Vorankündigung: Bildung und Religion. Die geistigen Grundlagen des Kulturstaates

Axel Bernd Kunze:

Bildung und Religion. Die geistigen Grundlagen des Kulturstaates

Mit einem Geleitwort von Bernd Ahrbeck

(Berlin: LIT 2022)

Pädagogische und religiöse Fragen hängen eng zusammen. Dieses Verhältnis bleibt auch für den weltanschaulich neutralen Staat bedeutsam. Denn zur Sorge um dessen Kontinuität gehört die Sorge um seine kulturelle Wurzeln. Diese sind politisch-geschichtlich gewachsen und religiös geprägt.

Der Band zeigt auf, welch bleibende Bedeutung Bildung und Religion auch in Zeiten gesellschaftlicher Pluralität für einen freiheitlichen, vitalen und tragfähigen Kulturstaat besitzen. Wo die Sorge um seine geistigen Grundlagen erlahmt, werden über kurz oder lang kulturelle und soziale Verteilungskämpfe ein­setzen.

Axel Bernd Kunze ist Sozial- und Bildungsethiker. Er lehrt als Privatdozent für Erziehungswissenschaft in Bonn und ist als Schulleiter tätig.

WEITERE INFORMATIONEN: https://www.lit-verlag.de/detail/index/sArticle/87573/sCategory/6624

Neue Internetseite wirbt für freie Impfentscheidung

Mediziner und Wissenschaftler setzen sich mit dem neuen Internetportal www.impfen-wer-will.de für Impffreiheit und die individuelle Impfentscheidung ein. Initiatoren sind der Mediziner Ulrich Keil (Universität Münster) und der Chemiker Andreas Schnepf (Universität Tübingen). Neben einer ausführlichen Stellungnahme von Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen bietet das Internetportal auch die Möglichkeit, einen Flyer und ein Flugblatt zur Weiterverteilung herunterzuladen.

Videointerview mit Kardinal Müller

In einem Videointerview für das Institut St. Bonifatius hat Gerhard Ludwig Kardinal Müller deutliche Worte gefunden. Der frühere Präfekt der Glaubenskongregation scheut es nicht, heiße Eisen anzupacken, auch wenn er damit Minenfelder beritt. Kardinal Müller ist für sein Interview hart angegriffen worden; so manche Kritik erweckt den Eindruck, mehr mit Projektion als mit seinen Äußerungen zu tun zu haben. Ich meine, dass sein starkes Auftreten für die Freiheit, Aufmerksamkeit verdient. Der Kardinal tritt aus christlicher Verantwortung für eine funktionierende Gewaltenteilung, eine unabhängige Judikative, eine Wahrung der Wert-, Grundrechts- und Menschenrechtsordnung, für die Freiheit des Gewissens, für ein freiheitliches Diskursklima an den Universitäten, für die Freiheit Andersdenkender, etwa im universitären Raum, ein und er wendet sich im Einklang mit der Glaubenskongregration seiner Kirche gegen eine Impfpflicht im konkreten Fall. Das kann als eine starke christliche Freiheitslehre bezeichnet werden. Müller, der selbst einmal Professor war, schont die Universität nicht und findet auch hier sehr deutliche Worte, die bildungs- und wissenschaftsethisch vielen nicht gefallen dürften. Mit seinen unerschrockenen Worten macht Müller einem Kardinal, der sein Rot nicht nur als Schmuck trägt, alle Ehre.

Buchankündigung: Bildung und Religion. Die geistigen Grundlagen des Kulturstaates

Axel Bernd Kunze:

Bildung und Religion. Die geistigen Grundlagen des Kulturstaates.

Mit einem Geleitwort von Bernd Ahrbeck.

LIT-Verlag, ISBN: 978-3-643-15081-3 Reihe: Zeitdiagnosen , Bd. 60

Weitere Informationen: https://www.lit-verlag.de/detail/index/sArticle/87573/sCategory/6624

Gastkommentar: Würde Kant sich impfen lassen?

