Schlaglicht: Keine Enteignung der geistig Kreativen und wissenschaftlich Produktiven!

Keine Frage: In herausfordernden Zeiten wie diesen sind pragmatische und wirksame Lösungen gefragt. Dies gilt jetzt auch für die Schulen, da Lehrer ihre Schüler auf elektronischem Wege mit Materialien für das Selbstlernen zuhause versorgen müssen. Die F.A.Z. (Unterricht neu denken, Nr. 66, 18.03.2020, S. 9) berichtet, wie die Verlage darauf reagieren: Einige von ihnen setzen in dieser Notsituation Begrenzungen des Urheberschutzes außer Kraft.
Eines sollte aber klar bleiben: Das geistige Eigentum von Autoren ist nicht etwas, das man auf Dauer verschenken kann.
In derselben Ausgabe (Nr. 66, 18.03.2020, S. 4) mahnt Dorothee Bär, der Einsatz von „eLearning“ werde auch nach Ende der Krise gebraucht. Mag sein. Dies mag auch für einen weiteren Satz der CSU-Politikerin im Interview gelten: „Die Welt wird nach dieser Krise sicher eine andere sein.“ Doch eines darf sich nicht ändern: Wer Texte für das „eLearning“ nutzen will, muss die Urheber für die Nutzung ihrer Werke vergüten.
Die gegenwärtige Krise zwingt uns, wenn sie überwunden ist, viele politische Annahmen, die bisher unhinterfragt Geltung beanspruchten, auf den Prüfstand zu stellen. Das Urheberrecht gehört nicht dazu. Und es wäre ein falsches Signal, wenn Schüler jetzt den Eindruck bekämen, alles, was über das Internet kommt, sei kostenfrei zu haben. Wer den Urheberschutz schleift, enteignet die geistig Kreativen und wissenschaftlich Produktiven. Hinter deren Produkten steckt Leistung, die fair entlohnt werden muss.

Rezensionen: engagement 4/2019

Im Rezensionsteil des aktuellen Heftes 4/2019 der Zeitschrift engagement werden folgende Titel besprochen:

  • Judith Könemann, Denise Spiekermann (Hgg.): Katholische Schulen – Herausgeforderte Identität (Paderborn 2019) – Rezensent: Hans- Michael Mingenbach
  • Hermann Vortmann: Schul-Leben (Münster/Westf. 2017) – Rezensent: Wilhelm Wittenbruch
  • Olaf-Axel Burow: Schule digital – wie geht das? Wie die digitale Revolution uns und die Schule verändert (Weinheim u. a. 2019) – Rezensent: Volker Ladenthin
  • Maike Tournier: Kognitiv anregende Fachkraft-Kind-Interaktionen im Elementarbereich. Eine qualitativ-quantitative Videostudie (Münster/Westf. u. a. 2017) – Rezensentin: Katharina Dübgen
  • Arnd Uhle (Hg.): Kinder im Recht. Kinderrechte im Spiel der Kindesentwicklung (Berlin 2019) – Rezensent: Axel Bernd Kunze
  • Frank Maria Reifenberg: Wo die Freiheit wächst. Briefroman zum Widerstand der Edelweißpiraten (München 2019) – Rezensentin: Anja Kuypers
  • Nia Weger: Als mein Bruder ein Wal wurde (Hamburg 2019) – Rezensentin: Anna Winkler-Benders

Die Zeitschrift wird herausgegeben von der Konferenz der Träger Katholischer Schulen in freier Trägerschaft in Deutschland und erscheint im Aschendorff-Verlag Münster. Dem Herausgeberbeirat gehören an: Dr. Rafael Frick (Ludwigsburg), Dr. Christopher Haep (Hamburg), PD Dr. Axel Bernd Kunze (Bonn), Dr. Peter Nothaft (München), Prof. Dr. Matthias Proske (Köln), Sr. Dr. M. Dorothea Rumpf (Duderstadt), Prof. Dr. Clauß Peter Sajak (Münster/Westf.) und Prof. Dr. Sabine Seichter (Salzburg).

