Jubiläum: 120 Jahre DPhV

Mit einem Festakt in Berlin feiert der Deutsche Philologenverband am 10. November d. J. sein hundertzwanzigjähriges Bestehen – unter dem Motto: „Was die Welt im Innersten zusammenhält – Fachlichkeit und Komplexität als Elemente gymnasialer Bildung“.

Bildungsethik gratuliert zum Jubiläum und wünscht dem Philologenverband auch weiterhin eine erfolgreiche Arbeit – für ein starkes Gymnasium, das sich dem Ideal pädagogischer Fachlichkeit verpflichtet weiß.

Zwischenruf: Ideologie schlägt Pädagogik – ein Leipziger Beispiel darf keine Schule machen

„Das Lehren muß die Freiheit der Vernunft achten, sonst verstößt es gegen die Menschenrechte. […] Wer für die zu lernenden Aussagen das Argumentieren verweigert, verletzt Menschenrecht; wer Zustimmung zu vorgestellten Aussagen erschleicht, der verletzt Menschenrecht; wer Methoden des Lehrens vorschreibt, die das kritische Prüfen ausschließen, verletzt Menschenrecht.“ – so der Wiener Pädagoge Marian Heitger vor genau fünfundzwanzig Jahren. Es wäre Zeit, sich endlich wieder daran zu erinnern. Denn der Graben zwischen dem, was einmal humanistische Bildung war, und dem, was heute an Schulen unter (politischer) Bildung verstanden wird, scheint mittlerweile garstig und unüberbrückbar geworden zu sein. Ein aktuelles Beispiel aus Leipzig zeigt einmal mehr, wenig die Freiheit der Vernunft in der Schule noch verstanden wird. Da marschiert eine Schule gemeinsam zum Klimastreik von „Fridays for Future“, ganz offen deklariert als Projekttag, mit Anwesenheitspflicht und so weiter. Immerhin: Es gibt noch Eltern, die sich peinlich erinnert fühlen an Zeiten, die man meinte hinter sich gelassen zu haben. Wie in der DDR sei das, bekundet ein Vater zu recht. Und weiter: Damals seien die Schüler auch zum Demonstrieren geschickt worden.

Ein solches Vorgehen der Schule verlässt eindeutig den Beutelsbacher Konsens, verletzt das Überwältigungs- und Indoktrinationsverbot sowie das Kontroversitätsgebot gleichermaßen – und zwar, anders als der Schulleiter meint, unabhängig davon, ob es um Fünft- oder Zehntklässler geht. Was hier passiert, ist eine ideologische Vereinnahmung der Schüler zugunsten einer einer einseitigen, radikalen politischen Sichtweise. Mit einem freiheitilchen Kulturstaat hat das nichts mehr zu tun. Immerhin verdichtet sich in Wählerumfragen deutlich wahrnehmbarer Widerspruch gegen diese ideologische Umdeutung unserer Wert- und Verfassungsordnung. Als Gemeinschaftskundelehrer kann ich nur sagen, es ist beschämend, was hier passiert.

Die Schüler sollen nicht etwas für gut halten, weil die Schule dies vorschreibt. Sie sollen zum eigenständigen Werten und zum Beurteilen von Alternativen befähigt werden. Doch darum geht es in Leipzig offenbar nicht mehr. Die Schüler werden zur Demo abkommandiert, nach dem Motto: Reih Dich ein in die Einheitsfront. Wo auf diese Weise suggeriert wird, das Werturteil stehe bereits fest und müsste pädagogisch nur noch exekutiert werden, bleibt für eine Prüfung des Gelernten kein Raum mehr. Am Ende stünden nicht Schüler, die selbständig denken, sondern solche, die es verlernt haben, selbständig zu denken.

