Tagungsbericht: Bildung hat Wert, nicht Zweck

Was macht das besondere Profil evangelischer Bildung und evangelischer Schulen aus? Engagiert diskutierten die Vertreter evangelischer Fachschulen Mitte November in Berlin auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Bundesverbands evangelischer Ausbildungsstätten (BeA) über diese Frage. „Frühkindliche Bildung ist nicht zukunftsfixiert, sondern sie ist zukunftsoffen. Frühkindliche Bildung aus evangelischer Perspektive hat nicht Funktion, sondern sie hat Bedeutung. Frühkindliche Bildung aus evangelischer Perspektive hat nicht Zweck, sondern sie hat Wert“, fasste der Vorsitzende, Norbert Göttker, am Ende der beiden Sitzungstage das Selbstverständnis des Verbandes zusammen. Der BeA, ein Fachverband innerhalb der Diakonie Deutschland, ist die Interessenvertretung der evangelischen Fachschulen für Sozialpädagogik auf Bundesebene. Weitere Informationen finden sich unter: www.beaonline.de.

Tag der Freien Schulen Baden-Württemberg am 25. November 2016

Den heutigen 25. November 2016 hat die Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen in Baden-Württemberg erneut zum „Tag der Freien Schulen“ ausgerufen. Die Trägerverbünde der Freien Schulen möchten mit diesem Tag auf die Vielfalt und Innovationskraft, die von der Arbeit der Freien Schulen ausgeht, aufmerksam machen. Die Freien Schulen sind wichtiger und etablierter Bestandteil der baden-württembergischen Schullandschaft und bereichern diese auf vielfache Weise durch alternative Lern- und Lehrkonzepte. Die Besuche in den Freien Schulen ermöglichen den Landespolitikern nicht nur, deren Schulalltag kennen zu lernen, sie können sich darüber hinaus auch über neue Konzepte und Ideen informieren, mit denen die Freien Schulen den Herausforderungen begegnen, die Gesellschaft und Bildungspolitik an die Schulen stellen.

Anlässlich des „Tages der Freien Schulen“ konnte Gesamtschulleiter PD Dr. Axel Bernd Kunze Herrn Claus Paal, den örtlichen Landtagsabgeordneten aus Weinstadt, an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt begrüßen. In einem Hintergrundgespräch mit der Schulleitung und der Fachschaft Gemeinschaftskunde informierte er sich über Ausbildungsmöglichkeiten, Fortbildungsangebote und Schwerpunkte der Schulentwicklung. Beide Seiten waren sich darin einig, dass die Freien Schulen in Baden-Württemberg verlässliche finanzielle und personalpolitische Rahmenbedingungen benötigen. Beeindruckt zeigte sich der Arbeits- und Wirtschaftspolitiker nicht zuletzt von der hohen Durchlässigkeit und Anschlussfähigkeit der Ausbildungsmöglichkeiten, welche die Fachschule anbietet: Die Bandbreite reicht von der Kinderpflegeausbildung für Bewerber mit Hauptschulabschluss über die Erzieherausbildung für Realschüler und Gymnasiasten bis zum Erwerb eines Bachelorabschluss im Integrierten Studienmodell, das die Schule künftig mit der Evangelischen und Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg anbieten wird. Vereinbart wurde eine Zusammenarbeit mit der neugegründeten „Forscherfabrik Schorndorf“. Dadurch kann nicht zuletzt der Profilbereich „Forschen und Experimentieren“ weiter gestärkt werden.

In der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen Baden-Württemberg (AGFS) arbeiten Verbände von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft (Privatschulen) zusammen. Die AGFS vertritt rund sechshundertvierzig allgemein und berufsbildende Ersatzschulen – einschließlich Sonderschulen – mit rund hundertzwanzigtausend Schülern. Hinzu kommen rund fünfhundert Ergänzungsschulen, die keine staatliche Entsprechung haben. Die AGFS bündelt die Interessen aller privaten Bildungseinrichtungen – sie erarbeitet Grundsätze und Ziele für das freie Bildungswesen und ist Ansprechpartnerin für Politik, Regierung und Schulaufsicht. Sie setzt sich für ein vielfältiges Schulwesen, größtmöglichen Gestaltungsspielraum und für gleiche finanzielle Rahmenbedingungen für die Privatschulen ein. Schulen in freier und staatlicher Trägerschaft bilden das öffentliche Bildungswesen.

