Diskussion um die „Erklärung“ der AG Christliche Sozialethik geht weiter

Die gegen „Die Neue Ordnung“ gerichtete „Erklärung“ der Arbeitsgemeinschaft Christliche Sozialethik findet innerhalb der „scientific community“ keinesfalls ungeteilte Zustimmung. Im Wissenschaftsportal „Academia“ fordert ein Beitrag die Urheber auf, den Boykottaufruf zurückzuziehen – um der Freiheit der wissenschaftlichen, durchaus streitbaren Debatte willen:

„The AG katholische Sozialethik which represents the senior researchers of catholic social ethics in German speaking countries has published an open attack against the editor of the renowned journal »Die Neue Ordnung« considering that this journal be removed from the libraries and suggesting that the editor (Pater Ockenfels) be reprimanded by his order. The index librorum prohibitorum comes up again…
Here is an appeal to the AG to take up again and to enjoy the risk of an open academic debate. If points of view proposed in »Die Neue Ordnung« are wrong, misleading, even ethically suspect, then demonstrate that by good research! The better view will be successful in a free debate without censorship!“

https://www.academia.edu/38670544/Against_academic_censorship

Zwei Kommentarstimmen zum Boykottaufruf gegen „Die Neue Ordnung“

Die Diskussium um die „Erklärung“ der Arbeitsgemeinschaft Christliche Sozialethik gegen „Die Neue Ordnung“ und deren Chefredakteur, Pater Ockenfels, geht weiter. Hier Auszüge aus zwei aktuellen Kommentaren, die sich kritisch mit dem Boykottaufruf der deutschsprachigen Sozialethiker auseinandersetzen:

„Niemand muss die Positionen von Pater Ockenfels teilen. Er aht aber so wie jeder andere auch verdient, dass man sich mit seinen Argumenten auseinandersetzt. Eine solche Auseiandersetzung quasi per Dekret zu untersagen und dies noch mit einem Bekenntnis zur Pluralität des Faches zu verbinden, ist nicht nur unwissenschaftlich, es zeugt auch von einem geringen Reflektionsgrad [sic!] der Handelnden. Was allerdings stark ausgeprägt ist, ist deren Machtbewusstsein: Die Arbeitsgemeinschaft repräsentiert die große Mehrheit ihres Faches. sie könnte also mit großer Gelassenheit zur Kenntnis nehmen, dass es eben auch katholische Sozialethiker gibt, die andere Positionen vertreten. Das wäre echte Toleranz. Stattdessen setzt man auf öffentliche Ächtung. Trotzdem: […] Die Aktivitäten seiner ‚Kollegen‘ zeigen, dass sie ihn offenbar lesen, obwohl sie sich ärgern. Ein starker Beleg für die Relevanz der Zeitung und deren publizistischer Linie.“

Sebastian Sasse in der „Tagespost“ vom 28. März 2019.

https://www.die-tagespost.de/politik/pl/Kommentar-Maulkorb-statt-Argument;art315,196843

Bildergebnis für Forum Sozialethik

„Etwas gründlicher hätten Sie sich auch überlegen müssen, ob Sie wirklich eine Säuberung von Bibliotheken fordern wollten. Mir scheint die gesamte Erklärung stark von autoritärem Denken geprägt. Würde eine Ausgrenzungshandlung wie diejenige, die Sie anstreben, von rechtsautoritären Kreisen prakti­ziert (etwa im Sinne eines repressiven Antikommunismus), gäbe es vermutlich einen Aufschrei. Einen kaum sehr guten Eindruck macht auch der zarte Hinweis an den Orden, sich doch einmal Gedanken zu machen, wie man mit der Persona non grata Ockenfels verfahren könne. Hier verbünden Sie sich unverhohlen mit ekklesialen Machtstrukturen, die kritisch zu hinterfragen die christliche Sozialethik ansonsten gerne für sich in Anspruch nimmt. Es hat den Anschein, daß Herrschaftstechniken aus der Zeit der Antimodernisteneide und der indizierten Bücher durchaus bejaht werden – wenn sie nur der für gut gehaltenen Sache dienen.“

