Kirchenaustritt aus Protest gegen kirchliche Gendersprache

Der Präsident des Vereins Deutsche Sprache, Professor Walter Krämer, der im Bistum Hildesheim wohnt, hat seine Ankündigung wahrgemacht und ist aus der Kirche ausgetreten. Das Fass zum Überlaufen brachte eine Handreichung seines Heimatbistums zur Gendersprache. Im Sommer schrieb er Heiner Wilmer, der das Bistum leitet, einen Brief: einen Versuch, mit dem Bischof ins Gespräch zu kommen. Die Gesprächsbereitschaft lief offenbar ins Leere. Sprachpolitik scheint dem kirchlichen Oberhirten wichtiger zu sein als pastorale Sorge um kritische Kirchenmitglieder. Es bleibt am Ende ein Trauerspiel.

Weitere Hintergründe finden Sie hier:

https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2021/wegen-gendersprech-sprachschuetzer-kraemer-tritt-aus-katholischer-kirche-aus/

Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V.: Neue Internetseite zu den Bamberger „Stolpersteinen“

Die Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V. wurde anlässlich seines siebzigsten Todestages zu Ehren des Bamberger Sozialdemokraten, Waffenstudenten, Justizreferendars und Widerstandskämpfers Willy Aron gegründet, der im Mai 1933 im KZ Dachau ermordet wurde. Der Verein ist Initiator der Bamberger „Stolpersteine“, über die nun eine eigene Internetseite informiert:

https://www.stolpersteine-bamberg.de/karte

Menschen- und Grundrechte sind unteilbar


Mittlerweile gibt es ersten Widerstand gegen den Ausverkauf bürgerlicher Freiheitsrechte – immerhin. Für Samstag ist in Erlangen eine Demonstration gegen die skandalöse 2G-Regelung an der Universität angekündigt:

https://philosophia-perennis.com/2021/11/15/2g-regelung-an-universitaeten-erste-studentengruppen-revoltieren-gegen-impf-apartheid/

Wer den politischen Anstand noch nicht vollends verloren hat, sollte erkennen, dass der gegenwärtige politische Druck auf eine betimmte Bevölkerungsgruppe mit unserer Grundrechtsordnung nichts mehr zu tun hat. Diese Politik verrät die Unteilbarkeit der Menschenrechte. Gravierende Wertkonflikte können nur über den Weg der praktischen Konkordanz gelöst werden, aber niemals so, dass einzelne Grundrechte einer bestimmten Bevölkerungsgruppe gänzlich entzogen werden. Was wir gegenwärtig erleben, ist beschämend.

Schlaglicht: (Kultur-)Kampf um die Freiheit

Wir erleben einen Kulturkampf – im Bildungsbereich und weit darüber hinaus. Das freie Subjekt droht durch Gruppenidentität und Kollektivzwang abgelöst zu werden. Wenn Bildung auf die äußere soziale Seite reduziert wird, läuft dies auf Anpassung an soziale Zwänge hinaus. Selbstbestimmung und Widerständigkeit des Subjekts bleiben auf der Strecke.

Vermutlich wird ein Kampf für die Freiheit von Bildung und Wissenschaft allein aus den Universitäten heraus nicht mehr erfolgreich sein können. Wir brauchen breite Bündnisse mit Wissenschaftlern aus anderen Berufen, den Aufbau gesellschaftlicher Netzwerke, die Schaffung von Gegenwelten. Wer die Freiheit robust verteidigen will, muss aus der Verteidigungsecke heraus und aktiv handlungsfähig werden. Wie kann das gelingen? Eine vielleicht noch sehr vage Idee …

Auf Konfliktfälle zu reagieren ist gut und wichtig. Es braucht aber eine Sammlungsbewegung von Wissenschaftlern, Verlegern, Medien, Lehrern, Politikern, Verbindungen …, die ein hohes Ideal von Freiheit aufrechterhalten wollen, die sich zusammenschließen, und zwar erkennbar nach außen, offen und deutlich sichtbar. Es muss deutlich werden: Wir verweigern uns den üblichen Trends. Das alles unter dem Signum der Freiheit: Bei uns kann man alles publizieren, diskutieren, vortragen … Warum nicht ein Siegel entwickeln, so wie „Bioland“!? Und damit muss der akademisch-gesellschaftliche-öffentliche Raum besetzt werden. Das muss offensiv bei Publikationsankündigungen, Tagungsvorbereitungen, auf Internetsetien etc. angegeben werden. Raus aus der Verteidigungsecke, rein in die Offensive, kampagnenfähig werden – nach den Regeln, die im politischen Geschäft gelten.