Tagungsbericht: Forum Sozialethik 2016

Im aktuellen Heft 4/2016 der internationalen Zeitschrift für Christliche Sozialethik AMOSinternational ist ein Tagungsbericht zum diesjährigen „Forum Sozialethik“ erschienen. Die jungen Sozialethikerinnen und Sozialethiker diskutierten Anfang September in der Katholischen Akademie in Schwerte zu den Themen „Flucht – Zuwanderung – Integration“. Leider werden im Tagungsbericht kontroverse Streitfragen stark geglättet. Die bekannten gesellschaftlichen Kontroversen zur gegenwärtigen Migrationspolitik waren im Rahmen des Forums durchaus stärker spürbar:

http://www.kommende-dortmund.de/kommende_dortmund/medien/1859/original/71/amos_16-4-S52-54-Tagungsbericht.pdf

Der Beitrag des Weblogverfassers zu den Chancen und Grenzen schulischer Integration wurde im September in diesem Weblog veröffentlicht:

https://bildungsethik.wordpress.com/2016/09/07/vortrag-chancen-und-grenzen-schulischer-integration/

Tagungsbericht: „Sorge für das gemeinsame Haus“

„Es ist unsere bescheidene Überzeugung, dass das Göttliche und das Menschliche einander begegnen in den kleinsten Details des nahtlosen Gewandes der Schöpfung Gottes, sorg im winzigsten Staubkorn unseres Planeten.“

(Papst Franziskus in seiner Umweltenzyklika „Laudato si'“)

„Ökologische Erziehung kann zwar keine Forderungen durchsetzen, aber alle befähigen und motivieren, sich zu engagieren. Ziel ist, den SchülerInnen ein ganzheitliches Weltbild und ökologische Urteilsfähigkeit zu vermitteln. So kann man auf Basis ökologischer Güterabwägung ethische Handlungsmöglichkeiten entwickeln, […] die Fesseln der Globalisierung abstreifen und dem Primat der instrumentellen, technischen Rationalität sinnvoll begegnen. Am Institut Dr. Flad wird bereits seit Jahrzehnten mit vielen Lerneinheiten und Vorträgen das von Franziskus postulierte Fundament für ganzheitlich ökologisches Denken und Handeln gelegt. Der Vortrag von Dr. Axel Bernd Kunze war somit ein Glied in einer Veranstaltungs-Reihe zu ökologischer Erziehung mit ethisch-christlichem Verantwortungsbewusstsein.“

(Auszug aus dem Vortragsbericht in der Zeitschrift „Der Benzolring. Informationen aus dem Institut Dr. Flad Stuttgart“, 37. Jg., Nr. 2/2016)

Der aktuelle „Benzolring“, der Informationsdienst des renommierten Instituts Dr. Flad in Stuttgart, erinnert in diesem Herbst an eine Gastvorlesung, die im Mai dieses Jahres stattfand: „Was kann ökologische Erziehung leisten?“, fragte Axel Bernd Kunze, Gesamtschulleiter der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik in Weinstadt sowie Privatdozent für Erziehungswissenschaft an der Universität Bonn, anlässlich des Erscheinens der ersten päpstlichen Umweltenzyklika „Laudato si'“. Wie der Vortrag deutlich machte, lohnt es sich, die Enzyklika nicht allein aus theologischer, ethischer oder naturwissenschaftlicher, sondern gerade auch pädagogischer Perspektive zu lesen. Denn Papst Franziskus räumt der Erziehung zu ökologischem Denken und Handeln mehr als nur eine Nebenrolle ein.

Den vollständigen Tagungsbericht können Sie in der Onlineausgabe des „Benzolrings“ lesen: http://www.chf.de/benzolring/benzolring201602.pdf

Veranstaltungsbericht: Buchvorstellung in Bamberg

Manfred Blänkner, Axel Bernd Kunze (Hgg.): Rote Fahnen, bunte Bänder. Korporierte Sozialdemokraten von Lassalle bis heute, Bonn 2016, 319 Seiten.

Auszüge aus der Buchvorstellung am 15. Oktober 2016 in Bamberg:

Am 3. Oktober d. J., dem Tag der Deutschen Einheit, wurde ein neuer burschenschaftlicher Dachverband gegründet, die Allgemeine Deutschen Burschenschaft. Es bleibt zu hoffen, dass diese Gründung die burschenschaftliche Bewegung in ihrer Vielfalt nicht schwächt, sondern stärkt.