Jan Dochhorn, Associate Professor an der Durham University, im Wissenschaftsweblog „Forum Sozialethik“

https://forum-sozialethik.de/2019/03/19/sozialethikerinnen-boykottieren-rechte-zeitschrift/

PS: Mittlerweile wurden die Kommentare im Weblog des „Forums Sozialethik“ gelöscht. Bleibt die Frage, wer hier Angst vor einer offen geführten, kritischen Diskussion hat …

Debatte um Boykottaufruf deutschsprachiger Sozialethiker gegen die „Die Neue Ordnung“

Die Zeitschrift „Die Neue Ordnung“ wurde in der Nachkriegszeit durch die beiden Dominikaner Laurentius Siemer und Eberhard Welty – beide „Vordenker des christlich geprägten Widerstandes im Rheinland“, wie die „Tagespost“ schreibt – begründet. Sie wurden zu einer wichtigen Stimme der katholischen Soziallehre in der „alten“ Bundesrepublik. Jüngst hat die Arbeitsgemeinschaft der Christlichen Sozialethiker im deutschen Sprachraum zum Boykott der Zeitschrift aufgerufen. Dem aktuellen Chefredakteur, Dominikanerpater Wolfgang Ockenfels, werden rechtspopulistische Äußerungen vorgeworfen.

Die Mitte März veröffentlichte Stellungahme wurde zunächst wenig beachtet. Inzwischen kommt die Debatte in Gang. Die katholische Wochenzeitung „Die Tagespost“ äußert unter Berufung auf den Bonner Emeritus und Ehrenvorsitzenden der Joseph-Höffner-Gesellschaft, Lothar Ross, deutliche Kritik am Vorgehen der Vereinigung sozialethischer Lehrstuhlinhaber – dort heißt es: „Lehne man sich bewusst an die mittelalterliche Inquistion an? ‚So oder ähnlich haben auch die Nazis nach 1933 aufgefordert, ’nicht bei Juden zu kaufen‘, stellt [Lothar Roos] fest.“ Die Erklärung, so zitiert die Zeitung den Bonner Sozialethiker weiter, sei unwissenschaftlich und arbeite mit bekannten Totschlagargumenten.

Der Deutschlandfunk zitiert den emeritierten Osnabrücker Sozialethiker, Manfred Spieker: Die Erklärung sei „empörend“. Auch Spieker zieht laut Deutschlandfunk – ähnlich wie sein Bonner Kollege – eine eindeutige Parallele: „Das entspricht in meinen Augen überhaupt nicht akademischen Gepflogenheit. Man soll sich auseinandersetzen mit Aufsätzen, denen man nicht zustimmt. Man muss Argumente liefern. Das entspricht einer akademischen Vereinigung. Aber nicht Forderungen stellen, die mich an die Aufforderung erinnern: ‚Bei Juden kauft man nicht‘ oder an eine Bücherverbrennung erinnern.“ Ferner weist Spieker darauf hin, dass die Urheber der Erklärung sich sonst sehr gern kirchliche Interventionen in ihre Arbeit verbitten würden, jetzt aber dasselbe gegenüber einem missliebigen Kollegen praktizierten: „Der Stil, nun ein Verdikt auszusprechen, ist grotesk. Gerade Kollegen, die sich gegen jede bischöfliche oder römische Interventionen gegen ihre wissenschaftliche Arbeit wehren würden und auch schon gewehrt haben, ausgerechnet die rufen einen Orden auf, ein Mitglied zu reglementieren. Das ist so widersprüchlich.“

Die Debatte zeigt einmal mehr, wie sehr die gesellschaftliche Debatte in Deutschland gespalten ist. Dabei geht es um mehr als um eine einzelne wissenschaftliche Zeitung. Der geistige Grundkonsens unserer Nachkriegsdemokratie, den die „Neue Ordnung“ mitbegründet hat, schwindet. Ein gemeinsames Freiheitsbewusstsein ist immer weniger erkennbar – und damit bröckelt auch der notwendige Grundkonsens über zentrale Prinzipien unseres liberalen Rechts- und Verfassungsstaates, etwa Wissenschafts- und Publikationsfreiheit. Daher ist es gut, wenn sich jetzt Widerspruch gegen einen solchen Boykottaufruf regt.

