Schlaglicht: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing …

… und das Volk, das im Finstern lebt, sieht ein helles Licht. Bald feiern wir es wieder. Aber heute noch einmal etwas Politisches, bevor die stade Zeit beginnt, aber vielleicht nicht weniger passend zum Advent. Die Zeitschrift „Tumult“ (Winter 2018/19) widmet sich dem gegenwärtigen Zustand einer gespaltenen Gesellschaft – und dies nicht allein aus Anlass der Gelbwestenproteste in Frankreich. Peter J. Brenner fragt in seinem Beitrag „Wo ist das Volk?“ und geht dabei auch mit der Wissenschaft hart ins Gericht:

Als im März 2018 nach langen Mühen eine neue Bundesregierung sich zusammengefunden hatte, unterzeichneten die Beteiligten einen Koalitionsvertrag, der sich neben vielen anderen erfreulichen Dingen auch einem ’neuen Zusammenhalt für unser Land‘ zu widmen versprach. […] Wo so viel guter politischer Wille im Spiel ist, soll auch die Wissenschaft nicht abseits stehen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung lobte im Oktober 2017 36 Millionen Euro zum Aufbau eines ‚Instituts für gesellschaftlichen Zusammenhalt‘ aus, wobei den antragswilligen Wissenschaftlern gleich der Wink gegeben wurde, dass ‚gesellschaftlicher Zusammenhalt‘ ‚gemeinhin als Wert an sich‘ gilt. Früher einmal waren solche Vorgaben als ‚Finalisierung der Wissenschaft‘ verpönt udn führten zu erbitterten Kontroversen. Heute werden sie von dankbaren Wissenschaftlern gerne aufgegriffen und brav exekutiert – auch die Wissnschaft geht nach Brot. (ebd., S. 8)

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