Es ist schon bemerkenswert gewesen, dass im Jubiläumsjahr 2015 die Verfassungsorgane der Gründung der Urburschenschaft vor zweihundert Jahren nicht gedacht haben, obwohl zwei der wichtigsten Nationalsymbole auf dieses Ereignis zurückgehen – so, als wäre die Freiheitsbewegung des neunzehnten Jahrhunderts nicht mehr der Erinnerung wert.

Einigkeit und Recht und Freiheit! Die burschenschaftlichen Ideale, der Einsatz für die eigene Nation, für die Bindung an das Recht und das Streben nach innerer und äußerer Freiheit haben an Aktualität nichts verloren – im Gegenteil. Studenverbindungen leisten wertvolle Bildungs- und Erziehungsarbeit, vermitteln zentrale Orientierungswerte und wirken so in Staat und Gesellschaft hinein.

Demokratie lebt vom Wettstreit der politischen Ideen, auch wenn das Wechselspiel von Regierung und Opposition gegenwärtig mitunter ausgesetzt erscheint. Der Vitalität des öffentlichen Diskurses tut es nicht gut, wenn ein Parteiensystem dauerhaft in Schieflage gerät, weder in die eine noch in die andere Richtung.

Und zur burschenschaftlichen Bewegung gehörten immer auch führende Sozialdemokraten, auch wenn sich die Partei gegenwärtig mit diesem Erbe sichtlich schwer tut. Lassalle ist hier an erster Stelle zu nennen. Ein neuer Band des Lassallekreises, der erstmals Anfang August in Tübingen präsentiert wurde, stellt Lebensbilder korporierter Sozialdemokraten vor und zeigt, wie korporatives und politisches Engagement sich gegenseitig befruchten können – früher wie heute.

Veranstaltungsbericht: Singen mit Kindern

Am 11. Oktober 2016 war Frau Kretschmann, Frau des baden-württembergischen Ministerpräsidenten und neue Vorsitzende der Stiftung Singen mit Kindern, an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt zu Gast. Anlass war die feierliche Übergabe der gleichnamigen Zertifikate an zehn Schülerinnen und Schüler der Fachschule. Im Folgenden ist die Begrüßungsansprache des Gesamtschulleiters, Herrn PD Dr. Kunze, dokumentiert:

Im Namen der Schulleitung darf ich Sie alle sehr herzlich in der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik begrüßen. Als Gesamtschulleiter der Fachschule für Sozialpädagogik und der Berufsfachschule für Kinderpflege bin ich in der Regel zuständig für die trockene Schuladministration. Heute darf ich nun einmal das Wahre, Gute und Schöne im Bildungsgeschäft der Schule vertreten. – Ein besonderes Willkommen gilt Ihnen, liebe Frau Kretschmann. Wir freuen uns sehr, dass Sie als neue Vorsitzende der Stiftung „Singen mit Kindern“ unsere Schule besuchen und gerade Beutelsbach als Ort für die erste feierliche Übergabe von Zertifikaten ausgewählt haben.

Unsere Fachschule – mit rund vierhundert Schülerinnen und Schülern – bildet Kinderpfleger und Kinderpflegerinnen sowie Erzieherinnen und Erzieher aus. Daneben bieten wir Fort- und Weiterbildungen für Pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen an. Ferner werden wir ab dem nächsten Schuljahr ein integriertes Studienmodell anbieten, sodass unsere Schülerinnen und Schüler parallel zu ihrer Ausbildung bereits ein Bachelorstudium beginnen können.

 Im Rahmen ihrer Ausbildung können unsere Auszubildenden bereits inhaltliche Schwerpunkte setzen und auf diese Weise ein persönliches berufliches Profil entwickeln, beispielsweise in den Profilbereichen Forschen und Experimentieren, Ästhetische Bildung, Natur- und Umweltpädagogik oder Bildung und Erziehung von Kindern unter drei Jahren. Als evangelische Schule bieten wir ferner die Möglichkeit, über das Profilfach Religionspädagogische Praxis eine theologische Zusatzqualifikation zu erwerben. Die Profilfächer bieten die Möglichkeit, Themen vernetzt, ganzheitlich und praxisorientiert zu unterrichten, wofür die geltenden Lehrpläne möglicherweise nicht immer den Freiraum bieten, der wünschenswert wäre. 

