Das „Christliche Forum“ übernimmt Kommentar zur Artikelserie der Onlineausgabe der Münsteraner Bistumszeitung „Kirche und Leben“:
Veröffentlichungen
Abschied: Cheflektor des LIT-Verlags geht in den Ruhestand
Nach zweiunddreißig Jahren geht der langjährige Cheflektor des Münsteraner LIT-Verlags, Michael J. Rainer, in den Ruhestand. Seine Kerngebiete waren die Fächer Theologie, Religionswissenschaft und Philosophie. Und so ergaben sich zahlreiche Schnittstellen: Herr Rainer betreute unter anderem meine Dissertation „Parteien zwischen Affären und Verantwortung“ (2005), meine Bände „Bildung als Freiheitsrecht“ (2012) sowie „Bildung und Religion“ (2022) oder den Tagungsband des Forums Sozialethik „Wissensgesellschaft. Herausforderungen für die christliche Sozialethik“ (2003). Wir sagen für die Zusammenarbeit herzlichen Dank und wünschen für den neuen Lebensabschnitt alles Gute sowie Gottes Segen.
Leserbrief: Die Freiheit schrumpft
Der nachfolgende Leserbrief wurde unter der Überschrift „Die Freiheit schrumpft“ am 25. August 2023 von der WELT abgedruckt; er bezieht sich auf die Meldung „Union fordert Helmpflicht für Fahrradfahrer“ in der WELT vom 18. August 2023.
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Die Unfälle mit Fahrrädern steigen – kein Wunder: Werden diese durch Elektroantrieb schneller, schwerer und weniger beherrschbar. Und schon öffnet sich für die Unionsparteien ein neues Feld staatlicher Regulierung: Eine Helmpflicht für Radfahrer werde über kurz oder lang kommen, heißt es aus den Reihen der Unionsfraktion. Gleich so, als seien Wahlen und politische Entscheidungen gar nicht mehr notwendig. Denn merke: Immer weniger wird den Bürgern zugetraut, Gefahren individuell und selbst einzuschätzen. Nein, der Staat muss ran. Bis von der Freiheit immer weniger übrig ist.
Dr. Axel Bernd Kunze, Waiblingen
Zwischenruf: Aufmerksamkeitsregulation wird immer wichtiger
Digitale Medien beinhalten ein Potential der Fremd- und Selbstschädigung, schreibt Wolfgang Huber, ehemaliger Ratsvorsitzender der EKD und Sozialethiker, in seiner neuen „Ethik der Digitalisierung“ – und plädiert für smartphonefreie Bildungsräume. Schafft die Handys aus den Klassenzimmern, fordert dieser Tage die NZZ. Nehmt Kindern die Handys weg, schreibt Hannah Bethke am 17. August in der WELT. Immer mehr zeigt sich, wie abhängig wir vom Smartphone geworden sind, auch wenn die wenigsten sich das eingestehen mögen. Die digitalen Endgeräte verändern längst Schule und Lernverhalten, wirken sich auf Motorik, Sozialverhalten und Konzentrationsfähigkeit aus. Mit gewaltigen Folgen für das Lese-, Diskussions- und Kommunikationsverhalten. Es ist dringend an der Zeit, offen darüber zu diskutieren und – wie Bethke es fordert – strengere Regeln an den Schulen einzuführen. Je mehr eine differenzierte Lese-, Buch- und Textkultur verschwindet, desto mehr verfällt der öffentliche Diskurs. Am Ende steht, so die WELT-Journalistin, eine neue selbstverschuldete Kultur der Unmündigkeit. Es geht nicht um einseitige Technikkritik, wohl aber um einen Primat der Erziehung und Bildung vor der Technik, die immer nur dienende Funktion haben kann. Denn anspruchsvolles Selberdenken kann uns keine Technik abnehmen. Das muss gelernt werden, und hierfür braucht es Orte und Zeiten der Muße, der Konzentration, der Anstregung und der geduldigen Einübung. Das Smartphone, die beständige, flüchtige Dauerkommunikation binden Kräfte, die hierfür fehlen. Aufmerksamkeitsregulation wird die entscheidende, knappe Kompetenz des einundzwanzigsten Jahrhunderts sein, die es zu fördern gilt – bevor es zu spät ist.
ZUM WEITERLESEN ZUM THEMA:
Axel Bernd Kunze: Gestörte Kommunikation. Eine bildungsethische Spurensuche in flüchtigen Zeiten, in: Harald W. Kuypers (Hg.): Pädagogisch Handeln. Festschrift für Prof. Dr. Volker Ladenthin (Pädagogik in Europa in Geschichte und Zukunft; 22), Bonn 2023, S. 119 – 129.
Onlinefassung hier.
Veröffentlichung: Über Freiheit und Zivilcourage
Der Arbeitskreis der Studentenhistoriker dokumentiert auf seinen Internetseiten die zehnte Bamberger Zivilcouragerede, die anlässlich des neunzigsten Todestages des Bamberger Widerstandskämpfers Willy Aron am 30. Juni 2023 im Bistumshaus St. Otto gehalten wurde. Veranstalter war die Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V. in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung für die Stadt Bamberg. Festredner war der Bildungsethiker Axel Bernd Kunze, Gründungsmitglied der Willy-Aron-Gesellschaft:
Auf fremden Seiten: Kritik an Ständiger Impfkommission jetzt mit weiteren Anlagen
Der Brief, mit dem Tübinger Mediziner Kritik gegenüber der Ständigen Impfkomission formulieren, ist jetzt auch mit differenzierten Anlagen online.
