Rezension: Vernünftiger Wille oder Wille zur Vernunft?

Axel Bernd Kunze rezensiert:

Cover Dietmar Langer: Vernünftiger Wille oder Wille zur Vernunft? ISBN 978-3-339-13454-7

Dietmar Langer: Vernünftiger Wille oder Wille zur Vernunft? Zur Frage, wie kommt man eigentlich zur Vernunft ? und ihrer Bedeutung für die Erziehung zur Mündigkeit, Hamburg: Verlag Dr. Kovac 2023. 224 Seiten. ISBN 978-3-339-13454-7. D: 84,80 EUR, A: 87,20 EUR.
Reihe: Schriften zur Pädagogischen Theorie, Band 21.

https://www.socialnet.de/rezensionen/31261.php

Neuerscheinung: Schulische Lehrkunst in digitalen Zeiten

LEHRKUNST UND VIRTUALITÄT – so heißt das neue Themenheft der Pädagogischen Rundschau, unter den Beiträgen auch ein Zugang aus bildungsethischer Perspektive:

Axel Bernd Kunze: Personal gestaltet und erfahren. Anmerkungen zur schulischen Lehrkunst aus bildungsethischer Perspektive – (nicht allein) in digitalen Zeiten,

in: Pädagogische Rundschau 77 (2023), H. 6 (November – Dezember), S. 735 – 750.

Studentengeschichte: AKSt stellt Mahnmal für Bamberger Widerstand vor

Der Arbeitskreis der Studentenhistoriker stellt auf seinen Internetseiten das Mahnmal für den Bamberger Widerstand vor. Anlass ist die Neuerscheinung einer Buchpublikation zum Thema:

Rezension: Gelungener Einstieg in die Pflegeethik

Fachkräfte werden im Pflegebereich dringend gesucht. Mittlerweile entstehen neben der vor einigen Jahren generalisierten Ausbildung immer mehr Studiengänge für Pflegewissenschaft. Wie in anderen sozialen Dienstleistungsprofessionen auch stehen Pflegekräfte immer wieder vor der Herausforderungen, über ethische Wertkonflikte zu reflektieren und ihr Handeln sittlich zu reflektieren. Ein utb-Bändchen bietet einen ersten Einstieg in die Pflegeethik, gestaltet als Lehrbuch enthält das Werk Reflexionsfragen, Übungs- und Onlineaufgaben für das Selbststudium.

Der Band kann als gelungen bezeichnet werden und vermittelt einen kompakten Einstieg in das breite Feld einer Professionsethik für die Pflegewissenschaft und den Pflegebereich. Die ethischen Fragen, die angesprochen werden, reichen vo der professionsethischen Ebene im direkten Umgang mit dem Pflegepatienten über organisationsethische Fragen, etwa im Umgang mit begrenzten Ressourcen, bis zur sozialethischen Ebene. Trotz seiner Dichte ist der Band inhaltlich gut verständlich, allein der Umgang mit religiösen Bedürfnissen im Pflegealltag kommt zu kurz. Wer einen Einstieg in die Ethik der Pflege sucht, ist mit diesem Band gut beraten.

Andrea Schiff, Hans-Ulrich Dallmann: Ethik in der Pflege. Mit Online-Aufgaben (utb; 5587), München: Ernst Reinhardt 2021, 238 Seiten.

Rezension: Tagungsband der 82. deutschen Studentenhistorikertagung

ACTA STUDENTICA, die Zeitschrift des Österreichischen Vereins für Studentengeschichte, rezensiert in ihrer neuen Ausgabe (53. Jg., Dezember 2023, Folge 227, S. 21 f.) den Tagungsband der 82. deutschen Studentenhistorikertagung, die 2022 in Würzburg stattfand. Das Fazit der Besprechung: „Ein sehr interessanter Querschnitt durch die Studentengechichte!“

Wissenschaftsfreiheit: Netzwerk Wissenschaftsfreiheit kritisiert „Frankfurter Rundschau“

Pressemitteilung des Netzwerkes Wissenschaftsfreiheit vom 11.12.2023:

Netzwerk Wissenschaftsfreiheit weist Diffamierungen der Konferenz „Antisemitismus in der islamischen Welt und Deutschland“ in der Frankfurter Rundschau zurück

