In der Stadt Viersen wurde ein Kirchenasyl mit polizeilichen Mitteln aufgehoben. Der Fall schlägt hohe Wellen, die Kirche reagiert mit heftigen Vorwürfen an die Adresse der Kommune. Axel Bernd Kunze, katholischer Sozialethiker und Mitautor des Bandes „Wiederentdeckung des Staates in der Theologie“ (Leipzig 2020), äußert sich hierzu in einem Gastkommentar in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Die Tagespost“: Das Problem Kirchenasyl. Die Autorität des Rechtsstaates nicht infrage stellen, in: Die Tagespost, 76. Jg., Nr. 29/2023, 20. Juli 2023, S. 8.
Veröffentlichungen
Festschrift: Die Freiheit der Menschenrechte
Der Erlanger Menschenrechtsphilosoph Heiner Bielefeldt, früherer Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte und ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Religions-, Gewissens- und Weltanschauungsfreiheit, ist zum 65. Geburtstag mit einer Festschrift geehrt worden:
Michael Krennerich, Michaela Lissowsky, Marco Schendel (Hg.): Die Freiheit der Menschenrechte. Festschrift für Heiner Bielefeldt zum 65. Geburtstag, Frankfurt am Main 2023.
Der Jubilar war von 2006 bis 2009 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des DFG-Forschungsprojekts „Das Menschenrecht auf Bildung: Anthropologisch-ethische Grundlegung und Kriterien der politischen Umsetzung“. BILDUNGSETHIK gratuliert herzlich zum halbrunden Geburtstag. Ad multos annos.
Leserbrief: Familienwahlrecht „naiv und gefährlich“
Leserbrief in der TAGESPOST vom 29. Juni 2023, S. 32:
Ludwig Spaenle wärmt einmal mehr die Forderung nach einem Familienwahlrecht auf (Die Tagespost vom 15. Juni 2023) und begeht damit einen gefährlichen Tabubruch: Das Wahlrecht darf nicht um bestimmter Ziele oder Inhalte willen manipuliert oder die Wählerschaft so zusammengesetzt werden, daß am Ende ein politisch erwünschtes Ergebnis herauskommt. Der Zweck heiligt hier keineswegs das Mittel, zumal es eine unbewiesene Behauptung bleibt, dass Eltern tatsächlich im Interesse ihrer Kinder abstimmen würden. Überdies werden mit einem Familienwahlrecht die in langen historischen Kämpfen errungenen Prinzipien gleicher und geheimer Wahl in Frage gestellt. Wer Familien politisch mehr Einfluss geben will, der sollte ihre politische Handlungsfähigkeit verbessern: über politische Interessenvertretung, eine Mitarbeit in Parteien oder die Stärkung zivilgesellschaftlicher Strukturen. Dieser Weg bleibt mühsam. Manipulationen am Wahlrecht dagegen sind entweder naiv oder sogar gefährlich.
Axel Bernd Kunze
Neuerscheinung: Sonderheft für alle, die sich für eine Lehrtätigkeit in der Erzieherausbildung interessieren
Lehrkräfte an Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik sind gesucht. Ein neues Sonderheft der Zeitschrift PädagogikUNTERRICHT will Interesse für dieses Arbeitsfeld wecken. Das Heft richtet sich an Studierende, angehende Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst oder weitere Interessierte, die sich über eine Lehrtätigkeit in der Erzieherausbildung informieren wollen:
Axel Bernd Kunze, Carsten Püttmann (Red.): Gelingende Erziehung reflektiert praktizieren (= PädagogikUNTERRICHT, Sonderheft 2023: Unterrichten an Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik), hg. v. Verband der Pädagogiklehrer und Pädagogiklehrerinnen (VdP), Wesel 2023.

