Gott, wir danken dir für das Miteinander unserer Lehrkräfte und Schüler in der Schulgemeinschaft und für alles, was jeder Einzelne an jedem Tag einbringt.
Wir bitten dich für eine gute Entwicklung der Schule, für Kraft und Freude am Unterrichten und für Erfolg und Motivation in der Ausbildung.
(aus einem Festgottesdienst am 21.07.2023)
Ich wünsche allen Lesern und Leserinnen von „Bildungsethik“ eine gute Sommerpause mit der notwendigen Muße, erholsame Sommerferien und Bildungserfahrungen in anderer Form. Mit herzlichen Sommergrüßen, Ihr Axel B. Kunze
Der emeritierte Weihbischof Hans-Jochen Jaschke ist am 11. Juli 2023 im Alter von einundachtzig Jahren verstorben, am 15. Juli 2023 wurde er mit einem Pontifikalrequiem im Hamburger Mariendom zu Grabe getragen. Jaschke wurde am 29. September 1941 im oberschlesischen Beuthen geboren und – war bis zu seiner Emeritierung 2016 – Weihbischof für Hamburg und Schleswig-Holstein gewesen. Seine Bischofsweihe empfing der Titularbischof von Tisili am 8. Januar 1989 im Osnabrücker Dom.
Während andere Weihbischöfe eher unbekannt agieren, galt dies für Jaschke nicht. Immer wieder mischte er sich in theologischen Debatten ein, sei es bei der Missbrauchskrise oder um Reformen innerhalb der katholischen Kirche. So befürwortete Jaschke eine Aufhebung des Zölibats und eine Segnung homosexueller Paare.
Jaschke galt als ein humorvoller, mutiger und intellektuell scharfer Theologe. Der Verfasser erinnert sich immer noch an die gemeinsamen Debatten im Rahmen des Hearings 2001 zum – später vergessenen – „Sexualitätsbrief“ der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz. Schon damals äußerte der Verstorbene deutliche Vorbehalte gegenüber der kirchlichen Sexualethik und ihrer Vermittlungsfähigkeit im Rahmen der kirchlichen Jugendarbeit. Jaschke redete damals nicht lange um den heißen Brei herum oder versteckte sich hinter diplomatischen Floskeln.
Herr, gib ihm die ewige Ruhe. Und das ewige Licht leuchte ihm.
Am 21. Juni 2022 ging das freiheitliche Internetradio KONTRAFUNK auf Sendung. Hörenswert sind u. a. die kenntnisreichen Radioessays des Pädagogen, Germanisten und Philosophen Peter J. Brenner. Wir gratulieren ebenfalls zum ersten Jahr und wünschen weiterhin viel Erfolg.
Stundenbuch des Herzogs von Berry Les Très Riches Heures (15. Jh.)
Liebe Leserinnen und Leser,
Zwischen der Himmelfahrt Jesu und Pfingsten waren die Apostel im Gebet um Maria versammelt, wie Lukas in seiner Apostelgeschichte berichtet. Maria wird für die junge Christenschar zu einem wichtigen Vorbild im Glauben und im Gebet. Papst Franziskus hat die besondere Rolle, die Maria für die Kirche spielt, vor ein paar Jahren mit einem neuen Mariengedenktag gewürdigt: Am Pfingstmontag gedenken wir ihrer als Mutter der Kirche. Als Glaubende sind wir mit der Mutter Jesu in geistlicher Mutterschaft verbunden. Sie ist durch den Tod und die Auferstehung Jesu auch unsere Mutter geworden.
Maria steht für die Zwischenexistenz der Kirche. Der Theologe Hugo Rahner hat dies einmal so ausgedrückt: „Die Kirche ist Jungfrau und Mutter, sie ist unbefleckt empfangen und trägt die Last der Geschichte, sie leidet und ist doch jetzt schon in den Himmel aufgenommen.“ Auf der einen Seite steht Maria, die schon Vollendete, der Kirche mütterlich bei, in allen Gefahren und Nöten, in allen Kämpfen und Sorgen dieser Erdenzeit. Auf der anderen Seite haben wir in Maria ein großes Zeichen der Hoffnung. An Maria können wir erkennen, zu welcher Vollendung wir alle berufen sind, wenn Gottes Heilshandeln einmal in voller Fülle an uns sichtbar werden wird.
