Zitat: „Wir sind so frei!“

Der Medienwissenschaftler Norbert Bolz im Themenheft „Wir sind so frei!“ der Zeitschrift „Freilich. Das Magazin für Selbstdenker“:

„An den geisteswissenschaftlichen Fakultäten wird entweder ‚Bullshit‘ produziert, oder man produziert eine knallharte Ideologie, die beim Antikolonialismus beginnt und bei Gender-Mainstreaming endet. Und das alles in einer Unduldsamkeit, die der Idee der Universität Hohn spricht. Das müsste ja doch der Ort sein, wo man frei diskutieren kann und frei seine Meinung austauschen kann, wenn Sie so wollen: ein befriedeter Ort, der herausgenommen ist aus der Hektik und aus dem Kampf des Alltags.“

Norbert Bolz (im Interview mit Arndt Novak): „Wir müssen gegen den Bullshit, das Geschwätz kömpfen!“, in: Freilich 5/2019, S. 10 – 19, hier: 14.

Schlaglicht: „Selbstzerstörung der Wissenschaft“

Freiheit ist kein fester Besitz; um sie muss immer wieder neu gerungen werden. Das Bewusstsein für den Wert der Meinungs-, Publikations- und Wissenschaftsfreiheit schwindet bedenklich, auch wenn die Kanzlerin anlässlich des dreißigjährigen Jubiläums des Mauerfalls anderes behauptet. Heike Schmoll spricht zu Recht von einer „Selbstzerstörung der Wissenschaft“ (F.A.Z. v. 4. November 2019. S. 1). Die Universitäten sind durchaus Taktgeber dieser Entwicklung. Treibende Kraft sind nicht immer radikale Studenten. Immer häufiger sind es die Wissenschaftler selbst, welche die Verfolgung des heterodoxen Geistes in den eigenen Reihen organisieren, mitunter sogar im Namen der Pluralität. So rufen Fachgesellschaften zum Boykott bestimmter Zeitschriften auf, mahnen an, diese nicht mehr in Bibliotheken zu führen, oder verlangen ihren Mitgliedern ab, politische Gesinnungsbekenntnisse zu unterzeichnen. Wie überzeugend ein wissenschaftliches Argument ist, kann allein im freien, fairen wissenschaftlichen Diskurs geprüft werden. Hierfür muss eine Position aber erst einmal ausgesprochen oder veröffentlicht werden dürfen.

Den historischen Moment fast übersehen … – Persönliche Erinnerungen zum dreißigsten Jahrestag des Mauerfalls

Persönliche Kontakte in die DDR hatten wir mangels „Ostverwandtschaft“ nicht. Das änderte sich in der zweiten Hälfte der Achtzigerjahre: Aufgewachsen im Zonenrandgebiet, gehörten Luftballonweitflugwettbewerbe zu vielen Sommer-, Pfarr- und Schulfesten. Dabei ging es nicht allein um den Wettbewerbscharakter, wie ich erst später verstanden habe: Die Ballons sollten über die Grenze nach Osten fliegen. Und einmal gewann ich sogar den ersten Preis: zehn Kinokarten, überreicht vom Bürgermeister, mit Bild in der Lokalzeitung. Der Ballon wurde in der Nähe von Halberstadt gefunden. Eine Bekanntschaft mit der Finderfamilie entwickelte sich. Seitdem fuhren wir regelmäßig im kleinen Grenzverkehr dorthin und besuchten gemeinsam den Ostharz. Da auf dem Land ein wenig Selbstversorgung möglich war, erhielten wir im Gegenzug Wurst aus Hausschlachtung und Eier als Geschenk mit nach Hause – im Kofferraum für die Grenzkontrolle unter Decken versteckt.

