Rezension: Eine akademische Auferstehung

Carlos A. Gebauer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Medizinrecht, rezensiert in Nr. 245 des Magazins „eigentümlich frei“ den Band:

Klaus Buchenau, Matthias Fechner (Hgg.): Die verlorene Wissenschaft. Versuch einer Katharsis nach Corona, Stuttgart 2024.

Carlos A. Gebauer (Rez.): Eine akademische Auferstehung. Wenn 15 Gelehrte eine Katharsis nach dem Corona-Fiasko versuchen, in: eigentümlich frei (2024), Nr. 245, S. 7 f.:

„Auf knapp 500 Seiten findet jeder Neugierige ein leuchtes Feuerwerk aus interdisziplinären Anregungen, in die ebenso sorgsam wie kritisch erhellten – und dadurch lehrreich erhellenden – Schatzkammern der wissenschaftlichen Disziplinen, in ihre lange Gesichte und in ihre faszinierenden Methoden einzuziehen.“

In dem Band findet sich folgender bildungs-, wissenschafts- und bibliotheksethischer Perspektive:

Axel Bernd Kunze: Erklärung oder Boykottaufruf? Zur Rolle von Fachgesellschaft am Beispiel des Streits um die Neue Ordnung, in: Klaus Buchenau/Matthias Fechner (Hgg.): Die Verlorene Wissenschaft. Versuch einer Katharsis nach Corona, Stuttgart 2024, S. 289 – 307.

Leserbrief: „Eine Widerspruchslösung verletzt die körperliche Selbstbestimmung“

Leserbrief von Axel Bernd Kunze in der heutigen WELT am Sonntag vom 14. Juli 2024 (Nr. 28/2024, S. 10):

Damit war zu rechnen: Karl Lauterbach forderte schon im März eine Widerspruchslösung, jetzt soll dazu eine Bundesratsinitiative kommen (WELT am Sonntag, 7. Juli 2024, S. 5). Die Initiatoren sind nicht bereit, das Nein des Bundestages gegen eine Widerspruchslöung zu akzeptieren. Eine solche sei „zwingend erforderlich“. Freiheitsrechte werden ausgehebelt durch einen Staat, der unter Berufung auf soziale Ansprüche vorbehaltlos in den innersten Kernbereich der Persönlichkeit eingreifen darf. Der Staat will eine selbstbestimmte Entscheidung erzwingen, indem er massiv in Grundrechte eingreift. Grundrechtsträger aber ist der Souverän, nicht der Untertan. Anreize für Spendebereitschaft ja, aber unter Beachtung des freien Willens mündiger Bürger. Nicht Jubiläumsreden entscheiden über den Stellenwert des Grundgesetzes, sondern der Umgang mit gravierenden Grundrechtskonflikten im politischen Alltag. Eine Widerspruchslösung verletzt die körperliche Selbstbestimmung und demontiert das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

Neuerscheinungen: Zehnte Bamberger Zivilcouragerede

Anlässlich des neunzigsten Todestages Willy Arons, der im Mai 1933 im KZ Dachau umgebracht worden war, hielt Axel Bernd Kunze im vergangenen Sommer auf Einladung der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V. die zehnte Jubiläumszivilcouragerede unter dem Titel: Freiheit und Zivilcourage. Die Rede ist jetzt veröffentlicht worden in der Reihe Arbeitspapiere der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V., Ausgabe 3/2023, S. 9 – 24.

Das Arbeitspapier 3/2023 dokumentiert darüber hinaus weitere Veranstaltungen aus Anlass des neunzigsten Todestages des Widerstandskämpfers Aron und des zwanzigsten Jubiläums der nach ihm benannten Gesellschaft.

Ferner ist zeitgleich Ausgabe 1/2024 erschienen: Zur Erinnerung an Ernst Strassmann 1897 – 1958.

Weitere Informationen zur Arbeit der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V. unter www.willy-aron-de.