Dem Beutelsbacher Konsens gelang es 1976, die Kontroversen innerhalb der seinerzeit parteipolitisch wie konzeptionell stark polarisierten Politikdidaktik zu befrieden. Mittlerweile ist die Übereinkunft in die Jahre gekommen, auch wenn seine drei Grundprinzipien bis heute als Förderrichtlinien für die politische Bildung weiterhin in Kraft sind. Das Prinzip der Schülerorientierung will die Lernenden dazu führen, die politische Situation wie die eigene Position zu analysieren und politisch handlungsfähig zu werden. Ferner müssen die Inhalte in der politischen Bildung didaktisch so aufbereitet werden, dass Schüler diese denkend nachvollziehen können und nicht für eine bestimmte partikulare Position vereinnahmt werden (Überwältigungsverbot). Jeder Unterricht steht vor der Herausforderung didaktischer Reduktion. Doch dürfen dabei politisch-gesellschaftliche Kontroversen nicht fahrlässig vereinfacht werden; was in Wissenschaft und Politik kontrovers beurteilt wird, muss auch im Unterricht kontrovers dargestellt werden (Kontroversitätsgebot).

Die gegenwärtige Polarisierung innerhalb der politischen Debatte hat diesen Auftrag keinesfalls einfacher werden lassen. Die Kontroversen müssen im Bildungsprozess auf dem Boden der Verfassung, aber ohne parteipolitische Wertung dargestellt und einsichtig gemacht werden, und zwar vor dem Hintergrund des Selbstverständnisses der jeweiligen Debattenlager. Dabei geht es nicht um Beliebigkeit oder Wertneutralität, sondern um Unvoreingenommenheit und die Fähigkeit, Kontroversen auszutragen – als Grundlage jeder fairen demokratischen Streitkultur.

Allerdings geschieht Überwältigung durch eine explizit parteipolitische Vereinnahmung heute vielleicht seltener, als dies möglicherweise zur Entstehungszeit des Beutelsbacher Konsenses der Fall gewesen sein mag. Sehr viel schwerer zu dechiffrieren, sind Überwältigungen, die aus einer fast flächendeckenden Milieugebundenheit  erwachsen. Sehr häufig wird dann unter dem Anschein der Neutralität für ein vermeintlich alternativlos „Gutes“ geworben, das in der öffentlichen Debatte und eben auch im Unterricht nicht mehr befragt werden darf.

Unterricht hat den Auftrag, zum politischen Handeln zu befähigen. Aber im Modus des „Als-ob“. Denn die Schule darf nicht bestimmen und sanktionieren, was die Schüler mit dem Gelernten anfangen. Politische Bildung – ja. Aber politisches Handeln gehört nicht in den Unterricht. Hier überschreitet die Schule ihre Grenzen, verletzt die Freiheit der Vernunft und damit Menschenrecht, wie Heitger mit vollem Recht sagt. Die Lehrer, die dabei mitmachen, lassen sich selbst in einen pädagogisch-politischen Rollenkonflikt treiben, der am Ende die eigene erzieherische Autorität verspielt.

Vernetzung: Abkehr von der Gendersprache!

Mehr als 68.000 Unterstützer hat die von Sabine Mertens initiierte Petition Abkehr von der Gendersprache in Politik, Verwaltungen, Bildung, Medien und Gesetzgebung jetzt! mittlerweile erhalten. Mittlerweile gibt es in verschiedenen Bundesländern Volksinitiativen, welche auf direktdemokratischem Wege die Ideologisierung unserer Sprasche stoppen wollen. Und diese Initiativen wollen sich nun vernetzen. Mertens schreibt hierzu auf „openPetition“:

Viele Bürger haben das Beispiel der erfolgreichen Hamburger Volksinitiative aufgegriffen: Baden-Württemberg steht vor der Zulassung des Volksbegehrens, Hessen ist gerade gestartet. Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Schleswig-Holstein stehen in den Startlöchern, und in anderen Bundesländern sind ebenfalls Volksinitiativen zu erwarten. In Sachsen und Thüringen ist der Genderzwang schon Geschichte.
Beflügelt von diesem großartigen Erfolg innerhalb so kurzer Zeit vernetzen sich nun alle Volksinitiativen bundesweit. Unter dem Dach „Stoppt Gendern — weil Sprache allen gehört“ schaffen wir eine Plattform für den Informations-und Erfahrungsaustausch zwischen den Volksinitiativen. Damit geben wir der Politik auch Gelegenheit, schon im Vorfeld der Volksentscheide mit den Bürgern eine Einigung zu suchen.

