Die Lesungstexte des heutigen Sonntags stellen das Thema Nachfolge in den Mittelpunkt. Jesus ist im heutigen Evangelium auf dem Weg nach Jerusalem, begleitet von zahlreichen Menschen, die von ihm fasziniert sind. Jesus nutzt die Gelegenheit, deutlich zu machen, worauf sich diejenigen einlassen, die ihm nachfolgen wollen.
Der Sonntag steht am Beginn der Ökumenischen Schöpfungszeit, die am 2. September beginnt und am Gedenktag des hl. Franz von Assisi, dem 4. Oktober, endet. Diese soll ein christliches Schöpfungsbewusstsein fördern und zum Gebet sowie zum Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung ermutigen. In diesem Jahr lautet das Motto: „Die Liebe Gottes versöhnt und eint die leidende Schöpfung“. […]
Der September wird als Engelmonat begangen. Vor allem in süddeutschen Gegenden und in Österreich wird dieser Sonntag – einer habsburgischen Tradition folgend – bis heute als Schutzengelsonnntag begangen.
DAS GOTTESDIENSTMODELL FINDET SICH HIER:
Axel Bernd Kunze: Leben aus Gottes Liebe [Lesejahr C. 23. Sonntag im Jahreskreis], in: WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen 19 (2022), H. 5, S. 427 – 443.
PRESSEMITTEILUNG DER AG MEDIENARBEIT DER AUTORENGRUPPE DER „7 ARGUMENTE“:
Fragwürdige Auszeichnung:
Drosten, Şahin und Türeci als „Hochschullehrer/Hochschullehrerin des Jahres“.
Kritik am Deutschen Hochschulverband (DHV)reißt nicht ab
Berlin, den 18.07.22 – Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Kreis der 7 Argumente (www.7Argumente.de) kritisieren den Deutschen Hochschulverband. Siewerfen ihm politisch motivierte Auszeichnungen und Diskussionsverweigerung vor.
Der Deutsche Hochschulverband (DHV) ist die Berufsvertre tung derUniversitätsprofessorinnen und -professoren in Deutschland. Jährlich verleihter den Preis „Hochschullehrer/Hochschullehrerin des Jahres“. Im April 2022 hatten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einem Brief an den Präsidenten des DHV kritisiert, dass die Auszeichnung nicht nur nach intransparenten Kriterien, sondern zudem auch noch politisch motiviert vergeben werde.
Bereits 2021 ging der Preis an Christian Drosten und Sandra Ciesek, zwei umstrittene Verfechter harter Corona-Maßnahmen; 2022 wurden die Gründervon Biontech, Ugur Şahin und Özlem Türeci, damit geehrt. In allen vier Fällen sei die Nähe zur Hochschullehre jedoch bestenfalls rudimentär gegeben. Langjährige Fachkompetenz in Lehre und Forschung spiele offenbar nur eine untergeordnete Rolle, so die Wissenschaftler. Seien die Kandidaten nur prominent genug, müsse man für die Auszeichnung als „Hochschullehrer/Hochschullehrerin des Jahres“ nicht einmal regulär lehren. Sie fordertendeshalb vom DHV ein transparenteres Vorgehen bei der Preisverleihung und die Veröffentlichung ihres Briefs im DHV-Magazin Forschung & Lehre . Außerdem regten sie an, die bereits erfolgten Preisverleihungen zum Gegenstand einer kritischen Debatte zu machen. Dies alles lehnte der DHV ohne weitere Begründung ab.
„Damit ist ein größerer Schaden nicht nur für den Verband, sondern für die Wissenschaft im deutschsprachigen Bereich zu befürchten“, meinen die Wissenschaftler. Aus der Argumentation des DHV sei zu entnehmen, dass der Begriff Hochschullehrer Hochschullehrerin nicht allzu ernst genommen werden solle. Von den Preisträgern dieses Jahres werde lediglich gesagt, dass sie mit der Universität Mainz eng verbunden seien, was alles Mögliche bedeuten könne, z. B. dass sie zu Festveranstaltungen der Universität Einladungen bekommen. Die Intransparenz der Auswahlkriterien und das Ignorieren von berechtigter Kritik missachte dagegen Professorinnen und Professoren, die sich tatsächlich in hervorragender Weise in der Lehre engagierten.
