Bistum Hildesheim: Kirchenzeitung verändert ihr Gesicht

1996: Redaktionspraktikum bei der Kirchenzeitung für das Bistum Hildesheim. Damals wurde das neue Layout vorgestellt, der Name änderte sich in „Kirchenzeitung. Die Woche im Bistum Hildesheim“. Die Zeitung kann in zwei Jahren ihren achtzigsten Geburtstag feiern. Und erhält jetzt eine Frischzellenkur. Wie bekannt ist, steht es um die Bistumspresse nicht zum Besten. Die Auflagen sind allerorten im Rückgang. Einige Bistümer haben ihr Bistumsblatt schon eingestellt.

Die Hildesheimer Kirchenzeitung war die erste, die bereits in den Siebzigerjahren des zwanzigsten Jahrhunderts eine Kooperation mit dem West-Berliner Petrusblatt einging. Die Kooperationen wurden immer stärker ausgebaut. Seit 1994 gibt es eine Zentralredaktion in Osnabrück. Ab Ostern 2024 wird die Kirchenzeitung nun im Magazinformat erscheinen, und nicht mehr wöchentlich, sondern zweiwöchentlich. Gemeinsam produziert wird das „Katholische Magazin“ gemeinsam von den Redaktionen in Hildesheim, Osnabrück, Hamburg, Fulda, Mainz, Limburg und Leipzig.

Es bleibt abzuwarten, ob die Frischzellenkur gelingt. Wenig vertrauenerweckend klingt allerdins, dass künftig mehr persönliche Themen zu Achtsamkeit, Umwelt und Spiritualität das neue Format bestimmen sollen. Das klingt mehr nach Lebensratgeber als anspruchsvoller Berichterstattung über Theologie und Kirche. Der Leser wird sehen – und sich sein Urteil bilden.

Neuerscheinung: Das Fach Deutsch ist unbeliebt

„Der neueste, im Oktober 2023 veröffentlichte IQB-Bildungstrend hat die schon zuvor mangelhaften Deutschkenntnisse auch für ältere Jahrgänge bestätigt. Fünfzehn Prozent der Neuntklässler verfehlten die Mindeststandards für einen einfachen, dreiunddreißig Prozent für einen mittleren Bildungsabschluss. Hier entstehen Folgeprobleme, die das Bildungs- und Arbeitsmarktsystem deutlich belasten werden. Aber auch der öffentliche Diskurs im Land wird von unzureichenden Deutschkenntnissen nicht unberührt bleiben.“

Axel Bernd Kunze: Das Fach Deutsch ist unbeliebt. Ein bildungsethischer Zwischenruf zum jüngsten IQB-Bildungstrend, in: Sprachnachrichten, Nr. 101, Heft I/2024, S. 14 f.

Die „Sprachnachrichten“ werden herausgegeben vom Verein Deutsche Sprache e. V.

Hochschule: Diskussion um Netzwerk Wissenschaftsfreiheit hält an

Die Angriffe auf das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit zeugen von der wachsenden Lust an der Diffamierung. Das Problem ist eine Haltungswissenschaft, die sich die Realität zurechtbiegt. – ist Thomas Thiel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung überzeugt.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/netzwerk-wissenschaftsfreiheit-die-angriffe-sind-eine-hexenjagd-19563715.html

Hochschulen: Selbstgleichschaltung der Wissenschaft?

Klaus-Rüdiger Mai: „Die Präsidentin der TU Berlin hat das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit diffamiert. Was beunruhigt Geraldine Rauch denn konkret? Etwa, dass die Mitglieder des Netzwerkes sich für die Freiheit der Lehre und Forschung einsetzen? Sie müssten sich dafür nicht einsetzen, wenn die Freiheit der Forschung und Lehre nicht gefährdet wäre.“

Weiterlesen in der Onlineausgabe von „Tichys Einblick“ vom 1. März 2024:

https://www.tichyseinblick.de/meinungen/wenn-universitaetspraesidenten-gegen-die-freiheit-der-wissenschaft-votieren/amp