Weitere Informationen hier.

Podiumsdiskussion: Wissenschaft und Totalitarismus in der Postmoderne

Die Akademie Freiheit – Lebenswerk und die Fördergesellschaft Demokratie CH laden zu einer Podiumsdiskusison mit dem Wissenschaftsphilosophen Michael Esfeld (Lausanne), dem Volkswirtschaftler Christian Kreiß (Aalen) und dem Humangeographen Stephan Rist (Bern) – unter dem Titel: Wissenschaft und Totalitarismus in der Postmoderne.

Es geht um das neue Buch Michael Esfelds mit dem Titel „Land ohne Mut – Anleitung für die Rückkehr zu Wissenschaft und Rechtsordnung“.

In der Corona-Krise ist vielen Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft der Mut abhandengekommen, sich auf die eigene Urteilsfähigkeit zu verlassen. Allianzen aus Regierungen, Pharmafirmen, einseitigen Medien und Wissenschaftlern verordneten drastische Einschränkungen der Freiheits-, Wirtschafts- und Menschenrechte. Wie können Rechtsleben, Wissenschaft und Wirtschaft entflochten werden, damit sich eine solche Krie nicht wiederholt?

14. Oktober 2023, 19.30 Uhr, Blauer Saal im Volkshaus Zürich

Weitere Informationen finden Sie hier.

Zwischenruf: Corona ist nicht beendet – oder: Mut zur Freiheit

Das Thema Coronapolitik ist nicht beendet. Die Verletzungen sitzen tief. Eingriffe in die Grundrechte auf körperliche Unversehrtheit, in die Berufsausbildungsfreiheit, in die Meinungsfreiheit und weitere Grundrechte, wie wir sie coronapolitisch erlebt haben, bleiben gravierende Grundrechtsverstöße. Es bleibt immer wieder an die Unteilbarkeit der Menschenrechte zu erinnern. Wo waren unsere tapferen Verfassungsrechtler, als ein Bundeskanzler eine Coronapolitik „ohne rote Linien“ angekündigt hat? Wo waren unsere wackeren Geistes- und Sozialwissenschaftler, die immer so oft und gern moralische Hochglanzbegriffe wie Inklusion, Partizipation, Anerkennung und Respekt im Munde führen, aber gegen die Aberkennung von Grundrechten Ungeimpfter kein Wort verloren haben? Wo waren unsere streitbaren Philosophen, Ethiker und Juristen, als ganze Grundrechte mit einem Federstrich einkassiert wurden? – und zwar: ersatzlos, ohne angemessene Verhältnismäßigkeitsprüfung und ohne differenzierte Güter- und Übelabwägung.Wo war der Widerspruch der Mediziner gegen einen politisch vermachteten Diskurs und gegen überzogene Heilsversprechen an schnell entwickelte, neuartige Impfverfahren, die schon bei einem soliden Biologiewissen aus der Schulzeit stutzig machen sollten? Und dass 2G-Regeln an Universitäten juristisch kassiert wurden, war auch nicht das Verdienst des Deutschen Hochschulverbandes.

Viele, allzu viele haben brav mitgemacht und waren willige Akteure einer freiheitsfeindlichen Coronapolitik. Wer politisch und geistig-kulturell etwas für die bedrohte Freiheit an unseren Hochschulen und in unserem Land erreichen will, für den reicht es nicht aus, sich punktuell zu einzelnen Eingriffen in die Wissenschaftsfreiheit zu äußern – so richtig und so wichtig diese Form der Solidarität ist. Wer ein erneuertes Freiheitsbewusstsein an unseren Hochschulen und im akademischen Leben uneres Landes will, muss auch den Willen haben, den Diskurs freiheitlich zu prägen. Hierfür braucht es Konstanz und einen langen Atem – und nicht zuletzt: einen wirklichen Mut zur Freiheit!