„Corona-Impfung gefährlicher als angenommen: Das Bundesverfassungsgericht bewertete die Impf-Pflicht als Verfassungs-konform. Aber: Der Beschluss beruht auf einer methodisch fehlerhaft durchgeführten Sicherheits-Analyse des Paul-Ehrlich-Instituts.“
Die Kurzfassung zum Weiterlesen finden Sie in der Onlineausgabe der „Weltwoche“:
Aus einem Predigtentwurf zum Zwanzigsten Sonntag im Jahreskreis:
„Die Coronakrise hat unsere Gesellschaft gespalten. Die Impfdebatte und der Streit um die richtige Coronpolitik haben polarisiert. In einer großen deutschen Tageszeitung war in einer mehrseitigen Reportage von einem Riss die Rede, der mitten durch Freundeskreise, Vereine, Kollegien und auch Familien gehe. Mancher von uns wird sich beim heutigen Evangelium an diese Erfahrung erinnert fühlen, wenn Jesus sagt: Nicht Frieden werde er bringen, sondern Spaltung und Zwietracht. Selbst familiäre Beziehungen würden zerschnitten.
Hart klingen diese Worte. Zu hart? Denn viele von uns sehnen sich nach Harmonie. Der Wunsch ist verständlich – zumal in einer Welt, die an vielen Stellen aus den Fugen geraten zu sein scheint. In Krisenzeiten wollen wir wenigstens in unserem Alltag, soweit es geht, Konflikten aus dem Weg gehen. Aber gerade dieser Wunsch wird im heutigen Evangelium durchkreuzt. Doch welches Feuer meint Jesus, von dem er heute spricht?
[…]
Jesu scharfe Worte, die wir heute gehört haben, erregen Anstoß und verstören. Sie verstören, weil sie einem geschönten, allzu seichten, weichgezeichneten Jesusbild widersprechen. Es wäre eine fromme Lüge, den herausfordernden Anspruch Jesu kleinzureden, zu verdrängen, zu verflachen, zu spiritualisieren oder zu verkitschen. Das Wort vom Feuer stellt sich solchen Versuchungen kirchlicher Rede entgegen.
[…]
Vor welche Entscheidungen uns der Glaube stellt, kann ganz unterschiedlich aussehen, ist sehr individuell. Betrachten wir die Situation in unserem Land, verlangt eine Glaubensentscheidung im Großen und Ganzen dem Einzelnen wenig ab. Das sieht in anderen Ländern durchaus anders aus. Aber auch bei uns spüren wir, dass die Großwetterlage für Glaube und Kirche keinesfalls günstig steht. Das Klima wird rauer.
Und was passiert, wenn wir doch einmal in eine gravierende Entscheidungssituation gestellt werden? Wenn unser Glaube angegriffen wird und wir uns sehr deutlich entscheiden müssen? Wir sollten nicht hochmütig sein. Vielleicht spüren wir Beklemmung, wenn wir über diese Fragen nachdenken.
Doch eines ist uns zugesagt: Wir werden in einer solchen Situation nicht allein sein, wenn wir auf Gottes Geist vertrauen. Und selbst im Scheitern dürfen wir noch auf Gottes Gnade hoffen, wenn wir unseren Glauben ernstnehmen. Der Glaube birgt Zündstoff, aber er ist alles andere als ein Strohfeuer.“
Zum Weiterlesen:
Axel Bernd Kunze: Kein Strohfeuer (Lk 12, 49 – 53) [Lesejahr C. 20. Sonntag im Jahreskreis], in: Der Prediger und Katechet 161 (2022), Heft 5, S. 634 – 637.
Heft 2-3/2022 der Fachzeitschrift „Pädagogikunterricht“ ist erschienen – mit dem Schwerpunkt: fachlich kognitiv aktivieren. Im Mittelpunkt steht ein Beitrag mit dem Titel: Kognitive Aktivierung und die Fachlichkeit des Pädagogikunterrichts.
Aktuell und lesenswert sind sowohl aus didaktischer als auch bildungsethischer Sicht ein kurzer Beitrag von Johannes Drerup zur Frage: „Nicht werten? Demokratieerziehung in Zeiten des Krieges“.
Die Zeitschrift wird vom Verband der Pädagogiklehrer und Pädagogiklehrerinnen herausgegeben.
Die Bremer Initiative Freie Impfentscheidung spricht sich in einem Offenen Brief an die Gesundheitsminister des Bundes und der Länder, die Abgeordneten des Bundestages sowie die Senatsmitglieder in Bremen noch einmal deutlich für die freie Impfentscheidung aus und lehnt körperliche Zwangseingriffe im Rahmen der Coronapolitik ab. Der Brief wurde auf den Seiten der Autorengruppe der „7 Argumente“ veröffentlicht:
Zum Band „Bildung und Religion. Die geistigen Grundlagen des Kulturstaates“ ist die erste Rezension erschienen. Der Historiker, Publizist und Journalist Sebastian Sigler bespricht den Band auf den Internetseiten des Arbeitskreises der Studentenhistoriker – unter dem Titel: Grundlagen, die wir zwingend brauchen:
„Ethikunterricht drängt Religiosität zurück“, so die Fachzeitschrift PÄDAGOGIK im April 2022. Die Schlagzeile bezieht sich auf eine Studie des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, für die Umfragedaten von 58.000 Erwachsenen, die zwischen 1950 und 2004 in Westdeutschland eingeschult worden sind, ausgewertet wurden. Demnach verringere sich die Religiosität im Erwachsenenalter bei einer Teilnahme am Ethikunterricht als Alternative zum Fach Religion. Die Möglichkeit, zwischen Religions- und Ethikunterricht zu wählen, wurde in den einzelnen Bundesländern – von 1972 in Bayern bis 2004 in Nordrhein-Westfalen – unterschiedlich früh oder spät eingeführt, was differenzierte Rückschlüsse auf den Zusammenhang von Ethikunterricht und religiöser Sozialisation zulasse.