Am 8.12. fand in Frankfurt am Main die Konferenz „Antisemitismus in der islamischen Welt und Deutschland“ statt. Die Konferenz wurde organsiert vom Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam, das von Prof. Susanne Schröter geleitet wird. Anlässlich der Konferenz warf ein Mitglied des Asta-Vorstands der Universität Frankfurt Prof. Schröter in der Frankfurter Rundschau vor, „rechtspopulistische […], rassistische […] und antisemitische […] Aussagen“ zu verbreiten. Das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit verurteilt diese Diffamierungen auf das Schärfste. Schwer erträglich ist, dass AStA-Mitglieder die Grenze von sachlicher Kritik – im wissenschaftlichen Diskus zulässig und unentbehrlich – in Richtung auf persönliche Diffamierung so deutlich überschreiten.

Die jüdische Podiumsteilnehmerin berichtete auf der Konferenz von ihrem jüngsten Besuch in Israel und klagte die Hamas an, am 7. Oktober 10 Jugendliche in einem mobilen Luftschutzbunker ermordet zu haben, den ihre Organisation zum Schutz der Einwohner aus der Luft gespendet hatte. An das weibliche Publikum in Frankfurt gerichtet warnte sie vor der manifesten Frauenfeindlichkeit der Hamas. Ihr wirft ein AStA-Mitglied laut FR Nähe zu Reichsbürgern und Antifeminismus vor. Wer angebliche Äußerungen zu völlig anderen Themen in den sozialen Medien zum Grund nimmt, eine jüdische Frau derart zu diskreditieren, legt aus Sicht des Netzwerks Zweifel an der eigenen kulturwissenschaftlichen Kompetenz, vielleicht sogar an der eigenen politischen Lauterkeit nahe.

Für enttäuschend hält es das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit weiterhin, dass die Frankfurter Rundschau anlässlich der Tagung die Falschinformation weiterverbreitete, der Tübinger Oberbürgermeister Palmer habe sich bei einer anderen vom Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam ausgerichteten Tagung rassistisch und holocaustrelativierend geäußert. Wer Definitionen von Rassismus und Holocaustrelativierung anwendet, die bis zur völligen Unkenntlichkeit verzerrt sind, tut weder dem Kampf gegen den Rassismus noch dem Kampf gegen den Antisemitismus einen Gefallen.

„Leider scheint in Teilen der publizierenden Öffentlichkeit und der kritischen Studierendenschaft die Ungeheuerlichkeit der aktuellen antisemitischen und anti-israelischen Angriffe noch nicht angekommen zu sein,“ bedauert die Vorsitzende des Netzwerks Wissenschaftsfreiheit, Prof. Sandra Kostner. „Debatten um Antisemitismus in der muslimischen Welt und in Deutschland – wie jetzt in Frankfurt – müssen geführt und dürfen nicht diskreditiert werden!“ so Kostner abschließend. Dies gebiete ein umfassender Begriff von Wissenschaftsfreiheit.

Quelle: http://www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de

Gesellschaft für Bildung und Wissen: Digitalisierung in der Bildung erzeugt deutliche Nebenwirkungen

Pressemitteilung der Gesellschaft für Bildung und Wissen vom 22.11.2023

(Vorbemerkung der Redaktion: „Bildungsethik“ verwendet aus politischer, pädagogischer und ethischer Überzeugung keine Gendersprache; im Folgenden wird diese lediglich als Zitat aus der Pressemitteilung der Gesellschaft für Bildung und Wissen übernommen)

40 Wissenschaftler:innen fordern Moratorium für Digitalisierung an Schulen und Kitas!

Grund: Sinkende Lernleistung, negative gesundheitliche, psychische und soziale Nebenwirkungen

Frankfurt am Main, 22.11.2023: Über 40 führende Wissenschaftler:innen unterschiedlicher Disziplinen fordern zusammen mit Kinder- und Jugendärzten von den Kultusminister:innen der Länder ein Moratorium für die Digitalisierung an Schulen und vorschulischen Bildungseinrichtungen. Unter den Erstunterzeichnern sind führende Experten wie der Ordinarius für Schulpädagogik Prof. Klaus Zierer (Universität Augsburg), die Mediziner Prof. Manfred Spitzer (Universitätsklinik Ulm) und Prof. Thomas Fuchs (Jaspers-Lehrstuhl Universität Heidelberg) sowie der Medienpädagoge Prof. Ralf Lankau (Hochschule Offenburg).

