Neuerscheinung: Herausforderndes Verhalten von Kindern

Verschiedene Fachschulen und Kindertageseinrichtungen – darunter auch die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt – waren im Rahmen des Transferverbundes Kindheitspädagogik unter Leitung der Evangelischen Hochschule Freiburg (Prof. Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff) am Forschungsprojekt „Herausforderndes Verhalten von Kindern“ (HeVeKi) beteiligt gewesen. Ziel des Projektes war es, ein Curriculum für die Weiterbildung Pädagogischer Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen zu erarbeiten und unterrichtspraktisch zu erproben. Inzwischen liegen die Projektergebnisse in gedruckter Form vor:

Klaus Fröhlich-Gildhoff, Maike Rönnau-Böse und Claudia Tinius: Herausforderndes Verhalten von Kindern professionell bewältigen. Ein Curriculum für die Weiterbildung pädagogischer Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen (Materialien zur Frühpädagogik; 20), o. O. (Freiburg i. Brsg.) 2017.

Schlaglicht: Individualität schreibt …

Tilman Allert bricht anlässlich des Internationalen Tages der Handschrift im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen vom 23. Januar 2018 die Lanze für ein bedrohtes Kulturgut. Brauchen wir im Zeitalter von Computer und Tastaturen, von Smartphone und SMS noch das Schreiben mit der Hand? Wäre es nicht besser, die Schüler würden ihre Zeit auf Wichtigeres verwenden als Schwungübungen und Schönschrift? Nicht wenige wissenschaftliche Stimmen empfehlen dies. Und tatsächlich befindet sich das Einüben der Handschrift in den Grundschulen schon seit Längerem auf dem Rückzug. Und wer in höheren Klassen unterrichtet, merkt, dass es Schülern zunehmend schwer fällt, Tafelbilder in Schreibschrift nachzuvollziehen. Kulturgüter, die nicht mehr gelehrt und gepflegt werden, sterben aus.

„Bedenken second“, hieß es im Wahlkampf gegenüber der Digitalisierung. Der Sozialpsychologe Allert lässt sich von diesem Trend der Debatte nicht einschüchtern und hält dagegen: „Das eigene Schreiben spiegelt dem Schreiber ein komplexes Erleben. Es erschließt den Sinn der Welt in eigener Fasson.“ Auch wenn kein Erwachsener mehr so schreibt, wie er es einst in der Grundschule gelernt hat, geht mit dem Aussterben der Handschrift mehr verloren, als eine beliebig austauschbare Technik, sich anderen mitzuteilen.

Die Handschrift bleibt ein unverwechselbarer Teil der eigenen Persönlichkeit. Was selbst geschrieben wurde, prägt sich besser ein. Aber mehr noch: Wer Heranwachsenden die Möglichkeit des individuellen Ausdrucks nimmt, verkauf ihre Individualität unter Wert, der reduziert den Menschen auf ein austauschbares Element im digitalen Netzwerk. Wer übt, mit der Hand zu schreiben, lernt, „Ich“ zu sagen. Noch einmal Allert: „Das eigene Selbst graphologisch ausweisen zu können lässt die ungeheure Kraft einer Geste erahnen, sich mit Geschriebenem Gehör zu verschaffen. Man ist mithin, selbst wenn man abwesend ist, anwesend.“ Was aber, wenn dies gar nicht mehr gewollt ist!? Wer Individualität und Kreativität, freien Geist und schöpferische Produktivität will, sollte die Handschrift fördern – diese Bedenken sollten wir uns leisten, sonst wären wir schnell bei einer Gesellschaft, die über Konvention und Plagiat nicht mehr hinauskommt.

Rezension: Menschenrechte – Einführung mit Dokumenten

2018 jährt sich die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zum siebzigsten Mal: „Menschenrechte werden nicht mehr als exklusive Angelegenheit nationaler Staaten erachtet, sondern als Aufgabe der Völkergemeinschaft in Form der Vereinten Nationen“ (S. 58). Der Aufbau eines internationalen Menschenrechtsregimes hat nach Ende des Ost-West-Gegensatzes noch einmal deutlich an Dynamik gewonnen. Bis heute setzt sich der Ausbau der Menschenrechte fort. Der Magdeburger Menschenrechtspädagoge K. Peter Fritzsche hat vor diesem Hintergrund sein bekanntes Lehrbuch zu den Menschenrechten in dritter Auflage aktualisiert und an neuere Entwicklungen im Menschenrechtsschutz angepasst.

Eine Besprechung der Neuauflage des Lehrbuchs aus der Feder von Axel Bernd Kunze finden Sie im Onlineportal Socialnet:

https://www.socialnet.de/rezensionen/22389.php

Karl Peter Fritzsche: Menschenrechte. Eine Einführung mit Dokumenten, Stuttgart 2016, 3., erweiterte und aktualisierte Auflage, 410 Seiten. ISBN 978-3-8252-4487-3.

Neue Kolumne: Geht die Antidiskriminierungsstelle des Bundes zu weit?