Das Klima in Bildung, Schule und Hochschule kann sich drehen, aber dann muss auch dafür offensiv gestritten werden.

Schlaglicht: Abschied vom freien Subjekt

Die gegenwärtige Situation ist dramatisch. Wir erleben den Abschied vom freien Subjekt. Wo die Integrität des Körpers der Kollektivierung geopfert wird, wird über kurz oder lang auch die Integrität des Geistes verloren gehen. Die Coronapolitik unserer Tage zeigt das mehr als deutlich. Die ersten Universitäten praktizieren 2G. Kein Wort mehr vom Recht auf Bildung, von Teilhaberechten der Studenten, vom Recht auf Ausbildungsfreiheit …. Offenbar sind auch universitäre Akteure nicht mehr in der Lage, die gravierenden Wertkonflikte unserer Tage zu erkennen. Ein Armutszeugnis. Am Ende werden nahezu alle gesellschaftlichen Institutionen moralisch diskreditiert und politisch desavouiert sein, einschließlich der Universitäten.

Man diskutiert, man stellt Fragen, man bleibt brav in der erwartbaren Spur der Disziplin – aber irgendwie scheint das alles nichts mit der gegenwärtigen Situation zu tun zu haben. Menschenrechte und Corona!? Man könnte ja einen Zusammenhang herstellen, aber den gibt es nicht. Denkfaulheit und geistige Überforderung, wohin man schaut. Man lernt brav, was der Dozent sagt oder die Umgebung hören will – aber es berührt nicht. Und so zeigt sich vielerorts, was leider mein Verdacht schon länger war: Die ethischen Hochglanzbegriffe, die so oft die öffentliche oder akademische Debatte bestimmen, wirken aufgesetzt. Letztlich geht es nicht um Menschenrechte und Teilhabe, Anerkennung und Demokratiepädagogik. Ist der Vergleich zu weit hergeholt? Oder kann man diesen Neusprech einer auf links getrimmten Berliner Republik mit dem Marxismus-Leninismus-Programm der alten DDR gleichsetzen, das eben pflichtschuldigst nachgebetet wurde? Aber wider alle Resignation – ein Bekenntnis am Schluss: Ja, es nutzt gegen diese Entwicklungen anzukämpfen, um der Freiheit willen. Denn ohne Freiheit ist alles nichts.

Netzwerk Wissenschaftsfreiheit äußert sich zur Causa Verfassungsschutz ./. Martin Wagener

Pressemitteilung des Netzwerks Wissenschaftsfreiheit vom 12. November 2021:

Auch wenn wir es ausdrücklich begrüßen, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz seine gesetzlichen Aufgaben gegenüber verfassungsfeindlichen Bestrebungen (ob rechts-/ linksextremistischer oder islamistischer Art) ernst nimmt, so sehen wir mehrheitlich das aktuelle Vorgehen gegen Martin Wagener mit einer gewissen Sorge. Zwar ist es nachvollziehbar, dass bei sicherheitsrelevanten Daten eine besondere Wachsamkeit angezeigt ist. Dennoch darf jedenfalls ein Eingriff in die Freiheit der Lehre nur auf verfassungsfeindliche Tendenzen, nicht auf wissenschaftliche Kritik an der Behörde allein, wie sie jüngst von Wagener geäußert wurde, gestützt werden. Wir erwarten angesichts des hohen Stellenwerts der grundrechtlich garantierten Wissenschaftsfreiheit ein sorgfältiges und nachvollziehbares Handeln der Behörde.

Quelle: https://www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de/presse/pressemitteilungen/