Arbeitspapiere: Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V. hat 2023 drei Arbeitspapiere veröffentlicht

Die Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V. hat im vergangenen Jahr 2023 drei Arbeitspapiere veröffentlicht:

Ausgabe 1/2023 dokumentiert das dezentrale Gedenken 2022 aus Anlass des 9. November 1938

Ausgabe 2/2023 dokumentiert die dezentralen Gedenkveranstaltungen in Bamberg und der Gemeinde Lisberg am 27. Januar 2023.

In Kürze wird verspätet Ausgabe 3/2023 erscheinen – unter dem Titel: Zum Jubiläumsjahr 2023: 90. Todestag Willy Aron und 20 Jahre Willy-Aron-Gesellschaft. Diese Ausgabe dokumentiert auch die zehnte Zivilcouragerede anlässlich des neunzigsten Todestages Willy Arons unter dem Titel „Freiheit und Zivilcourage“. Jubiläumsfestredner war Axel Bernd Kunze, Erziehungswissenschaftler und Bildungsethiker an der Universität Bonn sowie Gründungsmitglied der Gesellschaft.

Der Verein erinnert an den Bamberger Widerstandskämpfer Willy Aron, jüdischer Sozialdemokrat, Waffenstudent und Rechtsreferendar, der im Mai 1933 im Konzentrationslager Dachau ermordet wurde.

Die Arbeitspapiere sind online abrufbar unter:

https://www.willy-aron.de/Dokumentationen.html#menu1-12

Neuerscheinung: „Katholische Schulen, die sind doch …“

Unter diesem Titel beschäftigt sich Themenheft 1/2024 der Fachzeitschrift „engagement“ (42. Jg., Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen) mit Sterotypen und Vorurteilen über Schulen in katholischer Trägerschaft. Im Rezensionsteil besprechen Axel Bohmeyer (Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin) den Band „Jochen Sautermeister, Elisabeth Zwick (Hgg.): Religion und Bildung: Antipoden oder Weggefährten? Diskurse aus historischer, systematischer und praktischer Sicht, Paderborn 2019“ sowie Stefan Hermann (Pädagogisch-Theologisches Zentrum Stuttgart) den Band „Hanna Roose: Evangelische Schulen zwischen Bekenntnisorientierung und Öffnung für alle. Empirische Beobachtungen zu Dimensionen evangelischen Profils in Selbstdarstellungen und religionsunterrichtlicher Praxis, Münster (Westf.)/New York 2022“.

Auf fremden Seiten: Wissenschaftsfreiheit außerhalb der Universität

Das Grundrecht auf Wissenschaftsfreiheit ist nicht an einen bestimmten hochschulischen Status gebunden. Es schützt das wissenschaftliche Forschen und Arbeiten des einzelnen Grundrechtsträgers, auch außerhalb von Hochschulen und Universitäten. Es gibt zahlreiche weitere Einrichtungen, in denen wissenschaftlich geforscht wird, z. B. Archive, Bibliotheken oder Museen. Helge Kleifeld beschäftigt sich in einem neuen Beitrag für das Blog des Netzwerkes Wissenschaftsfreiheit mit der Forschungsfreiheit gerade auch in nichtuniversitären Forschungseinrichtungen:

https://www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de/beeinflussung-wissenschaftlicher-arbeit-und-des-forschungs-und-wissenschaftsbetriebes-von-ausserhochschulischen-einrichtungen

Pressemitteilung: Podiumsdiskussion „Ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk noch zu retten?“

PRESSEMITTEILUNG

MEINUNGSVIELFALT.JETZT lädt ein zur PODIUMSDISKUSSION

in die Alte Pfarrkirche Pankow, Berlin am 17.06.2024:

„IST DER ÖFFENTLICH-RECHTLICHE RUNDFUNK
NOCH ZU RETTEN?“

Gut sechs Wochen ist es her, dass die Gruppe Meinungsvielfalt.jetzt – ein lockerer Zusammenschluss von ca. 70 Mitarbeitern von ARD, ZDF und Deutschlandradio – mit ihrem „Manifest für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland“ an die Öffentlichkeit ging und für einen Paukenschlag sorgte.