 

Schlaglicht: „nicht repräsentativ“

Man mag über den kanadischen Psychologen und Kulturkritiker Jordan Peterson und dessen provozierende Thesen denken, wie man mag. Immer wieder hat Peterson durch polemische Zuspitzungen polarisiert, wenn er von „kulturellem Marxismus“, „ideologischem Marionetten-Geschwätz“ oder „Vielfalts-Inklusivitäts-Gleichheits-Mob“ gesprochen hat. Wie die F.A.Z.  am 23. März 2019 hat die Theologische Fakultät der Universität Cambridge nach Protesten ihr Angebot einer Gastdozentur für den an der Universität Toronto lehrenden Kollegen zurückgezogen. Vielsagend ist allerdings die Reaktion der Studentengewerkschaft auf diese Entscheidung. Diese äußerte sich nach Angaben der F.A.Z. „erleichtert“. Denn Petersons Positionen seien „nicht repräsentativ für die Studentenschaft“ und daher kein „wertvoller Beitrag“ für die Universität. Dies klingt wie eine ungewollte Bestätigung des Geschmähten: Die Universität soll nicht mehr ein Ort des streitbaren Ringens um das bessere Argument sein, sondern nur noch denen ein Forum bieten, die das sagen, was die Mehrheit denkt. Inklusion, auf die sich die Universität bei ihrer Entscheidung beruht und die Peterson in Frage stelle, läuft damit auf eine Gleichschaltung des öffentlichen Raumes hinaus. Der Widerspruch zum eigenen universitären Leitbild wird gar nicht mehr gesehen, wie die F.A.Z. zu Recht kritisiert. Denn in der Selbstdarstellung der Universität Cambridge heißt es, man sei eine „weltführende Forschungs- und Lehrinstitution“, welche die freie Rede fördern wolle, und zwar in einem Umfeld, „in dem sämtliche Mitarbeiter und Studenten sich in der Lage sehen sollten, überliefertes Wissen in Frage stellen sowie neue Ideen und umstrittene oder unbeliebte Meinungen ohne Sorge vor Respektlosigkeit oder Diskriminierung ausdrücken zu können.“ Nur nebenbei sei daran erinnert, dass es auch in Deutschland schon eine Regierungschefin gegeben haben soll, die ein Buch, das sie gar nicht gelesen hat, als „nicht hilfreich“ aus dem öffentlichen Diskurs verbannen wollte. Nein, Zensur findet nicht statt.

Schlaglicht: 7 Wochen ohne …

„Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen“ lautet das Motto der Fastenaktion der evangelischen Kirche zur diesjährigen Passionszeit. Wer auf die dazugehörige Homepage geht, findet als erstes Überlegungen zur Notlüge. Nun gut, auch darüber kann man nachdenken. Aber wie sieht es mit unserer gesellschaftlichen Debatte aus!? Unsere öffentliche Kommunikation ist in vielem unglaubwürdig. Hierüber nachzudenken, scheint allerdings weniger gewollt – denn dann ginge es nicht nur um „7 Wochen ohne“, sondern um das Eingeständnis, dass wir vielleicht den so gut eingespielten Mainstream der öffentlichen Debatte einmal verlassen sollten, der sich doch so gut eingespielt hat – und bei dem die Kirchen kräftig mitmischen, aber nicht nur diese.

Wir diskutieren über den Klimawandel – und elektrifizieren oder digitalisieren alle Lebensbereiche. Vom elektrischen Rolladen in jedem Klassenraum bis zum interaktiven Klassenzimmer, das endlich die Kreidezeit überwunden hat. Strom kommt schließlich einfach aus der Steckdose, wie wir dank der Grünen und ihres Widerparts FJS schon lange wissen. Über den Energieverbrauch, der damit verbunden ist, redet niemand. Denn Digitalisierung ist gut, der Digitalpakt jeder Anstrengung wert. Das interaktive Whiteboard verbraucht Energie, die gute, alte Kreidetafel nicht … Aber wer wollte hier kleinlich sein, wo es doch gar nicht um den pädagogischen Nutzen geht.

