Rezension: G8 und die Kollateralschäden

Das „Fromm Forum“ 21/2017 (S. 103 f.) der Internationalen Erich Fromm Gesellschaft e. V. würdigt den Sammelband „weniger ist weniger – G8 und die Kollateralschäden“ (hg. v. Volker Ladenthin, Anja Nostadt und Jochen Krautz; Bonn 2016):

„Der Erziehungswissenschaftler Axel Bernd Kunze vertritt ein differenziertes Schulsystem, das das Menschenrecht auf Bildung umsetzt. Die Vermittlung der Fähigkeiten, aktiv etwas zur Gesellschaft beizutragen und sich selbst zu entfalten, setzte eine stützendes Ethos voraus. Für Kunze kommt es auf faire Chancengleichheit an, die die bestmöglichen Bedingungen für alle schafft. Die ungleiche Verteilung der Ergebnisse sei nicht ungerecht, solange Diskriminierungsfreiheit herrsche. Er greift die aktuelle Diskussion um die Realisierung der Inklusion auf, eine institutionelle Inklusion bringe neue Selektionsmechanismen, die noch unabsehbare, auch negative Konsequenzen hätten. Eine institutionelle Trennung sei nicht automatisch mit mangelnder Wertschätzung oder Ausschluss verbunden, sondern könne auch Ausdruck bestmöglicher Gerechtigkeit sein.“

„Fazit: ein sehr lesenswertes multiperspektivisches Buch. Der Optismismus über das Ende von G8 scheint gerechtfertigt, wenn in der aktuellen Diskussion in NRW keine Partei das G8 in dieser Form beibehalten will. Da die Lösungsvorschläge sehr disparat sind und die Rückkehr zum G9 Geld kosten wird, bleibt der Rezensent skeptisch. Er ist aber optimistisch, dass ‚trotz alledem und alledem‘ viele Schüler und Studenten nicht nur ein gelungenes Studium, sondern auch ein gelungenes Leben führen werden.“

Textauszüge: Georg Osterfeld (Rez.)

Rezensionen: Lässt sich Gewaltfreie Kommunikation lernen? Gelten die Menschenrechte für alle?

Zwei neue Rezensionen im Onlineportal SOCIALNET gehen folgenden Fragen nach:

Was ist Gewaltfreie Kommunikation? Wie lässt sich diese in Psychologie, Therapie und Pädagogik einsetzen? Welche Rolle spielt Empathie für das Einüben gewaltfreier Kommunikation? Wie lassen sich empathische Kompetenzen fördern?

Axel Bernd Kunze (Rez.): Rezension zu „Sabine Geiger, Sibylle Baumgartner (Hrsg.): Empathie als Schlüssel. Gewaltfreie Kommunikation in Psychotherapie und Beratung. Beltz Verlag (Weinheim, Basel) 2015. 300 Seiten“, in: Socialnet, 10. Januar 2017.

www.socialnet.de/rezensionen/20126.php

Gelten die Menschenrechte tatsächlich für jeden, wie ihr Universalitätsanspruch behauptet? An welchen Stellen produzieren die Menschenrechte selbst diskriminierende Ausschlüsse? Wie gehen die Menschenrechte mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten um?

Axel Bernd Kunze (Rez.): Rezension zu „Imke Leicht: Wer findet Gehör? Kritische Reformulierungen des menschenrechtlichen Universalismus. Verlag Barbara Budrich (Opladen, Berlin, Toronto) 2016. 208 Seiten. Reihe: Politik und Geschlecht, Bd. 29“, in: Socialnet, 13. Februar 2017.