„Wir fordern die Kultusminister:innen aller 16 Bundesländer auf, bei der Digitalisierung an Schulen und Kitas ein Moratorium zu erlassen“, sagt Prof. Ralf Lankau, einer der Initiatoren des Aufrufs. „Die wissenschaftliche Erkenntnis ist inzwischen, dass Unterricht mit Tablets und Laptops die Kinder bis zur 6. Klasse nicht schlauer, sondern dümmer macht. Hinzu kommen laut Studien negative gesundheitliche, psychische und soziale Wirkungen durch den vermehrten Einsatz digitaler Geräte im Unterricht. Jetzt ist der Zeitpunkt, dass die Schulpolitik auf die Pädagogen und Kinderärzte dieses Landes hört und den Versuch des digitalen Unterrichts abbricht! In Schweden ist es bereits so weit: Die schwedische Bildungsministerin stoppte den Tablet-Einsatz in der Primarstufe. Das können die Kultusminister:innen in den Ländern nun auch tun.“

Der Moratoriumsaufruf in voller Länge und mit allen Erstunterzeichnern: https://bildung-wissen.eu/fachbeitraege/wissenschaftler-fordern-moratorium-der-digitalisierung-in-kitas-und-schulen.html

Die skandinavischen Länder waren Vorreiter in der Digitalisierung von Bildungseinrichtungen. Doch die schwedische Regierung korrigierte 2023 die Entscheidung ihrer Vorgänger, bereits Vorschulen des Landes verpflichtend mit digitalen Geräten auszustatten. Der Grund für das Umdenken ist die Stellungnahme von fünf Professor:innen des renommierten Karolinska-Instituts (Stockholm), die die Strategie der Digitalisierung von Schulen in einem Gutachten als falsch kritisierten: Das Gutachten kommt zum Schluss, dass die behaupteten positiven Befunde nicht belegbar seien. Die Forschung habe stattdessen gezeigt, dass „die Digitalisierung der Schulen große negative Auswirkungen auf den Wissenserwerb der Schüler“ habe. Die Ziele (Bildungs- und Chancengerechtigkeit, Unterrichtsverbesserung, gesellschaftliche Teilhabe) würden nicht erreicht, im Gegenteil: „Es ist offensichtlich, dass Bildschirme große Nachteile für kleine Kinder haben. Sie behindern das Lernen und die Sprachentwicklung. Zu viel Bildschirmzeit kann zu Konzentrationsschwierigkeiten führen und die körperliche Aktivität verdrängen“ (Gutachten des Karolinska-Instituts von 2023, einer der besten medizinischen Forschungseinrichtungen der Welt).

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) hat 2023 Leitlinien zur Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs in Kindheit und Jugend herausgegeben, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sowie von vielen Fachverbänden aus Medizin, Psychologie und Suchtprävention mitgetragen werden. Die wichtigste Empfehlung für alle Altersstufen: Reduktion der Bildschirmzeiten, keine eigenen Geräte für Kinder und keinen unkontrollierten, unbegleiteten Zugang zum Internet.

Der U.S. Surgeon General (oberste Gesundheitsbehörde in den USA) hat 2023 eine Studie zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen herausgegeben. Sie zeigt detailliert auf, wie stark junge Menschen von digitalen Medien beeinflusst und abhängig werden. Die immer längere Nutzungsdauer und das immer frühere Einstiegsalter habe Folgen für die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen: Körperunzufriedenheit, gestörtes Essverhalten, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, geringes Selbstwertgefühl, Depression.

Gesellschaft für Bildung und Wissen e.V.

Die im Juni 2010 gegründete Gesellschaft für Bildung und Wissen dient der Auseinandersetzung mit den Grundzügen, Voraussetzungen und Folgen der gegenwärtigen umfassenden Bildungsreform von Schule und Hochschulen. Sie will Beiträge leisten zur öffentlichen Debatte über das Ziel, die Inhalte und Methoden dieser Reform.

