Als Mitautor (Axel Bernd Kunze: Justizminister, Staatsrat, SPD-Politiker, Korporierter: Ludwig Marum; Ders.: Erstes Bamberger Opfer des Nationalsozialismus: Wilhelm Aron) weise ich gern darauf hin, dass der Band über „Jüdische Korporierte – jüdische Verbindungen“ jetzt ganz druckfrisch vorliegt:
Studenten schließen sich seit dem späten 18. Jahrhundert in ganz unterschiedlichen Gruppen verbindlich zusammen. Sie sind damit Teil der europäischen Kultur. Diese Tatsache wird vielerorts ignoriert und die Geschichtswissenschaft geht mehrheitlich an wichtigen Quellen achtlos vorüber. Speziell die Studenten jüdischen Glaubens, die sich entweder einer bestehenden Verbindung anschlossen oder glaubensbezogene jüdische Verbindungen stifteten, stellen eine höchst wichtige Gruppe dar. Da nach der Shoa nur noch wenige Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland existierten, die Zeugnis hätten ablegen können, fiel ihr Erbe nach 1945 dem Unwissen anheim. Erst ab den 1980er Jahren begannen Studentenhistoriker zu fragen, was ab 1933 wirklich passiert war. Ihre Forschungen liegen diesem Band zugrunde. Er beginnt damit, eine Lücke in unserem kulturellen Gedächtnis zu schließen und die weitverzweigte und höchst eigene Welt der jüdischen Kooperierten zu entdecken, denn ohne sie bleibt unser Blick auf die gesamte Studentengeschichte unvollständig.
Sebastian Sigler (Hg.): Jüdische Korporierte – jüdische Verbindungen. „Mit Wort und Wehr für Judas Ehr'“, Berlin: Duncker & Humblot 2026, 572 Seiten.
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