Das Heft steht auf den Seiten des Bundesverbands evangelischer Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik (BeA) zum kostenlosen Download zur Verfügung:
Neuerscheinung: Fachlichkeit als Anspruch
… so der Titel des neuen Themenheftes der Zeitschrift PädagogikUNTERRICHT. Das Heft beschäftigt sich mit dem „Pädagogischen“, das die pädagogische Fachdidaktik und das Fach Pädagogik auszeichnet sowie mit dem Verhältnis des Pädagogikunterrichts zu seinen Nachbarfächern, insbesondere dem Psychologieunterricht. Ferner berichtet das Heft über den Abschied Elmar Wortmanns aus dem Vorstand des Verbands der Pädagogiklehrer und Pädagogiklehrerinnen. Schließlich wird auch das neue Sonderheft 2023 der Zeitschrift „Unterrichten an Fachschulen und Fachakademien für Sozialpädagogik“ (Redaktion: Carsten Püttmann, Axel Bernd Kunze) vorgestellt.
Fachlichkeit als Anspruch: Pädagogikunterricht. Die Fachzeitschrift für die pädaogische Fächergruppe, 43. Jg., Heft 2/3 vom Juli 2023.
Festschrift: „Erinnerung und Versöhnung“ ehrt Franz Jung
Prälat Franz Jung ist der letzte Großdechant. Nach ihm wird dieser Titel, der in der katholischen Weltkirche einmalig ist, nicht wieder verliehen. Der preußische Staat hatte seinerzeit versucht, unter diesem Titel die zum Erzbistum Prag gehörende Grafschaft Glatz aus diesem zu lösen und der schlesischen Diözese Breslau zuzuschlagen – was misslang. Nach der Vertreibung der Deutschen aus der Grafschaft Glatz blieb der Titel erhalten. Die Großdechanten machten es sich zur Aufgabe, die vertriebenen Priester und Gläubigen zu sammeln und zusammenzuhalten.
Der letzte Amtsinhaber ist auch derjenige mit der längsten Amtszeit. Anlässlich seines vierzigjährigen Amtsjubiläums wird Franz Jung mit einer Festschrift geehrt:
Manfred Spata (Hg.): Erinnerung und Versöhnung. Beiträge zum Wirken von Großdechant Franz Jung für die Vertriebenen aus der Grafschaft Glatz von 1983 bis 2023, Münster (Westf.): Aschendorff 2023.
Reaktion: CDU reagiert auf Publikation des Arbeitskreises „Stadt und Gesellschaft“
Im Auftrag des Parteivorsitzenden reagierte Monika Bendig-Krebs aus der Hauptabteilung Politik und Programm in der CDU-Bundesgeschäftsstelle auf die Veröffentlichung „Stadt und Gesellschaft“ gegenüber der KPV Mönchengladbach: „Die Broschüre ist ausgesprochen informativ und es freut mich sehr, dass es Ihnen damit gelungen, wieder Leben und frischen Wind in die Organisation zu bringen. Mit den beiden Diskussionsabenden ‚Political Correctness‘ und ‚Gendersprache‘ als auch mit dem Diskussionsabend ‚Was ist konservativ‘ haben Sie sich mit wichtigen Themen befasst, die den Markenkern der CDU berühren.“
BILDUNGSGERECHTIGKEIT berichtete über die Neuerscheinung:
Neuerscheinung: Bildungsethische Gedanken zu einer pädagogischen Ethik des Digitalen
„Bildungsethisch soll am Ende die Hoffnung stehen, dass die vorstehenden Elemente einer erneuerten Kultur in digitalen Zeiten politisch keineswegs folgenlos bleiben werden. Eine erneuerte Ethik, die sich an einem substantiellen Bildungsbegriff orientiert und auf die Selbstbestimmung des Einzelnen setzt, wird auch eine erneuerte Kultur politischer Auseinandersetzung fördern, eine Kultur der verbindlichen, präsenten, vertieften, am Subjekt orientierten Kultur des öffentlichen Diskurses – auch und gerade in digitalen Zeiten. Beginnen wir das Gespräch darüber.“
Auszug aus:
Axel Bernd Kunze: Die Tugend der Mäßigung – bildungsethische Gedanken zu einer pädagogischen Ethik des Digitalen, in: Glaube + Erziehung 75 (2023), H. 3, S. 6 f.
