Neuerscheinung: Das letzte große Zeichen

Juan de Flandes (um 1500 bis 1510): Die Auferweckung des Lazarus

Wir erleben gegenwärtig eine Zeit, die durch zahlreiche Krisen gekennzeichnet ist. Krisen markieren Wendepunkte. Sie stellen uns vor Entscheidungssituationen, in denen wir uns bewähren müssen. Eine Krise birgt die Chance, einen Konflikt zu lösen. Sie birgt aber auch die Gefahr, dass sich ein Konflikt verschärft und verlängert.

Einen solchen Wendepunkt zeigt uns auch das heutige Evangelium. Die Auferweckung des Lazarus ist das letzte der großen Zeichen Jesu, von denen Johannes berichtet. Diese sollen Jesu Sendung deutlich machen, sollen zeigen, wozu er in die Welt gekommen ist. Und sie sind nicht zu verstehen, ohne die enge Beziehung Jesu zu seinem Vater, der ihn gesandt hat.

(aus einem Gottesdienstmodell zum Fünften Sonntag der Österlichen Bußzeit)

Axel Bernd Kunze: Das letzte große Zeichen [Lesejahr A. 5. Sonntag der Österlichen Bußzeit], in: WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen 20 (2023), H. 2, S. 269 – 283.

Neuerscheinung: Schule braucht pädagogisches Verständnis

Der bekannte Medienpädagoge Ralf Lankau hat einen neuen Sammelband vorgelegt, der die Erfahrungen der Coronazeit aus pädagogischer, kinderheilkundlicher und schulpraktischer Perspektive reflektiert:

Ralf Lankau (Hg.): Unterricht in Präsenz und Distanz. Lehren aus der Pandemie, Weinheim/Basel: BeltzJuventa 2022.

Im Band heißt es im Beitrag von Axel Bernd Kunze, Bildungsethiker und Schulleiter:

„Im Rahmen ihrer disziplinarischen Aufgaben müssen Lehrkräfte Sorge tragen für eine soziale Ordnung, die Lernen und Unterricht möglich macht. Und hierzu gehören auch Regeln zum angemessenen Umgang mit digitalen Medien und der dort gepflegten Kommuikation, etwa zwischen Lehrkräften und Lernenden. Dies fällt nicht immer leicht, wie der Verfasser aus eigener Erfahrung berichten kann. Die Ergänzung der Schul- und Hausordnung um einen Passus zum Umgang mit privaten mobilen Endgeräten im Unterricht hat langwierige und kontroverse Debatten zwischen Lehrerkonferenz und Schülervertretung ausgelöst. Nicht immer wurde in der Coronakrise die notwendige Sorgfalt darauf gelegt, solche Debatten zu führen und klare Regeln festzulegen. Gerade eine Fachschule hat hier allerdings auch eine notwendige Vorbildfunktion, die sich auf das erwartete Verhalten der Auszubildenden im beruflichen Alltag, in den sie hineinwachsen sollen, auswirkt.“

Axel Bernd Kunze: Schule braucht pädagogisches Verständnis. Reflexionen nach mehr als zwei Coronajahren, in: Ralf Lankau (Hg.): Unterricht in Präsenz und Distanz. Lehren aus der Pandemie, Weinheim/Basel: BeltzJuventa 2022, S. 81 – 95.

Neuerscheinung: Im Überschwang der Liebe

Wer den Weg Jesu geht, weiß sich schon jetzt getragen von Gottes Liebe, auch wenn diese Welt immer den Regeln formaler Gerechtigkeit, der rechtlichen Absicherung oder der notwendigen Verteidigung bedarf. Jesu Anhänger wissen aber auch: Dies alles wird einmal vergehen, wenn die Weltzeit endet und Gottes Liebe alles vollenden wird. Bis dahin bleiben wir aufgerufen, uns in der Liebe zu bewähren. Wer für Gott aufgeschlossen ist, wird selbst zum Zeugen von Gottes Liebe. Und das bleibt unser Auftrag als Kirche, als Gemeinde in dieser Zeit.

Wie kann das Gebot der Feindesliebe aus der Bergpredigt (Mt 5, 38 – 48) verstanden werden? Eine Antwort gibt ein Predigtvorschlag für den 7. Sonntag im Jahreskreis aus der Zeitschrift „Der Prediger und Katechet“:

Axel Bernd Kunze: Im Überschwang der Liebe (Mt 5, 38 – 48) [Lesejahr A. 7. Sonntag im Jahreskreis], in: Der Prediger und Katechet. Praktische katholische Zeitschrift für die Verkündigung des Glaubens 162 (2023), H. 2, S. 161 – 163.

Neuerscheinung: Pädagogische Herausforderungen in einer heterogener werdenden Gesellschaft

Der Sozial- und Bildungsethiker fragt in der aktuellen Ausgabe von „Glaube + Erziehung“, herausgegeben von der Evangelischen Lehrer- und Erziehergemeinschaft Württemberg e. V. , nach den verfassungsrechtlichen Vorgaben zum Verhältnis von Bildung, Schule und Religion sowie deren pädagogischer Bedeutung:

Axel Bernd Kunze: Pädagogische Herausforderungen in einer heterogener werdenden Gesellschaft, in: Glaube + Erziehung. Zeitschrift für christliche Erziehung 75 (2022), H. 1 (Januar bis März), S. 7 f.