Gesellschaft für Bildung und Wissen e.V.
Didaktik der Biowissenschaften
Riedberg / Biologicum / Flügel D
Max-von-Laue-Straße 13
60438 Frankfurt am Main
https://bildung-wissen.eu

Moratorium der Digitalisierung in Schulen und Elementarbildung: Erklärung kann mitgezeichnet werden

Über 40 führende Experten aus Pädagogik und Medizin fordern einen Stopp (Moratorium) der Digitalisierung an Schulen und Kitas, aus Sorge um die Zukunft der Kinder, als Reaktion auf den Digitalisierungshype und die Bildungskatastrophe. Dies ist ein bemerkenswerter Schritt:

Helfen Sie mit! Mailen Sie diesen Appell an ihre Freunde, Erzieher, Lehrer, Rektoren, Verbände, Entscheidungsträger. Wenn Sie im Erziehungs-, Medien,- oder Medizinbereich arbeiten und diesen Aufruf selbst unterzeichnen möchten, schicken Sie bitte eine E-Mail mit Ihrem Namen, Berufsbezeichnung und Ort an gbw-moratorium@bildung-wissen.eu, Betreff „GBW-Moratorium unterzeichnen“.

Neuerscheinung: Freundschaft und Lebensbund

Die Gedanken zum Zusammenhang von Freundschaft und Lebensbund aus der aktuellen Würzburger Tagungsdokumentation des Arbeitskreises der Studentenhistoriker (AKSt) ist online greifbar. Aus den Internetseiten des AKSt:

Im Oktober 2022 fand in Würzburg die 82. deutsche Studentenhistorikertagung statt. Auch hier auf dem Portal haben Bernhard Grün und wir vom AKSt in eigener Sache darüber berichtet. Hier folgt aus dem am 7. Oktober 2023 erschienenen Tagungsband eine Rede über die Freundschaft, so wie wir sie in der Art unserer Verbindungen verstehen, aus der Feder unseres Mitstreiters Axel Bernd Kunze.

Crowdfundingprojekt: AKSt sucht Unterstützer für Buchprojekt über jüdische Korporierte

DER ARBEITSKREIS DER STUDENTENHISTORIKER SCHREIBT:

Hiermit startet unser Crowdfunding-Buchprojekt zur 80. deutschen Studentenhistorikertagung, der Tagung des AKSt mit der HfJS sowie den Tagungen in Basel und Wien – Titel: MIT WORT UND WEHR FÜR JUDAS EHR‘: JÜDISCHE KORPORATIONEN, JÜDISCHE KORPORIERTE. Wir benötigen Ihre Hilfe bei unserem bereits seit langem angekündigten Buchprojekt.

In über 25 Beiträgen, und es kommen immer noch welche dazu, weil sie wichtig sind, wird das jüdische Verbindungswesen mit wissenschaftlichen Aufsätzen über die unterschiedlichsten jüdischen Verbindungen, die einzelnen Verbände sowie markante und bedeutende korporierte Persönlichkeiten jüdischen Glaubens beleuchtet. Ein einzigartiges Projekt, denn nie wurde der jüdischen Verbindungslandschaft so umfassend in einem Sammelband gedacht. Das Buch wird über 500 Seiten stark. Die Ausstattung wird ausgesprochen hochwertig – festgebunden, fadengeheftet und mit zwei Lesefäden in Blau und Weiß – ausgestattet.

Wir brauchen Ihre Unterstützung!

Eine Unterstützung für Layout und Druck, um die geplante Erstauflage von 1.200 Exemplaren realisieren zu können. Die reinen Sach- und Logistikkosten liegen bei etwa 28.000 €. Die Autoren und der Herausgeber arbeiten ehrenamtlich. Sichern Sie sich jetzt Ihre persönlichen Exemplare und ermöglichen Sie es, dass das eminent wichtige Buch MIT WORT UND WEHR FÜR JUDAS EHR‘: JÜDISCHE KORPORATIONEN, JÜDISCHE KORPORIERTEam regulären Buchmarkt erscheinen kann.

Ihre Unterstützung kann im Silber-, Gold- oder Platinrang erfolgen.  Was Sie als Dank erwarten dürfen, haben wir im folgenden für Sie aufgeschrieben.

Verpassen Sie nicht die Chance, Ihr klares Bekenntnis gegen Antisemitismus und für die Toleranz als Teil dieses einzigartigen Erinnerungsprojekts wirksam und öffentlich zu plazieren!

Weitere Informationen auf den Internetseiten des AKSt:
https://studentenhistoriker.eu/juedische-korporierte-der-akst-benoetigt-ihre-unterstuetzung/