Und so wünsche ich Ihnen gesegnete, geisterfüllte, hoffnungsfrohe Pfingsten sowie erholsame Pfingstferien.
Herzlichen Dank für Ihre treue Verbundenheit und Ihr Interesse an der gemeinsamen bildungsethischen Debatte.
Ein aktuelles, vollständiges, thematisch geordnetes Schriftenverzeichnis (Stand: 22. Februar 2023) ist über das Wissenschaftsportal Academia.edu abrufbar:
Ich bete darum, daß unser Land ein Land des Glaubens bleibt und bitte Euch, liebe Landsleute: Laßt euch nicht vom Glauben abbringen.
[…]
Was ich vorhin von meinen Landsleuten gesagt habe, sage ich nun zu allen, die meinem Dienst in der Kirche anvertraut waren: Steht fest im Glauben! Laßt euch nicht verwirren!
[…]
Jesus Christus ist wirklich der Weg, die Wahrheit und das Leben – und die Kirche ist in all ihren Mängeln wirklich Sein Leib.
(aus dem geistlichen Testament Benedikts XVI. +)
Juan de Roelas: Die Verehrung des Heiligsten Namens Jesu (ca. 1604)
CHRISTUS NATUS EST. ALLELUIA.
VENITE ADOREMUS. ALLELUIA.
Allen Lesern wünsche ich ein von Gott gesegnetes neues Jahr des Herrn 2023.
Herzlichen Dank für Ihre treue Verbundenheit. Ich freue mich auf den weiteren bildungsethischen Austausch in diesem Jahr.
Tod und Vergehen waltet in allem, steht über Menschen, Pflanzen und Tieren, Sternbild der Zeit.
Du hast ins Leben alles gerufen. Herr, deine Schöpfung neigt sich zum Tode: Hole sie heim.
Schenke im Ende auch die Vollendung. Nicht in die Leere falle die Vielfalt irdischen Seins.
Herr, deine Pläne bleiben uns dunkel. – Doch singen Lob wir dir, dem dreieinen, weigen Gott. Amen.
(aus dem Totenoffizium)
Am 31. Dezember 2022 ist Seine Heiligkeit Papst em. Benedikt XVI. (1927 bis 2022) verstorben. Der in Marktl am Inn in Bayern geborene und von 2005 bis 2013 regierende Papst war einer der bedeutendsten Theologen des zwanzigsten Jahrhunderts.
Der traditionell gute Ruf deutscher Theologie dürfte ein wichtiger Grund für die Wahl Ratzingers zum neuen Papst gewesen sein. Dieser hatte vor seiner Ernennung zum Erzbischof von München und Freising an fünf Hochschulen gelehrt: in Freising, Münster, Bonn, Tübingen und Regensburg. Der vormalige Präfekt der römischen Glaubenskongregation gilt als scharfsinniger Denker, dessen theologische Qualitäten selbst Kritikern Respekt abverlangen. Als solcher hat Benedikt XVI. stets die Zusammengehörigkeit von Glaube und Vernunft verteidigt. Mit ihm verliert die katholische Kirche einen der bedeutendsten Theologen des zwanzigsten Jahrhunderts. Seine Jesustrilogie habe ich mit großem Gewinn gelesen. Sein Wirken als Papst, seine Reisen zum Weltjugendtag und in seine bayerische Heimat, seine Enzyklika „Deus caritas est“ und vieles mehr bleiben unvergessen. In seinen theologischen Schriften wird er weiterhin wirken. Dankbar für sein Wirken schließe ich Papst em. Benedikt XVI. in mein Gebet ein. Herr, gib ihm die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihm. Amen.
R. I. P.
„Der silberne und der goldene Schlüssel: Glaube und Liebe, das sind die Schlüssel zum lebendigen Gott. Bitten wir den Herrn an diesem Tag, dass er uns schenkt, diese Schlüssel nicht zu verlieren und dass er uns hilft, sie anderen in die Hand zu drücken, damit wir alle bei unserem Vater im Himmel einmal die Türen offen finden.“ (Papst Benedikt XVI. im Juni 2000 in einer Predigt im Petersdom)
Beschneidung Jesu (gefeiert am 1. Januar), Brabanter Flügelretabel, um 1480.
