Auf anderen Seiten: Schule in Deutschland – eine Verlustgeschichte

„Seit gut zwanzig Jahren haben die Pisa-Studien das deutsche Schulwesen nicht nur massiv kritisiert, sondern zugleich auch umfassend transformiert. Aber ihre Befunde zielen an den wahren Problemen des deutschen Schulwesens, besonders auch der beruflichen Schulen, weit vorbei. Tatsächlich ist es die Migrationspolitik, die seit Jahrzehnten die deutschen Schulen vor immer größere Belastungsproben stellt, die regional bereits zum Kollaps geführt haben. Wie es weitergeht, weiß niemand. Wahrscheinlich wird es auf eine immer stärkere Abschottung einzelner gesellschaftlicher und schulischer Milieus hinauslaufen.“

https://kontrafunk.radio/de/sendung-nachhoeren/kultur-und-wissenschaft/audimax-das-kontrafunkkolleg/peter-j-brenner-schule-in-deutschland-eine-verlustgeschichte#id-article

Während die Bildungsethik gegenüber den neueren Entwicklungen im deutschen Bildungssystem weitgehend stumm bleibt, während früher nahezu jede neue empirische Bildungsstudie kommentiert wurde, arbeitet Peter J. Brenner im Kontrafunkkolleg Audimax vom 28. Januar 2024 heraus, warum die Schule gegenwärtig nahezu scheitern muss – und das nicht allein am Lehrermangel. Die Probleme, welche die Schulen belasten, sind politisch erzeugt, etwa mangelnde Deutschkenntnisse in weiten Teilen der Schülerschaft, ein ungeheuer gewachsenes Übergangssystem im berufsbildenden Schulwesen oder eine Unwucht zwischen Auszubildenden- und Studentenzahlen. Diese Probleme können pädagogisch nicht gelöst werden, sie müssen politisch angegangen werden. Doch dazu fehlt bislang der Wille.

Tagungsbericht: Stiftungs- und Vereinsfest des W.K.St.V. Unitas Palatia zu Darmstadt im Sommersemester 2023

Jan Zimmermann berichtet in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „unitas“ über das 103. Stiftungsfest und das Vereinsfest des W.K.St.V. Unitas Palatia zu Darmstadt: Jan Zimmermann: Neue Prunkfahne geweiht, in: unitas 163 (2023), Heft 4, S. 44 f. Festrede und Festvortrag sind auf „Bildungsethik“ dokumentiert:

Rezension: Relationale Erziehungswissenschaft

Axel Bernd Kunze rezensiert:

Malte Ebner von Eschenbach, Ortfried Schäffter (Hrsg.): Denken in wechselseitiger Beziehung. Das Spectaculum relationaler Ansätze in der Erziehungswissenschaft. Weilerswist: Velbrück GmbH 2021. 357 Seiten. ISBN 978-3-95832-245-5. D: 39,90 EUR, A: 35,90 EUR.

https://www.socialnet.de/rezensionen/29697.php

Rezension: Vernünftiger Wille oder Wille zur Vernunft?

Axel Bernd Kunze rezensiert:

Cover Dietmar Langer: Vernünftiger Wille oder Wille zur Vernunft? ISBN 978-3-339-13454-7

Dietmar Langer: Vernünftiger Wille oder Wille zur Vernunft? Zur Frage, wie kommt man eigentlich zur Vernunft ? und ihrer Bedeutung für die Erziehung zur Mündigkeit, Hamburg: Verlag Dr. Kovac 2023. 224 Seiten. ISBN 978-3-339-13454-7. D: 84,80 EUR, A: 87,20 EUR.
Reihe: Schriften zur Pädagogischen Theorie, Band 21.

https://www.socialnet.de/rezensionen/31261.php

Neuerscheinung: Schulische Lehrkunst in digitalen Zeiten

LEHRKUNST UND VIRTUALITÄT – so heißt das neue Themenheft der Pädagogischen Rundschau, unter den Beiträgen auch ein Zugang aus bildungsethischer Perspektive:

Axel Bernd Kunze: Personal gestaltet und erfahren. Anmerkungen zur schulischen Lehrkunst aus bildungsethischer Perspektive – (nicht allein) in digitalen Zeiten,

in: Pädagogische Rundschau 77 (2023), H. 6 (November – Dezember), S. 735 – 750.

Studentengeschichte: AKSt stellt Mahnmal für Bamberger Widerstand vor

Der Arbeitskreis der Studentenhistoriker stellt auf seinen Internetseiten das Mahnmal für den Bamberger Widerstand vor. Anlass ist die Neuerscheinung einer Buchpublikation zum Thema:

Rezension: Gelungener Einstieg in die Pflegeethik

Fachkräfte werden im Pflegebereich dringend gesucht. Mittlerweile entstehen neben der vor einigen Jahren generalisierten Ausbildung immer mehr Studiengänge für Pflegewissenschaft. Wie in anderen sozialen Dienstleistungsprofessionen auch stehen Pflegekräfte immer wieder vor der Herausforderungen, über ethische Wertkonflikte zu reflektieren und ihr Handeln sittlich zu reflektieren. Ein utb-Bändchen bietet einen ersten Einstieg in die Pflegeethik, gestaltet als Lehrbuch enthält das Werk Reflexionsfragen, Übungs- und Onlineaufgaben für das Selbststudium.

