Neuerscheinung: Bildung und Beteiligung

Bildung wird im jüngeren bildungsethischen Diskurs als zentrales Medium von Beteiligung betrachtet. Die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, die 2019 dreißig Jahre alt wird, hat darauf aufmerksam gemacht, dass Kinder bereits von klein auf Beteiligungsrechte besitzen. Der vorliegende Beitrag fragt, welche Bedeutung der Beteiligungsbegriff für die pädagogische Arbeit von Erziehern und Erzieherinnen besitzt.

Mit Verspätung ist Themenheft 4/2019 der Zeitschrift engagement zu Religion in der Schule erschienen. Axel Bernd Kunze beschäftigt sich in der themenoffenen UMSCHAU des Heftes mit dem Zusammenhang von Bildung und Beteiligung in der Elementarbildung:

Axel Bernd Kunze: Bildung und Beteiligung. Ein Impuls aus der Erzieherausbildung an Fachschulen für Sozialpädagogik, in: Engagement 37 (2019), H. 4, S. 209 – 213.

Neu: Sozialethischer Literaturbericht für 2019

Die Katholische Sozialwissenschaftliche Zentralstelle in Mönchengladbach und die Arbeitsgemeinschaft Christliche Sozialethik haben den sozialethischen Literaturbericht für 2019 veröffentlicht. Bildungsethische Veröffentlichungen finden sich in Kapitel 8:

Klicke, um auf Sozialeth-Publ-2019-20-01-2020.pdf zuzugreifen

Ein Literaturbericht für die Vorjahre 2009 bis 2018 findet sich hier.

Rechtschreibung – unwichtig?

Nein! – …. sagt die Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing. Wenn sich etwas ändern solle, so die Marburger Erziehungswissenschaftlerin, brauche es ein gesellschaftliches Umdenken bei diesem Thema. In einem Blogbeitrag nimmt sie prägnant Stellung zu einer Debatte, die durch den baden-württembergischen Ministerpräsidenten neu entfacht wurde. Denn „An den Lehrern liegt es nicht!“:

https://www.jmwiarda.de/2020/02/11/an-den-lehrern-liegt-es-nicht/

Die jahrelange (und jahrzehntelange) Vernachlässigung der Rechtschreibung ist ein Armutszeugnis für eine Kulturnation – aber leider nicht das einzige, was Deutschland gerade sträflich vernachlässigt.

Neuerscheinung: Festschrift für Robert Develey und Dokumentation der 78. deutschen Studentenhistorikertagung

Mittlerweile liegen die Vorträge der 78. deutschen Historikertagung, die anlässlich des Jubliäumsjahres der Universität in Bonn stattfand, in gedruckter Form vor. Der Band würdigt zugleich in Form einer Festschrift den Schweizer Stundentenhistoriker Robert Develey zu Ehren seines neunzigsten Geburtstages:

Sebastian Sigler/Peter Johannes Weber (Hgg.): Die Vorträge der 78. deutschen Studentenhistorikertagung Bonn 2018 zugleich Festschrift anlässlich des 90. Geburtstages von Dr. med. Robert Devley, Basel (Beiträge zur deutschen Studentengeschichte; 35/Studentica Helvetica Documenta et Commentarii; 34), München: Akademischer Verlag München 2019.

Aus Platzgründen wird der Vortrag von Axel Bernd Kunze über Korporierte in der Sozialdemokratie erst im Folgeband erscheinen. Der Beitrag ist aber bereits vorab online greifbar über die Internetseiten des Lassalle-Kreises:

Unvereinbar? Korporierte Sozialdemokraten – Überlegungen zum Verhältnis von Parteien und Korporationen am Beispiel der SPD

Neue Kolumne: Individuelle Freiheit in Gefahr

„In vielen Politikfeldern werde das Freiheitsrecht des Grundgesetzes immer mehr beschnitten, schreibt Dr. Axel Bernd Kunze in seiner Kolumne vom 23. Januar 2020. Der Autor, der als Sozialethiker, Erziehungswissenschaftler und Schulleiter tätig ist, nennt hierfür zahlreiche Beispiele und warnt, dass dadurch der Verfassungsstaat sein eigenes Fundament untergräbt.“ (Wolfgang Kurek, Katholische Sozialwissenschaftliche Zentralstelle, Mönchengladbach)

Die Kolumne aus der „Tagespost“ vom 23. Januar 2020 finden Sie hier:

https://www.ksz.de/aktuelle_nachrichten.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=690&cHash=318fcd5e09336f1a52905e529dd804e5

Die sozialethische Kolumne in der katholischen Wochenzeitschrift „Die Tagespost“ erscheint in Kooperation mit der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle Mönchengladbach.

