Neue Fortbildung für Kinderpfleger und Kinderpflegerinnen

Sie kommen aus Baden-Württemberg und sind staatlich anerkannte Kinderpflegerin oder staatlich anerkannter Kinderpfleger mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung? Dann gibt es ein neues Fortbildungsangebot, das für Sie interessant sein könnte: Die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt beginnt Ende Februar 2017 eine neue Fortbildung (im Umfang von 60 Stunden), mit der Sie sich für die Übernahme einer Gruppenleitung qualifizieren können.  Möglich wird dies durch eine Anpassung im Kindertagesbetreuungsgesetz, mit der das Kultusministerium auf den bestehenden Fachkräftemangel in Kindertageseinrichtungen reagiert hat. Die Fortbildung entspricht den gesetzlichen Grundlagen nach Paragraph 7 Absatz 6 Nr. 4.2.C Kindertagesbetreuungsgesetz.

Die Fortbildung umfasst zehn Kurstage (vorwiegend samstags) und läuft vom 25. Februar 2017 bis 25. November 2017. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie ein qualifiziertes Zertifikat. Die Kosten für die Fortbildung betragen (einschließlich Verpflegung) 975 Euro.

Die Fortbildung vermittelt u. a. Kompetenzen zur Übernahme einer eigenverantwortlichen Gruppenleitung, zum Umgang mit rechtlichen Grundlagen, zur Anregung und Begleitung kindlicher Bildungsprozesse, zur Beobachtung und Dokumentation von Lern- und Entwicklungsprozessen, zur Kooperation mit Eltern und Trägern, für die Team- und Qualitätsentwicklung oder zur Zusammenarbeit mit weiteren Institutionen.  Die zehn Module werden von Dozentinnen und Dozenten der Fachschule oder Referentinnen und Referenten aus der sozialpädagogischen Praxis geleitet.

Weitere Informationen finden Sie hier. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an: fsp@grossheppacher-schwesternschaft.de.

Nachqualifizierungsfortbildung abgeschlossen

Der Fachkräftemangel im Bereich frühkindlicher Bildung und Erziehung ist weiterhin groß. Das überarbeitete Kindertagesbetreuungsgesetz in Baden-Württemberg ermöglicht es daher bestimmten Berufsgruppen, beispiels­weise Ergo- und Physiotherapeuten oder Kinderkrankenschwestern und Hebammen, sich für eine Tätigkeit als Pädagogische Fachkraft in einer Kindertageseinrichtung nachqualifizieren zu lassen. Dreißig Teilnehmerinnen haben im vergangenen Jahr diese Möglichkeit an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt genutzt. Von Dezember 2015 bis November 2016 beschäftigten sie sich zum Beispiel mit den Bildungs- und Entwicklungsfeldern des Orientierungsplans, mit Interkultureller Pädagogik, Globalem Lernen und Erlebnispädagogik, mit Eingewöhnungskonzepten und Bindungstheorie oder mit Hygiene­vorschriften, die es im Kindergarten zu beachten gilt. Pädagogisch geleitet wurde die Fortbildung von Gesamtschulleiter PD Dr. Kunze. Die Referentinnen und Referenten waren Mitglieder des Kollegiums der Fachschule oder erfahrene Experten aus der sozialpädagogischen Praxis. Inzwischen hat ein neuer Fortbildungskurs zur Nachqualifizierung Pädagogischer Fachkräfte in Kindertages­einrichtungen begonnen.

Beutelsbach: Wanderweg mit langer Geschichte

Das Landgut Burg, Geburtsort des bis heute für die politische Bildungsarbeit maßgeblichen „Beutelsbacher Konsenses“, und der Ortskern von Beutelsbach im Remstal sind seit einiger Zeit durch einen Wanderweg  verbunden, der schöne Ausblicke ins Remstal bereit hält. Dabei handelt es sich um eine alte Verbindung: Bereits 1830 wurde der Weinbergsweg urkundlich erwähnt. Auf Initiative des Bündnisses für Streuobstwiesen Weinstadt ist der alte, längt zugewachsene Stäffelesweg wieder freigelegt worden. An der Freilegung des historischen Wirtschaftsweges beteiligten sich seinerzeit auch Klassen aus dem ersten Ausbildungsjahr der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt. Gemeinsam mit ihren Klassenleitungen brachten die angehenden Erzieherinnen und Erzieher in der damaligen Einführungswoche unter dem Motto „Wir bringen uns ins Spiel!“ viel Schweiß, Kraft und Ausdauer für diese Aufgabe ein. Das Projekt führte die Schülerinnen und Schüler zu Beginn ihrer Ausbildung zu einer Klassengemeinschaft zusammen. Zugleich konnten die beiden beteiligten Klassen eigene Entdeckungen in einer lange gewachsenen Kulturlandschaft sammeln. Künftig soll der Profilbereich Natur- und Umweltpädagogik weiter ausgebaut werden, beispielsweise durch den Aufbau eines „Grünen Klassenzimmers“.

