Jahresrückblick: Literatur zur Kindheitspädagogik aus dem Jahr 2023

Sammelwerke:

Kunze, A. B., & Püttmann, C. (Red.) (2023): Gelingende Erziehung reflektiert praktizieren (Pädagogikunterricht. Sonderheft Unterrichten an Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik). Verband der Pädagogiklehrer und Pädagogiklehrerinnen.

Zeitschriftenartikel:

Kunze, A. B. (2023). Arbeitsfeld Erzieherausbildung. Bildungs- und berufspolitische Entwicklungen im Kontext sozialpädagogischer Ausbildungsgänge. Pädagogikunterricht, 2023(Sonderheft), 16-20.

Kunze, A. B. (2023). Auslandspraktika in der Erzieherausbildung. Pädagogikunterricht, 2023(Sonderheft), 54-56.

Kunze, A. B. (2023). Für alle, die sich noch weiter informieren möchten. Pädagogikunterricht, 2023(Sonderheft), 30-31.

Kunze, A. B. (2023). Baden-Württemberg. Forum. Nachrichten aus dem Bundesverband evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik, 2023/24, [1-3].

Kunze, A. B. (2023). Kindertagespflege für Professionals. Pilotprojekt mit Kreisjugendamt und Ludwig-Schlaich-Akademie. Einblicke in die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt, 2023(Schuljahr 2022/23), 3.

Kunze, A. B. (2023). Naturpädagogik steht im Mittelpunkt – Neues Kompetenzprofil übergeben. Ergänzend zum religionspädagogischen Profil wird der Schwerpunkt Naturpädagogik Querschnittsthema. Eckstein, 2023(75), 5.

Kunze, A. B. (2023). Die Kinderstiftung Funke stellt sich vor. Geschäftsführererin Julia Funke referierte über Kinderarmut und Projekte, welche die Kinderstiftung unterstützt. Eckstein, 2023(74), 5.

Kunze, A. B. (2023). Was machte eine Ombudsstelle? Melanie Staimer stellt die Ombudschaft in der Jugendhilfe vor. PiA-Auszubildende diskutieren reale Fälle. Eckstein, 2023(74), 5.

Kunze, A. B. (2023). Kita-Krise. Die Welt, 2023(156), 8.

Sonstiges:

Bank, V.; Barben J.; Bender, P.; Bossard, C.; Breithausen, J.; Büchter-Römer, U.; Damberger, T.; Dammer, K.-H.; Fuchs, T.; Glöckler, M.; Grebe-Ellis, J.; Hackl, B.; Herchert, G.; Hungerbühler, N.; Jongebloed, H.-C.; Kaenders, R.; Kissling, B.; Klein, H.-P.; Krautz, J.;  Kübler, H.-D.; Kunze, A. B.; Ladenthin, V.; Lankau, R.; Möller, C.; Rekus, J.; Reuter, I.; Rittelmeyer, C.; Rodens, K.; Rostalski, F.; Sonar, T.; Spitzer, M.; Teuchert-Noodt, G.; Türcke, C.; Wegner, A.; Weiss, Y.; Wittmann, E. C.; Zierer, K. (2023). Wissenschaftler fordern Moratorium der Digitalisierung in KITAs und Schulen. URL: https://die-pädagogische-wende.de/wp-content/uploads/2023/11/moratorium_pub_17nov23.pdf.

Kunze, A. B. (2023). Unterrichten an Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik. URL: https://www.beaonline.de/2023/06/sonderheft-2023-der-zeitschrift-paedagogikunterricht/.

Kunze, A. B. (2023). Rezension: 25 Berufe, die die Welt besser machen?. URL: https://bildung-und-ethik.com/2023/12/20/rezension-25-berufe-die-die-welt-besser-machen/.

Kunze, A. B. (2023). Musikalische Elementarbildung: Wichtig für die gesamte Bildungsbiographie … URL: https://bildung-und-ethik.com/2023/10/19/musikalische-elementarbildung-wichtig-fur-die-gesamte-bildungsbiographie/.