Eine Fahrt ist mir bis heute deutlich in Erinnerung geblieben: Sommer 1989, letzter Feriensonntag in der DDR. Die angespannte Atmosphäre war nahezu greifbar. Es gab abfällige Bemerkungen. Denn als Westdeutscher fiel man unwillkürlich auf. Auf der nächtlichen Rückfahrt (man musste die Grenzübergangsstelle, so der DDR-Jargon, bis Mitternacht passiert haben) wurde unser Westauto in einem Dorf angehalten, Jugendliche trommelten aufs Autodach und rüttelten den Wagen durcheinander. Folgen hatte es nicht, nach kurzem Stopp konnten wir weiterfahren – unheimlich war es aber doch.

Dann überschlugen sich die Ereignisse. Nahezu täglich gab es neue Entwicklungen. Erstmals schauten wir in der Familie die „Aktuelle Kamera“, um zu erfahren, wie in der DDR über die krisenhaften Ereignisse berichtet wurde. Ich weiß noch, wie die Einschränkung der Reisefreiheit in die CSSR in den letzten drei Minuten der Sendung nahezu versteckt wurde. Bei alldem muss ich gestehen, den historischen Moment am 9. November fast übersehen zu haben. Ja, ich hatte davon gehört, aber zunächst nicht ferngesehen. Die Brisanz von Schabowskis Mitteilung auf der abendlichen Pressekonferenz erfasste ich irgendwie so richtig erst ein paar Tage später. Seltsam, aber es fühlte sich zunächst gar nicht nach Mauerfall an, allzu selbstverständlich schienen wir uns mit diesem Monstrum eingerichtet zu haben … – auch wenn Besuche an der innerdeutschen Grenze bei mehreren Klassenfahrten und Schulausflügen zum Pflichtprogramm gehörten. In meiner Schulzeit in den Achtzigern wurden wir, anders als es heute mitunter zu hören ist, immer wieder an das Wiedervereinigungsgebot erinnert.

Recht bald stand der Gegenbesuch an. Wir holten unsere „Luftballonbekanntschaft“ ab und fuhren in den Westen. Noch heute habe ich am Abend auf der Rückfahrt die Autoschlange am provisorischen Grenzübergang vor Augen. Ein DDR-Auto in der Reihe der Wartenden bot sich an, unseren Besuch einsteigen zu lassen, damit wir nicht in der langen Schlage warten mussten.

Eine Berlinreise mit einem Schulfreund zur Nacht auf den 3. Oktober 1990 hatten wir schließlich doch nicht realisiert. Das Datum wirkte ein wenig zufällig. Und vielleicht ist es auch nicht ganz zufällig, dass sich bis heute keine so recht überzeugende Form einstellen will, den neuen Nationalfeiertag festlich zu begehen. Die Wiedervereinigung bleibt letztlich doch emotional ein wenig mehr mit dem 9. November verbunden, als die Mauer fiel.

Die Wiedervereinigungszeremonie vor dem Reichstag habe ich dann vor dem Fernseher verfolgt: Zum Anstoßen gab es Sekt; am Abend sind wir in der Familie zum Ökumenischen Gottesdienst gegangen. Später, bereits im Studium, habe ich während der Semesterferien regelmäßig im Untereichsfeld in einer Ferienstätte gearbeitet. Für mich gehörte es immer dazu, mit den Kindern und Jugendlichen zur nahe gelegenen ehemaligen Grenze zu gehen und zu erklären, was dort geschehen ist. Es ist wichtig, die Erinnerung an diese Phase deutscher Nachkriegsgeschichte wachzuhalten. In den ersten Jahren waren immer mal wieder Jugendliche darunter, die selbst noch Erfahrungen als Pionier gesammelt hatten und davon berichten konnten. Aus dem Mund von Gleichaltrigen wirkt Geschichte noch einmal eindrücklicher und lebendiger. Familien aus den neuen Bundesländern waren anfänglich mitunter recht erstaunt, wie mit Aussichtstürmen, Hinweistafeln und Schildern die Erinnerung an die unmenschliche und unnatürliche Teilung wachgehalten worden war.

