Veranstaltungsbericht: Didacta

In diesem Jahr fand die „Didacta“, wieder einmal vor den Toren Stuttgarts statt. Die „Didacta“ ist die größte Bildungsmesse in Deutschland, auf der vom Kindergarten bis zur Hochschule und Erwachsenenbildung alles vertreten ist. Die Klassen der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt nutzten die Gelegenheit. Gemeinsam mit ihren Klassenleitungen erkundeten die Schüler Mitte Februar im Rahmen Pädagogischer Exkursionen die Messe und informierten sich über aktuelle Entwicklungen aus den Bereichen frühkindliche Bildung und Schule. Neben den Ständen der Aussteller lockte ein umfangreiches Vortragsprogramm. Wenn man durch die Messehallen schlenderte, sah man zahlreiche Besucher mit großen Koffern durch die Hallen rollen. Viele nutzen die Gelegenheit, sich mit Katalogen, neuen Materialien zu Messepreisen oder Fachliteratur einzudecken. An den Werktagen ist die Messe nur für Fachpublikum geöffnet.

Nachgespräche zeigten allerdings, dass die Zeit großer (oder zumindest groß angepriesener) Neuheiten vorbei zu sein scheint. Es gab Weiterentwicklungen, Anpassungen (z. B. an die Auswirkungen der Migrations- und Flüchtlingskrise), Neuauflagen … – aber keine wirklichen Neuheiten, auch nicht im Bereich der digitalen Medien. Einige Aussteller aus früheren Jahren suchte man vergebens, die Hallen zeigten noch einiges an Freifläche. Und noch etwas fiel auf: Die Farben im Bildungsbereich werden wieder matter. Dominierten vor einigen Jahren noch intensive Signalfarben, kehren die Schulausstatter nun zu Pastelltönen zurück. Eine Ausstellerin erklärte dies als Reaktion auf eine abnehmende wirtschaftliche Entwicklungen. Werden die Zeiten schlechter, werden die Farben beruhigender. Man mag diese Farbpsychologie sehen, wie man will. Vielleicht, so der Eindruck am Ende des Messetages, ist die Zeit großer Bildungsinnovationen, die mit einem riesigen Anspruch daherkommen, vorbei. Vielleicht brauchen Bildung und Erziehung wieder mehr Ruhe. Vielleicht ist die pädagogische Beziehung am Ende doch wichtiger als der Glaube an immer neue Methoden und Medien, die, bei Lichte besehen, oft mehr versprochen haben, als sie halten konnten.

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