Gesegnete Weihnachten und alles Gute zum neuen Jahr

Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander:

Laßt uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen,

die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.

 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.

 Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.

 Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten.

 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.

 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles,

was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt worden war.

 Und als acht Tage um waren und man das Kind beschneiden mußte,

gab man ihm den Namen Jesus,

wie er genannt war von dem Engel, ehe er im Mutterleib empfangen war.

(Lk 2, 15 – 21)

Allen Lesern und Leserinnen meines Wissenschaftsweblogs zur Bildungsethik wünsche ich von Herzen gesegnete Weihnachten, erholsame Feiertage sowie alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen für das neue Jahr.

Ich verbinde diesen Gruß mit einem herzlichen Dank für Ihr Interesse an meinen Beiträgen zu einer Sozialethik der Bildung und freue mich auch im neuen Jahr auf den bildungsethischen Austausch mit Ihnen. Wenn die folgenden Gedanken aus dem vergangenen Schuljahr unserer Fachschule einige Akzente für die kommende Weihnachtszeit setzen könnten, würde ich mich freuen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Axel Bernd Kunze

 

Predigt in der Christfeier der Großheppacher Schwesternschaft am 18. Dezember 2015:

„Unterm Strich zähl ich.“ – So warb eine große Bank sechs Jahre lang um Kunden. Und traf damit den Nerv der Zeit. Die Bank verspricht, die Bedürfnisse des Einzelnen zu befriedigen – schnell, leicht und zu guten Konditionen. Wer wünschte sich das nicht. Schnelle Bedürfnisbefriedigung steht hoch im Kurs. Wir sprechen gern von Dienstleistungsgesellschaft und erwarten, dass unsere Gefühle und Wünsche unmittelbar erfüllt werden – schließlich zahlen wir dafür. Warum warten. Schließlich habe ich ein Recht, und das darf ich einfordern. Schließlich bin ich „einzigartICH“, wie dieselbe Bank in ihrer Werbekampagne behauptet.

Gewiss, die Diagnose mag überzeichnet sein. Aber Sie haben es in der Praxis vielleicht auch schon erlebt, wie schwer es manchen Kindern fallen kann zu warten. Schnelle Befriedigung bringt vielleicht kurzfristig Gewinn, führt aber nicht unbedingt langfristig zum Ziel. Leistung, Erfolg und Können fallen nicht vom Himmel – das wissen Sie als angehende Erzieherinnen und Erzieher. Hierfür braucht es Durchhaltevermögen, beharrliches Einüben und Zeit zum Reifen.

Dies alles gilt auch für den Glauben. Dieser ist etwas anderes als die schnelle Befriedigung spiritueller Bedürfnisse, damit das Ich sich wohlfühlen kann. Glaube ist nicht die schnelle Antwort auf alle Fragen. Der Glaube ist nichts Fertiges, er fällt nicht vom Himmel. Auch Glaube bedarf der Einübung, Reifung und Vertiefung. Wie leicht passiert es, dass der Glaube aus Kindertagen einfach abgelegt wird – weil er nicht „mitgewachsen“ ist, weil er nicht vertieft wurde, weil er dann mit zunehmendem Alter banal wirkt und nicht mehr trägt.

Im Evangelium begegnen uns an der Krippe Menschen, die uns zeigen können, was Glauben ausmacht. Es sind Menschen, die sich vom Weihnachtsgeschehen haben treffen lassen, die im wahrsten Sinne des Wortes betroffen sind.

Da sind zum einen die Hirten, die zur Krippe eilen, nachdem ihnen Großes angekündigt worden war. Was treibt sie an? Entscheidend für Lukas ist, dass sie sich von Gott in Eile versetzen lassen – so wie schon Maria ein Kapitel zuvor zu ihrer Verwandten Elisabet geeilt ist. Es sind nicht ihre eigenen Bedürfnisse, die sie antreiben, sondern die größere Sehnsucht auf das, was von Gott her verheißen ist. Was versetzt uns in Eile? Versetzt Gott uns noch in Eile? Oder sind es nicht eher ganz andere Dinge, die uns alles stehen und liegen lassen?