Wir verschärfen den Datenschutz so, dass bestimmte Bereiche gar nicht mehr richtig handlungsfähig sind – und wir verstärken gleichzeitig die soziale Kontrolle, auch im Bildungsbereich, der eigentlich zur Selbstbestimmung freimachen sollte. Wird es bald automatisch generierte Testdaten geben, wie China es uns vormacht? Das wird auch in Deutschland kommen, gibt sich eine Vertreterin des „Education Engagements“ von Microsoft sicher. Andere Länder machen es vor, Deutschland wird sich das nicht mehr lange leisten können, wir sind in Gesprächen, sie können zuversichtlich sein … Der humanistische Individualismus ist alteuropäischer Kram und steht zum Ausverkauf.

Wir beklagen den Fachkräftemangel in Kindergärten, Pflegeheimen und Handwerksbetrieben – und tun immer noch so, als produzierten berufliche Schulen gescheiterte Lebensläufe am Fließband, wenn sie ihre Absolventen „nur“ mit einem Ausbildungsabschluss in die Welt entlassen. Wohingegen die Hochschulen mit jedem Bachelorabschluss in „Gender Studies“ an der „Knowledge based Society“ und am größten Wissensraum zwischen Lissabon und Helsinki mitarbeiten.

Und wir reden über Vielfalt und Pluralität – und rufen im Namen der Pluralität zum Boykott wissenschaftlich missliebiger Fachzeitschriften und zur Säuberung von Bibliotheken auf. Wo die Historiker vorangegangen sind, wollen die Christlichen Sozialethiker nicht abseits stehen, wie jüngst eine Erklärung zur „Neuen Ordnung“ zeigt. Alles natürlich im Namen der Freiheit. Schlimmer noch als die Zensur der Wissenschaft ist die Zensur durch die Wissenschaft.

Sieben Wochen ohne … – gar kein so schlechter Gedanke. Umkehr ja bitte, aber nicht so radikal. Denn das könnte viele Selbstgewissheiten in Frage stellen. Umkehr kann auch als ein Bildungsgeschehen verstanden werden. Ich sehe ein, dass die Welt auch ganz anders sein könnte – und werde herausgefordert, ein eigenständiges Urteil zu bilden. Der Berliner Medienwissenschaftler Norbert Bolz hat die notwendige Umkehr einmal so auf den Punkt gebracht – ein postsäkularer Gedanke, der gut zur Fastenzeit passen könnte: Denn „der freie Geist verletzt nicht nur das Tabu der Exzellenz, sondern auch das Tabu der Transzendenz. Sein Mut zur Wahrheit sprengt den Funktionalismus, die ausweglose Immanenz der sozialen Systeme. Und wenn man sieht, wie die ‚Weltgesellschaft‘ jedes Wort des Widerstands, jede Geste des Protests mühelos ins eigene Funktionieren einbaut, muss man zu dem Schluss kommen: Transzendenz ist heute der einzige subversive Begriff. Die konkrete Utopie jedes Außenseiters ist der systematische Paradigmenwechsel. Der freie Geist jedoch zielt auf die Metanoia des Einzelnen. Kehre um, du musst dein Leben ändern – oder doch wenigstens: dein Denken.“

Rezension: Wieviel Bildung braucht die Demokratie? …

… Axel Bernd Kunze geht es bei der Beantwortung dieser Frage weder um PISA-Studien und Kompetenztraining noch um eine Agenda der politischen Bildungsarbeit zur Stärkung staatsbürgerlicher Resilienz gegenüber dem Populismus. Erfrischend altmodisch hält Kunze die Fahne eines humanistischen Bildungsideals hoch und fordert Freiheit und pädagogischen Eigensinn. […]

Auch wenn man Kunze bei der Kontroversität der Themen nicht immer zustimmen wird, lohnt sich die anregende und kurzweilige Lektüre für jeden, der sich der Frage nach dem Zusammenhang von Demokratie und Pädagogik stellen möchte. Kunze legt mit diesem schlanken Büchlein einen klugen und anregenden Debattenbeitrag vor.