Ja, Kant würde sich impfen lassen – meinte jedenfalls Thomas Kielinger in einem Kommentar am 21. Dezember 2021 in der WELT. Es ist nicht das erste Mal, dass Kant in der Coronadebatte als Kronzeuge herhalten muss – zu Unrecht, wie die folgende Glosse meint.

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Ein Gastkommentar von Tino Landmann

Weihnachten ist bekanntlich die Zeit der gutgemeinten Wünsche und einer davon wird nun auch tatsächlich wahr werden: die langersehnte Impfpflicht! Endlich! Und dies flankiert von Kronzeugen, deren Glaubwürdigkeit niemals in Frage gestellt werden kann – ob sie es wollen oder nicht! Oder noch besser: Weil sie dafür sind!

Und einer davon ist wieder einmal ein alter Stratege des philosophischen Spektrums: der gute Kant, der jetzt eindeutig für eine Impfpflicht „wäre“.

Soso, Kant wäre für die Impflicht und deswegen ist jetzt auch der „Ethikrat“ dafür! Jawohl, genau so muss das sein! Die Begründung dafür gleicht einem philosophischen Husarenritt – allerdings auf einem Ackergaul. Nichts gegen das gute Tier: Es verrichtet seine Arbeit so, wie man das als Nutztier eben kann. Kants ethisches Nutztier, besser bekannt als Kategorischer Imperativ soll hier aber wieder einmal Arbeiten verrichten, für die er gar nicht gedacht worden ist. Aber Kant selbst soll nun (wieder einmal) den Kategorischen Moralgaul einspannen, weil er ja für etwas „wäre“.

Wenn es nicht derart ernst „wäre“, könnte ich  jetzt vor Lachen vom Stuhl fallen!

Wenn ich das immer lese, irgendjemand „wäre“ für dieses oder jenes! Das ist intellektuelle Hochstaplerei!

Zum einen: Kant ist tot! Niemand kann ihn mehr fragen, für was er „wäre“ oder nicht!

Und warum muss immer Kant gefragt werden? Warum fragt niemand Aristoteles, Hegel, Nietzsche, Marx oder Jesus? Ja, lasst uns Jesus fragen, für was er wäre! Allein diese Formulierung „für was jemand wäre“ offenbart doch eine infantile Weltsicht! Aber kleine Kinder wissen es eben noch nicht besser!

Insofern sind derartige Aussagen völliger Blödsinn!

Zum anderen: Wer so etwas behauptet, dem empfehle ich die Lektüre der Tugendlehre und der dort aufgeführten Einteilung der Pflichten. Die Erhaltung der körperlichen Unversehrtheit wird hier als vollkommene Pflicht gegenüber sich selbst geführt und ist somit jedweder Fremdbestimmung entzogen. Daneben: Wenn hier mit Kant und Würde „argumentiert“ wird, sei darauf hingewiesen, dass nach Kant nur der Mensch als Person selbst in der Lage ist, sich zu entwürdigen, da auch die Würde bzw. die Idee der Menschheit an sich jedweder Fremdbestimmung entzogen ist.

Aber nur zu, Ihr Karikaturen philosophischen Geistes! Verunstaltet, verfremdet und verzerrt die wirklich großen Köpfe der europäisch-deutschen Geistesgeschichte! Nur zu, Ihr lächerlichen Ciceros! Hoffentlich werdet Ihr irgendwann Opfer Eurer eigenen Anmaßung! Aber bis dahin genießt Euren Lohn im Kampf für eine neue Gesellschaft im Lichte des Heiligenscheins medialer Aufmerksamkeit!

Und weil wir es gerade mit Weihnachten und den Wünschen hatten: Eines wünsche ich mir von den Vertretern der philosophischen Zunft: Lasst Kant in Frieden ruhen! Und den Kategorischen Imperativ tatsächlich das leisten, wofür er dem gemeinen Menschenverstand als Kompass an die Hand gegeben worden ist: Es geht nicht darum, ob Kant für oder gegen eine Impflicht plädieren würde. Es geht einzig darum, ob die Maxime als allgemeines Gesetz gelten kann.