Dabei ist das „Zeichen“, auf das die Hirten achten sollen, durchaus unscheinbar. Versprochen ist ihnen nicht ein machtvolles Zeichen, durch das  Gottes Herrlichkeit mit Pauken und Trompeten sichtbar wird. Es geht eher um ein Erkennungszeichen: ein kleines Kind in Windeln. Sie kennen das, wenn sie in der Krippe arbeiten. Nichts Spektakuläres also, kein Zeichen, das einzigartig wäre oder das menschliche Sensationsbedürfnisse stillen könnte. Doch die Hirten lassen sich darauf ein. Sie trauen dem, was sie gesehen haben – und zwar von innen her gesehen haben. Sie spüren die tiefere innere Freude, die von diesem Kind ausgeht. In dieser Freude kehren sie zurück und teilen anderen davon mit.

Da ist zum anderen Maria, die weiß, dass hier Geschehnisse Gottes am Werk sind. Diese sind nicht auf einmal fassbar. Sie rufen zunächst Entsetzen, Betroffenheit und Nachdenklichkeit hervor – so hat es Lukas ebenso bei der vorangegangenen Geburt Johannes des Täufers berichtet. Auch Maria vermag nicht, im ersten Moment alles zu begreifen. So verschweigt das Neue Testament nicht, wie die Verwandten einmal kommen, um Jesus zu holen – die Begründung ist drastisch: weil sie Jesus für verrückt halten.

Lukas zeigt, wie auch Maria Zeit braucht, den Weg ihres Sohnes zu verstehen. Sie hört die Worte der Hirten und sinnt darüber nach. Glaube heißt nicht, sich vom Gefühl des Augenblicks, von einem unmittelbaren Bedürfnis emotional überwältigen zu lassen. Glaube gründet in etwas, wovon wir zutiefst überzeugt sind – mit Herz und Verstand. Nur so kann sich ein vertieftes Verständnis des Glaubens entwickeln, das sich dann auch im Tun verwirklicht.

Lukas macht im weiteren Verlauf seines Evangeliums deutlich, dass dieser Weg die wahre Zugehörigkeit zur Familie Jesu eröffnet: auf sein Wort zu hören, darüber nachzudenken und daraus zu handeln. Maria geht diesen Weg. Gerade deshalb kann sie uns ein Vorbild des Glaubens sein. Schließlich wird sie nach Ostern zu einer der zentralen Gestalten der jungen christlichen Gemeinde.

Glaube bedarf der Übung, er muss reifen – im beständigen Nachsinnen über Gottes Geschehnisse. Nur so können wir das Wesentliche des Glaubens aus unserem Inneren heraus immer tiefer erfassen. Das können wir von Maria lernen. Die Weihnachtszeit, die vor uns liegt, ist eine neuerliche Einladung, über das nachzudenken, was für uns wichtig und bedeutsam ist, eine Zeit, in der unser Glaube weiter wachsen und reifen kann.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gesegnete Weihnachtstage, erholsame Feiertage mit viel Muße sowie einen guten Jahreswechsel.

(PD Dr. Axel Bernd Kunze, Gesamtschulleitung der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt)

Randnotiz: „Mittelmaß genügt nicht“

„Mittelmaß genügt nicht“ – so Heike Schmoll in der F.A.Z. vom 16.12.2016 im Blick auf die aktuelle Studie des Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen. Darin ist ihr zuzustimmen, wenn Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit erhalten will. Zuzustimmen ist auch ihrer Kritik an so manch fragwürdiger Methodik innerhalb der Grundschulpädagogik. Das Schreiben nach Gehör muss abgestellt werden, Rechtschreibung und Grammatik müssen wieder stärker eingeübt werden – nicht allein in der Primarstufe. Allerdings plädiert Heike Schmoll gleichzeitig für starke Einschnitte in die pädagogische Freiheit des Lehrers. Der Ursprung fragwürdiger Methoden liegt aber in den Hochschulen, Lehrerseminaren und Kultusverwaltungen. Widerstand dagegen kam, wenn überhaupt, von den Lehrkräften aus der Praxis. Wer den Kultusministerien mehr Macht gibt, vergrößert nur noch die Gefahr, dass sich Fehlentwicklungen flächendeckend durchsetzen. Was wir brauchen, ist gerade mehr Vertrauen in die pädagogischen Fähigkeiten der Lehrer vor Ort und eine Entlastung der Schule von gesellschaftsreformerischen Ideen. Wer Leistungsorientierung oder Begabtenförderung beständig als bildungsungerecht denunziert, muss sich nicht wundern, wenn am Ende Mittelmaß herauskommt.