Dieser Mut zur Freiheit setzt dann allerdings auch voraus, dass die gravierenden Grundrechtseingriffe der Coronazeit nicht bagatellisiert werden. Der Wille zur Freiheit beginnt mit der Bereitschaft, offen darüber zu sprechen, was geschehen ist, und mit dem Willen zur Aufarbeitung und Aussöhnung. Ansonsten wird die sehenden Auges politisch herbeigeführte und von einer gesellschaftlichen Mehrheit gebilligte Spaltung des Landes fortdauern. Zaghaft gibt es erste Ansätze eines Aufarbeitungsdiskurses, aber insgesamt immer noch wenig Bereitschaft, sich der notwendigen Aufarbeitung  zu stellen. Wenn wir nicht aufpassen, wird die Polarisierung chronisch. Wir wissen es im Grunde: Vertrauen ist schnell zerstört, aber nur langsam wieder aufgebaut. Haben wir wieder Mut zur Freiheit. Nur so wird auch die  Polarisierung überwunden und aufgearbeitet werden können.

Alles Gute für das neue Schuljahr!

Sie beginnen heute Ihre Ausbildung hier bei uns an der Fachschule. Sie machen sich auf den Weg, sozialpädagogische Assistentin oder sozialpädagogischer Assistent, Erzieherin oder Erzieher zu werden. Sie möchten die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu Ihrem Beruf machen.

Der geniale Dichter und Satiriker aus meiner norddeutschen Heimat, Wilhelm Busch, sagte einmal:

„Ausdauer wird früher oder später belohnt – meistens später.“

Der heutige Tag ist ein Startpunkt. Eine Reihe an Unterrichtstagen, Praxistagen, Leistungsnachweisen und Prüfungen liegt vor Ihnen. Aber am Ende werden Sie hoffentlich Ihre staatliche Anerkennung erhalten. Und wir als Kollegium und Schulleitung werden Sie auf diesem Weg bestmöglich begleiten. Und auch schwierige Wegstrecken werden wir hoffentlich gemeinsam bewältigen. Scheuen Sie sich nicht, wenn es Probleme geben sollten, diese auch frühzeitig anzusprechen. Verbindungslehrkräfte, Schulseelsorge, Klassenleitungen und Schulleitungen haben ein offenes Ohr dafür.

Im Namen der Schulleitung und des gesamten Kollegiums heiße ich Sie heute bei uns in der Fachschule willkommen. Und ich wünsche Ihnen alles Gute, viel Erfolg und nicht zuletzt Gottes Segen für Ihren Ausbildungsweg. Sie wissen: Pädagogische Fachkräfte sind gegenwärtig sehr gefragt.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie frohen Mutes und zuversichtlich Ihren Ausbildungsweg hier bei uns beginnen können. Einiges wird anders sein, als Sie das aus Ihren Vorgängerschulen kennen. Dazu werden Sie heute und morgen und auch noch in den kommenden Tagen einiges von Ihren Klassenleitungen hören. Ein Wort des Naturforschers und Gelehrten Alexander von Humboldt möchte ich Ihnen heute mit auf den Weg geben:

„Man kann viel, wenn man sich nur recht viel zutraut.“                                 

Aber nicht alles haben wir selbst in der Hand. Darum ist es gut, wenn wir das neue Schuljahr und den neuen Lebensunterschnitt mit einem Gottesdienst beginnen und uns unter den Segen Gottes stellen. Das gibt unserem pädagogischen Tun Richtung und Ziel. Und das ist uns als Fachschule wichtig.

(aus einem Grußwort der Schulleitung im Schuljahresanfangsgottesdienst)

Ich wünsche allen einen guten Start in das neue Schuljahr, viel Erfolg und Gottes Segen!

Zwischenruf: Mariä Namen – war da etwas?

