgie zu Beginn der Osternachtfeier statt. Seit mittlerweile fünfundzwanzig Jahren holen Pfadfinder vor Weihnachten das sogenannte „Friedenslicht“ aus der Geburtsgrotte in Bethlehem nach Deutschland. In vielen Gemeinden wurde dieses am Ende der Adventszeit im Rahmen einer Lichtfeier ausgeteilt – so auch in jener Gemeinde, in der ich am vierten Advent die Vorabendmesse mitgefeiert habe.
Von einer Lichtfeier möchte ich in diesem Fall aber gar nicht sprechen. Was an diesem Samstagabend geboten wurde, war eine politische Überwältigung der Gottesdienstgemeinde. Ich fühlte mich auf den Parteitag irgendeiner politischen Gruppierung am äußerst linken Rand versetzt. Ich möchte hier nicht das pfadfinderische Engagement schmälern, das innerhalb der DPSG geleistet wird – ich bin selbst aktiver Pfadfinder gewesen und diesem Ideal heute noch verbunden. Allerdings ist mir die parteipolitisch einseitige Parteinahme des jungendpastoralen Dachverbandes BDJK, bis hin zur Übernahme linksradikaler Forderungen, schon seit Längerem ein Dorn im Auge. Was an diesem Abend dann auch geschah, war ein Missbrauch der Liturgie für politische Indoktrination und Manipulation. Dass man über bestimmte Fragen unter Demokraten auch anderer Auffassung sein kann, schien den Verantwortlichen gar nicht in den Sinn zu kommen. In einer PowerPoint-Präsentation wurden der Gemeinde „gute Nachrichten“ vorgestellt, die allesamt – so die DPSG-Vertreterin – im vergangenen Jahr in den Medien unterdrückt worden seien. Nur zwei Beispiele: Das eine Mal ging es um Flüchtlinge, die bei Siemens Arbeit gefunden haben, das andere Mal um einen SPD-Abgeordneten, der einem AfD-Kollegen als Ersthelfer das Leben rettete. Hier fühlte ich mich als Gottesdienstteilnehmer mehr als für dumm verkauft: Alle genannten Nachrichten waren aus Medienberichten des zu Ende gegangenen Jahres bereits mehr als bekannt. Von manipulativer Berichterstattung konnte hier nicht die Rede sein. Dies traf eher auf die Einführung des Friedenslichtes zu: Auf manipulative Weise wurden am Ende der Messe so unterschiedliche Themen wie der Umgang mit der aktuellen Migrationskrise, Fragen innerer wie äußerer Sicherheit oder die Forderung nach einer inklusiven Einheitsschule für alle umstandslos durch einen undifferenzierten Egalitarisus miteinander verbunden und als „christlich alternativlos“ in den Raum gestellt.
Die Liturgie verkommt zur Spielwiese eines sich fortschrittlich dünkenden Milieus, das keine Hemmungen hat, alles, was politisch missliebig ist, auszugrenzen und abzukanzeln. Ich nenne das borniert. Es war zwar viel von „Vielfalt“ und „Toleranz“ die Rede, doch scheinen diese nur für solche Positionen zu gelten, die einem linksliberalen bis linken Mainstream folgen. Wer davon abweicht, wird mundtot gemacht – auch im Gottesdienst. Befähigung zu demokratischer Mitbestimmung scheint in der kirchlichen Jugendarbeit heute zu bedeuten, sich für eine Gleichschaltung der öffentlichen und innerkirchlichen Debatte einzusetzen.
Wenn wir den unnachahmlichen Satz des Neuen Testaments „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“ ernstnehmen, dann richtet sich dieser nicht allein gegen einen Staat, der sich absolut setzt. Der Satz warnt auch die Kirche vor allzu viel politischer Selbstgewissheit in vorletzten Fragen. Das Evangelium ist politisch relevant, aber nicht parteipolitisch. Aus dem Evangelium ergibt sich noch kein umfassendes göttliches Gesetz. Vielmehr sind Christen aufgerufen, sich in gläubiger Verantwortung in die politische Gestaltung unserer Welt einzubringen. Die konkreten Antworten auf die jeweiligen Herausforderungen der Zeit formen sich dabei im politischen Diskurs. Dabei können wir unter Christen auch zu unterschiedlichen politischen Antworten kommen, über die politisch – durchaus mitunter heftig – gestritten werden muss. Dies müssen wir in der christlichen Gemeinde aushalten. Das „Friedenslicht“ steht heute offenbar für eine Politik, die sich keine Gedanken mehr macht, wie unser staatliches Zusammenleben auf Dauer erhalten, die territoriale Integrität des Staates gesichert und die Identität des eigenen Volkes bewahrt werden kann. Politik aus christlicher Verantwortung sieht für mich anders aus – und darüber lasse ich gern mit mir streiten. Dies war aber an jenem letzten Adventssamstag nicht möglich.
Der Gottesdienst darf nicht zur Bühne für parteipolitische Übergriffe verkommen. Wenn ein kirchlicher Verband eine solche Grenzverletzung nicht ausschließen will, gehört das „Friedenslicht“ im neuen Jahr nicht mehr in eine Messfeier.
Es bedarf immer wieder neuer Anstrengung, ein stabiles, befriedetes und leistungsfähiges Gemeinwesen aufrecht zu erhalten. Die Verantwortung, welche die Kirche für ein gelingendes staatliches Zusammenleben trägt, ist nicht gering. Gegenwärtig wird sie dieser Verantwortung in unserem Land nicht gerecht. Viele Akteure in Kirche und Theologie scheinen aber die große Tradition katholischen Staatsdenkens vergessen zu haben.