Kunze, A. B. (2023). Grußwort: Bildung, Erziehung und Betreuung „selber denken“. URL: https://bildung-und-ethik.com/2023/07/20/gruswort-erziehung-bildung-und-betreuung-selber-denken/.

Replik: Gesellschaft für Bildung und Wissen antwortet auf Kritik am „Moratorium der Digitalisierung in KiTas und Schulen“

„Auf der Website der Gesellschaft für Bildung und Wissen ist eine Forderung nach einem Moratorium der Digitalisierung in KITAs und Schulen formuliert. Aktueller Anlass dieser Forderung dürfte die Entscheidung der schwedischen Regierung sein, den Tablet-Einsatz in Schulen der Primarstufe zu stoppen. Hintergrund sind Ergebnisse, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karolinska-Instituts vorgelegt haben. […] Auf diese Positionierung hat Hans-Jürgen Elschenbroich (E.), Mathematiker und Informatiker, im journal des Verbandes zur Förderung des Mint-Unterrichtes (MNU) in der Rubrik „MNU-Standpunkt“ reagiert.“

Die Replik der Gesellschaft für Bildung und Wissen auf Hans-Jürgen Elschenbroich lesen Sie hier:

Zwischenruf: Aufarbeitung der Coronapolitik und Aussöhnung bleiben weiterhin notwendig

Bis heute verweigern sich die Funktionseliten unseres Landes der Aufarbeitung einer grundrechts- und freieitsfeindlichen Coronapolitik, die weiterhin unser Zusammenleben spaltet. Die Diskussion um die Preisverleihung des Netzwerkes Wissenschaftsfreiheit an den ehemaligen Präsidenten des Deutschen Hochschulverbandes, Bernhard Kempen, ist nur ein Beispiel hierfür. Ein kleiner Lichtblick kommt nun aus der Nordkirche und ein notwendiges Eingeständnis: Bischof Jeremias spricht öffentlich davon, dass „wir als Kirche schuldig geworden seien“. Dies ist ein anderes Zeichen als jenes, einen hochschulpolitischen Hauptakteur dieser desaströsen Coronapolitik mit einem Freiheitspreis auzuzeichnen.

Die Haltung gegenüber der damaligen Coronapolitik dürfte ein (nicht der einzige) Grund für den Niedergang der Kirchen sein, den wir gegenwärtig erleben. Ein trauriger Tiefpunkt und eine geistliche Bankrotterklärung waren die 2G-Gottesdienste an Weihnachten 2021. Im neuen Band „Menschenwürde im Intensivstaat?“ (Regensburg 2023) heißt es „Später waren es dann beispielsweise Gottesdienste unter 2G-Regeln, die gerade kirchentreue Gläubige vor den Kopf gestoßen haben. Dieser kirchliche Kern wird nicht aktivistisch lautstark austreten, sondern sich schleichend zurückziehen.“ Als Gesprächspartner für einen differenzierten und verantwortlichen Umgang mit den Wertkonflikten der Coronajahre sind die Kirchen seinerzeit nahezu vollständig ausgefallen, von wenigen persönlichen Ausnahmen abgesehen. Der Niedergang der Kirchen für unser Land und seine geistigen Orientierungswerte wird uns noch bitter auf die Füße fallen wird. Der autoritäre, biopolitische Neokollektivismus einer Coronapolitik „ohne rote Linien“ war ein Vorgeschmack, welch geistiger Klimawandel ins Haus stehen könnte. Noch schlimmer, wenn eine solche Politik auch noch mit Freiheitspreisen gewürdigt wird.

