Rezension: Unter neuen Vorzeichen

Magdalene Simpfendörfer-Autenrieth, Antje Helmond (Hgg.) (2020): Unter neuen Vorzeichen (Gruß aus der Stiftung Großheppacher Schwesternschaft; 2020/2021), o. O. (Weinstadt/Rems): Stiftung Großheppacher Schwesternschaft, 92 Seiten.

Pädagogik muss immer wieder neu ihr Verhältnis zu den sich verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen reflektieren. Wie der Bildungs- und Erziehungsauftrag verwirklicht werden kann, muss daher immer wieder „unter neuen Vorzeichen“ geprüft werden. „Unter neuen Vorzeichen“ heißt dann auch der neue Gruß aus der Stiftung Großheppacher Schwesternschaft, der alle zwei Jahre erscheint (die aktuelle Ausgabe ist auch online verfügbar unter: https://www.grossheppacher-schwesternschaft.de/assets/files/publikationen/Gruss/ghs_gruss_2020_2021_web.pdf).

Gegründet wurde die Stiftung (www.grossheppacher-schwesternschaft.de), die in den Bereichen Bildung, Erziehung, Pflege und gemeinschaftliche Wohnformen aktiv ist, vor mehr als hundertsechzig Jahren durch Wilhelmine Canz im Remstal vor den Toren Stuttgarts. Die Stiftung betreibt heute zwei Schulen: eine evangelische Fachschule für Sozialpädagogik sowie eine evangelische Pflegeschule. Im Hintergrund der Veröffentlichung steht das sogenannte „Zukunftsprojekt“, das sich die Stiftung vorgenommen hat: Es „bildet mit einer naturpädagogischen Werkstatt, einer naturnahen Kita und einer ambulanten Tagespflege die Erweiterung der Bereiche Bildung, Erziehung und Pflege ab und schreibt mit einem Wohnungsbau-Projekt im Mutterhausgarten die Transformation der Mutterhausidee in eine kommunitär-gemeinschaftliche Wohnform fort“ (S. 5).

Der Band beleuchtet aktuelle Entwicklungen in den einzelnen Arbeitsfeldern der Stiftung. Die Beiträge stammen aus der Mitarbeiterschaft, ergänzt um Beiträge externer Fachleute. Die Artikel aus dem Bereich der Erzieherausbildung thematisieren, wie sich die Ausbildungseinrichtung durch ein neues naturpädagogisches Profil und eine Digitalisierungsstrategie neuen Herausforderungen stellt. Beides hängt pädagogisch durchaus zusammen: „Aufgabe der Schule ist es, die Heranwachsenden dabei zu unterstützen, sich einen differenzierten Selbst-, Fremd- und Weltentwurf zu erarbeiten. Für eine Fachschule für Sozialpädagogik gilt dies in doppelter Hinsicht: Denn was die Auszubildendem in ihrem eigenen Bildungsprozess erfahren, sollen sie im praktischen Teil der Ausbildung und später im Beruf an Kinder und Jugendliche weitergeben. […] Dieser Anspruch bleibt. Aber er muss immer wieder unter neuen Vorzeichen eingelöst werden – weil sich unsere Umwelt immer wieder verändert und damit auch die Bedingungen der pädagogischen Arbeit. Dies gilt für die technischen Möglichkeiten genauso wie für unser Verständnis der natürlichen Umwelt“ (Seiten 12 f.). Eine Absolventin der Fachschule, die im vergangenen Jahr mit einem Abschlusspreis geehrt wurde, zeigt auf, wie sich Bildung für nachhaltige Entwicklung methodisch im Elementarbereich umsetzen lässt; das Kapitel ist ein Auszug aus ihrer Facharbeit. Albrecht Fischer-Braun, neuer Geschäftsführer des Evangelischen Landesverbandes Tageseinrichtungen für Kinder in Württemberg e. V., reflektiert den Zusammenhang von Ökologie, Schöpfung und Nachhaltigkeit in der frühkindlichen Erziehung.

[…]

Die gesamte Rezension findet sich in: engagement 39 (2021), Heft 1, S. 58 f.

Neuerscheinung: Kindheitspädagogik

Mit deutlicher Verspätung ist Heft 1/2021 von „engagement“ erschienen. Das Themenheft der Zeitschrift für Erziehung und Schule ist dieses Mal der Kindheitspädagogik gewidmet. Die Elementarbildung zählt international aus katholischer Sicht zum Bildungswesen, weshalb sich die Zeitschrift katholischer Schulen dieses Mal der frühen Bildung und Erziehung annimmt. Verantwortlicher Herausgeber des Thementeils ist Rafael Frick (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg).