Auf fremden Seiten: Medizinergruppe widerspricht Ständiger Impfkommission
„Anfang Juni hatte ich auf meiner Seite den Brandbrief einer Tübinger Ärztegruppe und Post-Vac-Selbsthilfegruppe an die Ständige Impfkommission (STIKO) veröffentlicht. Die Mediziner hatten darin die STIKO aufgefordert, die Impfempfehlung für die Covid-19-Impfstoffe auszusetzen, bis ihre Fragen vollständig geklärt sind. Zwischenzeitlich haben die Ärzte eine Antwort von STIKO-Chef Thomas Mertens erhalten. ‚Die Antworten von Herrn Mertens entsprechen in der Argumentation nicht dem wissenschaftlichen Forschungsstand und weisen logische, sachliche und methodische Fehler auf‘, beklagten die Mediziner nun: ‚Dies belegen wir in einem Antwortbrief mit Unterstützung der Professoren Cullen, Kuhbandner und Ullrich mit wissenschaftlich fundierten Ausführungen.‘ Weiter schreiben die Ärzte: ‚Wir sind überzeugt, dass unsere Ausführungen und insbesondere auch die Antworten von Herrn Mertens von größtem öffentlichen Interesse sind, deshalb bitten wir Sie, diese auf Ihrem Portal zu veröffentlichen.'“ (aus: http://www.reitschuster.de, 8. August 2023)
Der Brief der Medizinergruppe findet sich hier.
Es ist wichtig, die Debatte über das, was coronapolitisch geschehen ist, fortzuführen – auch gegen die bekannten Versuche, jetzt alles vom Tisch zu wischen, mit der lapidaren Bemerkung, es hätten eben alle Fehler gemacht. Aufklärung tut weiter not, zumal die gesundheits- und infektionsschutzpolitischen „Spielregeln“ eher verschärft als verbessert werden.
Weitere Informationen zum Thema: https://7argumente.de/
Veröffentlichung zur Medienpädagogik und Didaktik: Gestörte Kommunikation
Axel Bernd Kunze: Gestörte Kommunkation. Eine bildungsethische Spurensuche in flüchtigen Zeiten, in: Harald Kuypers (Hg.): Pädagogisch Handeln. Festschrift für Prof. Dr. Volker Ladenthin [zum 70. Geburtstag] (Pädagogik in Europa in Geschichte und Zukunft; 22), Bonn: Verlag für Kultur und Wissenschaft Dr. Thomas Schirrmacher 2023, S. 119 – 129.
… jetzt einsehbar im Wissenschaftsportal Academia.edu.
Neuerscheinung: Dankbarkeit und Umkehr
Der 1. Oktober ist in diesem Jahr ein Sonntag, in der katholischen Liturgie der Sechsundzwanzigste Sonntag im Jahreskreis, zugleich Erntedankfest, der letzte Sonntag in der Ökumenischen Schöpfungszeit, die am 4. Oktober endet, und Auftakt des Rosenkranzmonats. Ein Gottesdienstmodell in der Zeitschrift „WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen“ greift diese Gedanken auf:
Axel Bernd Kunze: Dankbarkeit und Umkehr, in: WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen 20 (2023), Heft 5, S. 877 – 891.
„Die Lesungen dieser Sonntage erzählen immer wieder von Gleichnissen aus dem Weinberg, von der Ernte, die eingebracht wird und der Arbeit, die damit verbunden ist. Auch wenn heute Technik unsere Arbeit erleichtert, haben wir nicht alles in der Hand. Letztlich ist es allein die Hand des Schöpfers, aus der wir leben. Gott schenkt das Wachsen und Gedeihen. Als Christen glauben wir an einen Gott, der in seiner Schöpfung wirkt. Wir glauben an einen Gott, der zu einem jeden von uns eine persönliche Beziehung hat, der unser Leben erhält und der uns nahe ist. Ja, mehr noch: der in seinem Sohn in diese Welt gekommen ist und unser Leben voll und ganz erfahren hat.“ (S. 878)

Guido Reni: Hl. Dominikus empfängt den Rosenkranz (um 1596 bis 1598)
„Maria ist die Erstlingsgabe der neuen Schöpfung und die erste Frucht der Erlösung. Im Oktober ehren wir sie in besonderer Weise. Wir schmücken ihr Bild mit Rosen und singen der Rosenkranzskönigin zu Ehren.“ (S. 891).
Vorabdruck: Freundschaft und Lebensbund
Der Arbeitskreis der Studentenhistoriker veröffentlicht auf seinen Internetseiten einen Vorabdruck zu „Freundschaft und Lebensbund“ aus der kommenden Tagungsdokumentation der Vorträge der 82. Studentenhistorikertagung in Würzburg 2022: