Am 28. Oktober 2024 verstarb der Münsteraner Schulpädagoge Professor em. Dr. Wilhelm Wittenbruch. Sein besonderes Forschungsinteresse galt der Katholischen Schule. R. I. P.
Didaktik
Rezension: Perspektiven diskrimierungskritischer Politischer Bildung

Axel Bernd Kunze rezensiert den Band im Internetportal Socialnet.de (Veröffentlichung am 8.11.2024):
Theresa Bechtel, Elizaveta Firsova, Arne Schrader, Bastian Vajen, Christoph Wolf (Hrsg.): Perspektiven diskriminierungskritischer Politischer Bildung. Wochenschau-Verlag (Frankfurt am Main) 2023. 224 Seiten. ISBN 978-3-7344-1552-4. D: 31,90 EUR, A: 32,80 EUR.
Reihe: Wochenschau Wissenschaft.
Buchvorstellung: Die pädagogische Wende
Am Mittwoch, dem 30. Oktober 2024, stellt Prof. Dr. phil. Ralf Lankau sein neues Buch vor:
Die pädagogische Wende
Über die notwendige Besinnung auf das Erziehen und Unterrichten
Buchvorstellung, Vortrag und Diskussion
Die Ergebnisse der jüngsten Pisa-Studie sind für das deutsche Bildungssystem, vor allem aber für die Zukunft junger Menschen, verheerend. Negativrekorde sind eine stabile Tendenz aller Leistungsvergleiche seit 2012. Daher müssen wir in einem gemeinsamen Akt der Besinnung auf die Bedeutung von Schule und Unterricht wieder den Menschen als Lernenden und Lehrenden in den Mittelpunkt von Bildungsprozessen stellen. Wir brauchen einen Humanpakt Bildung statt der einseitigen Fixierung auf Digitaltechnik.
Prof. Dr. Ralf Lankau, Fakultät Medien, HS Offenburg
Inhaltsverzeichnis: Lankau: Die Pädagogische_Wende
Link zum Beltz-Verlag:
Die pädagogische Wende. Über die notwendige (Rück-)Besinnung auf das Unterrichten
Termin und Ort:
Mittwoch, 30. Oktober 2024, Offenburg
KiK Offenburg, Weingartenstr. 34c, D.77654 Offenburg. 20.00 Uhr
Neuerscheinung: Bildungssprache Deutsch
Jährlich im Herbst trifft sich der Wissenschaftliche Beirat des Deutschen Philologenverbandes, zwei Jahre später werden die Tagungen in der Reihe Gymnasium – Bildung – Gesellschaft dokumentiert. Der neueste Band beschäftigt sich mit der Bildungssprache Deutsch im schulischen Kontext. Aus der Verlagsankündigung:
Susanne Lin-Klitzing / David Di Fuccia / Thomas Gaube / (Hrsg.)
Die Bedeutung der Bildungssprache Deutsch in der Schule
Demokratie braucht Sprache. Sprache braucht Bildung.
Die Förderung der Bildungssprache Deutsch kann auch fruchtbar gemacht werden für die schulische Arbeit in allen anderen Fächern sowie für Querschnittsaufgaben wie die Demokratiebildung.
2019 erklärte die Kultusministerkonferenz die Förderung der Bildungssprache Deutsch zu ihrem Thema. Und gleichwohl führt die explizite Berücksichtigung der Bildungssprache Deutsch in der Lehrkräfteaus- und -fortbildung immer noch ein Schattendasein angesichts ihrer postulierten Bedeutung.
In drei Kapiteln setzen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Kultuspolitik und Schule mit der Definition und der Bedeutung der Bildungssprache Deutsch, mit verschiedenen Praktiken und Formen der Bildungssprache, mit der Rolle der Lehrkräfte als „bildungsprachliche Modelle“ für ihre Schülerinnen und Schüler, mit dem Bildungsspracherwerb als Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit sowie mit konkreten Förderinstrumenten auseinander.
Gymnasium – Bildung – Gesellschaft,
herausgegeben von Susanne Lin-Klitzing, David Di Fuccia und Thomas Gaube
in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Philologenverband (DPhV)
Auf fremden Seiten: Michael Felten zur Schulkrise in Deutschland
Der Kölner Pädagoge und Buchautor Michael Felten äußert sich im Deutschlandfunk zu Wegen aus der Schulkrise und plädiert für mehr Mut zum lehrerzentrierten Unterricht:
Interview: Ethische Fallbesprechungen – für Lehrkräfte?
Nicola Heckner, Leiterin des VBE-Referats Schule und Religion im Landesverband Baden-Württemberg, interviewt in der aktuellen Ausgabe den Bildungsethiker Axel Bernd Kunze:
Ethische Fallbesprechungen – ein Instrument für Lehrkräfte?,
in: VBE-Magazin. Zeitschrift des Verbandes Bildung und Erziehung – Landesverband Baden-Württemberg, Ausgabe 9/2024, S. 24. f.
Auf fremden Seiten: Digitaleuphorie und KI
Auf dem Internetportal des Projekts „Die pädagogische Wende“ hat der Initiator, der Medienpädagoge Ralf Lankau, zwei neue Beiträge veröffentlicht:
Großbritannien: Ende der Digital-Euphorie
Der Bildungsausschuss des britischen Unterhauses, ‚House of Commons‘ (HoC), hat am 23. Mai 2024 seinen vierten Bericht der Sitzungsperiode 2023-24 veröffentlicht. Darin analysiert die Kommission Auswirkungen von Bildschirmzeiten auf Bildung und Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren und formulieren konkrete Empfehlungen für Schulträger, Eltern und den Gesetzgeber. Gefordert werden ein vollständiges Smartphoneverbot in Schulen und klare gesetzliche Regelungen zum Schutz der unter 16-Jährigen. Großbritannien reiht sich damit ein in die Reihe der Länder, für die die kognitive und psychische Gesundheit Minderjähriger wichtiger ist als Geschäftsinteressen der IT-Monopole.
https://die-pädagogische-wende.de/grossbritannien-ende-der-digital-euphorie/
Ahnungslos begeistert oder jemandem auf den Leim gegangen?
Je weniger Ahnung jemand von Technik hat, desto größer ist die Begeisterungsfähigkeit. Diese Beobachtung machte bereits der Computerpionier Joseph Weizenbaum, als er 1966 den ersten ChatBot Eliza publizierte. Begeisterung ohne Fach- und Sachkenntnis zeigt auch die Fraktion der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Andreas Schwarz bei der unreflektierten Forderung nach KI-Einsatz an Schulen.
https://die-pädagogische-wende.de/ahnungslos-begeistert-oder-jemandem-auf-den-leim-gegangen/
Vorankündigung: Bildungsautomaten?
Als Beiträger des Bandes weise ich gern auf folgende Neuerscheinung hin, die im Dezember 2024 erscheinen soll:
Tim Raupach, Florian Fuchs (Hgg.): Bildungsautomaten? Beiträge zur Digitalisierung von Bildung und Lehre (ars digitalis), Wiesbaden: Springer Vieweg 2024 [im Druck].
Weitere Informationen:
Gedanken aus der Schule: Schulpreisübergabe
Ich freue mich, dass wir auch in diesem Jahr ausgezeichnete Leistungen im Rahmen der schulischen Ausbildung mit einem Schulpreis ehren dürfen.
Womit haben sich unsere Auszubildenden in den vergangenen Jahren beschäftigt? Und womit werden Sie sich auch künftig im Beruf beschäftigen? Hören wir einmal rein, was der Orientierungsplan für die baden-württembergischen Kindertageseinrichtungen dazu sagt – in diesem Fall exemplarisch für den Bereich der ästhetischen Bildung:
„Die Kritzelphasen des Kindes sind ziemlich gut erforscht worden, so dass Hiebkritzeln, Schwingkritzeln und Kreiskritzeln als gestalterische Ausdrucksformen von Kindern vor Beginn des Kindergartenalters identifiziert wurden. Kopffüßler, Gliederfüßler und Körperfüßler sind typisch für Kinder im Kindergartenalter, aber auch Bilder mit Handlungs- und Erzählstrukturen. Kinder denken in Bildern. Und diese vom Kind konstruierten Bilder können genauso wahrhaftig sein wie die Wirklichkeit, die das Kind umgibt. Da Kinder bei der bildnerischen Entwicklung unterschiedliche Fortschritte machen, werden es die Erzieherin und der Erzieher an der Differenziertheit des Ausdrucks und der Intensität der Beschäftigung festmachen, welche Angebote sie [oder er] für das einzelne Kind macht. Dabei müssen sie sensibel dafür sein, jedes Kind in seiner Individualität wahrzunehmen, wertzuschätzen und sich für seine Themen zu interessieren. […] Eine ästhetisch-künstlerische Bildung setzt bei der Lebenswirklichkeit an, die Kindern bedeutsam erscheint. Den individuellen Gestaltungen und ästhetischen Lernprozessen der Kinder sollte deshalb im Kindergarten besonderer Raum gegeben werden.“
Das ist eine ganze Menge. Die Facharbeit, die im letzten Ausbildungsjahr anzufertigen ist, bietet eine sehr gute Gelegenheit solche Anforderungen zu vertiefen und die eigenen didaktischen Kompetenzen zu erweitern – und dies in der Verschränkung von elementarpädagogischer Theoriebildung, konzeptioneller Erschließung und reflektierter eigener Praxiserfahrung.
Eine unserer Auszubildenden hat dies im Rahmen ihrer Facharbeit getan, nach Auffassung unserer Fachkonferenz Kunst/Ästhetische Bildung auf vorbildliche Weise. Ich gratuliere Ihnen im Namen der Schulleitung und des Kollegiums ganz herzlich zum diesjährigen Schulpreis und darf, wie es guter Brauch ist, die dazugehörige Urkunde öffentlich verlesen.
Gedanken aus der Schule: Rund um die Welt
Die Noten für dieses Schuljahr stehen fest. Die Sommerferien sind nicht mehr fern. Eine gute Gelegenheit, Schule einmal anders zu leben.
Drei Tage wurde gehämmert, gesägt, gemalt, gestaltet, geprobt und, und, und. Schon das Karussell in unserer Schülercafeteria ist beeindruckend. Und faszinierend, wie schnell aus einem weißen Einhorn ein schwarzes Jahrmarktpferd werden kann. Aber es gibt noch eine ganze Menge mehr zu entdecken und auszuprobieren – ja, Sie sind heute eingeladen zu einer ganzen Weltreise. Alles unter dem Motto: Rund um die Welt – Wie leben Kinder in anderen Ländern.
„Die ärgste aller Weltanschauungen ist diejenige von Leuten, die die Welt nie angeschaut haben.“ – so Alexander von Humboldt. Unser Bundespräsident hat einmal in einer Rede gesagt, dies sei eines seiner Lieblingszitate. Wie auch immer … Humboldt weist darauf hin, dass nur der verstehen kann, der die Welt kennengelernt hat, der hingeschaut hat, der sich nicht auf fremde Meinungen oder eigene Vorurteile verlässt.
Heute sind Sie eingeladen, hinzuschauen. Und dazu wünsche ich Ihnen alles Gute, spannende Entdeckungen und einen erlebnisreichen Nachmittag. Und nun: Gute Reise – rund um die Welt!
(Redeauszug anlässlich einer Schulfesteröffnung)