Neuerscheinung: Nobelpreis und Leistung – Beitrag jetzt online zugänglich

Mit dem morgigen Luziafest, das in Schweden eine besondere Rolle spielt, geht traditionell die Nobelpreiswoche zu Ende. Vor 115 Jahren wurde der Nobelpreis erstmals verliehen. Der nach seinem Stifter, Alfred Nobel, benannte Preis würdigt hervorragende Leistungen auf den Gebieten der Naturwissenschaften, der Medizin, der Literatur und der Förderung des Friedens. Die Zeitschrift „Katholische Bildung“ nahm dieses Jubiläum zum Anlass,  der pädagogischen Bedeutung des Leistungsbegriffs nachzuspüren. Der Beitrag ist mittlerweile auch in der Onlineausgabe leicht zugänglich:

http://www.vkdl.de/pdf/katholische-bildung/2016-12-10+Katholische-Bildung_12-2016.pdf

Axel Bernd Kunze: Vor 115 Jahren wurde der Nobelpreis erstmals verliehen: Ein Anlass, nach der Rolle von Leistung in Schule und Pädagogik zu fragen, in: Katholische Bildung 117 (2016), H. 12, S. 485 – 495.

Neuerscheinung: Festschrift 160 Jahre Großheppacher Schwesternschaft

Die aktuelle Ausgabe der Reihe GRUSS DER GROSSHEPPACHER SCHWESTERNSCHAFT 2016/2017 (= Kind und Schwester, 58. Jahrgang, Nr. 125, November 2016) steht unter dem Titel:

160 Jahre in Gemeinschaft. leben – lernen – arbeiten – beheimaten

Die Festschrift begleitet den Wandlungsprozess der Stiftung von einer Schwesternschaft zur diakonischen Auftragsgemeinschaft. Weitere Informationen zur Stiftung Großheppacher Schwesternschaft finden Sie hier.

Autoren der Festschrift sind Norbert Friedrich (Fliedner-Kultur-Stiftung, Kaiserswerth), Pfr. Dr. Reinhold lanz (Verbandsdirektor des Kaiserswerther Verbandes a. D.), Magdalene Simpfendörfer-Autenrieth (Stiftung Großheppacher Schwesternschaft), Diakonisse Rose Pfund (Stiftung Großheppacher Schwesternschaft, Weinstadt), Carmen Treffinger (Evangelische Diakonissenanstalt Stuttgart), Professor Dr. Volker Ladenthin (Bonner Zentrum für Lehrerbildung), Privatdozent Dr. Axel Bernd Kunze (Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt), Ruth Herb (Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt), Dunja Hummel (Kinderhaus am Sonnenhang, Weinstadt), Professor Dr. Arnold Pracht (Hochschule Eßlingen), Pfr. Frieder Grau (Stiftungsrat der Großheppacher Schwesternschaft), Renate Fischer-Espey (Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt), Stephanie Geymann (Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt), Wolfgang Mack (Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt), Jonas Naumann (Mathilde-Planck-Schule, Ludwigsburg) und Peter Schmaderer (Stiftung Großheppacher Schwesternschaft, Weinstadt).

Axel Bernd Kunze, Gesamtschulleiter der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt, beschäftigt sich im Beitrag Eine Vorschule des Glaubens mit der Bedeutung gemeinschaftlicher Rituale im Schulalltag (S. 32 – 37): Erfahrungsmöglichkeiten schaffen – Freiräume eröffnen – Nach Bedeutung fragen – Begegnung mit gelebter Religion ermöglichen.

Neuerscheinung: Pädagogische Gedanken zum Leistungsbegriff – aus Anlass des Nobelpreisjubiläums

Seit 1901 wird am 10. Dezember, dem Todestag seines Stifters, alljährlich der Nobelpreis verliehen, der mithin in diesem Monat 115 Jahre alt wird. Die Zeitschrift „Katholische Bildung“ hat dies zum Anlass genommen, nach der Bedeutung des Leistungsgedankens für Schule und Pädagogik zu fragen:

Axel Bernd Kunze: Vor 115 Jahren wurde der Nobelpreis erstmals verliehen: Ein Anlass, nach der Rolle von Leistung in Schule und Pädagogik zu fragen, in: Katholische Bildung 117 (2016), Heft 12, S. 485 – 495.