Leserbrief: „erstaunlich fertige Antworten“

Die WELT hat heute in ihrer Ausgabe vom 8. Juli 2024 folgenden Leserbrief veröffentlicht (zu: „Die Kirche wird ein Mosaik sein, das bunt schillert“, Die WELT v. 1. Juli 2024):

Kirchliche Ethik, so Daniel Bogner, könne heute nicht mehr „verbindliche Antworten“ und „fertige Lösungen“ vorgeben. Dort hingegen, wo Kirche heute mehr zivilgesellschaftliche Agentur als Glaubensgemeinschaft sein will, verkündet sie in vorletzten politischen Fragen erstaunlich fertige Antworten. Wer politisch anders denkt, wird erst gar nicht zum Katholikentag eingeladen. (Axel Bernd Kunze)

Neuerscheinung: Identität als pädagogische Herausforderung

… so der Titel der aktuellen Ausgabe 2-3/2024 der fachdidaktischen Zeitschrift PÄDAGOGIKUnterricht. Die Zeitschrift wird herausgegeben vom Verband der Pädagogiklehrer und Pädagogiklehrerinnen e. V. (VdP). Dem Wissenschaftlichen Beirat gehören an: Prof. Dr. U. Bauer (Univ. Bielefeld), Prof. Dr. K. Beyer (Univ. Köln), Prof. Dr. K. G. Gather (Univ. Köln) und PD Dr. A. B. Kunze (Univ. Bonn).

Leserbrief: Staatlicher Schutz vor Gendersprache ist nicht übergriffig

Leserbrief in der aktuellen Ausgabe von Forschung & Lehre, der Zeitschrift des Deutschen Hochschulverbandes (31. Jg., H. 7/2024, S. 518):

Yvonne Dorf kritisiert in ihrem Kommentar staatliche Vorgaben, die sog. Gendersprache ausschließen, als übergriffig. Und sie empfiehlt den Gegnern des sprachlichen Genderns mehr Gelassenheit. Nein, ein Zwang hierzu bestehe nicht. Das ist reichlich naiv, die Realität sieht gerade in den Geistes- und Sozialwissenschaften mittlerweile faktisch anders aus. Wissenschaftler, die sich weigern, ihre Aufsätze zu gendern, finden immer weniger Publikationsmöglichkeiten. Zu Recht sieht das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit, dem ich selbst angehöre, darin eine Form von „Cancel Culture“. Anlässlich der Rechtschreibreform der 1990er Jahre hatte das Bundesverfassungsgericht von einer „grundrechtlich verbürgten Kommunikationsmöglichkeit“ gesprochen, die „im gesamten Sprachraum ein hohes Maß an Einheitlichkeit“ voraussetze. Unsere Sprache ist ein zentrales Identitätsmerkmal der Kulturnation. Das Gendern politisiert und emotionalisiert den Sprachgebrauch, beeinträchtigt die Verständlichkeit, führt zu fehlerhaften oder unklaren Konstruktionen und zerstört sprachliche Differenzierungsfähigkeit. Der öffentliche Raum, zu dem auch Universitäten gehören, darf nicht einseitig durch radikalkonstruktivistische Theorien besetzt werden. Hier besitzt der Kulturstaat einen Schutzauftrag, auch gegenüber dem Einzelnen, der sich regelwidrige Gendersprache nicht aufzwingen lassen will. Wenn sich Universitäten, wie in Frankfurt geschehen, über diesen stellen, sollten sie sich konsequenterweise privat und nicht über Steuermittel finanzieren. Axel Bernd Kunze, PD Dr. (Univ. Bonn)

Interview: Aus dem „Lehrerzimmer“

Der Religionsunterricht war Gesprächsthema im „Lehrerzimmer“ des KONTRAFUNKS am 20. Juni 2024:

https://kontrafunk.radio/de/sendung-nachhoeren/lebenswelten/lehrerzimmer/lehrerzimmer-kinder-im-corona-lockdown-bildungsnachrichten-religionsunterricht#id-article

Im Gespräch mit Camilla Hildebrandt berichtet die Erzieherin Manuela Struffmann, welche Entwicklungsdefizite Kinder während der Corona-Lockdowns erlitten haben und welche psychischen Folgen diese heute mittragen. Christina Rüdiger hat die wichtigsten Nachrichten aus der Welt der Bildung und Schule zusammengestellt. Und im Interview mit Klaus Rüdiger erklärt der Sozial- und Bildungsethiker Dr. Axel Kunze die pädagogischen Anforderungen an den Religionsunterricht, der sich vermehrt bildungspolitisch legitimieren muss.