Dabei geht es nicht um die persönliche Schuld des Preisträgers, die er mit seinem Beichtvater ausmachen muss. Es geht um die politische Verantwortung eines langjährigen Funktionärs eines hochschulpolitischen Spitzenverbandes, von dem Kollegen, die coronapolitisch gravierenden Grundrechtseingriffen und berufliche Nachteile erfahren haben, keinerlei Unterstützung zu erwarten hatten. Dies bleibt für einen Berufsverband ein Armutszeugnis. Und über diese politische Verantwortung muss öffentlich diskutiert werden. Sie ist im Falle Kempens so groß, dass sich die Auszeichnung mit einem Freiheitspreis verbietet. Eine Aufarbeitung dieser Coronapolitik und ein Prozess öffentlicher Aussöhnung bleiben notwendig. Das Eingeständnis des Bischofs der Nordkirche ist ein erster kleiner Schritt dorthin.

Christliches Forum: Kritik an Preis des Netzwerkes Wissenschaftsfreiheit für ehemaligen DHV-Präsidenten Kempen

Kritik an einer solchen Preispolitik, wie das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit sie betreibt, bleibt dringend notwendig, da wir nicht über Vergangenes reden, sondern über eine autoritäre, anmaßende Gesundheitspolitik, die brennend aktuell ist. Mit der Annahme des WHO-Vertrages, die wohl im Mai bevorsteht, wird die Entscheidung über Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit und damit in ein zentrales Grundrecht an eine internationale Organisation übertragen. Wir verlieren die Souveränität über zentrale Grundrechte unserer Verfassung. Ein solcher autoritärer, biopolitischer Neokollektivismus hat mit Freiheit wenig zu tun.

Tagung: Würde ich gern zu mir in die Schule gehen?

Die Gesellschaft für Bildung und Wissen e. V. lädt zu einer neuen Tagung ein:

Die pädagogische Wende.
Über die notwendige Besinnung auf das Erziehen und Unterrichten
12. bis 13. April 2024, Universität Augsburg

Programm: https://bildung-wissen.eu/fachbeitraege/tagung-2024-an-der-univ-augsburg.html  

Grußwort: Landeskundliche Projektwoche im Englisch- und Kunstunterricht

Grüß Gott und herzlich willkommen! Oder besser: Hello and welcome! Nein, nicht in unserer Fachschule. Sondern auf der Insel, im Vereinigten Königreich, in Großbritannien. Heute Vormittag verwandeln sich die Räume und Flure unserer Schule wieder in englische Teesalons, herrschaftliche Adelssitze, gemütliche Pubs oder geheimnisvolle Spukwelten. Wir dürfen auf jeden Fall gespannt sein, wohin uns die beiden Oberkurse in diesem Jahr entführen werden. Lassen Sie sich mitnehmen in den größten Inselstaat Europas, in das Mutterland der Demokratie, in eine prunkvolle Monarchie, die einst die halbe Welt beherrschte, in das Land Shakespeares, in die Heimat der Beatles, die magische Welt Harry Potters, in das Land, das uns die Dampflok, den Rasenmäher, den Buggy, Sprudelgetränke, die Konservendose und die Schokoladentafel gebracht hat.

Viele blicken in diesen Tagen nach England, da uns zahlreiche wenig erfreuliche Nachrichten aus dem Königshaus erreichen. Doch überhaupt: Das Land mit seiner Insellage und seinen liebens- bis merkwürdigen, vielleicht manchmal auch skurrilen Eigenheiten fasziniert viele. Die Projektwoche, in die viel pädagogisches Engagement und Herzblut fließen, ist ein wichtiger Bestandteil unseres Schullebens und der Ausbildung an unserer Fachschule. Sie vermittelt nicht allein landeskundliche Kenntnisse über Großbritannien und schult die sprachlichen Fähigkeiten. Sie vermittelt auch wichtige Erfahrungen über die Projektmethode, über Präsentationstechniken und Prinzipien ästhetischer Gestaltung, die für die spätere berufliche Tätigkeit wichtig sind. Und dies nicht aus dem Lehrbuch, sondern ganz real, im praktischen Tun – mit Kopf, Herz und Hand. Gehen Sie auf Entdeckungsreise, tauchen Sie ein in die englische Kultur, probieren Sie, was die englische Küche zu bieten hat, kommen Sie mit den einzelnen Teams, die heute ihr Werk präsentieren, ins Gespräch. Aber bitte natürlich auf Englisch.