Liebe Leser und Leserinnen,
Freiheit im Denken, Reden und Handeln bildet das entscheidende Zentrum eines intellektuell vitalen, geistig lebendigen, leistungsfähigen Kulturstaates.
Zur Freiheit zu befähigen, bleibt die vornehmste Aufgabe aller Bildungsprozesse. Dabei sollte das pädagogische Tun Anwalt einer Humanität sein, die sich im Prozess notwendiger Differenzierung und entlastender Arbeitsteilung gegen mögliche funktionale Einseitigkeiten und Reduktionen zur Wehr setzt. Dies kann beispielsweise dort notwendig sein, wo Sinn- und Wertfragen einseitig gemeinschaftsbezogen diskutiert werden, sodass dem Einzelnen die Freiheit zur subjektiven Selbstbeschreibung genommen wird. Oder dort, wo Prozesse der Kontrolle, Regulierung oder Angleichung es dem Einzelnen unmöglich machen, die ihm offenstehenden Bildungschancen in Freiheit zu nutzen.
Ohne Bildung kann es auch keine ethische Urteilsfähigkeit geben. Und diese zu erhalten, bleibt eine beständige Aufgabe. Allzu leicht kann sich erweisen, dass die moralische Schicht unseres Zusammenlebens nicht mehr als ein dünner Firnis ist. Gesellschaften können moralisch in die Tiefe fallen.
Kann es sein, dass wir solches mit der Coronapolitik des zu Ende gehenden Jahres erlebt haben? Es wurden Grundrechtseingriffe und soziale Ausgrenzunsstrategien praktiziert, die viele vor Corona für unvorstellbar gehalten hätten. Mit der aggressiven Impfnötigungspolitik standen nicht partikulare Alternativen des Guten zur Diskussion, die im Rahmen des Richtigen hätten nebeneinander stehen können. Es ging um mehr. Zur Bilanz dieses Jahres gehört: Der Weg nationaler Aussöhnung, der notwendig sein wird, die politisch verursachte Spaltung und Polarisierung des Landes aufzuarbeiten, wird lange dauern.
Hier ist nicht der Ort, über die impf- und infektionsschutzpolitischen Weichenstellungen in Deutschland oder eine angemessene Krisenvorsorge- und Katastrophenpolitik, nicht zuletzt angesichts biopolitischer Gefährdungslagen, zu diskutieren. Kulturstaatlich und gesellschaftlich fällt allerdings auf, wie wenig die gravierenden Wertkonflikte, die mit diesen Fragen verbunden sind, überhaupt noch als solche erkannt wurden.
Vor Jahren haben alle gerufen, Bildung sei das Wichtigste – und alles musste sich dem Thema Bildungsgerechtigkeit unterordnen. Und jetzt ist auf einmal Gesundheit das Allerwichtigste – und alles muss dem Gesundheitsschutz untergeordnet werden. Und morgen …!? In einer politischen Debatte, die für einzelne Themen immer gleich einen absoluten Vorrang postuliert, bleibt kein Spielraum für differenzierte Abwägungsprozesse. Wo zunehmend moralisierend diskutiert wird (Haltungswissenschaft, Haltungsjournalismus, Haltung zeigen gegen …), da muss man keine ethischen Vorzugsregeln anwenden: Da gibt es nur noch Schwarz und Weiß, absolut Gut und absolut Böse. Die Folgen sind deutlich spürbar: Die Fähigkeit zur differenzierten ethischen Güter- und Übelabwägung kommt abhanden.
Dies hat auch pädagogisch Folgen. Die vielbeschworene Erziehung zu Menschenrechten, Demokratie und Zivilgesellschaft erweist sich in der Krise vielfach als aufgesetzt. Man diskutiert über die Themen, stellt aber in Lehr- oder Bildungsveranstaltungen keinen Zusammenhang zu den aktuellen Fragen und Konflikten her. Es wird pflichtschuldigst nachgebetet, was Dozent und Disziplin vermeintlich hören wollen, aber es berührt nicht. Es bleibt äußerlich.