Neuerscheinung: Bildung und Beteiligung

Bildung wird im jüngeren bildungsethischen Diskurs als zentrales Medium von Beteiligung betrachtet. Die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, die 2019 dreißig Jahre alt wird, hat darauf aufmerksam gemacht, dass Kinder bereits von klein auf Beteiligungsrechte besitzen. Der vorliegende Beitrag fragt, welche Bedeutung der Beteiligungsbegriff für die pädagogische Arbeit von Erziehern und Erzieherinnen besitzt.

Mit Verspätung ist Themenheft 4/2019 der Zeitschrift engagement zu Religion in der Schule erschienen. Axel Bernd Kunze beschäftigt sich in der themenoffenen UMSCHAU des Heftes mit dem Zusammenhang von Bildung und Beteiligung in der Elementarbildung:

Axel Bernd Kunze: Bildung und Beteiligung. Ein Impuls aus der Erzieherausbildung an Fachschulen für Sozialpädagogik, in: Engagement 37 (2019), H. 4, S. 209 – 213.

Schlaglicht: Alle Wege führen nach Rom! … nur mit dem Flugzeug?

Entscheiden sich Schulen bei Klassenreisen für alternative Verkehrsmittel wie die Bahn rücken auch andere Zielorte in den Fokus: Statt nach Rom oder London geht es nach Köln oder München.

… heißt es angesichts der aktuellen Klimaproteste der „Fridays-for-Future-Bewegung“ in der aktuellen Ausgabe von „Erziehung und Wissenschaft“, der Mitgliederzeitschrift der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

Warum eigentlich? Es gab Zeiten, da fuhr man auf Studienreise mit dem Zug über den Brenner nach Rom. Der Verfasser erinnert sich noch daran – und auch an den „Lokalkolorit“, der damit verbunden war:  Da es in Italien mal wieder einen Streik gegeben hatte, traf der überfüllte Zug in München mit über dreistündiger Verspätung ein. Auch so kann man Europa kennenlernen – und nebenbei auf der Fahrt noch seinen achtzehnten Geburtstag feiern.

Statt unpolitischem „Lifestyle-Gehopse“ wäre vielleicht tatsächlich einmal über den eigenen Lebensstil nachzudenken. Nur wäre das unbequemer als ein freier Schultag – und möglicherweise mit tatsächlichen Veränderungen verbunden.

Rechtschreibung – unwichtig?

Nein! – …. sagt die Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing. Wenn sich etwas ändern solle, so die Marburger Erziehungswissenschaftlerin, brauche es ein gesellschaftliches Umdenken bei diesem Thema. In einem Blogbeitrag nimmt sie prägnant Stellung zu einer Debatte, die durch den baden-württembergischen Ministerpräsidenten neu entfacht wurde. Denn „An den Lehrern liegt es nicht!“:

https://www.jmwiarda.de/2020/02/11/an-den-lehrern-liegt-es-nicht/

Die jahrelange (und jahrzehntelange) Vernachlässigung der Rechtschreibung ist ein Armutszeugnis für eine Kulturnation – aber leider nicht das einzige, was Deutschland gerade sträflich vernachlässigt.

Neuerscheinung: Sind Internate noch aktuell?

Sind Internate noch aktuell?, fragt Axel Bernd Kunze in der aktuellen Ausgabe der „Schwarzburg“ (128. Jahrgang, Nr. 4/2019, S. 10 –  14):

„Internate erfreuen sich in der Kinder- und Jugendbuchwelt weiterhin einer ungebrochenen Beliebtheit; ansonsten stehen sie gegenwärtig aber nicht im Mittelpunkt des Interesses, weder in der Erziehungswissenschaft noch in der Bildungspolitik. In der Erzieherausbildung oder Lehrerbildung kommen sie so gut wie gar nicht vor. Zum einen werfen die verschiedenen Missbrauchsskandale ihre langen Schatten. Zum anderen hängt Internaten der Ruf an, elitär und ausgrenzend zu sein; nicht selten werden sie daher als Bremsklotz für mehr Bildungsgerechtigkeit und Inklusion im Schulsystem betrachtet.