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der musikalisch-rhythmischen Ausbildung und Chorarbeit. Gemeinsam mit Ihrer Stiftung, liebe Frau Kretschmann, können wir das Profilfach „Singen mit Kindern“ anbieten, das seit diesem Schuljahr bereits ab dem ersten Ausbildungsjahr belegt werden kann. Chor und Profilfach werden von Frau Kollegin Dott.ssa Rossi sehr engagiert geleitet. Die Schülerinnen und Schüler üben ihr analytisches Hören, lernen, geeignete Musikstücke für Kinder auszuwählen, und üben Methoden ein, mit denen Kindern ein ganzheitlicher Zugang zur Musik eröffnet werden kann. Ein wichtiger Schwerpunkt in unserem musikalischen Profilbereich ist das kindgerechte Singen, in Verbindung mit Bewegung und Instrumentalbegleitung. Wie ein roter Faden ziehen sich Haltungs- und Atemübungen sowie Stimmbildung durch die gesamte Schulzeit. Sehr herzlich darf ich Herrn Professor Bauer für die gute Zusammenarbeit beim Aufbau und bei der Entwicklung unseres Profilbereiches danken.

 Sehr geehrte Frau Kretschmann, Sie sind selber als Lehrerin tätig gewesen. In der Zeitung war zu lesen, dass sie einmal im Rückblick auf Ihre pädagogische Tätigkeit beklagt haben, dass es in den Schulstunden „zu wenig Zeit für Muße“ gebe. Es komme jedoch darauf an, „nicht nur den Kopf, sondern auch Hände und Herz“ auszubilden, wenn man allen Schülern gerecht werden wolle, „denn irgendwelche Fähigkeiten hat jeder“.  

Durch unseren Profilbereich „Singen mit Kindern“ wollen wir als Fachschule dazu beitragen, diesem Ziel gerecht zu werden. Ich darf an dieser Stelle aus der Konzeption des Profilbereiches zitieren: „Kinder haben ein Recht darauf, dass mit ihnen fachgerecht gesungen wird – gerade auch deshalb, weil in vielen Familien die Tradition des Miteinander-Singens nicht mehr vorhanden ist. Es ist eine Frage der Bildungsgerechtigkeit, dass mit allen Kindern in der ‚Kita‘ gesungen wird.“

Zehn Schülerinnen und Schüler, die heute ihr Zertifikat „Singen mit Kindern“ entgegennehmen können, werden diese Botschaft in besonderer Weise in ihrer beruflichen Tätigkeit umsetzen. Darüber freuen wir uns sehr. Schon jetzt darf ich Ihnen zum erfolgreichen Erwerb Ihrer Zertifikate herzlich gratulieren und alles Gute für Ihre weitere pädagogische Arbeit wünschen.

Weitere Informationen zur Stiftung Singen mit Kindern finden Sie hier.

Weitere Informationen zur Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt finden Sie hier.

Neuerscheinung: Werkausgabe der pädagogischen Schriften Adolf Reichweins

Aus Anlass der Fertigstellung der fünfbändigen kommentierten Werkausgabe der pädagogischen Schriften Adolf Reichweins (1898 bis 1944) laden die Herausgeber, die Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für internationale pädagogische Forschung (DIPF) und der Adolf-Reichwein-Verein, in Kooperation mit dem Museum Europäischer Kulturen und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand am 7. November 2016 zu einer Präsentation der Edition ein.

Genauere Hinweise zur Veranstaltung sind auf den Seiten des DIPF zu finden:

http://bbf.dipf.de/aktuelles/tagungen/praesentation-reichweinedition

Die Anmeldung ist unter folgender Adresse möglich:

http://bbf.dipf.de/aktuelles/tagungen/anmeldung-praesentation-reichweinedition/

Eine Biographie des Pädagogen, Volkskundlers, Kulturpolitikers und Widerstandskämpfers Reichwein findet sich auf den Seiten des Lassalle-Kreises:

http://lassalle-kreis.de/content/adolf-reichwein

Nils Schmid erhält Band über korporierte Sozialdemokraten

Als Dank für seinen Vortrag auf der diesjährigen Jubiläumstagung des Lassallekreises korporierter Sozialdemokraten in Tübingen erhielt Nils Schmid ,MdL, Landesvorsitzender der baden-württembergischen SPD und ehemaliger stellvertretender Ministerpräsident des Landes, den Band „Rote Fahnen, bunte Bänder“ überreicht. Der Band versammelt Lebensbilder korporierter Genossen und reflektiert Entstehung wie Arbeit des Lassallekreises.