Der Band kann als gelungen bezeichnet werden und vermittelt einen kompakten Einstieg in das breite Feld einer Professionsethik für die Pflegewissenschaft und den Pflegebereich. Die ethischen Fragen, die angesprochen werden, reichen vo der professionsethischen Ebene im direkten Umgang mit dem Pflegepatienten über organisationsethische Fragen, etwa im Umgang mit begrenzten Ressourcen, bis zur sozialethischen Ebene. Trotz seiner Dichte ist der Band inhaltlich gut verständlich, allein der Umgang mit religiösen Bedürfnissen im Pflegealltag kommt zu kurz. Wer einen Einstieg in die Ethik der Pflege sucht, ist mit diesem Band gut beraten.

Andrea Schiff, Hans-Ulrich Dallmann: Ethik in der Pflege. Mit Online-Aufgaben (utb; 5587), München: Ernst Reinhardt 2021, 238 Seiten.

Rezension: Tagungsband der 82. deutschen Studentenhistorikertagung

ACTA STUDENTICA, die Zeitschrift des Österreichischen Vereins für Studentengeschichte, rezensiert in ihrer neuen Ausgabe (53. Jg., Dezember 2023, Folge 227, S. 21 f.) den Tagungsband der 82. deutschen Studentenhistorikertagung, die 2022 in Würzburg stattfand. Das Fazit der Besprechung: „Ein sehr interessanter Querschnitt durch die Studentengechichte!“

Wissenschaftsfreiheit: Netzwerk Wissenschaftsfreiheit kritisiert „Frankfurter Rundschau“

Pressemitteilung des Netzwerkes Wissenschaftsfreiheit vom 11.12.2023:

Netzwerk Wissenschaftsfreiheit weist Diffamierungen der Konferenz „Antisemitismus in der islamischen Welt und Deutschland“ in der Frankfurter Rundschau zurück

Am 8.12. fand in Frankfurt am Main die Konferenz „Antisemitismus in der islamischen Welt und Deutschland“ statt. Die Konferenz wurde organsiert vom Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam, das von Prof. Susanne Schröter geleitet wird. Anlässlich der Konferenz warf ein Mitglied des Asta-Vorstands der Universität Frankfurt Prof. Schröter in der Frankfurter Rundschau vor, „rechtspopulistische […], rassistische […] und antisemitische […] Aussagen“ zu verbreiten. Das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit verurteilt diese Diffamierungen auf das Schärfste. Schwer erträglich ist, dass AStA-Mitglieder die Grenze von sachlicher Kritik – im wissenschaftlichen Diskus zulässig und unentbehrlich – in Richtung auf persönliche Diffamierung so deutlich überschreiten.

Die jüdische Podiumsteilnehmerin berichtete auf der Konferenz von ihrem jüngsten Besuch in Israel und klagte die Hamas an, am 7. Oktober 10 Jugendliche in einem mobilen Luftschutzbunker ermordet zu haben, den ihre Organisation zum Schutz der Einwohner aus der Luft gespendet hatte. An das weibliche Publikum in Frankfurt gerichtet warnte sie vor der manifesten Frauenfeindlichkeit der Hamas. Ihr wirft ein AStA-Mitglied laut FR Nähe zu Reichsbürgern und Antifeminismus vor. Wer angebliche Äußerungen zu völlig anderen Themen in den sozialen Medien zum Grund nimmt, eine jüdische Frau derart zu diskreditieren, legt aus Sicht des Netzwerks Zweifel an der eigenen kulturwissenschaftlichen Kompetenz, vielleicht sogar an der eigenen politischen Lauterkeit nahe.

Für enttäuschend hält es das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit weiterhin, dass die Frankfurter Rundschau anlässlich der Tagung die Falschinformation weiterverbreitete, der Tübinger Oberbürgermeister Palmer habe sich bei einer anderen vom Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam ausgerichteten Tagung rassistisch und holocaustrelativierend geäußert. Wer Definitionen von Rassismus und Holocaustrelativierung anwendet, die bis zur völligen Unkenntlichkeit verzerrt sind, tut weder dem Kampf gegen den Rassismus noch dem Kampf gegen den Antisemitismus einen Gefallen.

„Leider scheint in Teilen der publizierenden Öffentlichkeit und der kritischen Studierendenschaft die Ungeheuerlichkeit der aktuellen antisemitischen und anti-israelischen Angriffe noch nicht angekommen zu sein,“ bedauert die Vorsitzende des Netzwerks Wissenschaftsfreiheit, Prof. Sandra Kostner. „Debatten um Antisemitismus in der muslimischen Welt und in Deutschland – wie jetzt in Frankfurt – müssen geführt und dürfen nicht diskreditiert werden!“ so Kostner abschließend. Dies gebiete ein umfassender Begriff von Wissenschaftsfreiheit.

Quelle: http://www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de