„Mehr rein englischsprachige Studiengänge“ (FAZ vom 14.10.2019)

„Bayerns Hochschulen sollen künftig technische Studiengänge durchweg in englischer Sprache anbieten. Andere sollen folgen. Bei den Bachelorstudiengängen wurden bestehende Beschränkungen bereits aufgehoben.“

… berichtet Heike Schmoll in der F.A.Z. vom 14. Oktober 2019:

https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/hochschulen-in-bayern-wollen-mehr-englischsprachige-studiengaenge-16431456.html

Bayern will wieder einmal an der Spitze des gesellschaftlichen Fortschritts stehen. Und fällt gerade jenen in den Rücken, die sich darum mühen, Deutsch als Wissenschaftssprache zu stärken – dann sollte sich die CSU aber auch nicht wundern, wenn sie am konservativen Rand weiter Wähler verliert. Angesichts des Brexit ist ein weiterer Ausbau des Englischen poltisch das falsche Signal. Mit dem Verzicht auf eine selbstbewusste Landessprache geht immer auch Differenzierung in der gesellschaftlichen Debatte verloren – am Ende sprechen alle schlechtes Einfachenglisch. Der Steuerzahler kann sich durchaus fragen, warum er für solche Universitäten und Professoren zahlen soll. Und ob ein solcher Verzicht auf leistungsfähige nationale Universitäten volkswirtschaftlich sinnvoll ist, steht auch noch einmal auf einem anderen Blatt. Wer für eine globalisierte „Elite“ ausbildet, sollte sich auch von transnationalen Akteuren bezahlen lassen, soweit diese im Inland überhaupt Steuern zahlen. Das wäre so manchem Hochschullehrer vielleicht am Ende doch weniger recht als die Euphorie für eine kulturell nivellierte Weltgesellschaft glauben machen lässt.

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