Zur Onlineausgabe: https://www.eleg.de/artikel/glaube-und-erziehung-1-23.html

Leserbrief: „Die Freiheit als ein hohes Gut“

Axel Bernd Kunze reagiert mit einem Leserbrief unter dem Titel „Die Freiheit als ein hohes Gut“ auf ein Interview der Freiburger Sozialethikerin Ursula Nothelle-Wildfeuer im Mantelteil der nord-, ost- und mitteldeutschen Kirchenzeitungen, veröffentlicht in der Weihnachtsdoppelausgabe 51-52/2022 vom 25. Dezember 2022. In diesem heißt es u. a.:

„Gerade die Sozialethik hätte auf die Verantwortung hinweisen sollen, dass Grundrechtseingriffe immer wieder sorgfältig auf ihre Verhältnismäßigkeit hin geprüft werden müssen. Dies war bei der Coronapolitik häufig nicht der Fall; vielmehr wurden Andersdenkende auf üble Weise diffamiert oder ausgegrenzt. Leider setzt Nothelle-Wildfeuer diese Linie fort. So entsteht kein Mehr an gesellschaftlicher Verantwortung – im Gegenteil.“

Veröffentlichung: Vom Sinn der Bildung

Beitrag im CHRISTLICHEN FORUM fragt nach der Bedeutung von Bildung:

Bildung erscheint im öffentlichen Diskurs mitunter als eines jener „Containerworte“, in das jeder hineinpacken kann, was er später gern darin finden möchte. Nicht selten wird zwar von Bildung gesprochen, die dann aber auf nachgelagerte Bildungszwecke verkürzt wird.

Zum Weiterlesen:

Interview: Begräbnisfeierlichkeiten für den verstorbenen Papst em. Benedikt XVI.

Heute, am 5. Januar 2023, ist der am Silvestertag verstorbenen Papst emeritus Benedikt XVI. im Petersdom beigesetzt worden. Zuvor war der Leichnam im Petersdom aufgebahrt worden. Die Aufbewahrung ist keinesfalls bedeutenden Persönlichkeiten vorbehalten, doch hat sie in diesem Fall noch einmal eine besondere Bedeutung.

Die Aufbahrung legitimiert den Amtswechsel. Diese Funktion spielt im gegenwärtigen Fall eine geringe Rolle, da Benedikt XVI. wider Erwarten schon vor Jahren als Papst zurückgetreten war. Eine feierliche und öffentliche Aufbahrung stellt Kontinuität und Autorität der Institution dar. Der Papst ist zudem sichtbarer Ausdruck der Einheit der Kirche, die er geleitet hat. Im Falle eines verstorbenen Papstes, der für viele Gläubige eine geistliche Vater- und Führungsfigur war, besteht allerdings auch ein großes geistliches Bedürfnis, auf diese Weise Abschied nehmen zu können. Wir wissen überhaupt, wie wichtig es für einen Trauerprozess ist, den Verstorbenen noch einmal sehen zu können.

Für die Aufbahrung wird der Leichnam vorbereitet. Wir dürfen hier durchaus an die Salbung Jesu in Betanien kurz vor seinem Tod denken oder an die Frauen, die am Ostermorgen zum Grab gehen, um den Leichnam zu salben. Im Christentum wird der Leib besonders geehrt: Christen glauben an die Auferstehung des Fleisches. Der Leib wird als Tempel des Heiligen Geistes geehrt, der in Taufe und Firmung gegeben wird. Ein Leichnam, der einbalsamiert wird, stellt überdies die Schönheit der Heiligen dar, die in Gott vollendet sind.

Es ist erst das zweite Mal in der Kirchengeschichte, dass ein Papst zurückgetreten ist, also nicht im Amt verstorben ist. Dass am Silvestertag ein emeritierter, nicht mehr regierender Papst gestorben ist, wurde bei den Trauerzeremonien durchaus deutlich gemacht. An Silvester fehlte das große Sterbegeläut von St. Peter, die Überführung vom Vatikankloster in den Petersdom erfolgte ohne Weihrauch oder Leuchter. Benedikt XVI. trug bei der Aufbahrung kein Pallium, das aktiven Amtsträgern vorbehalten ist, auch nicht den päpstlichen Kreuzstab. Aber auch Papst Benedikt wurde im roten Messgewand, also in der päpstlichen Trauerfarbe, aufgebahrt und dann auch bestattet. Das Begräbnis erfolgte durch den amtierenden Papst selbst.

Das Christentum ist weltweit die größte Weltreligion. Die weltweite Anteilnahme an päpstlichen Großereignissen zeigt, dass unsere Welt doch weniger säkular ist, als viele gern behaupten. Es besteht auch weiterhin ein großes Bedürfnis nach geistlicher Führung und Orientierung in einer unübersichtlichen Welt, angesichts der Kontingenz menschlichen Lebens.

Bewahren wir dem verstorbenen Papst Benedikt XVI. ein ehrendes Gedenken, das nicht zuletzt in Auseinandersetzung mit seinem bleibenden theologischen Werk lebendigen Ausdruck finden wird.

Zum Nachhören ein Rundfunkinterview zu den Begräbnisfeierlichkeiten in Rom:

https://kontrafunk.radio/de/sendung-nachhoeren/kontrafunk-aktuell/kontrafunk-aktuell-vom-5-januar-2023

Im heutigen Kontrafunk aktuell spricht Benjamin Gollme mit dem christlichen Sozialethiker Axel Bernd Kunze über die Bedeutung und die Beisetzung von Benedikt XVI. Die Autorin Sabine Beppler-Spahl erklärt die Mechanismen der Cancel Culture und weist auf die Gefahren für Freiheit und Gesellschaft hin. Der Philosoph Prof. Christoph Lütge gibt einen Einblick in die Welt der Ethikräte, und die Medienschau dreht sich um Twitter und den neuen Inhaber Elon Musk.