Und so hatte ich es auch immer empfunden und in der Familie vermittelt bekommen: Es gibt nicht West- und Ostdeutschland. Auf beiden Seiten der Grenze ist Deutschland. Und dieses Gefühl ist geblieben. Für die Wiedervereinigung gab es keine Blaupause, nicht alles mag politisch optimal geglückt sein. Aufs Ganze gesehen, dürfen wir aber überaus dankbar sein, dass eine Wiedervereinigung in Frieden und Freiheit möglich geworden ist – im knappen Zeitfenster noch nicht einmal eines Jahres nach Maueröffnung.

Neuerscheinung: Voll und ganz Mensch

„Die amerikanische Philosophin Martha Nussbaum hat gefragt: Was verbindet uns als Menschen untereinander? Was gehört zum menschlichen Wesen? Welche Erfahrungen teilen alle Menschen? Ihre Antwort  gibt sie in Form einer Liste menschlicher Wesenseigenschaften. Zu diesen zählt sie unter anderem die Erfahrung, als kleines Kind auf die Welt gekommen zu sein. […]“

Das christliche Dogma geht davon aus, dass Gott Mensch wurde. Und auch hier gilt, was Nussbaum als menschliche Gemeinsamkeit herausgearbeitet wurde: auch die Menschwerdung geschah über die Geburt als kleiner, hilfloser Säugling.

Ein Gottesdienstmodell zum diesjährigen Fest der Heiligen Familie am Sonntag nach Weihnachten geht der Frage nach, was dies theologisch bedeutet:

Axel Bernd Kunze: Voll und ganz Mensch, in: WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen 16 (2019), H. 6, S. 1139 – 1155.

Kinderrechtskonvention wird 30 Jahre alt: pixi-Bücher für die Menschenrechtsbildung im Kindergarten

Alle Kinder haben Rechte! – … dieses Anliegen der UN-Kinderrechtskonvention ist auch Titel einer Themenreihe der bekannten pixi-Kinderbuchserie. Ein Beispiel daraus: Darf Oma ungefragt in Cems Schublade wühlen? Der Titel „Stopp, PRIVAT!“ thematisiert das Recht von Kindern auf Privatsphäre. Die vom Deutschen Kinderhilfswerk herausgegebenen Büchlein sind eine kindgerechte Möglichkeit, mit Menschenrechtbildung bereits in Kindertageseinrichtungen zu beginnen. Das dreißigjährige Jubiläum der 1989 verabschiedeten Kinderrechtskonvention war Anlass, ein neues menschenrechtspädagogisches Fortbildungsmodul zu konzipieren. Das UN-Dokument legt die Menschenrechte auf die besondere Lebenssituation von Kindern hin aus. Bereits von klein auf besitzen Kinder eigenständige Förder-, Schutz- und Beteiligungsrechte. Mit Hilfe der kleinen Kinderbücher kann dieses Anliegen auch schon in der Elementarbildung mit Kindergartenkindern thematisiert werden.

Fünf Thesen zur Diakonischen Bildung – nicht nur an Fachschulen für Sozialpädagogik

  1. Diakonische Bildung im Rahmen sozial-caritativer Einrichtungen ist wichtig und vielfältig – in zwei Richtungen: im Blick auf die eigene Profilbildung als kirchlicher, wertorientierter Bildungsanbieter bzw. Träger und im Blick auf die berufsethische Befähigung der Mitarbeiter.
  2. Aber: Diakonische Bildung braucht zeitliche und personelle Ressourcen.
  3. Allerdings wird Diakonische Bildung nur dann Akzeptanz finden, wenn sie nicht zu einer zusätzlichen Verdichtung des „Tagesgeschäfts“ beiträgt. Die behandelten Fragen müssen dem jeweiligen Arbeitsfeld entsprechen, die Teilnahme daran einen Gewinn für die eigene, konkrete Arbeit versprechen. Dies verlangt dem Moderator häufig hohe Flexibilität und kommunikative Kompetenz ab.
  4. Für die schulische Arbeit in Fachschulen für Sozial- und Pflegeberufe sind Schnittstellen zwischen Fragen diakonischer Bildung und pädagogischer (Berufs-)Ethik (einschl. Menschenrechtsbildung) besonders wichtig. Dies kann z. B. durch die Möglichkeit zur kollegialen Fallbesprechung/Beratung gelingen.
  5. Diakonische Bildung kann nicht additiv sein, sondern sollte schlüssig in das Leben der Schulgemeinde eingebunden werden. Unterrichtsgestaltung soll zur ethischen Urteilsbildung anregen. Gemeinschaft muss im Schulalltag konkret erlebbar sein – dazu gehört auch: Interesse an der Persönlichkeit des Einzelnen zeigen. Der eigene Anspruch („anspruchsvoll“) darf auch eingefordert werden – durch das wertschätzende, aber verbindliche Vorbild. Und: Wenn Partizipation zum eigenen Selbstanspruch gehört, müssen Formen Diakonischer Bildung im Schulalltag auch partizipativ entwickelt werden.

