Schlaglicht: Sollen die Weihnachtsferien verlängert werden?

Nein, dann wissen die Eltern nicht, wie ihre Kinder betreut werden sollen. So die vermeintlich „klare Ansage“ von Ministerpräsident Kretschmann noch Mitte Oktober. Der Landesvater verwechselte damals allerdings den Hauptauftrag der Schule – Bildung und Erziehung – mit deren Nebensache, der Betreuung. Einen Monat später scheint alles wieder anders: Ja, die Schulen sollen die Weihnachtsferien verlängern. So aktuell Kultusministerin Eisemann. Aber dann doch nur so halb – denn: Im Südwesten sollen die Schulen entscheiden und dafür bewegliche Ferientage einsetzen, aber bitte mit einheitlichen Lösungen vor Ort.

Das Hin und Her, das politische Planungschaos an den Schulen geht weiter. Wieder müssen Klausurtermine und Jahresplanungen über den Haufen geworfen werden, wieder muss umgeplant und angepasst werden. Vor allem aber: Statt einer klaren Ansage der Bildungspolitik eine Hängepartie, Diskussionen in Kollegien und Schulleitungen, zwischen Schulträgern und Schulämtern. Dabei braucht es nicht viel Phantasie, um zu erahnen, was am Ende rauskommen wird: Ein landesweiter Unterrichtsschluss vor Weihnachten am 18. Dezember.

Statt politischer Führung eine Dauerdebatte wie in alten WG-Zeiten. Warum? Weil die Ministerin es scheut, sich vor der Landtagwahl festzulegen und Verantwortung zu übernehmen. Daher besser die Entscheidung abgeben, am Ende ist man auch nicht schuld. Die Zeit, die jetzt mit pseudopartizipatorischen Debatten wieder vertan wird, fehlt am Ende für sinnvolle Unterrichtsplanung in Pandemiezeiten. Nein, so war Demokratie nicht gedacht gewesen: Die Politik muss einen klaren Rahmen setzen, in dem sich gesellschaftliche Produktivität und Freiheit dann entfalten können.

Und die Moral von der Geschicht: Sowohl staatliche Gängelung als auch ein Wegducken der politisch Verantwortlichen vor notwendigen Entscheidungen stärkt den oft beklagten administrativen Mehraufwand. Was auf der Strecke bleibt: das Kerngeschäft, in diesem Fall das pädagogische.

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