Und ich gratuliere unseren Auszubildenden zu den Ergebnissen, die heute vorgestellt werden. Und es ist ganz sicher ein wichtiges Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung, dass Sie alle heute zur Abschluss­präsentation gekommen sind. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen und Freude beim Rundgang durch die Ausstellung. Und ja, Lehrer müssen am Ende immer noch eine Lebensregel mit auf den Weg geben.

Denken Sie also bitte daran, wenn es in einem Raum einmal voll werden sollte: Vordrängeln ist in England ein absolutes Tabu. Hier bildet schon ein einzelner Fahrgast, der an einer Haltestelle wartet, eine Ein-Mann-Schlange. Der „Guardian“ empfiehlt folgende Faustregel für den Besuch Englands: Lassen Sie beim Warten am Eingang so viel Platz, wie Sie beim Tanzen mit Großtante Hildegard lassen würden.

Herzlichen Dank und viel Spaß! Have a good trip!

(aus einem Grußwort der Schulleitung zur Finissage am Ende einer landeskundlichen Projektwoche der Fachkonferenzen Englisch sowie Ästhetische Bildung/Kunst)

Zwischenruf: Die Opfer der Coronapolitik sind vergessen, auch an den Universitäten

Wie die „Tagespost“ in ihrer Ausgabe vom 8. Februar 2024 berichtet, wurde der langjährige, frühere Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, Bernhard Kempen, mit dem Positivpreis für Wissenschaftsfreiheit des gleichnamigen Netzwerkes Wissenschaftsfreiheit ausgezeichnet. Der Preis wurde in diesem Jahr am 2. Februar 2024 erstmalig vergeben.

Der Preisträger habe, so heißt es in dem Bericht, einen „nachdenklichen Blick auf den Zustand der Universitäten“ geworfen. Schon früh kritisierte Kempen, dass der europäische Bolognaprozess zu einem „Scheuklappenstudium“ führe, wie Sebastian Sasse in der „Tagespost“ erinnert. In der Folge seien jüngere Wissenschaftler oft gar nicht mehr in der ganzen Breite der eigenen Disziplin verwurzelt. Auch die jüngere Bildungsforschung, die einen enormen Zuwachs an empirischen Studien gebracht hat, bietet hierfür genug Anschauungsmaterial. Gerade junge Wissenschaftler spürten, so heißt es in der „Tagespost“, einen Konformitätsdruck.

Eine „Cancel Culture“ ist auch an deutschen Universitäten nicht mehr zu übersehen. Seinem eigenen Verband bescheinigt Kempen, angesichts derartiger Entwicklungen viel geleistet und wichtige Akzente in der hochschulpolitischen Debatte gesetzt zu haben. Bemerkenswerte Akzente hat der Verband allerdings auch in anderer Hinsicht gesetzt: Mit seiner Preispolitik bei der Kür der „Hochschullehrer des Jahres“ in den Coronajahren 2021 und 2022 hat der Verband mehr als deutlich die regierungsamtliche Linie einer grundrechts- und freiheitsfeindlichen Coronapolitik unterstützt. 2021 wurden die Virologen Christian Drosten und Sandra Ciesek, 2022 die BioNTech-Gründer Özlem Türeci und Ugur Sahin ausgezeichnet.

