Vorankündigung: BILDUNG IN DER DEMOKRATIE

Axel Bernd Kunze: Bildung in der Demokratie. Warum pädagogischer Eigensinn und Freiheit unverzichtbar sind

(Reihe „Pädagogik in Europa in Geschichte und Zukuunft“, Band 13), Bonn: Verlag für Kultur und Wissenschaft 2018, ca. 170 Seiten.

 

Pädagogik ist nicht selbst politisch, aber politisch relevant – durch das, was sie im Einzelnen lenkt. Indem Bildung zur Freiheit im Denken, Reden und Handeln befähigt, ist sie für Demokratie unverzichtbar. Umgekehrt wird sich nur ein demokratisch verfasster Staat politisch mündige Bürger wünschen und auch ertragen können.

Pädagogischer Widerspruch ist dort notwendig, wo Bildungspolitik die Bürger glauben machen will, sie wüsste schon im Voraus besser, wofür diese ihre Freiheit einsetzen sollten. Die Zukunft liegt nicht fertig vor uns, sondern muss erst noch entworfen werden – unter Herausforderungen, die wir heute noch nicht überblicken können. Den hierfür notwendigen Mut zur Freiheit wird nur eine Pädagogik wecken können, die sich ihren pädagogischen Eigensinn nicht rauben lässt und ihre eigene pädagogische Freiheit nicht unter Wert verkauft.

Ausgehend von einem solchen Bildungsverständnis, beleuchtet der Band aus pädagogischer und bildungsethischer Perspektive aktuelle Bildungsaufgaben, vor denen unser Gemeinwesen steht: von einer Erziehung zur Toleranz über gesellschaftliche Integration und Inklusion bis zum Umgang mit religiöser Vielfalt.

Der Verfasser ist promovierter Sozialethiker und habilitierter Erziehungswissenschaftler. Er leitet eine Fachschule für Sozialpädagogik und lehrt als Privatdozent am Bonner Zentrum für Lehrerbildung. Daneben ist er in München und Heilbronn als Lehrbeauftragter für (berufs-)ethische Fragen in der Sozialen Arbeit tätig.

Der Band erscheint voraussichtlch im ersten Halbjahr 2018. Vorbestellungen gern unter: Kunze-Bamberg@t-online.de

Forscherfabrik Schorndorf eröffnet

Eine Marzipantorte in Form eines großen Schlüssels wurde symbolisch an Schorndorfer Kinder überreicht … Mit diesem Ritual eröffnete Matthias Klopfer, Oberbürgermeister der Daimlerstadt Schorndorf im S-Bahnbereich Stuttgarts, im Beisein der baden-württembergischen Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Anfang Februar die dortige neue Forscherfabrik. Das Erlebnismuseum versteht sich als Satellit der bekannten „Experimenta“ in Heilbronn und will deren Anliegen in die Breite des Landes tragen. Kindergarten- und Grundschulkinder werden in der Forscherwerkstatt künftig auf Forschungs- und Entdeckungsreise gehen und selbständig Experimente zu naturwissenschaftlichen und technischen Fragen durchführen können. Wie die Schirmherrin, Ministerin Hoffmeister-Kraut, vor den Festgästen betonte, würde sich ein großer Teil der heutigen Grundschulkinder beruflich später einmal mit Fragen beschäftigen, die wir heute noch gar nicht kennen; bereits früh das Interesse für Natur, Informatik und Technik zu wecken, sei daher für die wirtschaftliche Zukunft des Landes von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

 

Neuerscheinung: Herausforderndes Verhalten von Kindern

Verschiedene Fachschulen und Kindertageseinrichtungen – darunter auch die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt – waren im Rahmen des Transferverbundes Kindheitspädagogik unter Leitung der Evangelischen Hochschule Freiburg (Prof. Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff) am Forschungsprojekt „Herausforderndes Verhalten von Kindern“ (HeVeKi) beteiligt gewesen. Ziel des Projektes war es, ein Curriculum für die Weiterbildung Pädagogischer Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen zu erarbeiten und unterrichtspraktisch zu erproben. Inzwischen liegen die Projektergebnisse in gedruckter Form vor:

Klaus Fröhlich-Gildhoff, Maike Rönnau-Böse und Claudia Tinius: Herausforderndes Verhalten von Kindern professionell bewältigen. Ein Curriculum für die Weiterbildung pädagogischer Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen (Materialien zur Frühpädagogik; 20), o. O. (Freiburg i. Brsg.) 2017.