Wie seriös die Studie zu beurteilen ist, sei an dieser Stelle dahingestellt. Nach Lesart der Forscher führe Ethikunterricht zu einem Rückgang traditioneller gesellschaftlicher Einstellungen, habe aber keinen Einfluss auf Lebenszufriedenheit, ethisches Verhalten oder ehrenamtliches Engagement. Wenn dann noch auf steigende Produktivität, Arbeitsmarktbeteiligung und ein steigendes Lohnniveau verwiesen wird, scheint ein recht funktionales Verständnis von Ethik und Religiosität durch.
Eines aber wird bei allen Begrenztheiten der Studie dann doch deutlich: Welchen Stellenwert der Kulturstaat Religion im Schulsystem einräumt, bleibt nicht folgenlos. Grund genug, aus pädagogischer und bildungsethischer Perspektive danach zu fragen, welche Bedeutung der Zusammenhang von Bildung und Religion auch unter den Bedingungen wachsender gesellschaftlicher Heterogenität auf der einen und schwindender Kirchenbindung auf der anderen Seite für einen stabilen, leistungsfähigen Kulturstaat besitzt.
Dies leistet ein Band, der jetzt in der Reihe „Zeitdiagnosen“ erschienen ist:
Axel Bernd Kunze: Bildung und Religion. Die geistigen Grundlagen des Kulturstaates (Zeitdiagnosen; 60), Berlin 2022.
„Das Buch nimmt sich einer Thematik an, die sich in Zeiten eines raschen, vielfach irritierenden kulturellen Wandels als überaus aktuell erweist. Es wirft grundlegende Fragen auf, die dringend auf eine Antwort warten. Dabei ist absehbar, dass diese anregende Schrift kontrovers aufgenommen wird und zu weiterführenden Diskussionen anregt. Den Fachdiskurs wird sie nachhaltig bereichern.“ (Bernd Ahrbeck)
Aufbau des Bandes
Präludium
Teil I: Christliche Burschenschaften – eine historische Vergewisserung
Teil II: Dreifache Annäherung an den Bildungsbegriff
Teil III: Bildung und Religion brauchen einander
Teil IV: Freiheit in der Bildung – ein Überblick zu ihren menschenrechtlichen Grundlagen in Europa
Teil V: Zum pädagogischen Umgang mit Religion in der pluralen Gesellschaft
Teil VI: Der Kulturstaat braucht eine normative Grundlage
Teil VII: Didaktische Anregungen I – Interreligiöse Bildung
Teil VIII: Didaktische Anregungen II – Religionspropädeutik
Teil IX: Didaktische Anregungen III – Diakonische Bildung
Ein Diskussionsbeitrag von Wissenschaftlern setzt sich mit der Forderung der Hochschulrektorenkonferenz auseinander, die Maskenpflicht an Hochschulen fortzuführen. Dabei geht es zugleich um mehr: um das Verständnis, was Hochschulen sind und was sie auszeichnen sollte – kurz: Welchem Leitbild folgt eine Hochschule?
Axel Bernd Kunze: Bildung und Religion. Die geistigen Grundlagen des Kulturstaates (Zeitdiagnosen; Bd. 60), Berlin: LIT 2022.
Pädagogische und religiöse Fragen hängen eng zusammen. Dieses Verhältnis bleibt auch für den weltanschaulich neutralen Staat bedeutsam. Denn zur Sorge um dessen Kontinuität gehört die Sorge um seine kulturellen Wurzeln. Diese sind politisch-geschichtlich gewachsen und religiös geprägt. Der Band zeigt auf, welch bleibende Bedeutung Bildung und Religion auch in Zeiten gesellschaftlicher Pluralität für einen freiheitlichen, vitalen und tragfähigen Kulturstaat besitzen. Wo die Sorge um seine geistigen Grundlagen erlahmt, werden über kurz oder lang kulturelle und soziale Verteilungskämpfe einsetzen. Axel Bernd Kunze ist Sozial- und Bildungsethiker. Er lehrt als Privatdozent für Erziehungswissenschaft in Bonn und ist als Schulleiter tätig.