Doch gibt es vielfältige Gründe, warum ein Leben im Internat sinnvoll sein kann: die Entfernung zur Schule; die familiären Verhältnisse oder die berufliche Situation der Eltern; besondere Bedürfnisse der Schüler und bessere Fördermöglichkeiten; Schwierigkeiten innerhalb der bisherigen Bildungsbiographie; die Möglichkeit, spezielle Interessen gezielt zu vertiefen; der Wunsch, selbständig zu werden …

Internate finden sich an allgemeinbildenden, aber auch berufsbildenden Schulen. […] Baustein innerhalb eines differenzierten Bildungssystems darstellen, das unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden will.“

Neue Veröffentlichungen verlinkt

In der rechten Menüspalte finden Sie neue Arbeitsproben und Auswahlveröffentlichungen zu pädagogischen und sozialethischen Themen verlinkt.

Ferner finden Sie unter der Kategorie „Kolumnen“ einen Link zu den sozialethischen Kolumnen, die regelmäßig in Kooperation mit der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle in der „Tagespost“ erscheinen. Unter der Kategorie „Kolumnist der ‚Tagespost'“ finden Sie Kolumnen von Axel Bernd Kunze, Bildungsethiker an der Universität Bonn.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre!

Neuerscheinung zur Interkulturellen Pädagogik: Diakonische Bildung für Pädagogische Fachkräfte in der Elementarbildung

„Das KiTa-Handbuch“, herausgegeben von Martin R. Textor und Antje Bostelmann, hat in der Rubrik „Interkulturelle Pädagogik“ einen Beitrag von Axel Bernd Kunze zur Diakonischen Bildung für Pädagogische Fachkräfte in der Elementarbildung veröffentlicht. Die Gedanken basieren auf einem Impulsvortrag im Rahmen des 1. Bildungskongresses des Kaiserswerther Verbandes, der Ende September in Lutherstadt Wittenberg stattfand; der Vortrag wurde für die Druckfassung wesentlich erweitert:

Diakonische Bildung – Drei Praxisbeispiele aus der Aus- und Fortbildung Pädagogischer Fachkräfte zum Umgang mit religiös-kultureller Vielfalt

Der Artikel im „KiTa-Handbuch“ ist online zugänglich.

Weitere Beiträge im „KiTa-Handbuch“ aus der Feder desselben Autors finden Sie hier. Bisher sind erschienen:

Neuerscheinung: Was Erziehung heute leisten kann. Pädagogik jenseits von Illusionen

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Von Professor Dr. Bernd Ahrbeck, Lehrstuhlinhaber für Psychoanalytische Pädagogik an der Internationalen Psychoanalytischen Universität Berlin, ist im Kohlhammer-Verlag aktuell erschienen: Was Erziehung heute leisten kann. Pädagogik jenseits von Illusionen (Stuttgart 2020).

„Eine Abgrenzung zwischen der Vermittlung schulischer Wissensbestände einerseits und Wertvorstellungen auf der anderen Seite kann zwar im Einzelfall schwierig sein, grundsätzlich stehen sich jedoch unterscheidbare Pole gegenüber. Auch auf der Ebene der Werte und Bewertungen sind wichtige Differenzierungen vorzunehmen, die entlang der Linie Öffentliches und Privates, gesellschaftlich Erwartbares und Intimes entfalten. Axel Bernd Kunze (2015) hat darauf anhand des Verhältnisses von Toleranz und Akzeptanz verwiesen Beide dürfen nicht miteinander verwechsel werden. […] Aus diesem Grund ist Kunze skeptisch, wenn staatlicherseits oder in anderen Bereichen des öffentlchen Lebens Akzeptanz eingefordert wird, eine Akzeptanz, die im Widerspruch zur Selbstbestimmung und freien Selbstentfaltung stehen kann. ‚Von der Schule erzwungene, [oder gar noch] durch Noten sanktionierte Werturteile sind moralisch wertlos und widersprechen dem Indoktrinatiinsverbot‘ (Kunze, 2015, S. 7).“

(S. 129 f.)