Stimmen, die sich kritisch mit der herrschenden Coronapolitik und den Grundrechtseingriffen, von denen auch zahlreiche Wissenschaftler betroffen waren, auseinander setzten, wurden vom Deutschen Hochschulverband gezielt ignoriert, totgeschwiegen oder in der vom Verband herausgegebenen Zeitschrift „Forschung und Lehre“ zensiert. Zu dieser Verbandspolitik, für die Kempen als langjähriger Präsident eines hochschulpolitischen Spitzenverbandes maßgeblich die politische Verantwortung trägt, hätte man sich ebenfalls einen „nachdenklichen Blick“ gewünscht, ja mehr noch: deutliche Selbstkritik. Der Deutsche Hochschulverband hat in der Coronakrise politisch und moralisch versagt. Mitglieder, die in dieser Zeit abweichende Meinungen vertraten und gravierenden Eingriffen in ihre Grundrechte, etwa auf körperliche Unversehrtheit, Wissenschaftsfreiheit oder Berufsausübungsfreiheit, ausgesetzt waren, duften von ihrem Berufsverband keinerlei Unterstützung erwarten.

Eine Aufarbeitung dieses Versagens steht noch aus. Und so lange dies so ist, hinterlässt die Preisentscheidung des Netzwerkes Wissenschaftsfreiheit mehr als einen schalen Nachgeschmack. Der Preisträger „ragte“ dann auch in den Coronajahren alles andere als „durch einen Einsatz für die Freiheit von Forschung und Lehre hervor“, wie die Vorsitzende des Netzwerkes in einer Pressemitteilung vom 29. Januar 2024 betont. Wer angesichts einer zunehmenden Polarisierung, Politisierung, Moralisierung, Ideologisierung und Emotionalisierung die Wissenschaftsfreiheit robust verteidigen will, sollte auf einem substantiellen Freiheitsverständnis bestehen und die Unteilbarkeit der Grundrechte verteidigen. Für beides steht der erste Preisträger des neugeschaffenen Preises für Wissenschaftsfreiheit nicht. Sein Stifter, das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit, positioniert sich mit seiner Nominierung im politisch-gesellschaftlichen Mainstream, in dem freiheitlich-konservative Stimmen überdeutlich an den Rand gedrängt werden.

Wer die Wissenschaftsfreiheit robust verteidigen will, darf über die coronapolitischen Angriffe auf das Recht auf körperliche Unversehrtheit, die wir erlebt haben, nicht schweigen. Alle, welche die Coronapolitik und die damit verbundene Umdeutung des Freiheitsverständnisses unterstützen, so schrieb die Vorsitzende des Netzwerkes Wissenschaftsfreiheit, Sandra Kostner, noch 2022 in ihrem Sammelband „Pandemiepolitik? Freiheit unterm Rad“ (Stuttgart 2022) sollten sich fragen, „ob sie wollten, dass andere darüber bestimmen können, welche pharmakologischen Substanzen sie ihrem Körper zuführen. Denn es könnte der Tag kommen, an dem es um Substanzen geht, die sie nicht verabreicht bekommen möchten. Der Geist, der das ermöglicht, ist aus der Flasche. Es ist an uns, ihn dort wieder hineinzubekommen und als Lehre aus den Pandemiejahren künftig darauf zu achten, dass er nicht mehr entweichen kann.“

Dieser Geist ist nun eines Freiheitspreises würdig. Die Opfer einer freiheitsfeindlichen Coronapolitik sind hingegen vergessen, auch an den Universitäten.

Rezension: Menschenwürde im Intensivstaat?

„Theologische Reflexionen zur Coronakrise legen Axel Bernd Kunze und seine beiden Mitautoren Oleg Dik und Jan Dochhorn vor: Sie fragen nach der ‚Menschenwürde im Intensivstaat‘ und fragen nach Bedingungen für eine gesellschaftliche Versöhnung. […] GKP-Mitglied Axel Bernd Kunze behandelt das Paradox, dass wir nach Zeiten der Staatsvergessenheit mit der Coronakrise unversehens mit einem Intensivstaat zu tun hatten (und zunehmend weiter haben).“

Rezension zu: Oleg Dik, Jan Dochhorn, Axel Bernd Kunze: Menschenwürde im Intensivstaat? Theologische Reflexionen zur Coronakrise (Philosophie interdisziplinär; 54), Regensburg 2023, 258 Seiten, 32 Euro, in: GKP-Informationen. Mitgliederzeitschrift der Gesellschaft Katholischer Publizistinnen und Publizisten Deutschlands 41 (2024), H. Februar, S. 18.