Im Rezensionsteil werden besprochen:

  • Sabine Seichter: Das „normale“ Kind. Einblicke in die Geschichte der schwarzen Pädagogik,Weinheim/Basel 2020 (Rez.: Johannes Gutbrod).
  • Heike Helmchen-Menke: Ins Leben begleiten. Religionssensibel durch den Familienalltag, Ostfildern 2020 (Rez.: Ruth Herb).
  • Magdalene Simpfendörfer-Autenrieth, Antje Helmond (Hgg.): Unter neuen Vorzeichen, o. O. (Weinstasdt/Rems) 2020 (Rez.: Axel Bernd Kunze).
  • Friedemann Kreuder, Stefanie Husel (Hgg.): Spiele spielen. Praktiken, Metaphern, Modelle, Paderborn 2018 (Rez.: Katharina Dübgen).
  • Doreen Blumhagen: Unterrichtseinstiege Religion, 2. Aufl., Berlin 2017 (Rez.: Björn Igelbrink).
  • Julian Nida-Rümelin: Unaufgeregter Realismus. Eine philosophische Streitschrift, Leiden 2018 (Rez.: Jan Dochhorn).
  • Mathias Brodkorb, Katja Koch: Der Abiturbetrug. Vom Scheitern des deutschen Bildungsföderalismus. Eine Streitschrift, Springe/Deister 2020 (Rez.: Axel Bernd Kunze).
  • Sarah Knausenberger: Die blaue Ritterin, Stuttgart 2021 (Rez.: Angela Hagen).
  • Sarah Michaela Orlovsky: Eine halbe Banane und die Ordnung der Welt, Innsbruck 2021 (Rez.: Manuela Hantschel).
  • Susanne Orosz: Wasser. Geschichten zum Plauschen, Staunen und Forschen, Hamburg 2021 (Rez.: Christinae Raeder).
  • Kathleen Verecken: Alles wird gut, immer, Hildesheim 2021 (Rez.: Barbara Dorn).

Redakteur der Rezensionsabteilung ist Axel Bernd Kunze

Neuerscheinung: Kontextuelle Theologie

Axel Bernd Kunze rezensiert im Themenheft „Amazonien – Geschenk und Aufgabe“ der Internationalen Zeitschrift für Theologie die folgenden Titel zur kontextuellen Theologie:

Regina Reinhart: Die Amazonien-Synode. Chance und Herausforderung der Mission: Der Imperativ des Umweltschutzes, der Stärkung der indigenen Völker und des Aufbaus indigener Ortskirchn (Studia Instituti Missiologic Societatis Verbi Divini; 118), Siegburg: Franz Schmitt 2021, 448 Seiten.

Stefan Silber: Postkoloniale Theologien. Tübingen: Eine Einführung, Narr Francke Attmepto, 272 Seiten.

Axel Bernd Kunze (Rez.):Kontextuelle Theologie und theologische Kontextualisierung, in: Concilium 57 (2021), H. 4, S. 500 – 505.

Neuerscheinung: Antisemitismus an Schulen

Mit deutlicher Verspätung ist Heft 4/2020 der Zeitschrift engagement zum Thema Antisemitismus an Schulen erschienen.

Im Rezensionsteil werden folgende Bände vorgestellt:

  • Bernd Ahrbeck: Was Erziehung heute leisten kann. Pädagogik jenseits von Illusionen (2020), rezensiert von Johannes Gutbrod
  • Edeltraud Röbe, Marion Aicher-Jakob, Anja Seifert: Lehrer werden – Lehrer sein – Lehrer bleiben (2019), rezensiert von Wilhelm Wittenbruch
  • Cornelia Remon, Rosemarie Godel-Gassner, Rafael Frick, Tillmann Kreuzer (Hgg.): Der Faktor „Geschlecht“ in Forschung und Lehre (2019), rezensiert von Katharina Dübgen
  • Gerd Neuhaus: Glückskekse vom lieben Gott? Religionsunterricht zwischen Lebensweltorientierung und Glaubensvermittlung (2019), rezensiert von Peter Anders
  • Barbara Brüning: Sterben + Tod (2019), rezenisert von Matthias Bär
  • Sabine Achour, Peter Massing: Disziplinen des Politikunterrichts (2019), rezensiert von Axel Bernd Kunze

Rezension: Europa regenerieren

Europa erlebt allenthalben einen Niedergang des Freiheitsbewusstseins. Die aktuelle Coronapolitik trägt das Ihrige dazu bei. Aus der EU sei ein globalistisches Elitenprojekt geworden. ERASMUS komme über ein touristisches Niveau nicht hinaus, so Werner Müller-Pelzer in seinem Buch „Europa regenieren“ (Verlag Karl Alber, 568 Seiten, 39 Euro). Der Autor stellt als Alternative das MONTAIGNE-Austauschprogramm vor, das über eine freiheitliche Persönlichkeitsbildung den Europagedanken wiederbeleben soll. Der Band wird von Axel Bernd Kunze in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Publik-Forum vorgestellt (Nr. 16, 27. August 2021, S. 57).