www.socialnet.de/rezensionen/21317.php

Randnotiz: „Mittelmaß genügt nicht“

„Mittelmaß genügt nicht“ – so Heike Schmoll in der F.A.Z. vom 16.12.2016 im Blick auf die aktuelle Studie des Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen. Darin ist ihr zuzustimmen, wenn Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit erhalten will. Zuzustimmen ist auch ihrer Kritik an so manch fragwürdiger Methodik innerhalb der Grundschulpädagogik. Das Schreiben nach Gehör muss abgestellt werden, Rechtschreibung und Grammatik müssen wieder stärker eingeübt werden – nicht allein in der Primarstufe. Allerdings plädiert Heike Schmoll gleichzeitig für starke Einschnitte in die pädagogische Freiheit des Lehrers. Der Ursprung fragwürdiger Methoden liegt aber in den Hochschulen, Lehrerseminaren und Kultusverwaltungen. Widerstand dagegen kam, wenn überhaupt, von den Lehrkräften aus der Praxis. Wer den Kultusministerien mehr Macht gibt, vergrößert nur noch die Gefahr, dass sich Fehlentwicklungen flächendeckend durchsetzen. Was wir brauchen, ist gerade mehr Vertrauen in die pädagogischen Fähigkeiten der Lehrer vor Ort und eine Entlastung der Schule von gesellschaftsreformerischen Ideen. Wer Leistungsorientierung oder Begabtenförderung beständig als bildungsungerecht denunziert, muss sich nicht wundern, wenn am Ende Mittelmaß herauskommt.

Neuerscheinung: Nobelpreis und Leistung – Beitrag jetzt online zugänglich

Mit dem morgigen Luziafest, das in Schweden eine besondere Rolle spielt, geht traditionell die Nobelpreiswoche zu Ende. Vor 115 Jahren wurde der Nobelpreis erstmals verliehen. Der nach seinem Stifter, Alfred Nobel, benannte Preis würdigt hervorragende Leistungen auf den Gebieten der Naturwissenschaften, der Medizin, der Literatur und der Förderung des Friedens. Die Zeitschrift „Katholische Bildung“ nahm dieses Jubiläum zum Anlass,  der pädagogischen Bedeutung des Leistungsbegriffs nachzuspüren. Der Beitrag ist mittlerweile auch in der Onlineausgabe leicht zugänglich:

http://www.vkdl.de/pdf/katholische-bildung/2016-12-10+Katholische-Bildung_12-2016.pdf

Axel Bernd Kunze: Vor 115 Jahren wurde der Nobelpreis erstmals verliehen: Ein Anlass, nach der Rolle von Leistung in Schule und Pädagogik zu fragen, in: Katholische Bildung 117 (2016), H. 12, S. 485 – 495.

Neuerscheinung: Festschrift 160 Jahre Großheppacher Schwesternschaft

Die aktuelle Ausgabe der Reihe GRUSS DER GROSSHEPPACHER SCHWESTERNSCHAFT 2016/2017 (= Kind und Schwester, 58. Jahrgang, Nr. 125, November 2016) steht unter dem Titel:

160 Jahre in Gemeinschaft. leben – lernen – arbeiten – beheimaten

Die Festschrift begleitet den Wandlungsprozess der Stiftung von einer Schwesternschaft zur diakonischen Auftragsgemeinschaft. Weitere Informationen zur Stiftung Großheppacher Schwesternschaft finden Sie hier.

Autoren der Festschrift sind Norbert Friedrich (Fliedner-Kultur-Stiftung, Kaiserswerth), Pfr. Dr. Reinhold lanz (Verbandsdirektor des Kaiserswerther Verbandes a. D.), Magdalene Simpfendörfer-Autenrieth (Stiftung Großheppacher Schwesternschaft), Diakonisse Rose Pfund (Stiftung Großheppacher Schwesternschaft, Weinstadt), Carmen Treffinger (Evangelische Diakonissenanstalt Stuttgart), Professor Dr. Volker Ladenthin (Bonner Zentrum für Lehrerbildung), Privatdozent Dr. Axel Bernd Kunze (Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt), Ruth Herb (Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt), Dunja Hummel (Kinderhaus am Sonnenhang, Weinstadt), Professor Dr. Arnold Pracht (Hochschule Eßlingen), Pfr. Frieder Grau (Stiftungsrat der Großheppacher Schwesternschaft), Renate Fischer-Espey (Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt), Stephanie Geymann (Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt), Wolfgang Mack (Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt), Jonas Naumann (Mathilde-Planck-Schule, Ludwigsburg) und Peter Schmaderer (Stiftung Großheppacher Schwesternschaft, Weinstadt).