Tagungsbericht: Bildung hat Wert, nicht Zweck

Was macht das besondere Profil evangelischer Bildung und evangelischer Schulen aus? Engagiert diskutierten die Vertreter evangelischer Fachschulen Mitte November in Berlin auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Bundesverbands evangelischer Ausbildungsstätten (BeA) über diese Frage. „Frühkindliche Bildung ist nicht zukunftsfixiert, sondern sie ist zukunftsoffen. Frühkindliche Bildung aus evangelischer Perspektive hat nicht Funktion, sondern sie hat Bedeutung. Frühkindliche Bildung aus evangelischer Perspektive hat nicht Zweck, sondern sie hat Wert“, fasste der Vorsitzende, Norbert Göttker, am Ende der beiden Sitzungstage das Selbstverständnis des Verbandes zusammen. Der BeA, ein Fachverband innerhalb der Diakonie Deutschland, ist die Interessenvertretung der evangelischen Fachschulen für Sozialpädagogik auf Bundesebene. Weitere Informationen finden sich unter: www.beaonline.de.

Tag der Freien Schulen Baden-Württemberg am 25. November 2016

Den heutigen 25. November 2016 hat die Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen in Baden-Württemberg erneut zum „Tag der Freien Schulen“ ausgerufen. Die Trägerverbünde der Freien Schulen möchten mit diesem Tag auf die Vielfalt und Innovationskraft, die von der Arbeit der Freien Schulen ausgeht, aufmerksam machen. Die Freien Schulen sind wichtiger und etablierter Bestandteil der baden-württembergischen Schullandschaft und bereichern diese auf vielfache Weise durch alternative Lern- und Lehrkonzepte. Die Besuche in den Freien Schulen ermöglichen den Landespolitikern nicht nur, deren Schulalltag kennen zu lernen, sie können sich darüber hinaus auch über neue Konzepte und Ideen informieren, mit denen die Freien Schulen den Herausforderungen begegnen, die Gesellschaft und Bildungspolitik an die Schulen stellen.

Anlässlich des „Tages der Freien Schulen“ konnte Gesamtschulleiter PD Dr. Axel Bernd Kunze Herrn Claus Paal, den örtlichen Landtagsabgeordneten aus Weinstadt, an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt begrüßen. In einem Hintergrundgespräch mit der Schulleitung und der Fachschaft Gemeinschaftskunde informierte er sich über Ausbildungsmöglichkeiten, Fortbildungsangebote und Schwerpunkte der Schulentwicklung. Beide Seiten waren sich darin einig, dass die Freien Schulen in Baden-Württemberg verlässliche finanzielle und personalpolitische Rahmenbedingungen benötigen. Beeindruckt zeigte sich der Arbeits- und Wirtschaftspolitiker nicht zuletzt von der hohen Durchlässigkeit und Anschlussfähigkeit der Ausbildungsmöglichkeiten, welche die Fachschule anbietet: Die Bandbreite reicht von der Kinderpflegeausbildung für Bewerber mit Hauptschulabschluss über die Erzieherausbildung für Realschüler und Gymnasiasten bis zum Erwerb eines Bachelorabschluss im Integrierten Studienmodell, das die Schule künftig mit der Evangelischen und Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg anbieten wird. Vereinbart wurde eine Zusammenarbeit mit der neugegründeten „Forscherfabrik Schorndorf“. Dadurch kann nicht zuletzt der Profilbereich „Forschen und Experimentieren“ weiter gestärkt werden.

In der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen Baden-Württemberg (AGFS) arbeiten Verbände von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft (Privatschulen) zusammen. Die AGFS vertritt rund sechshundertvierzig allgemein und berufsbildende Ersatzschulen – einschließlich Sonderschulen – mit rund hundertzwanzigtausend Schülern. Hinzu kommen rund fünfhundert Ergänzungsschulen, die keine staatliche Entsprechung haben. Die AGFS bündelt die Interessen aller privaten Bildungseinrichtungen – sie erarbeitet Grundsätze und Ziele für das freie Bildungswesen und ist Ansprechpartnerin für Politik, Regierung und Schulaufsicht. Sie setzt sich für ein vielfältiges Schulwesen, größtmöglichen Gestaltungsspielraum und für gleiche finanzielle Rahmenbedingungen für die Privatschulen ein. Schulen in freier und staatlicher Trägerschaft bilden das öffentliche Bildungswesen.