Neuerscheinung: Festschrift zum zweihundertjährigen Jubiläum des Wartburgfestes

Das Wartburgfest am 18. Oktober 1817 stellt einen wichtigen Schritt in der deutschen Nationalstaatswerdung und Verfassungsgeschichte dar. Auch der Grundrechtskatalog unseres Grundgesetzes wurzelt letztlich in diesem Ereignis. Am 21. Oktober 2017 fand auf Einladung der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung e. V. auf der Göpelskuppe bei Eisenach – direkt neben dem Burschenschaftsdenkmal, mit Blick auf die Wartburg – ein Festsymposium zum zweihundertjährigen Jubiläum des Wartburgfestes statt. Nun – zwei Jahre später – liegt in der Reihe „Darstellungen und Quellen zur Geschichte der deutschen Einheitsbewegung im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert“ die Dokumentation der Tagung vor:

Harald Lönnecker, Klaus Malettke (Hgg.): 200 Jahre Wartburgfest. 18. Oktober 1817 – 18. Oktober 2017. Studien zur politischen Bedeutung, zum Zeithintergrund und zum Fortwirken der Wartburgfeier, Heidelberg: Universitätsverlag Winter 2019.

Ein Beitrag der Festschrift widmet sich dem christlichen Zweig der burschenschaftlichen Bewegung:

Axel Bernd Kunze: Gott – Freiheit – Vaterland. Erbe und Auftrag christlicher Burschenschaften, in: ebd., S. 393 – 422.

Facharbeiten in der Erzieherausbildung

Hinter der Facharbeit, welche angehende Erzieher und Erzieherinnen zum Abschluss ihrer Ausbildung anfertigen müssen, steckt ein hoher Anspruch. Das wissenschaftliche Arbeiten, das diese Prüfungsleistung erfordert, ist für viele Schüler ungewohnt. Immer wieder entstehen aber auch Facharbeiten, die eine erstaunlich hohe Qualität erreichen. Eine wichtige Voraussetzung ist die Motivation, mit welcher der Prüfling ans Werk geht: Handelt es sich um ein Thema, für welches der Einzelne brennt, das ihm besonders am Herzen legt, bei dem er etwas Neues Entdecken oder Herausfinden möchte?

Genau solche Leistungen möchte das im Berliner W. Dohrmann-Verlag erscheinende, ursprünglich als Zeitschrift gegründete Jahrbuch „Beiträge aus der sozialpädagogischen Ausbildung“ einer größeren Öffentlichkeit sichtbar machen. Aus unserer Fachschule konnten in den vergangenen Jahren bereits zwei Arbieten dort veröffentlicht werden. Das eine Mal ging es um eine Neubewertung von Aggression im Kinderspiel, das andere Mal um die pädagogische Begleitung von Kindern mit Tod- und Trauererfahrungen. Die Möglichkeit einer Veröffentlichung unterstreicht auch noch einmal, dass Facharbeiten im Rahmen der Erzieherausbildung dem Anspruch des Deutschen Qualifikationsrahmens (Niveaustufe 6) durchaus gerecht werden können und Anregungen für die praktische Arbeit Pädagogischer Fachkräfte enthalten, die zu wertvoll sind, als dass sie in der Schublade verschwinden sollten.