Ein Bericht mit Foto über die Veranstaltung in Tübingen findet sich auf den Seiten des Lassallekreises:

http://www.lassalle-kreis.de/node/1045

Leseprobe

Am 6. August 2016 wurde der neue Band „Rote Fahnen, bunte Bänder. Korporierte Sozialdemokraten von Lassalle bis heute“, herausgegeben von Manfred Blänkner und Axel Bernd Kunze, im Rahmen der Jubiläumstagung des Lassalle-Kreises feierlich vorgestellt.

Das „Schwäbische Tagblatt“ hat über die Tübinger Lassalletagung berichtet:

http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Seit-2006-organisieren-sich-korporierte-Sozialdemokraten-im-Lassalle-Kreis-298572.html

Eine Leseprobe zum neuen Band findet sich auf den Seiten des Verlages J. H. W. Dietz Nachf.:

http://dietz-verlag.de/downloads/leseproben/0481.pdf

Zu lesen sind das Vorwort von Erhard Eppler, die Einleitung der beiden Herausgeber in Anliegen und Aufbau des Bandes sowie das Lebensbild des Begründers der deutschen Sozialdemokratie, Ferdinand Lassalle. In ihrer Einleitung schreiben Manfred Blänkner und Axel Bernd Kunze:

„Politische Parteien könnten von den Erfahrungen, dem Engagement und dem Orientierungswissen ihrer korporierten Mitglieder profitieren, dies gilt auch für die SPD. Überdies zeigen sich bei genauerem Hinsehen deutliche Parallelen zwischen Parteien und Korporationen. Die Mitgliederpartei vermittelt wichtige politische Sozialisationserfahrungen. Dabei geht es nicht nur um das Erlernen technischer und strategischer Politikfähigkeit, sondern auch um die Weitergabe gemeinsam geteilter Traditionen und politischer Werte. Diese bestimmen das sozialethische Urteilen und Handeln der Parteimitglieder. So garantieren Parteien dem politischen Prozess über den Weg kollektiver Selbstregulierung ein bestimmtes Maß an Wertebindung und die kontinuierliche Weitergabe kollektiv gespeicherter Erfahrungen. Dem kulturethischen Wissen, das die Parteien vermitteln, kommt eine nicht zu unterschätzende kulturstaatliche Orientierungsfunktion zu: Erst auf Basis einer solchen Wertgrundlage wird die Politik zu nachhaltigen Entscheidungen fähig und ist eine verlässliche Organisation des politischen Prozesses möglich.“ (S. 12 f.)

Feierliche Zeugnisübergabe

Wer die Kinderpflege- oder Erzieherausbildung erfolgreich absolviert hat, darf den Titel „Staatlich anerkannte/r Kinderpfleger/in“ bzw. „Staatlich anerkannte/r Erzieher/in“ tragen. Beide Ausbildungen schließen mit einem einjährigen Berufspraktikum, das einen begleiteten Übergang in den neuen Beruf ermöglicht. An der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt gilt dies im zu Ende gehenden Schuljahr für 15 Absolventen der Berufsfachschule für Kinderpflege sowie 49 Absolventen der Fachschule für Sozialpädagogik. Am 14. Juli 2016 konnten die neuen pädagogischen Fachkräfte aus den Händen von Frau Geymann und der begleitenden Praxislehrkräfte im Rahmen einer Feierstunde ihre staatliche Anerkennung in Empfang nehmen. Der Abend begann mit einem Dankgottesdienst, musikalisch gestaltet vom Schulchor unter Leitung von Frau Dott.ssa Rossi und von Frau Fischer-Espey am Flügel. Pfarrer Dr. Wünsch wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass die Absolventinnen und Absolventen auch nach ihrem Abschluss immer wieder an ihrer ehemaligen Fachschule herzlich willkommen seien; Fortbildungen, gemeinsame Feiern oder andere Veranstaltungen böten die Gelegenheit, weiterhin in Kontakt zu bleiben. Der stv. Schulleiter, Herr PD Dr. Kunze, betonte in seiner Festrede, welch wichtige Rolle Kinderpflegeren und Erzieher bei der religiösen Entwicklung und Identitätsbildung der ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen spielten. Am Ende der Feier wurde dann gemeinsam angestoßen: Bei einem Glas Sekt oder Orangensaft war Gelegenheit, Erinnerungen an die drei oder vier Ausbildungsjahre lebendig werden zu lassen.