Neuerscheinung: Sind Internate noch aktuell?

Sind Internate noch aktuell?, fragt Axel Bernd Kunze in der aktuellen Ausgabe der „Schwarzburg“ (128. Jahrgang, Nr. 4/2019, S. 10 –  14):

„Internate erfreuen sich in der Kinder- und Jugendbuchwelt weiterhin einer ungebrochenen Beliebtheit; ansonsten stehen sie gegenwärtig aber nicht im Mittelpunkt des Interesses, weder in der Erziehungswissenschaft noch in der Bildungspolitik. In der Erzieherausbildung oder Lehrerbildung kommen sie so gut wie gar nicht vor. Zum einen werfen die verschiedenen Missbrauchsskandale ihre langen Schatten. Zum anderen hängt Internaten der Ruf an, elitär und ausgrenzend zu sein; nicht selten werden sie daher als Bremsklotz für mehr Bildungsgerechtigkeit und Inklusion im Schulsystem betrachtet.

Doch gibt es vielfältige Gründe, warum ein Leben im Internat sinnvoll sein kann: die Entfernung zur Schule; die familiären Verhältnisse oder die berufliche Situation der Eltern; besondere Bedürfnisse der Schüler und bessere Fördermöglichkeiten; Schwierigkeiten innerhalb der bisherigen Bildungsbiographie; die Möglichkeit, spezielle Interessen gezielt zu vertiefen; der Wunsch, selbständig zu werden …

Internate finden sich an allgemeinbildenden, aber auch berufsbildenden Schulen. […] Baustein innerhalb eines differenzierten Bildungssystems darstellen, das unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden will.“

Lebendiges Zeugnis!?

Mit Ablauf des 74. Jahrgangs hat das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken seiner Fachzeitschrift „Lebendiges Zeugnis“ eingestellt. Die Zeitschrift stand in Tradition der 1884 gegründeten Akademischen Bonifatius-Korrespondenz; künftig soll es eine Kooperation zwischen dem Bonifatiuswerk und der Zeitschrift „Lebendige Seelsorge“ geben.

In der letzten Ausgabe der nun eingestellten Zeitschrift vom Dezember 2019 waren die Autoren aufgerufen, ihr Verständnis davon darzulegen, wie ein „lebendigem Zeugnis“ der Kirche heute aussehen sollte. Axel Bernd Kunze, promovierter Sozialethiker und habilitierter Erziehungswissenschaftler, mahnt in seinem Beitrag (Lebendiges Zeugnis, S. 40 f.):

Sorge muss bereiten, wenn Kirche selbst sich nicht mehr getraut, zu ihrer Identität zu stehen. Viele ihrer Angebote erwecken den Eindruck, man wolle nicht den Anschluss verlieren und sich irgendwie im Gespräch halten. Angst war schon immer ein schlechter Ratgeber. Die Folge ist eine spürbare Banalisierung, am Ende bleibt eine gesinnungsethische Schrumpfform von Christentum übrig.

Mir sagte ein Freund kürzlich, bei ihm wachse immer stärker das Bedürfnis nach Werktagsmessen, da er sich dort keine „dummen Predigten“ anzuhören brauche. Ich weiß, dass viele Priester große Sorgfalt auf die Vorbereitung ihrer Predigten legen. Aber es gibt so etwas wie eine unbewusste Milieubindung, die unsere Sprache (auch mein Berufsstand ist davor nicht gefeit) eintönig, austauschbar und einseitig werden lässt. Ich habe mir dies bei einer Martinspredigt im Herbst gedacht. Recht besehen, ging es nicht um den Heiligen, sondern um eine versteckte politische Botschaft: Wie schön ist es, dass auch Muslime am Martinsspiel teilnehmen. Mag sein. Aber statt Kirchenjahresbezug wieder einmal ein bekannter „Kirchensound in Endlosschleife“: Das Leben ist bunt, Vielfalt gut – der Anlass der Verkündigung wird letztlich austauschbar. (Axel Bernd Kunze)

Eine Kirche, die glaubwürdig und lebendig Zeugnis geben will von dem, wofür sie steht, braucht – so Kunze weiter – theologische Klarheit, Freimut  und ein gesundes Maß an Kreativität.  Die gegenwärtigen Strukturreformen in den deutschen Bistümern spiegeln dies nicht immer wider.