Frohe Weihnachten!

Der Verfasser ist promovierter Philosoph und Fachleiter für Geschichte der Philosophie und deren Didaktik.

Netzwerk Wissenschaftsfreiheit wendet sich gegen Angriffe auf Wissenschaftler

Pressemitteilung vom 21. Dezember 2021:

Das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit verurteilt grundsätzlich Bedrohungen, Einschüchterungen und Beleidigungen von Wissenschaftlern aufgrund ihrer geäußerten Expertise. Das gilt selbstverständlich unabhängig davon, ob sie die Politik der Regierung unterstützen oder kritisieren. Das Netzwerk sieht in derartigen Äußerungen gegenüber Wissenschaftlern, sofern sie den Rahmen zulässiger Kritik verlassen, eine Gefährdung der Wissenschaftsfreiheit, der mit allen Mitteln des Rechts zu begegnen ist.

Quelle: https://www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de/presse/pressemitteilungen/

Im Hintergrund der aktuellen Stellungnahme des Netzwerkes Wissenschaftsfreiheit steht die Debatte um das Verhältnis von Wissenschaft und Politik in der aktuellen Coronadebatte.

Rezension: Europa lebt entscheidend aus seiner Romanitas

Die Stärke Europas wurzelt in seiner Romanitas: in der Idee eines am Recht ausgerichteten Staatswesens und eines unveräußerlichen Naturrechts. Geschichtlich wirkmächtig wurde diese Idee im christlichen Abendland, geformt durch die christliche Botschaft der Inkarnation Gottes, die Ideen der griechischen Philosophie und das römische Rechtsdenken. Ideen allerdings, die im gegenwärtigen Europa, das je mehr es zu einem Eliteprojekt der Globalisierung wird, sich umso weiter von seinen geistesgeschichtlichen Ursprüngen und Traditionen entfernt – das meint jedenfalls Sebastian Sigler, Leiter des Arbeitskreises der Studentenhistoriker.

Kurz vor Weihnachten ist eine aktuelle Rezension aus seiner Feder zum Band „Wiederentdeckung des Staates in der Theologie“ (Alexander Dietz, Jan Dochhorn, Axel Bernd Kunze und Ludger Schwienhorst-Schönberger; Leipzig 2020) erschienen:
http://studentenhistoriker.eu/?p=3178

Sebastian Sigler: „Das kleine, unscheinbare Licht, das mitten in der Nacht entzündet wurde, ist die Rettung. Zuerst wurde die Botschaft den einfachen Leuten verkündet, wir erkennen sie in den Hirten auf dem Felde. Später erst kamen die Mächtigen aus aller Welt, die sich uns auch heute als Kaspar, Melchior und Balthasar zeigen. Armenien, das koptische Ägypten, Äthiopien und auch das Römische Reich erkannten die Botschaft. Diese Botschaft der Erlösung ist in Gefahr.“
Die streitbare Debatte um unser Staatsverständnis und Menschenbild ist eröffnet – und sie bleibt wichtig, gerade in den aktuellen politischen Auseinandersetzungen unserer Tage.

Tagungsbericht: Jüdische Korporierte, jüdische Korporationen


Der Tagungsbericht zur Heidelberger Studentenhistorikertagung „Jüdische Korporierte, jüdische Korporationen“ ist auf den Internetseiten des Arbeitskreises der Studentenhistoriker aktualisiert und um drei Links ergänzt worden, die zu den Vorträgen von Harald Lönnecker, Axel Bernd Kunze und Herwig Hofbauer führen:
http://studentenhistoriker.eu/?p=2458

Harald Lönnecker sprach auf der Tagung zum Thema: Demut und Stolz, Glaube und Kampfessinn – konfessionell gebundene Verbindungen: protestantische, katholische, jüdische. Axel Bernd Kunze referierte über den Bamberger Widerstandskämpfer Willy Aron. Herwig Bauer stellte den Auschwitzüberlebenden Fritz Roubicek vor. Die Beiträge können über Youtube nachgehört werden.