Wo liegen die Ursachen der gegenwärtigen Krise und des zu beobachtenden politischen Vertrauensverlustes? Der Gründe sind sicherlich viele. Doch wenn wir später einmal die Frage stellen sollten, wie es so weit kommen konnte, werden wir tiefergehender fragen müssen. Eine Ursache könnte darin liegen, dass das Leistungsprinzip in unserer Gesellschaft schon lange einen schweren Stand hat. Mittlerweile kann man mit einem aberkannten Doktortitel selbst ohne Schamfrist gleich wieder eine Landesregierung führen.
Wo das Leistungsprinzip verkommt und Bildung nur noch auf ihre äußere soziale Seite und damit auf eine soziologisch beschreibbare Anpassungsleistung reduziert wird, regieren am Ende Dummheit und Rohheit.
Und noch etwas kommt hinzu: Wo in postmodernen Zeiten Geltungsansprüche nicht mehr zugelassen werden, ersetzt Aktion die Reflexion. Die rationale Abwägung wird durch Aktivismus ersetzt. Ein solcher schlägt schnell in Gewalt um, da gehandelt, aber das Handeln nicht mehr als begründet ausgewiesen wird. Und am Ende geht die Achtung vor dem freien Subjekt verloren. Dies zeigt, was mit einem stabilen, leistungsfähigen Kulturstaat auf dem Spiel steht.
Die streitbare bildungsethische Debatte muss weitergehen, eingebettet in einen weiten politischen und gesellschaftlichen Kontext. Ich hoffe auch im neuen Jahr hierfür auf Ihr Interesse.
Herzlichen Dank für alle Verbundenheit und allen Austausch in diesem Jahr. Ich wünsche Ihnen einen guten Beschluss dieses Jahres sowie alles Gute, Zuversicht und Gottes Segen für 2023.
In pädagogischer Verbundenheit, Ihr Axel Bernd Kunze
Gott wird Mensch, voll und ganz. Und das heißt auch: Er wird ein kleines Kind, angewiesen auf die Liebe und Zuwendung seiner Eltern. „Seht, der kann sich selbst nicht regen, durch den alles ist und war“, heißt es in einem Weihnachtslied. Es klingt paradox: Gott teilt unsere Erfahrungen, er durchlebt die Höhen und Tiefen des Lebens, von der Geburt bis zum Tod – und darüber hinaus. Doch gerade deswegen ist die Geburt Jesu der Beginn unserer Erlösung.
Dies ist die tiefe, bleibende Verheißung von Weihnachten: Gerade dieses kleine Kind von Bethlehem erschließt uns eine Zukunft, die unseren menschlichen Horizont übersteigt. Jesus Christus ist der treue Zeuge für Gottes Gerechtigkeit, Frieden und Liebe. Die Beziehung zu ihm trägt durch alle Dunkelheiten.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen den Segen der Weihnacht. Ihnen und Ihren Angehörigen wünsche ich gesegnete, von weihnachtlicher Freude erfüllte Festtage, erholsame Weihnachtsferien sowie einen guten Beginn des neuen Jahres. Gehen Sie mit der weihnachtlichen Verheißung und voller Zuversicht in das neue Jahr.
Sehr herzlich danke ich Ihnen für Ihr Interesse an bildungsethischen Fragen, Ihre Verbundenheit, Ihre Unterstützung, Ihr Mitdenken und Mitdisktuieren im vergangenen Jahr. Die um der Sache willen streitbare bildungsethische Debatte und das Gespräch über Bildungsfragen im weiten gesellschaftlich-politischen Kontext wird auch im neuen Jahr weitergehen.
Stellen wir den Beschluss dieses Jahres unter den Segen Gottes:
Gott sende dir seinen Engel,
dass er dich begleite auf dem WEG in das neue Jahr,
damit dieses wahrhaft ein Jahr des Herrn werde.
Gott erfülle dich mit dem Licht der WAHRHEIT,
dass dein Herz zuversichtlich und hell werde.
Gott schenke dir LEBEN und ein bereites Herz,
dass du ausstrahlen kannst, was dich hoffen lässt.