Neuerscheinung: Gestörte Kommunikation

„Kommunikation sei flüchtig geworden, klagt die Journalistin Irmtraud Gutschke. Vertieftes, konzentriertes Lesen sei auf dem Rückzug; schnell abrufbare, kurzlebige digitale Medien, die dem Einzelnen weniger abverlangten als ein Buch, seien auf dem Vormarsch – nicht ohne Folgen für Konzentrationsfähigkeit, Sprache und Denken:

[…]

Folgenlos bleibt dieser Trend zur Flüchtigkeit, den Gutschke konstatiert nicht, weder pädagogisch noch politisch. Im Folgenden soll eine bildungsethische Spurensuche gewagt werden: Wie verändert die digitale Kommunikationsästhetik den privaten wie öffentlichen Diskurs? Warum kommt es zu Gesprächsstörungen? Wie können wir diesen entgegenwirken?“

Zum Weiterlesen:

Axel Bernd Kunze: Gestörte Kommunkation. Eine bildungsethische Spurensuche in flüchtigen Zeiten, in: Harald Kuypers (Hg.): Pädagogisch Handeln. Festschrift für Prof. Dr. Volker Ladenthin (Pädagogik in Europa in Geschichte und Zukunft; 22), Bonn 2023, S. 119 – 129.

Neuerscheinung: Eine bildungsethische Spurensuche in flüchtigen Zeiten

Der Bonner Erziehungswissenschaftler Volker Ladenthin ist zu seinem siebzigsten Geburtstag mit einer weiteren – der dritten – Festschrift geehrt worden:

Harald W. Kuypers (Hg.): Pädagogisch Handeln. Festschrift für Prof. Dr. Volker Ladenthin (Pädagogik in Europa in Geschichte und Zukunft; 22), Bonn 2023, 289 Seiten.

Ad multos annos!

… mit dem folgenden bildungsethischen Beitrag:

Axel Bernd Kunze: Gestörte Kommunikation. Eine bildungsethische Spurensuche in flüchtigen Zeiten, in: ebd., S. 119 – 129.

Zuvor erschienen die folgenden Festschriften (mit den genannten bildungsethischen Beiträgen) …

… anlässlich der Emeritierung:

Axel Bernd Kunze: Sind Tageseinrichtungen für Kinder Institutionen der Sozialpädagogik oder der Elementarbildung? Überlegungen zum bildungsbezogenen Sprachgebrauch um frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung, in: Rainer Kaenders, Anke Redeker, Stephan Stomporowski (Hgg.): Bildung – noch immer ein wertvoller Begriff?!. Festschrift für Prof. Dr. Volker Ladenthin (Bonn University Press – Wissenschaft und Lehrerbildung; 3), Göttingen 2019, S. 199 – 217.

… anlässlich des sechzigsten Geburstages:

Axel Bernd Kunze: Welche demokratiepädagogische Verantwortung trägt der Hochschullehrer?, in: Hildegard Krämer, Harald Kuypers, Axel Bernd Kunze (Hgg.): Beruf: Hochschullehrer. Ansprüche, Erfahrungen, Perspektiven, Festschrift für Volker Ladenthin zum sechzigsten Geburtstag, Paderborn u. a. 2013, S. 123 – 151.

engagement: Herausgeberbeirat erweitert

Der Herausgeberbeirat von engagement, der Zeitschrift der katholischen Schulen mit dem Untertitel „Zeitschrift für Erziehung und Schule“, ist in diesem Jahr erweitert worden. Dem Herausgeberbeirat gehören an: Rafael Frick (Ludwigsburg), Christopher Haep (Hamburg), Marco Hubrig (St. Blasien), Norbert Just (Coesfeld), Axel Bernd Kunze (Weinstadt), Peter Nothaft (Eichstätt), Anna Noweck (München), Clemens Paulovics (Wien), Paul Platzbecker (Essen an der Ruhr), Matthias Proske (Köln), Sr. Dorothea M. Rumpf (Duderstadt), Clauß Peter Sajak (Münster in Westfalen) und Tobias Zimmermann (Ludwigshafen am Main).

Die Zeitschrift erscheint seit 2022 im Verlag Vandenhoeck und Ruprecht.

Weitere Informationen: https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/engagement?c=1820

Zwischenruf: Was heißt hier Diversität?