Axel Bernd Kunze, Gesamtschulleiter der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt, beschäftigt sich im Beitrag Eine Vorschule des Glaubens mit der Bedeutung gemeinschaftlicher Rituale im Schulalltag (S. 32 – 37): Erfahrungsmöglichkeiten schaffen – Freiräume eröffnen – Nach Bedeutung fragen – Begegnung mit gelebter Religion ermöglichen.

Tagungsbericht: Bildung hat Wert, nicht Zweck

Was macht das besondere Profil evangelischer Bildung und evangelischer Schulen aus? Engagiert diskutierten die Vertreter evangelischer Fachschulen Mitte November in Berlin auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Bundesverbands evangelischer Ausbildungsstätten (BeA) über diese Frage. „Frühkindliche Bildung ist nicht zukunftsfixiert, sondern sie ist zukunftsoffen. Frühkindliche Bildung aus evangelischer Perspektive hat nicht Funktion, sondern sie hat Bedeutung. Frühkindliche Bildung aus evangelischer Perspektive hat nicht Zweck, sondern sie hat Wert“, fasste der Vorsitzende, Norbert Göttker, am Ende der beiden Sitzungstage das Selbstverständnis des Verbandes zusammen. Der BeA, ein Fachverband innerhalb der Diakonie Deutschland, ist die Interessenvertretung der evangelischen Fachschulen für Sozialpädagogik auf Bundesebene. Weitere Informationen finden sich unter: www.beaonline.de.

Neuerscheinung: Globales Lernen in der Elementarbildung

Ein neuer Beitrag für das Onlinenachschlagewerk „Das Kita-Handbuch“ beschäftigt sich mit Globalem Lernen in der Elementarbildung. Der Verfasser fragt:

  1. Wie lässt sich die Beschäftigung mit globalen Fragen in der Sozialpädagogik begründen?
  2. Inwiefern ist Globalisierung ein Bildungsthema?
  3. Welche Chancen und Grenzen stellen sich beim Globalen Lernen?
  4. Was bedeuten globale Fragestellungen für das Selbstverständnis der Elementarbildung?
  5. Wie lässt sich Globales Lernen im Kindergarten konkret realisieren?

Axel Bernd Kunze: Globales Lernen als Auftrag an die Elementarbildung, in: Martin R. Textor (Hg.): Das Kita-Handbuch, online unter: http://www.kindergartenpaedagogik.de/1789.html

Tagungsbericht: „Sorge für das gemeinsame Haus“

„Es ist unsere bescheidene Überzeugung, dass das Göttliche und das Menschliche einander begegnen in den kleinsten Details des nahtlosen Gewandes der Schöpfung Gottes, sorg im winzigsten Staubkorn unseres Planeten.“

(Papst Franziskus in seiner Umweltenzyklika „Laudato si'“)

„Ökologische Erziehung kann zwar keine Forderungen durchsetzen, aber alle befähigen und motivieren, sich zu engagieren. Ziel ist, den SchülerInnen ein ganzheitliches Weltbild und ökologische Urteilsfähigkeit zu vermitteln. So kann man auf Basis ökologischer Güterabwägung ethische Handlungsmöglichkeiten entwickeln, […] die Fesseln der Globalisierung abstreifen und dem Primat der instrumentellen, technischen Rationalität sinnvoll begegnen. Am Institut Dr. Flad wird bereits seit Jahrzehnten mit vielen Lerneinheiten und Vorträgen das von Franziskus postulierte Fundament für ganzheitlich ökologisches Denken und Handeln gelegt. Der Vortrag von Dr. Axel Bernd Kunze war somit ein Glied in einer Veranstaltungs-Reihe zu ökologischer Erziehung mit ethisch-christlichem Verantwortungsbewusstsein.“

(Auszug aus dem Vortragsbericht in der Zeitschrift „Der Benzolring. Informationen aus dem Institut Dr. Flad Stuttgart“, 37. Jg., Nr. 2/2016)

Der aktuelle „Benzolring“, der Informationsdienst des renommierten Instituts Dr. Flad in Stuttgart, erinnert in diesem Herbst an eine Gastvorlesung, die im Mai dieses Jahres stattfand: „Was kann ökologische Erziehung leisten?“, fragte Axel Bernd Kunze, Gesamtschulleiter der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik in Weinstadt sowie Privatdozent für Erziehungswissenschaft an der Universität Bonn, anlässlich des Erscheinens der ersten päpstlichen Umweltenzyklika „Laudato si'“. Wie der Vortrag deutlich machte, lohnt es sich, die Enzyklika nicht allein aus theologischer, ethischer oder naturwissenschaftlicher, sondern gerade auch pädagogischer Perspektive zu lesen. Denn Papst Franziskus räumt der Erziehung zu ökologischem Denken und Handeln mehr als nur eine Nebenrolle ein.