LB! Alemannia zu Bamberg: Hausrenovierung zum Ende des Wintersemesters abgeschlossen

Das Alemannenhaus gegenüber der Ottokirche ist durch die schwarz-rot-goldene Fahne an der Straßenseite deutlich zu erkennen. Das Haus, das die Bamberger Burschenschaft 1999 erworben hat, ist Mittelpunkt des Verbindungslebens und Wohnheim zugleich. Zum Wintersemester konnte eine umfassende Hausrenovierung abgeschlossen werden.

(Foto: D. Maldoner, Alemannenhausbesitzerverein)

Zum einen wurde der Veranstaltungsraum im Erdgeschoss, in der Studentensprache Kneipsaal genannt, vergrößert, indem Küche und Sanitäranlagen in das Hinterhaus verlegt wurden. Zum anderen wurde das darüberliegende Wohnheim saniert und der Brandschutz den aktuellen Erfordernissen angepasst. So musste im Innenhof ein zusätzlicher Fluchtweg über eine Wendeltreppe geschaffen werden. Die Bamberger Alemannia bietet in ihrem Haus günstigen Wohnraum für 6 Studenten an. Finanziert wird das Alemannenhaus mit seinen Wohnheimzimmern durch die Alten Herren, so heißen die Mitglieder der Verbindung, wenn sie ihr Studium abgeschlossen haben.

„Wer bei uns einzieht“, erläutert Alexander Meier, Diplomwirtschaftsinformatiker und Vorsitzender des Verbandes Alter Herren, die Idee von Studentenverbindungen, „findet gleich zu Studienbeginn eine verlässliche Gemeinschaft, die ein Leben lang hält.“ Dadurch werde der Studieneinstieg erleichtert, erklärt Meier weiter. Eine Verbindung ermögliche schnell Freundschaften am neuen Studienort und biete wichtige Unterstützung in der neuen Lebensphase.

„Der vergrößerte Kneipraum bietet künftig bessere Möglichkeiten für Verbindungsveranstaltungen, etwa für wissenschaftliche Abende oder die regelmäßigen Kneipen zum Semesterbeginn und Semesterende, zu denen viele Alte Herren an ihren ehemaligen Studienort zurückkommen“, ist Meier überzeugt. Ein solches Bauprojekt ehrenamtlich zu stemmen, sei eine Herausforderung. Doch habe es dabei eine sehr gute Kooperation mit der Stadt Bamberg gegeben, lobt der Altherrenvorsitzende. Feierlich übergeben wurde der vergrößerte und frisch renovierte Kneipsaal am 3. Februar 2024 mit der feierlichen Abschlusskneipe zum Ende des Wintersemesters.

Die Leipziger Burschenschaft Alemannia zu Bamberg wurde ursprünglich 1861 in Leipzig gegründet. Sie ist eine christliche, nichtschlagende Burschenschaft unter dem Wahlspruch „Gott, Freiheit, Vaterland“. Ihr gehören Studenten und Alte Herren unterschiedlicher Fakultäten und Disziplinen an.

Rezension: Pädagogisches Programm angesichts der Digitalisierung

Axel Bernd Kunze bespricht in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Publik -Forum“ (Nr. 2/2024 vom 26. Januar 2024, S. 57) den Essay „Alles und nichts sagen“ von Eva Menasse (Kiepenheuer & Witsch, 188 Seiten, 22 Euro):

„Menasses Essay will aufzeigen, wie dringend es wäre, wieder zum rechten Maß der Debatte zurückzufinden – denn es steht viel auf dem Spiel, sollte die freie Gesellschaft dem digitalen Stress zum Opfer fallen. Ihr Rat: Bleibe du selbst, selbstkritisch, unbeirrt gegenüber den digitalen Machtansprüchen. Dies könnten zum pädagogischen Programm nicht für, sondern angesichts der Digitalisierung werden.“