Mariano Barbato, Politikwissenschaftler an der Universität Passau, in Engagement 1/2019, S. 43 f.

Bildergebnis für Kunze Bildung in der Demokratie

Axel Bernd Kunze: Bildung in der Demokratie. Warum pädagogischer Eigensinn und Freiheit unverzichtbar sind, Bonn 2018.

Schlaglicht: Hauptsache, inklusiv – aber nicht freiheitlich

Auch der sozialethische Nachwuchs weist in seinem Weblog, wie nicht anders zu erwarten war, auf den skandalösen Boykottaufruf der Arbeitsgemeinschaft Christliche Sozialethik gegen die „Neue Ordnung“ hin. Alles natürlich ganz inklusiv und mit Gendersternchen – aber ohne Problem- oder Freiheitsbewusstsein. Und zu allem Überdruss wird einmal mehr „rechts“ und „rechtsextremistisch“ in einen Topf geworfen. Sancta simplicitas, ora pro nobis! Wenn die Gesinnung stimmt, muss man sich nicht um gedankliche Präzision bemühen.

https://forum-sozialethik.de/2019/03/19/sozialethikerinnen-boykottieren-rechte-zeitschrift/

Schlaglicht: Boykottaufruf gegen „Die Neue Ordnung“

Die Arbeitsgemeinschaft Christliche Sozialethik – die Vertretung der Lehrstuhlinhaber für Christliche Sozialethik im deutschsprachigen Raum – hat mit einer Erklärung vom 12. März 2019 zum Boykott der dominikanisch-sozialethischen Zeitschrift „Die Neue Ordnung“ aufgerufen. Die Erkärung wurde auf den eigenen Internetseiten der Arbeitsgemeinschaft veröffentlicht:

http://www.christliche-sozialethik.de/wp-content/uploads/2019/03/Ag-CSE_Die-Neue-Ordnung_Erklaerung.pdf

Die Dominikanerprovinz wird ausdrücklich aufgefordert, den Boykott aktiv durchzusetzen. Es ist skandalös, dass Wissenschaftler auf diese Weise den freien wissenschaftlich-publizistischen Diskurs zu unterbinden suchen und zur Säuberung wissenschaftlicher Bibliotheken aufrufen. Hier bewahrheitet sich ein Satz aus der aktuellen politischen Debatte in abgewandelter Form: Schlimmer als die Verfolgung der Wissenschaft ist die Verfolgung durch die Wissenschaft.

Namhafte Autoren wie Norbert Blüm, Josef Isensee oder Hans Maier, um nur drei Beispiele zu nennen, stehen für das anerkannte Renommee der „Neuen Ordnung“. Diese bleibt eine wichtige, traditionsreiche (darauf weist die Erklärung selber hin) und profilierte wissenschaftliche Fachzeitschrift, die für einen vitalen, intellektuell anregenden Pluralismus innerhalb der Christlichen Sozialethik unverzichtbar ist. Sowohl „Die Neue Ordnung“ als auch „Wort und Antwort“ zeugen vom wissenschaftlichen Engagement und der akademischen Tradition der deutschen Dominikaner. Es bleibt zu hoffen, dass sich der Orden den Boykottforderungen nicht unterwirft und „Die Neue Ordnung“ in gewohnter Qualität erhält.

Niemand muss teilen, was in einer Zeitschrift veröffentlich wird. Aber es muss gedruckt werden können, damit darüber diskutiert und gestritten werden kann. Ansonsten wird man am Ende feststellen: Wo alle gleich denken, denkt am Ende niemand mehr.

Die streitbare „Neue Ordnung“ bleibt als profilierte Stimme der deutschsprachigen Sozialethik sowohl für den wissenschaftlichen als auch politisch-gesellschaftlichen Diskurs unverzichtbar – unabhängig davon, welcher parteipolitischen Richtung der Einzelne zuneigt oder welche Presseorgane der Einzelne persönlich bevorzugt. Es geht um nichts Geringeres als den Erhalt der Freiheit – um die Presse- und Wissenschaftsfreiheit, um den Erhalt eines (angst-)freien, pluralen publizistischen Diskurses in der Kirche und in unserem Land. Und dafür lohnt es sich zu streiten.