Schlaglicht: Individualität schreibt …

Tilman Allert bricht anlässlich des Internationalen Tages der Handschrift im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen vom 23. Januar 2018 die Lanze für ein bedrohtes Kulturgut. Brauchen wir im Zeitalter von Computer und Tastaturen, von Smartphone und SMS noch das Schreiben mit der Hand? Wäre es nicht besser, die Schüler würden ihre Zeit auf Wichtigeres verwenden als Schwungübungen und Schönschrift? Nicht wenige wissenschaftliche Stimmen empfehlen dies. Und tatsächlich befindet sich das Einüben der Handschrift in den Grundschulen schon seit Längerem auf dem Rückzug. Und wer in höheren Klassen unterrichtet, merkt, dass es Schülern zunehmend schwer fällt, Tafelbilder in Schreibschrift nachzuvollziehen. Kulturgüter, die nicht mehr gelehrt und gepflegt werden, sterben aus.

„Bedenken second“, hieß es im Wahlkampf gegenüber der Digitalisierung. Der Sozialpsychologe Allert lässt sich von diesem Trend der Debatte nicht einschüchtern und hält dagegen: „Das eigene Schreiben spiegelt dem Schreiber ein komplexes Erleben. Es erschließt den Sinn der Welt in eigener Fasson.“ Auch wenn kein Erwachsener mehr so schreibt, wie er es einst in der Grundschule gelernt hat, geht mit dem Aussterben der Handschrift mehr verloren, als eine beliebig austauschbare Technik, sich anderen mitzuteilen.

Die Handschrift bleibt ein unverwechselbarer Teil der eigenen Persönlichkeit. Was selbst geschrieben wurde, prägt sich besser ein. Aber mehr noch: Wer Heranwachsenden die Möglichkeit des individuellen Ausdrucks nimmt, verkauf ihre Individualität unter Wert, der reduziert den Menschen auf ein austauschbares Element im digitalen Netzwerk. Wer übt, mit der Hand zu schreiben, lernt, „Ich“ zu sagen. Noch einmal Allert: „Das eigene Selbst graphologisch ausweisen zu können lässt die ungeheure Kraft einer Geste erahnen, sich mit Geschriebenem Gehör zu verschaffen. Man ist mithin, selbst wenn man abwesend ist, anwesend.“ Was aber, wenn dies gar nicht mehr gewollt ist!? Wer Individualität und Kreativität, freien Geist und schöpferische Produktivität will, sollte die Handschrift fördern – diese Bedenken sollten wir uns leisten, sonst wären wir schnell bei einer Gesellschaft, die über Konvention und Plagiat nicht mehr hinauskommt.

Neuerscheinung: Democracy Education in Teacher Training in Germany

Axel Bernd Kunze: Democracy Education in Teacher Training in Germany, in: Miriam Ben-Peretz, Sharon Feiman-Nemser (Eds.): Political Transformations and Teacher Education Programs, Lanham/Boulder/New York/London: Rowman and Littlefield 2018, pp. 1 – 16.

„The move from authoritarian to a more democratic ruling system expresses itself in chapter 1 […] by Axel Bernd Kunze. Kunze claims that ’students ought to experience Democracy in practice while they are in School in order to develop a habitual democratic disposition‘ (this volume, ch. 1). In order to achieve this Goal, schools should function as a democratic society. This approach calls for student teachers to participate actively in their own program. In the same spirit, Kunze quotes Behrmann, who wrote that ‚democracy needs to be lived, in order that it can be learned“ (1996, p. 121).“ (Introduction, p. ix)

Der Band ist an der Universität Haifa/Israel entstanden. Der Beitrag zur deutschen Lehrerbildung beleuchtet Chancen und Grenzen von „Service Learning“ und Menschenrechtsbildung in der Lehrerausbildung, u. a. auf Basis von Erfahrungen, die der Verfasser an der Universität Trier gesammelt hat.