Seit Beginn des Jahres 2018 erscheint Die Tagespost jeweils donnerstags als Wochenzeitung. Dementsprechend werden dort die von der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle in Mönchengladbach organisierten und bisher in den Samstagsausgaben vorzufindenden Kolumnen veröffentlicht. Regelmäßig kommentieren Christliche Sozialethiker dort aktuelle soziale, wirtschaftliche und gesellschaftliche Fragen. Im aktuellen Beitrag vom 4. Januar 2018 warnt Privatdozent Dr. Axel Bernd Kunze, Sozialethiker, Schulleiter und Privatdozent für Erziehungswissenschaft vor einer Entwicklung, bei welcher der Staat immer mehr private Lebensbereiche hoheitlich ordnet und dadurch die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger einschränkt.

Die Kolumne mit dem Titel FREIHEIT UND VERANTWORTUNG beschäftigt sich mit einer Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die kurz vor Weihnachten veröffentlicht wurde: Verstoßen Friseure und Reinigungen gegen die Gleichstellung?, fragt Kolumnist Axel Bernd Kunze und schlägt am Ende den Bogen zu den Sondierungsgesprächen im Berlin.

Den Text der Kolumne aus der TAGESPOST vom 4. Januar 2018 finden Sie online:

http://www.ksz.de/aktuelle_nachrichten.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=527&cHash=af7095d00d043cadb90458ce317633a7

http://www.die-tagespost.de/politik/Kolumne-Freiheit-und-Verantwortung;art314,184750

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Ich wünsche allen Lesern meines Weblogs ein glückseliges neues Jahr und einen gesegneten Festtag der Erscheinung des Herrn. Ich freue mich auch im neuen Jahr auf einen interessanten Austausch über sozial- und bildungsethische Fragen.

Ihr Axel Bernd Kunze

 

 

 

Neuerscheinung: Democracy Education in Teacher Training in Germany

Axel Bernd Kunze: Democracy Education in Teacher Training in Germany, in: Miriam Ben-Peretz, Sharon Feiman-Nemser (Eds.): Political Transformations and Teacher Education Programs, Lanham/Boulder/New York/London: Rowman and Littlefield 2018, pp. 1 – 16.

„The move from authoritarian to a more democratic ruling system expresses itself in chapter 1 […] by Axel Bernd Kunze. Kunze claims that ’students ought to experience Democracy in practice while they are in School in order to develop a habitual democratic disposition‘ (this volume, ch. 1). In order to achieve this Goal, schools should function as a democratic society. This approach calls for student teachers to participate actively in their own program. In the same spirit, Kunze quotes Behrmann, who wrote that ‚democracy needs to be lived, in order that it can be learned“ (1996, p. 121).“ (Introduction, p. ix)

Der Band ist an der Universität Haifa/Israel entstanden. Der Beitrag zur deutschen Lehrerbildung beleuchtet Chancen und Grenzen von „Service Learning“ und Menschenrechtsbildung in der Lehrerausbildung, u. a. auf Basis von Erfahrungen, die der Verfasser an der Universität Trier gesammelt hat.

Tagungsbericht: Flucht- Zuwanderung – Migration

Im aktuellen Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften „Religion(en) in der Einwanderungsgesellschaft“, das in diesem Monat erschienen ist, berichtet Stephanie Steininger über das FORUM SOZIALETHIK 2016:

Stephanie Steininger: Flucht – Zuwanderung – Migration: Multidisziplinäre und normative Vergewisserungen zum Thema Migration. Bericht zum 26. Forum Sozialethik in der Katholischen Akademie Schwerte, in: Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften 58 (2017), S. 319 – 325.

Aus bildungsethischer und pädagogischer Sicht fragte Axel Bernd Kunze im Rahmen der Tagung nach den Chancen und Grenzen von Integration in der Schule:

„Kontrovers diskutierten die Anwesenden über die Fragen, ob dazu der christliche Referenzrahmen aufgegeben werden soll, ein solcher heute überhaupt noch existiert, anstatt eines konfessionellen ein interreligiöser Unterricht angeboten werden soll und die Pädagogen und Pädagoginnen anstatt Theologie Religionswissenschaft studieren sollten.“ (S. Steininger, S. 322)

Der Beitrag wurde in diesem Jahr in der Zeitschrift „Katholische Bildung“ veröffentlicht:

Axel Bernd Kunze:  Chancen und Grenzen schulischer Integration, in: Katholische Bildung 118 (2017), H. 5/6, S. 116 – 125.

Neuerscheinung: Vielfalt als Normalfall?

Vielfalt als Normalfall?, fragt Axel Bernd Kunze in der aktuellen Ausgabe 12.2017 (66. Jahrgang, S. 457 – 463) von SOZIALE ARBEIT. Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete. Seine Antwort: Inklusion – so der Untertitel des Beitrags – sei als interpretierendes Prinzip zu verstehen. Der Beitrag wurde in einer Double-Blind Peer Review begutachtet. Die Zeitschrift erscheint im Eigenverlag des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI).