Die Alma mater in Bamberg hat dieses Sommersemester als ein „politisches Semester“ deklariert. Wer die Nachrichten für Alumni erhält, wird es gelesen haben. Die neue Rahmenvereinbarung mit dem Freistaat Bayern stellt u. a. das Thema Diversität in den Mittelpunkt. Dies mag im Vergleich mit anderen Bundesländern oder Hochschulen nicht besonders originell sein, soll aber alles andere als ein Papiertiger bleiben. Schon jetzt gibt es an der Universität Bamberg Diversity-Gastprofessuren, Diversity-Gastvorträge, und Diversity-Forschungsprojekte. Künftig wird es jährlich einen Diversity-Tag und auch ein Diversity-Vorlesungsverzeichnis geben. Der Widerspruch zu den im Hochschulbetrieb kritiklos akzeptierten 2G-Regeln zu Coronazeiten scheint niemandem auffallen. Dies mag kein Zufall sein. In Zeiten der „Generation Gleichschritt“ (Ralf Schuler, kürzlich ausgezeichnet mit dem Jürgen-Moll-Preis für verständliche Wissenschaft) ist Diversity oftmals ein Synonym für die Gleichschaltung des öffentlichen Raumes, auch der Universität, deren Diskurse sich immer stärker an einer „woken“ Agenda ausrichten. Diversity gilt nur für jene, die im Strom der Zeit mitschwimmen. Nicht umsonst hat sich vor einigen Jahren ein Netzwerk Wissenschaftsfreiheit gegründet, das sich gegen Formen einer „Cancel Culture“ hierzulande wendet.

Bereits mit Semesterbeginn nahmen einige Vertreter der akademischen Szene Bambergs den Aufruf zu einem „politischen Semester“ offenbar gleich wörtlich und schritten zur Tat. Während der Kneipe einer örtlichen Verbindung wurde deren Korporationshaus erneut Opfer eines Farbanschlags. Diversity gilt nicht für korporative Traditionen und Werte. Schlagworte, die den öffentlichen und akademischen Diskurs beherrschen, sind keinesfalls ein Papiertiger. Sie prägen das gesellschaftliche Klima. Quod erat demonstrandum.

Gerade deshalb sollten wir im Jubiläumsjahr der Frankfurter Paulskirchenversammlung die freiheitlichen Traditionen unseres Landes selbstbewusst leben. Diese sind keinesfalls überholt, im Gegenteil. Unser Vaterland und unsere Universität brauchen auch weiterhin den Mut zum Selberdenken und den starken Einzelnen, der sich dem Zwang zum Gleichschritt widersetzt. Diese akademischen Tugenden sollten wir hochhalten, gerade in Zeiten wie den unsrigen. Das wäre politisch, im Sinne des Einsatzes für das Gemeinwesen. Sapere aude!

Netzwerk Wissenschaftsfreiheit: Aufruf zu verbaler Abrüstung

Aus einer Pressemitteilung des Netzwerkes Wissenschaftsfreiheit vom 1. Mai 2023 zu Äußerungen des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer auf Frankfurter Migrationskonferenz:

„Das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit verurteilt die Doppelmoral und die Heuchelei der Kritiker der Frankfurter Konferenz zur Migrationspolitik. Auch wenn der Tübinger OB Boris Palmer mit unangemessenen Äußerungen scharfe Kritik verdient haben mag, so fehlt es doch bei vielen an der moralischen Legitimation dazu. Wer die Tagungsreferenten und Organisatoren als Nazis und Rassisten bezeichnet, nimmt jeder Kritik an den Äußerungen Palmers die Glaubwürdigkeit. Das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit ruft alle Beteiligten zur verbalen Abrüstung und einem respektvollen, sachlichen und an den Fakten orientierten Umgang miteinander auf.“

Quelle: www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de

Neuerscheinungen: Beiträge zur Erzieherausbildung an Fachschulen

Aus dem neuen Sonderheft 2023 „Unterrichten an Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik“ der Zeitschrift „PädagogikUNTERRICHT“:

Wenn Manfred Müller-Neuendorf (2006) vor einigen Jahren gefragt hat: „Ist die Ausbildung der Erzieher und Erzieherinnen an Fachschulen noch zukunftsfähig?“, so wird man diese Frage gegenwärtig wohl mit einem Ja beantworten. Hochfliegende Erwartungen an eine Vollakademisierung erzieherischer Tätigkeiten und Betreuungsaufgaben haben sich nicht erfüllt, und zwar nicht allein mangels finanzieller Ressourcen für eine flächendeckende, akademischen Ansprüchen genügende Höhergruppierung in diesem Berufsfeld. Nicht nur der Fachkräftemangel, auch ausbildungstheoretische Überlegungen haben diese gedämpft. Mittlerweile besteht ein differenziertes Geflecht unterschiedlicher Qualifizierungswege, das unterschiedlichen Bedürfnissen, Lebenssituationen, berufsbiographischen Erwartungen (etwa für Berufseinsteiger oder Berufswechsler) oder Lernwegen gerecht wird. Auszubildende mit unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen und Vorerfahrungen finden einen Zugang in das professionelle, sozialpädagogische Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen. Was Müller-Neuendorf noch als Vision formulierte, ist mittlerweile schon Realität geworden: Durch neue Formen der Durchlässigkeit und Vernetzung haben die Fachschulen für Sozialpädagogik ihren Platz in einer differenzierten Ausbildungs- und Studienlandschaft behauptet.

aus: Axel Bernd Kunze: Arbeitsfeld Erzieherausbildung. Bildungs- und berufspolitische Entwicklungen im Kontext sozialpädagogischer Ausbildungsgänge, in: Pädagogikunterricht, Sonderheft 2023: Unterrichten an Fachschulen und Fachkademien für Sozialpädagogik, S. 16 – 20.

Wer ein Auslandspraktikum wagt, erwirbt nicht allein fachliche Kenntnisse, welche der Entwicklung der eigenen Professionalität zugutekommen. Ein Auslandsaufenthalt erweitert den eigenen Horizont durch tiefere Einblicke in eine anders geprägte Kultur im Allgemeinen sowie in andersartige Bildungs- und Erziehungsvorstellungen im Besonderen, damit verbunden ist ein wichtiger Beitrag zur Persönlichkeitsbildung. Leben und Arbeiten im Ausland vertieft für die pädagogische Arbeit zentrale Kompetenzen und verspricht darüber hinaus einen Gewinn an Selbständigkeit, Selbstwirksamkeit und Eigenverantwortung.

Auch Schwierigkeiten oder Herausforderungen, die bewältigt werden müssen, tragen hierzu bei. Denn nicht immer läuft alles glatt: Es kann vorkommen, dass jemand mit dem Erziehungsstil in der Partnereinrichtung nicht zurechtkommt und sich möglicherweise vor Ort einen anderen Einsatzort suchen muss. Mal kommt es zu Schwierigkeiten bei der Unterkunft, sodass eine erneute Wohnungssuche notwendig wird, mal drückt doch das Heimweh, weil man vor Ort erst langsam neue Kontakte aufbauen muss oder ein Freund, mit dem man Probleme teilen kann, fehlt.

Eines soll am Ende nicht vergessen werden: Die angehenden Erzieher und Erzieherinnen erfahren im Ausland eine hohe Anerkennung und Wertschätzung für die Qualität und das Niveau ihrer Ausbildung, und dies auch im Vergleich mit akademisierten Qualifikationswegen im europäischen Ausland.

aus: Axel Bernd Kunze: Auslandspraktika in der Erzieherausbildung, in: Pädagogikunterricht, Sonderheft 2023: Unterrichten an Fachschulen und Fachkademien für Sozialpädagogik, S. 54 – 56.

Weitere Informationen zur Zeitschrift „Pädagogikunterricht“: https://www.vdp.org/materialien/zeitschrift-pu

Wer sich für eine Lehrtätigkeit in der Erzieherausbildung interessiert, findet hier weitere Adressen und Publikationen:

Quelle: Axel Bernd Kunze: Für alle, die sich noch weiter informieren wollen, in: Pädagogikunterricht, Sonderheft 2023: Unterrichten an Fachschulen und Fachkademien für Sozialpädagogik, S. 30 f.

Kongress: ZAAVV will Coronapolitik außerparlamentarisch aufarbeiten

Der Bundestag hat einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Aufarbeitung der Coronamaßnahmen abgelehnt. Ein Kongress vom 9. bis 11. Juni 2023 in Frankfurt will die zivilgesellschaftliche Aufarbeiitung vorantreiben, „die ein Unterschungsausschuss hätte leisten müssen“, wie es in einer Pressemitteilung vom 21. April 2023 heißt:

„Mit der Ablehnung der Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Corona-Zeit durch den Bundestag haben unsere Abgeordneten ein klares Signal für eine außerparlamentarische
Aufarbeitung dieser Zeit gesetzt.
Das Zentrum zur Aufarbeitung, Aufklärung, juristischen Verfolgung und Verhinderung von Verbrechen gegen die Menschheit (ZAAVV) wurde auch mit der Intention gegründet, die wichtigen Aspekte der Coronazeit aufzuarbeiten, wie z.B. die Handhabung der Pandemie durch die Bundesregierung und die Legitimation für massive Eingriffe in die Freiheits- und Grundrechte der Menschen, Schulschließungen, Demonstrationsverbote, Betriebsschließungen, existenzielle Vernichtung eines großen Teils der Kunst-  und Kulturszene, einrichtungsbezogene Impfpflicht, Einschränkungen durch Maßnahmen wie 2G und 3G.“ (aus einer Pressemitteilung des ZAAVV)

Weitere Informationen: https://zaavv.com/de-de/

Neuerscheinung: Unterrichten an Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik

Druckfrisch erschienen – das neue Sonderheft der Zeitschrift PädagogikUNTERRICHT:

Carsten Püttmann, Axel Bernd Kunze (Red.): Gelingende Erziehung reflektiert praktizieren, PädagogikUNTERRICHT, Sonderheft 2023: Unterrichten an Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik.

Das Heft richtet sich an Studenten, Referendare und weitere Interessierte, die sich für eine Lehrtätigkeit in der Erzieherausbildung interessieren und sich über das Arbeitsfeld Fachschule bzw. Fachakademie informieren möchten. PädagogikUNTERRICHT ist die größte Fachzeitschrift für pädagogische Fachdidaktik im deutschsprachigen Raum.

Autorinnen und Autoren des Sonderheftes sind: Aliu Tabitha (Berufliche Schulen der Marienschule Fulda), Amelie Bernal Copano (Katholische Hochschule NRW), Larissa Hakopians (Berufskolleg der Kaiserswerther Diakonie), Holger Küls (Berufsbildende Schulen Vechta), Axel Bernd Kunze (Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt), Julia March (Katholische Hochschule NRW), Michael Obermaier (Katholische Hochschule NRW), Carsten Püttmann (Berufskolleg Canisiusstift Ahaus), Carmen Raschka (Berufliche Schulen der Marienschule Fulda), Esther Sattler (selbständige Elementarpädagogin und Fortbildungsreferentin), Susanne Sistig (Ministerium für Schule und Bildung NRW) und Detlef Zech (Ministerium für Schule und Bildung NRW).

Das Heft ist über die Geschäftsstelle des Verbands der Pädagogiklehrer und Pädagogiklehrerinnen (VdP) zu beziehen: VdP, Fabian Knöpfel, Hubertusstraße 32, 46485 Wesel, geschaeftsstelle@vdp.org.

Weitere Informationen zur Zeitschrift PädagogikUNTERRICHT finden Sie unter: https://www.vdp.org/materialien/zeitschrift-pu

Offener Brief: Bischof von Dresden-Meißen soll Verantwortung für seine Aussagen zur Coronapolitik übernehmen

Vorbemerkung der Redaktion: „Bildungsgerechtigkeit“ dokumentiert einen Offenen Brief des Physikers Prof. Dr. Klaus Morawetz an den Bischof von Dresden-Meißen. Dieser kritisiert, dass der Bischof mit seinen coronapolitischen Aussagen über eine Impfpflicht und strenge 2G-Regeln seine bischöfliche Autorität missbraucht habe. Eine Aufarbeitung einer Coronapolitik, die mehr auf Moralisierung und Panik als rationale Begründung und sorgfältige Abwägung setzte, steht weiterhin aus – auch innerkirchlich. Nach der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Autonomie der irdischen Wirklichkeiten sind nichttheologische Sachfragen mit den Methoden der jeweiligen Fachdisziplin zu klären. Das ist vom Lehramt zu beachten, wenn sich dessen Vertreter in ethischen Fragen zu Wort melden. Der Offene Brief wird hier mit Zustimmung des Verfassers wiedergegeben.

Sehr geehrter Herr Bischof Timmerevers,

da Sie sich als Amtsperson öffentlich in Interviews zum Thema Corona und Impfen geäußert haben, schreibe ich Ihnen diesen Brief ebenfalls öffentlich. Allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz haben Sie sich für eine Impfpflicht ausgesprochen [1]. Ja, wie andere Bischöfe auch, haben Sie diese als „moralische Pflicht“ angesehen und es mit Begriffen wie „Gerechtigkeit, Solidarität und Nächstenliebe“ verbrämt.