Tagungsbericht: Flucht- Zuwanderung – Migration

Im aktuellen Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften „Religion(en) in der Einwanderungsgesellschaft“, das in diesem Monat erschienen ist, berichtet Stephanie Steininger über das FORUM SOZIALETHIK 2016:

Stephanie Steininger: Flucht – Zuwanderung – Migration: Multidisziplinäre und normative Vergewisserungen zum Thema Migration. Bericht zum 26. Forum Sozialethik in der Katholischen Akademie Schwerte, in: Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften 58 (2017), S. 319 – 325.

Aus bildungsethischer und pädagogischer Sicht fragte Axel Bernd Kunze im Rahmen der Tagung nach den Chancen und Grenzen von Integration in der Schule:

„Kontrovers diskutierten die Anwesenden über die Fragen, ob dazu der christliche Referenzrahmen aufgegeben werden soll, ein solcher heute überhaupt noch existiert, anstatt eines konfessionellen ein interreligiöser Unterricht angeboten werden soll und die Pädagogen und Pädagoginnen anstatt Theologie Religionswissenschaft studieren sollten.“ (S. Steininger, S. 322)

Der Beitrag wurde in diesem Jahr in der Zeitschrift „Katholische Bildung“ veröffentlicht:

Axel Bernd Kunze:  Chancen und Grenzen schulischer Integration, in: Katholische Bildung 118 (2017), H. 5/6, S. 116 – 125.

Neuerscheinung: Vielfalt als Normalfall?

Vielfalt als Normalfall?, fragt Axel Bernd Kunze in der aktuellen Ausgabe 12.2017 (66. Jahrgang, S. 457 – 463) von SOZIALE ARBEIT. Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete. Seine Antwort: Inklusion – so der Untertitel des Beitrags – sei als interpretierendes Prinzip zu verstehen. Der Beitrag wurde in einer Double-Blind Peer Review begutachtet. Die Zeitschrift erscheint im Eigenverlag des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI).

Axel Bernd Kunze plädiert in seinem Aufsatz für eine Auffassung von Inklusion als interpretierendes Prinzip und nicht als Ideologie des Egalitarismus. Nur wenn sich Maßnahmen zur Inklusion an individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen orientieren, kann soziale Teilhabe gelingen. Der Autor beschreibt die Voraussetzungen für eine „Inklusion mit Augenmaß“. [Ankündigung der Redaktion]

Neuerscheinung: Engagement 3/2017 zum Thema „Sexualpädagogik heute“

Die neue Ausgabe 3/2017 der Zeitschrift ENGAGEMENT – Zeitschrift für Erziehung und Schule widmet sich dem Thema Sexualpädagogik heute: Herausforderungen – Einordnungen.

In der Umschau beleuchtet der Bonner Erziehungswissenschaftler Volker Ladenthin Ethik und Religion – als Themen schulischer Erziehung und Wirtschaft als Schulfach – ja, dann aber auch zeitgemäß.

Im Rezensionsteil werden folgende Titel besprochen:

A. Henningsen u. a. (Hgg.): Sexualpädagogik kontrovers, Weinheim 2016 (Rez.: Matthias Bär)

Erzbistum Köln (Hg.): Den ganzen Menschen sehen. Eine Sexualerziehung der Achtsamkeit, Paderborn 2014 (Rez.: Matthias Bär)

K. Hilpert (2015): Ehe, Partnerschaft, Sexualität. Von der Sexualmoral zur Beziehungsethik, Darmstadt 2015 (Rez.: Axel Bernd Kunze)

B. Ahrbeck: Inklusion. Eine Kritik, Stuttgart 2014 (Rez.: Axel Bohmeyer)

H. P. Klein: Vom Streifenhörnchen zum Nadelstreifen. Das deutsche Bildungswesen im Kompetenztaumel, Springe a. D. 2016 (Rez.: Julian Daubaris)