Eine andere Weise, herausragende Facharbeiten zu würdigen, können Schulpreise sein. Seit dem Schuljahr 2012/13 vergibt unsere Fachschule im Rahmen der jährlichen Abschlussfeiern drei Auszeichnungen, die besondere Leistungen oder besonderes Engagement im Rahmen der Erzieher- oder Kinderpflegeausbildung anerkennen und sichtbar machen sollen. Auf diese Weise soll zugleich gezeigt werden, welch hohe Qualität eine Ausbildung in diesem Bereich besitzt. Seit dem Schuljahr 2012/13 verleiht der Schulträger einen Stiftungspreis für besondere Leistungen im Rahmen der Ausbildung. Falls möglich, würdigt der Stiftungsvorstand dabei herausragende Facharbeiten. Der Stiftungspreis ist mit einem Geldpreis dotiert. Als weiterer Preis wird ein Schulpreis für besondere Leistungen im Rahmen der schulischen Ausbildung vergeben. Die Auswahl des Preisträgers oder der Preisträgerin erfolgt durch das Kollegium. Dieser Preis ist mit einem Sachgeschenk für Fachliteratur versehen.

Einige Jahre später ist nach Diskussion im Kollegium die Idee entstanden, noch einen dritten Preis auszuloben, den Kollegiumspreis. Dieser wird vom Kollegium selbst vergeben und ist gleichfalls mit einem fachbezogenen Sachgeschenk verbunden, welches das Kollegium selbst finanziert. Im Gegensatz zu den vorhergehenden beiden Preisen würdigt der Kollegiumspreis den besonderen sozialen Einsatz für die Schul- oder Klassengemeinschaft. Dies kann zum Beispiel bedeuten, dass sich ein Schüler oder eine Schülerin in besonderer Weise um die Lernatmosphäre in der Klasse verdient gemacht hat und bei Konflikten vermittelt hat. Die Preise und damit verbundenen Urkunden werden öffentlich im Rahmen der feierlichen Zeugnisfeiern durch ein Mitglied des Stiftungsvorstands, der Schulleitung oder des Kollegiums vergeben.

„Mehr rein englischsprachige Studiengänge“ (FAZ vom 14.10.2019)

„Bayerns Hochschulen sollen künftig technische Studiengänge durchweg in englischer Sprache anbieten. Andere sollen folgen. Bei den Bachelorstudiengängen wurden bestehende Beschränkungen bereits aufgehoben.“

… berichtet Heike Schmoll in der F.A.Z. vom 14. Oktober 2019:

https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/hochschulen-in-bayern-wollen-mehr-englischsprachige-studiengaenge-16431456.html

Bayern will wieder einmal an der Spitze des gesellschaftlichen Fortschritts stehen. Und fällt gerade jenen in den Rücken, die sich darum mühen, Deutsch als Wissenschaftssprache zu stärken – dann sollte sich die CSU aber auch nicht wundern, wenn sie am konservativen Rand weiter Wähler verliert. Angesichts des Brexit ist ein weiterer Ausbau des Englischen poltisch das falsche Signal. Mit dem Verzicht auf eine selbstbewusste Landessprache geht immer auch Differenzierung in der gesellschaftlichen Debatte verloren – am Ende sprechen alle schlechtes Einfachenglisch. Der Steuerzahler kann sich durchaus fragen, warum er für solche Universitäten und Professoren zahlen soll. Und ob ein solcher Verzicht auf leistungsfähige nationale Universitäten volkswirtschaftlich sinnvoll ist, steht auch noch einmal auf einem anderen Blatt. Wer für eine globalisierte „Elite“ ausbildet, sollte sich auch von transnationalen Akteuren bezahlen lassen, soweit diese im Inland überhaupt Steuern zahlen. Das wäre so manchem Hochschullehrer vielleicht am Ende doch weniger recht als die Euphorie für eine kulturell nivellierte Weltgesellschaft glauben machen lässt.