Schlaglicht: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing …

… und das Volk, das im Finstern lebt, sieht ein helles Licht. Bald feiern wir es wieder. Aber heute noch einmal etwas Politisches, bevor die stade Zeit beginnt, aber vielleicht nicht weniger passend zum Advent. Die Zeitschrift „Tumult“ (Winter 2018/19) widmet sich dem gegenwärtigen Zustand einer gespaltenen Gesellschaft – und dies nicht allein aus Anlass der Gelbwestenproteste in Frankreich. Peter J. Brenner fragt in seinem Beitrag „Wo ist das Volk?“ und geht dabei auch mit der Wissenschaft hart ins Gericht:

Als im März 2018 nach langen Mühen eine neue Bundesregierung sich zusammengefunden hatte, unterzeichneten die Beteiligten einen Koalitionsvertrag, der sich neben vielen anderen erfreulichen Dingen auch einem ’neuen Zusammenhalt für unser Land‘ zu widmen versprach. […] Wo so viel guter politischer Wille im Spiel ist, soll auch die Wissenschaft nicht abseits stehen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung lobte im Oktober 2017 36 Millionen Euro zum Aufbau eines ‚Instituts für gesellschaftlichen Zusammenhalt‘ aus, wobei den antragswilligen Wissenschaftlern gleich der Wink gegeben wurde, dass ‚gesellschaftlicher Zusammenhalt‘ ‚gemeinhin als Wert an sich‘ gilt. Früher einmal waren solche Vorgaben als ‚Finalisierung der Wissenschaft‘ verpönt udn führten zu erbitterten Kontroversen. Heute werden sie von dankbaren Wissenschaftlern gerne aufgegriffen und brav exekutiert – auch die Wissnschaft geht nach Brot. (ebd., S. 8)

Schlaglicht: In guter Gesellschaft? – Überlegungen zur Feiertagskultur

Was haben Kasachstan, Kuba, Nordkorea, Russland, Turkmenistan, Usbekistan, Weißrussland und bald auch Berlin gemeinsam? Richtig: In allen Ländern ist der internationale Frauentag am 8. März gesetzlicher Feiertag. „Die Berliner befinden sich jedenfalls in guter Gesellschaft“, wie die Frankfurter Allgemeine ironisch schrieb. Bisher waren es christliche Feste oder für unsere Verfassungsordnung zentrale historische Ereignisse, die als Grundlage für gesetzliche Feiertage dienten (der erste Mai als Tag der Arbeit kann als Ausnahme gesehen werden, wurde in der Bundesrepublik dann aber als Bekenntnis zu den Grundlagen einer auf sozialen Ausgleich bedachten Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung gedeutet).

Mit dem internationalen Frauentag wird erstmals  ein Gedenktag zum gesetzlichen Feiertag erhoben, der sich einer ganz bestimmten politisch-weltanschaulichen Tradition verpflichtet sieht. Der 1921 auf einer kommunistischen Konferenz in Moskau beschlossene Tag erinnert an einen Aufstand von Soldatenfrauen und Bäuerinnen im revolutionären Petrograd des Februar 1917. Der Reformationstag am 31. Oktober als christlicher Feiertag ist in der Berliner Feiertagsdebatte politisch nicht mehrheitsfähig gewesen, Gleiches gilt für einen nationalen Gedenktag am 18. März in Erinnerung an die demokratische Märzrevolution 1848 oder am – historisch mehrfach besetzten – 9. November.