Am 12. September feiert die Kirche den Gedenktag Mariä Namen. Der Festtag, der in Österreich besonders festlich begangen wird, geht auf den Sieg über die Türken vor Wien zurück, und zwar am Sonntag in der Oktav des Festes Mariä Geburt 1683. Eingeführt wurde das Fest durch Innozenz XI. der die Christenheit zum Gebet an die Gottesmutter aufrief. Soweit die historischen Tatsachen. Aber über die darf man heute nicht mehr unbedingend schreiben. Wir wissen: Es gibt die Wahrheit, die Unwahrheit und die Politikerwahrheit. Und letzterer bedient sich „bonikids“, die Kinderzeitschrift des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken. In der Herbstausgabe 2023 klingt es so: „Als fremde Soldaten vor der Stadt Wien standen, hatten die Christen große Angst.“ Eines ist unstreitig: Die Belagerung einer Stadt ist keine schöne Sache und verursacht Angst. Aber warum hatten „die Christen“ große Angst? Warum rief der Papst zum Gebet auf? Warum kämpften die christlichen Soldaten mit einem Marienbild auf ihren Fahnen? Dies alles bleibt unklar, weil über den historischen Kontext nur schwammig geredet werden darf. Wenn aus falscher Rücksichtnahme geschichtliche Kontexte nicht mehr thematisiert werden dürfen, werden geschichtliche Zusammenhänge nicht mehr verstanden. Aber vielleicht ist das auch nicht mehr gewollt, da das christliche Abendland sowieso schon längst Geschichte geworden ist, wie ein Münchner Kardinal meint. Wo Identität verleugnet wird, wo Frage der eigenen Identität und historischen Vergewisserung nicht mehr offen angesprochen werden dürfen, wächst Unsicherheit, zerbrechen Traditionszusammenhänge. Am Ende aber auch jene Lebenskräfte, die uns helfen Krisen zu bewältigen und komplexe Zusammenhänge zu verstehen. Nein, eine Kinderzeitschrift, die so mit der historischen Wahrheit umgeht, nimmt ihre jungen Leser nicht ernst und tut ihnen am Ende auch keinen Gefallen.  

Rezension: „… dieses Buch gehört in jede Manteltasche, … sollte immer griffbereit sein“

… so Sebastian Sigler in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Auftrag und Wahrheit“ über den Band „Wiederentdeckung des Staates in der Theologie“ von Alexander Dietz, Jan Dochhorn, Axel Bernd Kunze und Ludger Schwienhorst-Schönberger (Leipzig 2020).

Das Thema des Bandes ist immer noch brennend aktuell. „Wir haben aus 2015 gelernt. 2015 wird sich nicht wiederholen“, waren – wie sich gegenwärtig deutlich zeigt – politische Schutzbehauptungen. Das Gegenteil ist der Fall. Und wohin ein ungeklärtes, irrationales Verhältnis zum Staat führt, hat eine Coronapolitik, in der verschiedene Grundrechte einfach ersatzlos und ohne differenzierte Güterabwägung einkassiert werden konnten, deutlich gezeigt. Ein Politiker wie Söder konnte sogar soweit gehen, zu fordern, der Staat solle die Entscheidungsgewalt bei der Impfung an sich ziehen und die Entscheidungshoheit der Bürger über ihre körperliche Selbstbestimmung, die zum innersten Kernbereich der Persönlichkeit gehört, suspendieren. Ein Kanzler Scholz konnte gegen jede Verfassung eine Politik „ohne rote Linien“ verkünden. Und dies alles ohne nennenswerten Widerspruch der Bürger und der sog. Zivilgesellschaft.
Es gibt Gründe genug, ein rationales Verhältnis zum Staat und seinen Aufgaben wiederzuentdecken, in der Theologie, aber auch anderswo. Sonst bleibt von unserer Freiheit noch nicht einmal mehr als eine „Floskel“ (auf welche Ebene die mit öffentlichen Zwangsgebühren finanzierte „Tagesschau“ zu Jahresbeginn diesen Zentralwert unserer Wert- und Verfassungsordnung schon ungerührt kleinredete).