Literaturbericht: Elementarpädagogische Neuerscheinungen 2023

Die Kommission Pädagogik der frühen Kindheit innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft hat die neue Liste mit elementarpädagogischen Neuerscheinungen ihrer Mitglieder aus dem Jahr 2023 online gestellt:

https://www.dgfe.de/sektionen-kommissionen-ag/sektion-8-sozialpaedagogik-und-paedagogik-der-fruehen-kindheit/kommission-paedagogik-der-fruehen-kindheit/publikationen

Christliches Forum: Sozialethiker äußert sich zur Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz

Der Trierer Sozialethiker und Landtagsabgeordnete Michael Frisch äußert sich in einer Stellungnahme auf dem Internetportal „Christliches Forum“ zur Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz über eine Unvereinbarkeit von AfD und katholischem Engagement:

https://christlichesforum.info/parlamentarier-michael-frisch-widerspricht-der-anti-afd-erklaerung-der-kath-bischoefe/

Hochschule: Warum Lehre in der Landessprache wichtig ist

Die Zahl von Studiengängen in englischer Sprache ist in den letzten 20 Jahren kontinuierlich angestiegen. Die Gründe dafür und auch die Auswirkungen sind vielfältig. Die besondere Bedeutung der Landessprache für die Wissenskommunikation und das neue Positionspapier des hlb zur Sprache der Lehre sind Gegenstand dieses Beitrags.

Olga Rösch, Günter-Ulrich Tolkiehn, Thomas Brunnotte: Wissenskommunikation und Landessprache, in: Die Neue Hochschule (2024), Heft 1, S. 28 – 31.

https://zenodo.org/records/10554829

Rezension: „Gendersprache ist übergriffig“

Die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ rezensiert in ihrer Ausgabe vom 23. Februar 2024 die aktuelle Ausgabe der theologischen Zeitschrift „Theologisches“ (Nr. 01/02 vom Januar/Februar 2024, Bonn: Verlag nova & vetera). Werner Olles schreibt:

„Zu den Verrrücktheiten, die derzeit die gesellschaftliche Kommunikation stören, gehört die sogenannte ‚gendergerechte Sprache‘. Axel Bernd Kunze [….] bietet [….] in seinem Beitrag […] hilfreiche Überlegungen an, um hier für Orientierung zu sorgen. […] Seine Formulierungen sind klar und deutlich: ‚Gendersprache ist einseitig und ausgrenzend, künstlich und kulturzerstörend, maßlos und übergriffig.'“

Axel Bernd Kunze: Warum „gendergerechte“ Sprache gerade nicht gerecht ist. Anmerkungen aus sozialethischer Perspektive, in: Theologisches. Katholische Monatsschrift 53 (2024), Nr. 01/02 v. Januar/Februar, Sp. 53 – 58.

Tagungsbericht: Mythos Praxisphasen

PROFIL. DAS MAGAZIN FÜR GYMNASIUM UND GESELLSCHAFT berichtet in seiner aktuellen Ausgabe 1-2/2024 über die letztjährige Sitzung des Wissenschaftlichen Beirates des Deutschen Philologenverbandes und den neuen Dokumentationsband zum Tagungsthema „Schule nach Corona – was haben wir gelernt?“ (S. 30 ff.). Die Sitzung 2023 war dem Thema „Mythos Praxisphasen“ gewidmet:

„Als Fazit lässt sich nun ziehen: Die Empirie spricht gegen den Nutzen insbesondere früher Praxisphasen als Eignungsüberprüfung und für die Entwicklung von gutem Unterricht am Gymnasium. Für diesen braucht es zwingend eine solide fachwissenschaftliche und fachdidaktische Ausbildung an den Universitäten. Zu frühe Praxisphasen sind nicht zielführend, da sie zur Verstetigung falscher Muster führen können. Ohnehin ist die Verkürzung des Referendariats aufgrund der Einführung von Praxissemestern vor allem ein Sparmodell in der Schulpolitik. In allen Praxisphasen braucht es aber eine enge Betreuung duch gut ausgebildete Mentorinnen und Mentoren. Die politischen Entscheider müssen also auch hier zusätzliche Ressourcen bereitstellen.“ (Thomas Langer, S. 34)