Wir werden den christlichen Referenzrahmen unserer Staats- und Gesellschaftsordnung nicht schadlos durch andere Traditionen ersetzen können. Ein Gemeinwesen, das sich dauerhaft auf andere Traditionen oder Erzählungen festlegen wollte, würde auf Dauer auch seine Kultur und Moral verändern. Es steht mehr auf dem Spiel als liebgewordene „Folklore“, wenn wir Sankt Martin durch ein „Sonne-Mond-und-Sterne-Fest“ ersetzen, Weihnachtsgrüße zu unspezifischen „season’s greetings“ degradieren oder Ostern zum „Hasenfest“ herabstufen. Gerade Feiertage sind Erinnerungsorte, die nicht allein für jene von Bedeutung sind, die eine christliche Gottesdienstpraxis pflegen wollen. Weihnachten, Karfreitag oder Allerheiligen etwa stehen auch innerhalb der säkularisierten Gesellschaft für bestimmte Erzählungen und Werte, die nicht einfach austauschbar sind. Weihnachten steht beispielsweise für eine Friedensvision, die nicht allein dem Recht des Stärkeren folgt – weil Gott selbst sich in diese Welt als kleines Kind herabgelassen hat. Der Karfreitag hält die Erinnerung wach, dass menschliches Leben auch im Leid seine unvergleichliche Würde behält und dass das Schwache unsere Solidarität verlangt – weil Gott seine Solidarität am Kreuz gezeigt hat. Allerheiligen schließlich steht für die Hoffnung, dass am Ende auch die vielen Namenlosen, deren Lebenswerk vielleicht keine großen Spuren hinterlassen hat, gerechtfertigt werden.

Die Entscheidung des Berliner Abgeordnetenhauses aus diesem Monat ist ein deutlicher Einschnitt in der Feiertagskultur unseres Landes, der die Säkularisierung unserer Großstadtkultur augenfällig werden lässt. Setzt sich diese Linie fort, sind weitere Feiertage dieser Art denkbar. Gute Chancen hätte etwa der Weltfriedenstag am 1. September, der Internationale Kindertag am 20. September oder der Internationale Tag der Menschenrechte am 10. Dezember. Der Einsatz für die Menschenrechte, für das Wohlergehen von Kindern oder die Sicherung des Friedens ist sicherlich der Anstrengung wert – doch Vorsicht! Alle diese Ziele vermögen für sich genommen noch kein funktionsfähiges gesellschaftliches Ethos zu begründen, sondern setzen dieses bereits voraus. Menschen- oder Kinderechte müssen ausgelegt und angewandt werden, dabei kann es zu ethischen Konflikten kommen, die der sittlichen Bearbeitung bedürfen – und hierfür braucht es die Fähigkeit und die moralische Kraft zu sittlicher Urteilsbildung. Gleiches gilt für die Frage, wie der brüchige Friede im Verkehr zwischen Staaten, Gruppen und Einzelnen politisch am besten gesichert werden kann. Ohne eine lebendige Kultur sozialethischer Orientierungswerte werden wir diese ethischen Konflikte nicht bestehen.

Nicht selten wird die Leitkulturdebatte mit Verweis darauf, Kultur unterliege historischer Veränderung, für beendet erklärt. Diese Erkenntnis ist trivial. Doch mit dem Wandel kultureller Prägungen, Routinen, kollektiver Vorlieben, Gewohnheiten oder Alltagspraktiken werden sich auf Dauer auch gesellschaftliche Orientierungswerte wandeln. Daher braucht jedes Staatswesen einen offen und fair geführten gesellschaftlichen Diskurs darüber, wie das gemeinsame Zusammenleben gestaltet werden soll – aber eben auch darüber, was im Zusammenleben nicht geduldet wird. Wir sollten uns des erreichten Besitzstandes an kulturellen Selbstverständlichkeiten, die uns im Alltag den Rücken freihalten und die Entfaltung von Freiheit erst ermöglichen, nicht allzu sicher sein: Verdunsten christlicher Erlösungsglaube und christlich-religiöse Praxis in unserem Land, werden über kurz oder lang auch das kulturethische Fundament unserer christlich-sozialethischen Orientierungswerte und die notwendige Vertrauensbasis im gemeinsamen Zusammenleben brüchig werden.

Bei alldem tragen wir eine soziale Verantwortung für Werte und Normen, Sitte und Brauchtum, Sprache und Wissenschaft, Kunst und Kultur oder Tradition und Religion, die weit über unsere eigene Gegenwart hinausreicht: Denn wie künftige Generationen leben, denken und handeln werden, wird wiederum davon beeinflusst werden, wie wir heute leben, denken und handeln.