Den vollständigen Tagungsbericht können Sie in der Onlineausgabe des „Benzolrings“ lesen: http://www.chf.de/benzolring/benzolring201602.pdf

Neuerscheinung: Kritik am Kompetenztaumel

Ende Oktober 2016 erscheint ein neuer Band, der im Umkreis der Gesellschaft für Bildung und Wissen entstanden ist:
Hans Peter Klein: Vom Streifenhörnchen zum Nadelstreifen. Das deutsche Bildungswesen im Kompetenztaumel, Springe a. D.: zu Klampen 2016.

Deutschlands Schüler werden immer schlauer. Jahr für Jahr steigt die Abiturientenquote und die Anzahl der Absolventen mit Bestnoten. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar. Wirscheinen uns in einer Phase der beschleunigten Evolution von Intelligenz zu befinden. Wie konnte es dazu kommen? Der Bildungsforscher Hans Peter Klein hat über Jahre die Anforderungen für das Abitur in verschiedenen Bundesländern unter die Lupe genommen. Ein Versuch, den er in diesem Rahmen durchführte, sorgte landesweit für Schlagzeilen: Den Schülern einer neunten Klasse legte er die Abituraufgaben im Fach Biologie vor, und die scheiterten nicht, sondern konnten sie erfolgreich lösen. Sie mussten lediglich die in einem Text enthaltenen Informationen richtig wiedergeben. Wenn nur noch »Kompetenzen«, keine auf selbständigem Denken basierenden Erkenntnisse eingefordert werden, können schulische Leistungen zwar scheinbar exponentiell steigen, aber um den Preis, dass die Schüler nur noch für ihr späteres Berufsleben zugerichtet werden. Hans Peter Klein stellt die Absurditäten der Bildungsreformen seit PISA und Bologna bloß und beschreibt Szenarien, die sich zuweilen wie Satire lesen, jedoch bittere Realität sind – mit einschneidenden Konsequenzen für den Bildungs-, Wissenschafts- und Wirtschaftstandort Deutschland.

Hans Peter Klein unterrichtete viele Jahre als Gymnasiallehrer und wurde 2001 auf den Lehrstuhl für Didaktik der Biowissenschaften an der Goethe Universität Frankfurt am Main berufen. Er ist Präsident der Gesellschaft für Didaktik der Biowissenschaften, Mitbegründer der Gesellschaft für Bildung und Wissen und Mitglied der Bildungskommission der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte. 2011/2012 war er als Gastprofessor am College of New Jersey in den USA tätig.
(aus der Verlagsinformation)

Veranstaltungsbericht: Singen mit Kindern

Am 11. Oktober 2016 war Frau Kretschmann, Frau des baden-württembergischen Ministerpräsidenten und neue Vorsitzende der Stiftung Singen mit Kindern, an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt zu Gast. Anlass war die feierliche Übergabe der gleichnamigen Zertifikate an zehn Schülerinnen und Schüler der Fachschule. Im Folgenden ist die Begrüßungsansprache des Gesamtschulleiters, Herrn PD Dr. Kunze, dokumentiert:

Im Namen der Schulleitung darf ich Sie alle sehr herzlich in der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik begrüßen. Als Gesamtschulleiter der Fachschule für Sozialpädagogik und der Berufsfachschule für Kinderpflege bin ich in der Regel zuständig für die trockene Schuladministration. Heute darf ich nun einmal das Wahre, Gute und Schöne im Bildungsgeschäft der Schule vertreten. – Ein besonderes Willkommen gilt Ihnen, liebe Frau Kretschmann. Wir freuen uns sehr, dass Sie als neue Vorsitzende der Stiftung „Singen mit Kindern“ unsere Schule besuchen und gerade Beutelsbach als Ort für die erste feierliche Übergabe von Zertifikaten ausgewählt haben.