Neuerscheinung: Erziehen als Beruf

Abstract: Traditionell erfolgt die Ausbildung pädagogischer Berufe im Bereich Erziehung, Bildung und Betreuung an Berufsfachschulen (Sozialassistenten- oder Kinderpflegeausbildung) sowie Fachschulen oder Fachakademien für Sozialpädagogik (Erzieherausbildung). Seit 2004 haben sich im Zuge der PISA-Debatte und der Hochschulreformen im Gefolge des sogenannten Bolognaprozesses – aus der Sozialpädagogik und der Sozialen Arbeit heraus – eigene spezialisierte Fachhochschulstudiengänge zur Pädagogik der frühen Kindheit und das akademisierte Berufsbild des Kindheitspädagogen herausgebildet.

Der Beitrag findet sich im neuen Themenheft „Kindheitspädagogik“ der Zeitschrift „engagement“:

Axel Bernd Kunze: Erziehen als Beruf. Überblick über eine sich dynamisch entwickelnde Ausbildungslandschaft, in: Engagement 39 (2021), H. 1, S. 30 – 37.

Neuerscheinung: Kindheitspädagogik

Mit deutlicher Verspätung ist Heft 1/2021 von „engagement“ erschienen. Das Themenheft der Zeitschrift für Erziehung und Schule ist dieses Mal der Kindheitspädagogik gewidmet. Die Elementarbildung zählt international aus katholischer Sicht zum Bildungswesen, weshalb sich die Zeitschrift katholischer Schulen dieses Mal der frühen Bildung und Erziehung annimmt. Verantwortlicher Herausgeber des Thementeils ist Rafael Frick (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg).

Im Rezensionsteil werden besprochen:

  • Sabine Seichter: Das „normale“ Kind. Einblicke in die Geschichte der schwarzen Pädagogik,Weinheim/Basel 2020 (Rez.: Johannes Gutbrod).
  • Heike Helmchen-Menke: Ins Leben begleiten. Religionssensibel durch den Familienalltag, Ostfildern 2020 (Rez.: Ruth Herb).
  • Magdalene Simpfendörfer-Autenrieth, Antje Helmond (Hgg.): Unter neuen Vorzeichen, o. O. (Weinstasdt/Rems) 2020 (Rez.: Axel Bernd Kunze).
  • Friedemann Kreuder, Stefanie Husel (Hgg.): Spiele spielen. Praktiken, Metaphern, Modelle, Paderborn 2018 (Rez.: Katharina Dübgen).
  • Doreen Blumhagen: Unterrichtseinstiege Religion, 2. Aufl., Berlin 2017 (Rez.: Björn Igelbrink).
  • Julian Nida-Rümelin: Unaufgeregter Realismus. Eine philosophische Streitschrift, Leiden 2018 (Rez.: Jan Dochhorn).
  • Mathias Brodkorb, Katja Koch: Der Abiturbetrug. Vom Scheitern des deutschen Bildungsföderalismus. Eine Streitschrift, Springe/Deister 2020 (Rez.: Axel Bernd Kunze).
  • Sarah Knausenberger: Die blaue Ritterin, Stuttgart 2021 (Rez.: Angela Hagen).
  • Sarah Michaela Orlovsky: Eine halbe Banane und die Ordnung der Welt, Innsbruck 2021 (Rez.: Manuela Hantschel).
  • Susanne Orosz: Wasser. Geschichten zum Plauschen, Staunen und Forschen, Hamburg 2021 (Rez.: Christinae Raeder).
  • Kathleen Verecken: Alles wird gut, immer, Hildesheim 2021 (Rez.: Barbara Dorn).

Redakteur der Rezensionsabteilung ist Axel Bernd Kunze