https://meinungsvielfalt.jetzt/manifest.html

Die Resonanz war beeindruckend:

Zahlreiche Medien haben – teilweise kontrovers- berichtet. Vor allem die Kommentare unter den diversen Zeitungsartikeln und Interviews zum Manifest zeigen, wie unzufrieden viele Beitragszahler mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) sind. Sei es mit Blick auf die mangelnde Programmvielfalt, die unausgewogene Berichterstattung oder auch auf die strukturell begründeten Skandale – Beispiel rbb.
Besonders aufschlussreich sind die 11.000 Kommentare von den rund 25.000 Unterzeichnern unserer Petition zur „Erneuerung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“: 

https://www.openpetition.de/petition/online/erneuerung-des-oeffentlich-rechtlichen-rundfunks

Dies alles unterstreicht die Notwendigkeit einer andauernden und gesellschaftlich breit geführten Diskussion über den ÖRR.
Wir, die langjährigen Mitarbeiter, halten einen politisch völlig unabhängigen, qualitativ hochwertigen und im Interesse der Beitragszahler agierenden Rundfunk für sehr wichtig und notwendig.

Die Evangelische Kirche lädt in diesem wichtigen Wahljahr unter dem Motto „Zusammen streiten“ zum Diskurs und Dialog ein und unterstützt in diesem Rahmen auch Gespräche über eine mögliche Erneuerung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Sie bietet der Gruppe „Meinungsvielfalt.jetzt“ die Möglichkeit, alle Interessierten zu einer Podiumsdiskussion in die Kirche Berlin-Alt Pankow einzuladen. Wir erhoffen uns von dieser Diskussion einen angeregten Austausch von Kritik, Ideen und Anregungen – sowohl von den Podiumsteilnehmern, als auch aus den Reihen des Publikums.

PODIUMSDISKUSSION

IST DER ÖFFENTLICH-RECHTLICHE RUNDFUNK NOCH ZU RETTEN?“

Wann: am 17. Juni 2024 um 19 Uhr

Wo: Alte Pfarrkirche Pankow, Breite Straße 37, 13187 Berlin

Podiumsgäste:

– Harald Geywitz, Präses der Landessynode Berlin Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und Mitglied des Rundfunkrates des rbb
– Alexander King, MdA BSW
– Stefan Gelbhaar, MdB Die Grünen
– Prof. Jens Wendland, Medienwissenschaftler
– Anne Mücke, Journalistin / Meinungsvielfalt.jetzt

Moderation: Dietmar Ringel, Journalist/ehem. rbb

Der Eintritt ist frei!

Kontakt:

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an

presse@meinungsvielfalt.jetzt                                               

6. Juni 2024

Rezension: Einigkeit und Recht und Freiheit?

Der bekannte Studentenhistoriker Bernhard Grün rezensiert in der aktuellen Ausgabe der Akademischen Monatsblätter (163. Jg., Nr. 4/2024, S. 125 f.) den Band:

Oleg Dik, Jan Dochhorn, Axel Bernd Kunze: Menschenwürde im Intensivstaat? Theologische Reflexionen nach Corona (Philosophie interdisziplinär; 54), Regensbur 2023.

Aus der Rezension: „Wir erleben aktuell, wie ein maßloser Staat in alle Lebensbereiche hineinregiert und die Gesellschaft unter ein fragwürdiges Paradigma ‚unserer Werte‘ und ‚unserer Demokratie‘ stellt. Das Klima ist vergiftet. Wachsamkeit und Resilienz sind gefordert. Lasst uns darüber nachdenken, miteinander reden, besonnen dagegen handeln.“

Verantwortung der Wissenschaft für die Schäden der Corona-Politik

Leserbrief zur Ausgabe 4/2024 von „Forschung & Lehre“, der Zeitschrift des Deutschen Hochschulverbandes (DHV), von der Redaktion nicht abgedruckt:

Der Schwerpunkt des April-Heftes von Forschung & Lehre lautet „Verantwortung“. Die fünf Beiträge blättern das Thema auf 15 Seiten nach gemischten Kriterien auf: die philosophischen Grundlagen (Stoecker), die Präventivverantwortung der Wissenschaft für „schutzwürdige Güter“ (Siegmund/Fritsch), die  Vielfalt der „Stakeholder“ der „multifunktionalen Hochschule“ (Ash), die rechtliche Verantwortung für „Fehlverhalten im Wissenschaftssystem“ (Gädertz) sowie ein Potpourri von sieben weiteren „Stimmen aus der Wissenschaft“.

Weitgehend außen vor bleibt das gesellschaftlich wohl wichtigste Thema der vergangenen Jahre, die harten Corona-Jahre, als unsere grundgesetzlichen Freiheiten im Zeichen „evidenzbasierter“ Politik ihre größte Bewährungsprobe erlebten. An vorderster Front mitverantwortlich hierfür sowie für die Beleidigungen („Wissenschaftsleugner“) und Ausgrenzungen der Kritiker waren Wissenschaftler und Wissenschaftsinstitutionen (einschließlich des Deutschen Hochschulverbandes), deren Vereinnahmungen durch die Politik („follow the science“, „science will win“) jüngst bestätigt wurden durch die Krisenstab-Protokolle des Robert-Koch-Instituts. Dies ist der sprichwörtliche „elephant in the room“, von dem dieses Schwerpunktheft schweigt.

Allein Ash streift den Punkt aus sicherer Distanz mit der Feststellung, spätestens „seit der Coronakrise, aber eigentlich schon viel früher“ werde die Offenlegung von Forschungsmethoden, Daten, Datenvernetzungen und Ergebnissen sowie der Unsicherheitsfaktoren in der Urteilsbildung von Expertinnen und Experten“ gefordert. Aber warum werden sie gefordert und von wem? Es haben sich hier – mit präzisen wissenschaftlichen Argumenten – gerade die Kritiker der Coronamaßnahmen hervorgetan, die man eher gewaltsam ausgegrenzt hat, als dass man ihnen argumentativ begegnet wäre. Wieder ist Chance der Aufarbeitung vertan worden, passend zu den fünf Beiträgen des Schwerpunktthemas „Wissenschaft und Politik“ aus dem Heft 5/2023.


Professor Dr. jur. Günter Reiner, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg

Privatdozent Dr. theol. Axel Bernd Kunze, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Associate Professor Dr. theol. Jan Dochhorn Durham University/UK

Replik: „Patriotismus ist nicht unchristlich“

„Patriotismus ist nicht unchristlich“, meint Felizitas Küble (48167 Münster) in einem Leserbrief in der „Tagespost“ vom 31. Mai 2024. Sie antwortet mit diesem auf das „Pro & Contra“ von Peter Schallenberg und Axel Bernd Kunze zur Frage „Unchristlicher ‚Ethnos‘?“ in der Ausgabe vom 10. Mai 2024:

https://www.die-tagespost.de/leben/aus-aller-welt/das-volk-als-ethnos-ist-das-unchristlich-art-251063

Die Leserbriefschreiberin zitiert am Ende den früheren Kölner Erzbischof und Sozialethiker Joseph Höffner, der 1983 meinte: „Nach christlichem Verständnis gründet die Liebe zum Vaterland in der ehrfürchtigen Zugneigung jenen gegenüber, denen wir unseren Ursprung verdanken: Gott, unseren Eltern und dem Land unserer Väter, wo unsere Wiege stand. Der christliche Patriotismus ist kein bloßes Gefühl, erst recht kein überzogener Nationalismus, sondern eine lebendige Anteilnahme am Wohl und Wehe unseres Volkes.“ Ein solcher Patriotismus habe „etwas mit Gott zu tun“ und werde sich „als eine sittliche Verpflichtung vor allem in Zeiten der Not bewähren“. Das sind andere Töne eines Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, als man sie heute aus Bischofsmund hört.