C. Püttmann u. a. (Hgg.): Methoden des Pädagogikunterrichts, Münster i. W. 2016 (Rez.: Johannes Gutbrod)

E. Drewermann: „Luther wollte mehr“. Der Reformator und sein Glaube, Freiburg i. Brsg. 2016 (Rez.: Axel Bernd Kunze)

S. Pinker: Der Stoff, aus dem das Denken ist – Was die Sprache über unsere Natur verrät, Frankfurt a. M. 2014 (Rez.: Gottfried Kleinschmidt)

S. Neuhaus: Märchen, Tübingen 2017 (Rez.: Volker Ladenthin)

C. Duda: Gar nichts von allem, Weinheim u. a. 2017 (Rez.: Anna Winkler-Benders)

S. Höfler: Tanz der Tiefseequalle, Weinheim u. a. 2017 (Rez.: Astrid Frey)

 

Berufung in den Wissenschaftlichen Beirat des VdP

Privatdozent Dr. Axel Bernd Kunze, Privatdozent für Erziehungswissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn sowie Schulleiter der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt, ist in den Wissenschaftlichen Beirat des Verbandes der Pädagogiklehrer und Pädagogiklehrerinnen (VdP) berufen worden. Er tritt die Nachfolge von Professor Dr. Wolfgang Thiem an, der aus Altersgründen ausscheidet.

Dr. Eckehardt Knöpfel schreibt in der aktuellen Ausgabe 4/2017 (S. 41) der Verbandszeitschrift PÄDAGOGIKUNTERRICHT: „Axel Bernd Kunze ist den Lesern der Zeitschrift PädagogikUNTERRICHT kein Unbekannter. Seit Jahren beteiligt er sich durch gehaltvolle Beiträge an der fachlichen und fachdidaktischen Diskussion zum Pädagogikunterricht. Mit seiner Berufung in den wissenschaftlichen Beirat setzt der Verband bewusst ein Zeichen in Richtung berufliche Bildung. Zum ersten Mal wird ein Kollege in den Beirat berufen, dessen Arbeitsfeld die Erzieherinnen-Ausbildung ist.“

Kunze lehrt ferner an Hochschulen in München und Heilbronn Ethik der Sozialen Arbeit und ist als Lehrbeauftragter für Lehren an Fachschulen an der Evangelischen Hochschule Freiburg tätig. Er war von 2006 bis 2010 an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg Wissenschaftlicher Angestellter und Geschäftsführer des DFG-Projekts „Das Menschenrecht auf Bildung: Anthropologisch-ethische Grundlegung und Kriterien der politischen Umsetzung“ sowie von 2009 bis 2011 Vertretungsprofessor für Schulpädagogik mit den Schwerpunkten Bildung und Erziehung und Leiter der Abteilung I (Erziehung – Sozialisation – Entwicklung) an der Universität Trier.

Dem Wissenschaftlichen Beirat gehören derzeit ferner Professor Dr. Beyer von der Universität zu Köln und Professor Dr. Bernhard von der Universität Duisburg-Essen an.

 

Neuerscheinung: Ritualisierungen – Rituale – Verständnis für Religion

Rituale können elementare Grunderfahrungen wecken, die für ein Verständnis religiöser Vollzüge oder Gebetsformen fruchtbar gemacht werden können. Organisierte Bildungs- und Erziehungsprozesse in Schule oder Kindertageseinrichtungen können viel dazu beitragen, ein solches Verständnis zu pflegen, gerade dann, wenn Heranwachsende nicht mehr aktiv in einer Kirche oder Glaubensgemeinschaft verwurzelt sind.

Mit der Frage, wie gemeinsame Rituale für religiöse Lern- und Bildungsprozesse pädagogisch fruchtbar gemacht werden können, beschäftigt sich ein Beitrag in der neuen Ausgabe der Zeitschrift ELTERNFORUM:

Axel Bernd Kunze: Gemeinsame Rituale wecken Verständnis für Religion, in: Elternforum (2017), Heft 3/4, S. 8 f.

Der Beitrag ist Teil des Themenheftes „Schule als pastoraler Ort“.

Die Zeitschrift „Elternforum“, herausgegeben von der Katholischen Elternschaft Deutschlands, sind online zugänglich über die Internetseiten des Verbandes:

https://www.katholische-elternschaft.de/ked-publikationen/elternforum/