Axel Bernd Kunze plädiert in seinem Aufsatz für eine Auffassung von Inklusion als interpretierendes Prinzip und nicht als Ideologie des Egalitarismus. Nur wenn sich Maßnahmen zur Inklusion an individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen orientieren, kann soziale Teilhabe gelingen. Der Autor beschreibt die Voraussetzungen für eine „Inklusion mit Augenmaß“. [Ankündigung der Redaktion]

Neuerscheinung: Engagement 3/2017 zum Thema „Sexualpädagogik heute“

Die neue Ausgabe 3/2017 der Zeitschrift ENGAGEMENT – Zeitschrift für Erziehung und Schule widmet sich dem Thema Sexualpädagogik heute: Herausforderungen – Einordnungen.

In der Umschau beleuchtet der Bonner Erziehungswissenschaftler Volker Ladenthin Ethik und Religion – als Themen schulischer Erziehung und Wirtschaft als Schulfach – ja, dann aber auch zeitgemäß.

Im Rezensionsteil werden folgende Titel besprochen:

A. Henningsen u. a. (Hgg.): Sexualpädagogik kontrovers, Weinheim 2016 (Rez.: Matthias Bär)

Erzbistum Köln (Hg.): Den ganzen Menschen sehen. Eine Sexualerziehung der Achtsamkeit, Paderborn 2014 (Rez.: Matthias Bär)

K. Hilpert (2015): Ehe, Partnerschaft, Sexualität. Von der Sexualmoral zur Beziehungsethik, Darmstadt 2015 (Rez.: Axel Bernd Kunze)

B. Ahrbeck: Inklusion. Eine Kritik, Stuttgart 2014 (Rez.: Axel Bohmeyer)

H. P. Klein: Vom Streifenhörnchen zum Nadelstreifen. Das deutsche Bildungswesen im Kompetenztaumel, Springe a. D. 2016 (Rez.: Julian Daubaris)

C. Püttmann u. a. (Hgg.): Methoden des Pädagogikunterrichts, Münster i. W. 2016 (Rez.: Johannes Gutbrod)

E. Drewermann: „Luther wollte mehr“. Der Reformator und sein Glaube, Freiburg i. Brsg. 2016 (Rez.: Axel Bernd Kunze)

S. Pinker: Der Stoff, aus dem das Denken ist – Was die Sprache über unsere Natur verrät, Frankfurt a. M. 2014 (Rez.: Gottfried Kleinschmidt)

S. Neuhaus: Märchen, Tübingen 2017 (Rez.: Volker Ladenthin)

C. Duda: Gar nichts von allem, Weinheim u. a. 2017 (Rez.: Anna Winkler-Benders)

S. Höfler: Tanz der Tiefseequalle, Weinheim u. a. 2017 (Rez.: Astrid Frey)

 

Neuerscheinung: Ritualisierungen – Rituale – Verständnis für Religion

Rituale können elementare Grunderfahrungen wecken, die für ein Verständnis religiöser Vollzüge oder Gebetsformen fruchtbar gemacht werden können. Organisierte Bildungs- und Erziehungsprozesse in Schule oder Kindertageseinrichtungen können viel dazu beitragen, ein solches Verständnis zu pflegen, gerade dann, wenn Heranwachsende nicht mehr aktiv in einer Kirche oder Glaubensgemeinschaft verwurzelt sind.

Mit der Frage, wie gemeinsame Rituale für religiöse Lern- und Bildungsprozesse pädagogisch fruchtbar gemacht werden können, beschäftigt sich ein Beitrag in der neuen Ausgabe der Zeitschrift ELTERNFORUM:

Axel Bernd Kunze: Gemeinsame Rituale wecken Verständnis für Religion, in: Elternforum (2017), Heft 3/4, S. 8 f.

Der Beitrag ist Teil des Themenheftes „Schule als pastoraler Ort“.

Die Zeitschrift „Elternforum“, herausgegeben von der Katholischen Elternschaft Deutschlands, sind online zugänglich über die Internetseiten des Verbandes:

https://www.katholische-elternschaft.de/ked-publikationen/elternforum/

Neuerscheinungen online bestellen – Vorankündigung

NEUERSCHEINUNGEN:

Unter der Seite NEUERSCHEINUNGEN können Sie sich über aktuelle Buchpublikationen des Verfassers informieren:

https://bildungsethik.wordpress.com/7-neuerscheinungen/

Dort finden Sie auch Hinweise, wie Sie die Bücher bei Interesse online bestellen können.

VORANKÜNDIGUNG:

Ende des Jahres soll folgender Titel erscheinen:

Axel Bernd Kunze: Bildung in der Demokratie. Warum pädagogischer Eigensinn und Freiheit unverzichtbar sind.

Weitere Informationen zum Erscheinungstermin erhalten Sie in Kürze hier auf diesem Weblog.