Ein Bistum, das schon seit längerem deutliche Sturkturreformen durchläuft ist Hildesheim. Dessen Oberhirte Heiner Wilmer, jüngster Bischof in Deutschland, skizziert im selben Heft so etwas wie das Programm seiner noch jungen Amtszeit: „Unser Zeugnis in der Diaspora“:

Bis vor kurzem konnte man noch ohne Schwierigkeiten die Diasporasituation der Christinnen und Christen einer volkskirchlichen Mehrheitssituation gegenüberstellen. So gab es auf der einen Seite die geordnete volkskirchliche Situation und auf der anderen Seite die schwierig-herausfordernde Diaspora, in der es schwer, aber nicht unmöglich war, eine ‚Miniatur‘ des Volkskirchlichen zu gestalten. (Heiner Wilmer)

Dieses Kirchenmodell ist an seine Grenzen gestoßen. Die Kirche insgesamt muss sich in Deutschland auf eine „postmoderne“ Diasporasituation einstellen. Notwendig, so Wilmer, sei „eine neue Architektur kirchlichen Zeugnisses“:

Christsein ist ein Weg des Werdens und damit ein Weg der Bildungsprozesse. (Heiner Wilmer)

Ob diese Bildungsanstrengung der Kirche gelingt, wird sich erst noch erweisen müssen … Gegenwärtig bleiben, auch im Beitrag Wilmers, die Konturen einer Kirche, die sich in einer postchristlichen Gesellschaft wird behaupten müssen, noch mehr als vage – zumal keiner weiß, wie sich die kulturell-religiösen Gewichte aufgrund vermehrter Migration künftig verteilen und vor allem konkret ausgestalten werden.

Martin Wrasmann, bis zu seinem Ruhestand vor etwas mehr als einem Jahr im Bistum Hildesheim zuständig für die Weiterentwicklung pastoraler Strukturen, vulgo: Kirchenschließungen, zieht im theologischen Feuilletion „Feinschwarz“ zunächst einmal ein ernüchternde Bilanz:

Die Kirche im Dorf erlebt in ihrer gesellschaftlichen Relevanz einen gewaltigen Marginalisierungsprozess, d. h. der Kirche im Ort wird keine oder wenig Kompetenz in Fragen z. B. von Bewahrung der Schöpfung, Grundsicherung oder sozialer Entwicklung zugesprochen.

Vielleicht liegt gerade hier ein Problem, warum das Zeugnis der Kirche so wenig lebendig wirkt: Wer nach religiösen Antworten sucht, erwartet möglicherweise gerade etwas anderes als Gendersternchen, Klimapanik und Sozialstaatsrhetorik, eben den gegenwärtigen Mainstream der politischen Einheitskoalition, die überall den Ton angibt. Will die Kirche lebendig Zeugnis geben, braucht sie in allererster Linie Kompetenz in Glaubensfragen – und dann meinetwegen auch sozialethische Kompetenz, aber in theologisch reflektierter Form. Stattdessen werden vielerorts die Gottesdienste immer weiter zusammengestrichen und Kirchen geschlossen, ohne überhaupt einen Gedanken daran zu verschwenden, wie liturgisches Leben auch ohne Priester weiterbestehen kann. Leise beschleicht einen der Verdacht, dass die Administration in den Großpfarreien soviel Ressourcen frisst, dass man dann bei den Gottesdiensten „spart“. So wird es nicht gelingen, auf neue Weise Kirche in der Diaspora zu leben … Unserem Land wäre anderes zu wünschen.

Neue Veröffentlichungen verlinkt

In der rechten Menüspalte finden Sie neue Arbeitsproben und Auswahlveröffentlichungen zu pädagogischen und sozialethischen Themen verlinkt.

Ferner finden Sie unter der Kategorie „Kolumnen“ einen Link zu den sozialethischen Kolumnen, die regelmäßig in Kooperation mit der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle in der „Tagespost“ erscheinen. Unter der Kategorie „Kolumnist der ‚Tagespost'“ finden Sie Kolumnen von Axel Bernd Kunze, Bildungsethiker an der Universität Bonn.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre!

Neuerscheinung: Erinnerungen an den Mauerfall

„Einsichten und Perspektiven“, die Zeitschrift der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit für die Themenbereiche Politik und Geschichte, hat Leser um ihre Erinnerungen an den Mauerfall vor dreißig Jahren gebeten: „Zeitenwende – Erinnerungen an das Jahr des Mauerfalls 1989“ (in: Einsichten + Perspektiven, 4/2019, S. 20 – 23). Ein Beitrag stammt aus der Feder des Bonner Erziehungswissenschaftlers und Sozialethikers Axel Bernd Kunze.