Internationaler Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2018

Der idw – Informationsdienst Wissenschaft berichtet über das zum Internationalen Tag der Menschenrechte 2018 gegründete Netzwerk Menschenrechtsbildung. Anlass ist das siebzigjährige Jubiläum der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Das Vernetzungsvorhaben geht auf eine Initiative von Sven Sauter von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg zurück:

https://idw-online.de/de/news?print=1&id=707493

Schlaglicht: Gesinnungs- oder Verantwortungsethik? – Hintergründe einer aktuellen Kontroverse

Unser Land ist in Fragen der Migrationsethik deutlich gespalten. Die Debatte um den UN-Migrationspakt hat diese Situation noch einmal verstärkt. Dissens bei der sozialethisch-politischen Beurteilung aktueller Herausforderungen ist nicht das Problem, solange dieser fair und argumentationsstark ausgetragen wird. Sorge sollte allerdings bereiten, dass dies politisch-gesellschaftlich immer weniger gelingt, oftmals auch wissenschaftlich nicht. Etikettierungen ersetzen leider allzu oft das Argument. Kontroverse Standpunkte können aber nur dann sachlich-argumentativ bearbeitet werden, wenn zunächst einmal überhaupt das Selbstverständnis der anderen Position unvoreingenommen wahrgenommen wird – und das gelingt im öffentlichen Diskurs immer weniger, bis dahin, dass missliebige Standpunkte gleich von vornherein aus der Öffentlichkeit ausgeschlossen werden sollen. Möglicherweise braucht es so etwas wie eine gesellschaftliche Moderation, aber ich kann gegenwärtig keinen Akteur erkennen, der diese Rolle übernehmen könnte. Die Kirchen haben sich seit Beginn der Migrationskrise parteipolitisch einseitig positioniert und fallen hierfür genauso aus wie die Bundespräsidenten, die sich gleichfalls parteipolitisch geäußert haben, was in anderen Fragen gemeinhin für das Amt als unschicklich gilt.

Gleich, ob man die überkommene Unterscheidung zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik für hilfreich hält oder nicht, fällt auf, dass wir mit den Grundlagen unseres Gemeinwesens zu sorglos umgehen. Wir leben gegenwärtig geistig wie materiell von der Substanz – und das wird nicht lange gut gehen. Ein stabiles, funktionsfähiges und befriedetes staatliches Zusammenleben aufrecht zu erhalten, verlangt viel Anstrengung. Über diese Fragen, die hinter der Kontroverse zwischen gesinnungs- und verantwortungsethischen Positionen stehen,  müsste sozialethisch stärker gestritten werden, als dies gegenwärtig geschieht. Vielfach kommt die Sozialethik regelrecht staatsvergessen daher. In diesen Kontext gehört dann auch die Frage, welchen Wert der Nationalstaat für die Aufrechterhaltung des Rechts und der Sicherstellung humanitärer Verantwortung weiterhin besitzt. Nicht jeder, der die Migrationspolitik, die Deutschland praktiziert, in ihren Folgewirkungen nicht zwingend für human hält, spricht sich damit schon dafür aus, sich auf eine pragmatische Realpolitik zurückzuziehen.

Der CDU-Parteitag am Ende der Woche hat mit der Wahl der neuen Vorsitzenden vorerst diese Politik bestätigt. Ob die neugewählte Vorsitzende die Flügel der Partei zusammenhalten kann, wird sich noch erweisen müssen. Vielleicht kann man durchaus von einer Richtungswahl sprechen: Der bisherigen Vorsitzenden scheint es gelungen zu sein, die CDU zu einer neuen sozialdemokratischen Partei umzubauen; ähnliche Prozesse hat es auch in anderen Ländern Europas schon gegeben. Die CSU ist in Teilen auf einem ähnlichen Weg. Das bürgerliche Lager wird in der Folge kleiner oder formiert sich rechts der Union neu. Diese einseitige und polarisierende Entwicklung im Parteiensystem wird dem Land und der Vitalität unserer öffentlichen Debatte auf Dauer nicht gut tun.

Gesprächsfähigkeit zurückzugewinnen, wird ein wichtiges Thema für die öffentliche Debatte im neuen Jahr sein.

Rezension: Nichtstun ist keine Lösung

Ist „Gutmensch“ ein Schimpfwort oder eine Auszeichnung? Reicht der Wille zum Guten aus oder braucht es starke Kriterien für eine verantwortungsvolle Güterabwägung? Was bedeutet politische Verantwortung in Zeiten wie den unsrigen? … Um diese und ähnliche Fragen geht es Hilal Sezgin in ihrem Band „Nichtstun ist keine Lösung“. Axel Bernd Kunze beleuchtet den Band kritisch in einer Kurzrezension im aktuellen Heft der Zeitschrift „Publik-Forum“ (Nr. 22/2018, 23. November, S. 54).