Unsere Fachschule – mit rund vierhundert Schülerinnen und Schülern – bildet Kinderpfleger und Kinderpflegerinnen sowie Erzieherinnen und Erzieher aus. Daneben bieten wir Fort- und Weiterbildungen für Pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen an. Ferner werden wir ab dem nächsten Schuljahr ein integriertes Studienmodell anbieten, sodass unsere Schülerinnen und Schüler parallel zu ihrer Ausbildung bereits ein Bachelorstudium beginnen können.

 Im Rahmen ihrer Ausbildung können unsere Auszubildenden bereits inhaltliche Schwerpunkte setzen und auf diese Weise ein persönliches berufliches Profil entwickeln, beispielsweise in den Profilbereichen Forschen und Experimentieren, Ästhetische Bildung, Natur- und Umweltpädagogik oder Bildung und Erziehung von Kindern unter drei Jahren. Als evangelische Schule bieten wir ferner die Möglichkeit, über das Profilfach Religionspädagogische Praxis eine theologische Zusatzqualifikation zu erwerben. Die Profilfächer bieten die Möglichkeit, Themen vernetzt, ganzheitlich und praxisorientiert zu unterrichten, wofür die geltenden Lehrpläne möglicherweise nicht immer den Freiraum bieten, der wünschenswert wäre. 

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der musikalisch-rhythmischen Ausbildung und Chorarbeit. Gemeinsam mit Ihrer Stiftung, liebe Frau Kretschmann, können wir das Profilfach „Singen mit Kindern“ anbieten, das seit diesem Schuljahr bereits ab dem ersten Ausbildungsjahr belegt werden kann. Chor und Profilfach werden von Frau Kollegin Dott.ssa Rossi sehr engagiert geleitet. Die Schülerinnen und Schüler üben ihr analytisches Hören, lernen, geeignete Musikstücke für Kinder auszuwählen, und üben Methoden ein, mit denen Kindern ein ganzheitlicher Zugang zur Musik eröffnet werden kann. Ein wichtiger Schwerpunkt in unserem musikalischen Profilbereich ist das kindgerechte Singen, in Verbindung mit Bewegung und Instrumentalbegleitung. Wie ein roter Faden ziehen sich Haltungs- und Atemübungen sowie Stimmbildung durch die gesamte Schulzeit. Sehr herzlich darf ich Herrn Professor Bauer für die gute Zusammenarbeit beim Aufbau und bei der Entwicklung unseres Profilbereiches danken.

 Sehr geehrte Frau Kretschmann, Sie sind selber als Lehrerin tätig gewesen. In der Zeitung war zu lesen, dass sie einmal im Rückblick auf Ihre pädagogische Tätigkeit beklagt haben, dass es in den Schulstunden „zu wenig Zeit für Muße“ gebe. Es komme jedoch darauf an, „nicht nur den Kopf, sondern auch Hände und Herz“ auszubilden, wenn man allen Schülern gerecht werden wolle, „denn irgendwelche Fähigkeiten hat jeder“.  

Durch unseren Profilbereich „Singen mit Kindern“ wollen wir als Fachschule dazu beitragen, diesem Ziel gerecht zu werden. Ich darf an dieser Stelle aus der Konzeption des Profilbereiches zitieren: „Kinder haben ein Recht darauf, dass mit ihnen fachgerecht gesungen wird – gerade auch deshalb, weil in vielen Familien die Tradition des Miteinander-Singens nicht mehr vorhanden ist. Es ist eine Frage der Bildungsgerechtigkeit, dass mit allen Kindern in der ‚Kita‘ gesungen wird.“

Zehn Schülerinnen und Schüler, die heute ihr Zertifikat „Singen mit Kindern“ entgegennehmen können, werden diese Botschaft in besonderer Weise in ihrer beruflichen Tätigkeit umsetzen. Darüber freuen wir uns sehr. Schon jetzt darf ich Ihnen zum erfolgreichen Erwerb Ihrer Zertifikate herzlich gratulieren und alles Gute für Ihre weitere pädagogische Arbeit wünschen.

Weitere Informationen zur Stiftung Singen mit Kindern finden Sie hier.

Weitere Informationen zur Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt finden Sie hier.