PS: In Zeiten wie diesen – und es sind die unsrigen – ersetzen Bekenntnisse den streitbaren Diskurs. Daher sei auch an dieser Stelle ein Bekenntnis angeschlossen: Ich werde „Die Neue Ordnung“ – zusätzlich z u weiteren, anders ausgerichteten Zeitschriften – abonnieren, als kleiner Beitrag zur Sicherung publizistischer Pluralität.

Aufruf: „Stop Gendersprache jetzt“

Neben der Initiative des VDS, der Zerstörung der deutschen Sprache durch sog. „Gendersprache“ Einhalt zu gebieten, gibt´es noch einen weiteren Aufruf zum selben Thema: „Stop Gendersprache jetzt!“.

Dieser kann gezeichnet werden unter: https://stop-gendersprache-jetzt.de/mitzeichnen/

Den Aufruf haben bisher rund 14.500 Personen gezeichnet. Erstunterzeichner sind: Prof. Dr. Gerhard Amendt, Hedwig v. Beverfoerde, Dr. Frank Böckelmann, Prof. Dr.Norbert Bolz, Prof. Dr. Günter Buchholz, Dr. Paul-Hermann Gruner, Wolfgang Grupp, Prof. Dr. Gerd Habermann, Prof. Dr. med. Adorján Kovács, Dr. Reiner Kunze, Eckhard Kuhla, Lothar Kopp, Matthias Matussek, Helmut Markwort, Prof. Dr. Gunther Nickel, Thomas Paulwitz, Andreas Popp, Prof. Dr. Josef Reichholf, Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider, Anabel Schunke, Dr. Wolfgang Schivelbusch, Uwe Tellkamp, Dr. habil. Bettina Gruber, Dr. Jörg Bernig, Dr. Cora Stephan.

Die Initiative geht von Anabel Schunke, Norbert Bolz, Reiner Kunze, Helmut Markwort, Frank Böckelmann, Lothar Kopp und Eckhard Kuhla aus.

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Liebe Bürgerinnen und Bürger, BürgerInnen, Bürger/innen, Bürger_innen, Bürger*innen,
möchten Sie so angesprochen oder angeschrieben werden? Diese „Gendersprache“ spaltet die Gesellschaft, ganz im Sinne der Ideologie des Gender Mainstreaming und der politischen Korrektheit. Behörden, Institutionen und Verbände wollen uns zwingen, die Sprachregelungen einer Minderheit zu übernehmen. Alle möglichen sexuellen Orientierungen sollen sich in Amts- und Umgangssprache repräsentiert sehen – ohne jegliche demokratische Legitimation.

AUFRUF
Wir lehnen eine Bevormundung durch amtliche Sprachregelungen ab. Wir erklären, in der Gendersprache weder schreiben noch sprechen zu wollen. Wir empfehlen allen, den Gebrauch der Gendersprache mit ihren gekünstelten Formeln und Zeichenkombinationen zu verweigern.

Schließen Sie sich unserem Aufruf an!
Wir Bürger können das noch verhindern, so wie es in Frankreich 2017 durch einen Regierungsbeschluss unterbunden worden ist.

Staatslexikon online: Artikel über Christliche Bildungs- und Erziehungsverbände

Seit September 2018 ist die Onlineversion der achten Auflage des renommierten Staatslexikons der Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft frei zugänglich. Neu aufgenommen wurde in die achte Auflage ein Artikel über Christliche Bildungs- und Erziehungsverbände:

Axel Bernd Kunze: Art. Christliche Bildungs- und Erziehungsverbände, in: Staatslexikon. Recht – Wirtschaft – Gesellschaft in 5 Bänden, hgg. von der Görres-Gesellschaft u. dem Verlag Herder, Band 1 (2017), Freiburg (Brsg.): Herder, 8. Aufl., Sp. 1059 – 1066; die Onlineausgabe ist über folgenden Link abrufbar:

https://www.staatslexikon-online.de/Lexikon/Christliche_Bildungs-_und_Erziehungsverb%C3%A4nde