Nach geschätzten zehntausenden Impftoten und über eine Million z.T. schwer geschädigten Geimpften allein in Deutschland, dem Nachweis, dass die mRNA Spritze gegen Covid das Ansteckungsrisiko mit Covid und anderen Krankheiten durch die Beschädigung des Immunsystems wesentlich vergrößert hat und nach dem offengelegten Betrug der Pharmakonzerne bei der Zulassung, so dass überhaupt ein positiver Effekt dieser Gentherapie sehr fraglich ist, werden Sie sicher einwenden, dass Sie das ja damals nicht wussten und wie Sie selbst bereits vorausschauend im Interview der „Dresdner Neuesten Nachrichten“ ausführten [2], wir uns gegenseitig „viel zu vergeben haben werden“. Darf ich Sie daran erinnern, dass vergeben werden kann, erst und nur, wenn Schuld eingestanden und bereut wird? Welches Schuldeingeständnis und welche Reue sehen Sie für Ihre bereits damals widerlegbaren falschen Aussagen: „Ich sehe, dass der Staat im Moment noch mit dem milden Mittel der Überzeugung versucht, die Verantwortung beim Einzelnen zu belassen. Ich halte es ethisch aber vertretbar, eine Impfpflicht einzuführen“ und „wo die eigene Freiheit um den Preis der Gefährdung anderer definiert wird, macht sie unser gesellschaftliches Solidarsystem kaputt und ist Egoismus mit Scheuklappen für die Not des Anderen“ oder „Deswegen wäre mir sogar lieber, wenn wir noch konsequenter wären und neben 2G in den kommenden Wochen für alle auf Testungen setzen, also das sogenannte 2G plus“. Nehmen Sie jetzt Verantwortung für die lebenslang Geschädigten auf sich? Denn wie Sie selbst sagten, sei die „Pandemie“ ja ein „Charaktertest“. Sie haben mit Ihrem Anspruch einer bischöflichen Autorität falsche und gefährliche Empfehlungen für Gutgläubige abgegeben. In wie weit könnte solche Irreführung als Amtsmissbrauch gewertet werden? Bereits zum Zeitpunkt Ihres Interviews waren die Informationen seriöser wissenschaftlicher Studien verfügbar, die kritisch das offizielle Narrativ in Frage stellten. Die Verherrlichung der Maskenpflicht, für die der Nachweis einer positiven Nutzen-Schadensbilanz bis heute aussteht, ist ein zweites Versagen Ihrer administrativen Autorität. Es wurden Gläubige bei Gottesdiensten sogar Weihnachten abgewiesen, wenn sie ungeimpft waren bzw. schon, wenn Sie keine Maske trugen. Habe ich da etwas falsch verstanden vom Evangelium über die Einladung zur Feier und dem Besuch von Aussätzigen, bei denen auch nicht anzunehmen ist, dass sie geimpft waren? Hat nicht Jesus recht drastische Worte über Heuchler und Pharisäer gefunden? Als Fazit dieses systemischen Versagens der offiziellen Kirchenadministration kann man nur glücklicherweise konstatieren, dass Bischöfe einem mündigen Katholiken einfach in Lebensfragen nichts mehr zu sagen haben. Selbst das Abendmahl wurde auch ohne Priester gefeiert, da die offizielle Amtskirche die Gläubigen ausschloss. Hoffnungsvoll deutet sich hier eine zukünftige Erneuerung und Bereinigung von überholten Amtsverständnissen an.

Mit hochachtungsvollen Grüßen
Prof. Klaus Morawetz

[1] https://www.domradio.de/artikel/gerechtigkeit-solidaritaet-und-naechstenliebe-katholische-bischoefe-sehen-impfung-als
[2] Dresdner Neueste Nachrichten vom 22.11.2021, https://www.genios.de/presse-archiv/artikel/DNN/20211122/-eine-impfpflicht-ist-ethisch-vertr/doc7iie21ra4axkj54mj4h.html

Universität Münster: Bezug auf Kaiser Wilhelm II. soll getilgt werden

Die Westfälische Wilhelms-Universität Münster will den Bezug auf ihren Gründer, Kaiser Wilhelm II., aus ihrem Namen streichen. Notwendig ist noch die Zustimmung der Landesregierung. Wenn diese vorliegt, nennt sich die Universität ab 1. Oktober 2023 nur noch „Universität Münster“: ein Allerweltsname, der einmal mehr demonstriert, wie wenig Tradition und nationale Identität an deutschen Universitäten noch zählen. Es bleibt ein Trauerspiel und ein Armutszeugnis zugleich.