Neuerscheinung: Coronapolitik und ihre Folgen – Nichts gewusst?
„Politiker und Medien rechtfertigen die massiven Freiheitseinschränkungen während der Pandemie mit dem mangelnden Wissen über das Coronavirus. Doch dies ist nichts weiter als ein Mythos – denn bereits frühzeitig zeigten Studien, dass der Effekt von Lockdown und Maskenpflicht nicht ins Gewicht fiel.“
Der Tübinger Wissenschaftler Boris Kotchoubey geht in einem längeren Beitrag für das Magazin „Cicero“ – ein Jahr nach der fragwürdigen Impfpflichtdebatte im Bundestag – der Frage nach, was die politisch Verantwortlichen angesichts ihrer polarisierenden Coronapolitik schon damals hätten wissen können und was nicht. Seine Antwort fällt deutlich aus: Man hätte mehr wissen können, wenn man gewollt hätte – und dies wäre für eine angemessene Verhältnismäßigkeitsprüfung und differenzierte Abwägung der Infektionsschutzmaßnahmen wichtig gewesen. Um der Freiheit, des Rechtsstaates und der Humanität willen.
Teil I: https://www.cicero.de/innenpolitik/corona-pandemie-lockdown-maskenpflicht
Teil II: https://www.cicero.de/innenpolitik/corona-pandemie-impfung
Neuerscheinung: „Wort-Gottes-Feiern wirken künstlich“
Die Verlagsgruppe Bistumspresse hat ihre Leser um Stellungnahmen zu Wort-Gottes-Feiern gebeten. Ausgewählte Reaktionen wurden in der Ausgabe Nr. 20/2023 jetzt veröffentlicht. Darunter auch der folgende Beitrag von Axel Bernd Kunze:
Die Entwicklung ist anders verlaufen, als vom Zweiten Vatikanum angezielt. Die zögerliche Rezeption dessen, was die Liturgiekonstitution wollte, zeigt, dass es möglicherweise keinen rechten Bedarf für eine solche Feierform gibt.
Die gegenwärtigen Wort-Gottes-Feiern haben sich vor allem als Ersatzform an priesterlosen Sonntagen etabliert. Und diesen Ruf werden sie auch nicht mehr verlieren. Ihren Wert haben Sie darin, dass die Gemeinde am Sonntag zusammenkommt und weiterhin Sonntagsgottesdienste vor Ort gefeiert werden. Das sollte nicht unterschätzt bleiben. Dennoch bleibt ein ungutes Gefühl.
Wort-Gottes-Feiern wirken künstlich, ohne rechte Anbindung an die gewachsene Tradition katholischer Liturgie. Mit zwei Folgen: Zum einen bleiben die Modelle der Bischofskonferenz bemüht, weil sie nicht organisch gewachsen sind und Parallelen zu einer Messfeier krampfhaft vermeiden wollen. Zum anderen weiß ich als Mitfeiernder oftmals nicht, worauf ich mich einlasse. Ich werde überfallen von mehr oder weniger schlüssigen, nicht selten beliebigen Einfällen des Leiters oder der Vorbereitungsgruppe.
Der Tradition katholischer Liturgie entspricht die Feier der Tagzeiten, etwa als Vigil am Vorabend oder als Laudes am Sonntagmorgen. Und das ohne Verwechselungsgefahr mit einer Eucharistiefeier. Hier haben wir eine gewachsene, eingeführte, theologisch stimmige Form, in der die Psalmen und die Schriftlesung ihren guten Ort haben. Ihre Feier kann von Diakonen wie Laien gehalten werden. Warum das Rad neu erfinden?
(erschienen in: Kirchenzeitungen der Verlagsgruppe Bistumspresse, Nr. 20/2023)