Rezension: Wiederkehr des deutschen Untertanen

Der deutsche Untertan ist zurück – oder war er nie weg? Peter J. Brenner hat eine glänzend geschriebene Rezension zum neuen Buch „Der deutsche Untertan“ aus der Feder des ehemaligen Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, vorgelegt. Die Rezension ist lesenswert, weil sie weit über das besprochene Werk hinausgreift und auf die freiheitsfeindlichen Entwicklungen in unserem Land aufmerksam macht, die am Ende dieser Legislaturperiode ein Maß angenommen haben, das bisher undenkbar war. Unser Land blickt in den Abgrund und müsste vor sich selbst erschrecken. Aber die wenigsten lesen die Zeichen der Zeit.

Die Rezension findet sich hier: https://www.tumult-magazine.net/post/peter-j-brenner-deutschland-ein-land-der-untertanen-zum-neuen-buch-von-josef-kraus

Rezension: Wie Menschenrechtsbildung gelingt

Axel Bernd Kunze rezensiert im Internetportal Socialnet den Band

Oskar Dangl, Doris Lindner: Wie Menschenrechtsbildung gelingt. Theorie und Praxis der Menschenrechtspädagogik. Verlag W. Kohlhammer (Stuttgart) 2020. 223 Seiten. ISBN 978-3-17-036929-0. 28,00 EUR. Reihe: Brennpunkt Schule

https://www.socialnet.de/rezensionen/27860.php

Neuerscheinung: Mit Leib und Seele

„Inkarnation im post/humanen Zeitalter“ lautet das neue Themenheft der Zeitschrift CONCILIUM. Axel Bernd Kunze bespricht dort folgende zwei Titel zur Inkarnationstheologie:

Daniel Remmel: Die Leiblichkeit der Offenbarung. Zur anthropologischen, offenbarungstheologischen und christologischen Relevanz der Lebensphänomenologie Michael Henrys. Ausgezeichnet mit dem Karl-Rahner-Preis für theologische Forschung 2020 (Innsbrucker theologische Studien; 97), Innsbruck/Wien: Tyrolia 2021, 630 Seiten.

Hans-Martin Rieger: Leiblichkeit in theologischer Perspektive, Stuttgart: Kohlhammer 2019, 317 Seiten.

Axel Bernd Kunze (Rez.): Mit Leib und Seele, in: Concilium 57 (2021), H. 3, S. 366 – 371.

Christliches Forum stellt neues Buch von Josef Kraus vor: Der Untertan ist zurück

Der deutsche Untertan ist zurück. Jahrelange Erziehung zur Toleranz hat offenbar nicht zu mehr Toleranz geführt. Toleranz kann man nicht intentional vermitteln, man muss sie leben. Jetzt wird die Freiheit an vielen Stellen brüchig, das Freiheitsbewusstsein schwindet. Ich habe gestern schon ein wenig quergelesen – ein anregendes, aber auch sehr deutliches Buch, das Josef Kraus verfasst hat. Das „Christliche Forum“ stellt es vor:

https://charismatismus.wordpress.com/2021/07/14/buch-empfehlung-der-deutsche-untertan/

Buchtipp: Vom Denken entwöhnt

Es sind deutliche Worte: VOM DENKEN ENTWÖHNT. Eigentlich leben wir im besten Deutschland, das es je gab – so hört man immer wieder. Oder wie es eine Partei im vergangenen Bundestagswahlkampf glauben machen wollte: In einem Land, in dem wir alle gut und gerne leben. Und dann das: DER DEUTSCHE UNTERTAN ist zurück. Josef Kraus, Bestsellerautor und ehemaliger, langjähriger Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, findet deutliche Worte in seinem neuesten Buch: „Ich mache mir Sorgen um die Zukunft unseres Landes.“ Erstens wegen der zu beobachtenden Deindustrialisierung, zweitens wegen des stickigen Klimas der öffentlichen Diskurse, drittens wegen des schleichenden Verfalls der Demokratie. Das Gegenmittel? Bildung, Bildung, Bildung – aber in erneuerter Form: mit Anstrengung und ohne falsche „Kuschelpädagogik“, mit schulischer Vielfalt und ohne einen ideologischen Einheitsbrei, mit Lehrplänen und ohne (kompetenzorientierte) Leerpläne. Das Buch ist lesenswert und im besten Sinne „frag-würdig“, da es die richtigen Fragen stellt. Und welche Hoffnung hat sein Autor selber? Josef Kraus: „Darauf setze ich. Auf dass sich der Souverän seine Rechte zurückholt. Und ich setze darauf, dass sich der deutsche Michel auf seinen Namenspatron, den Erzengel Michael, den Drachenbezwinger, besinnt. Auf dass ich mich wieder als deutscher und europäischer Patriot fühlen kann.“

Josef Kraus: Der deutsche Untertan. Vom Denken entwöhnt, München: LMV 2021, 351 Seiten.