Namenstag: Absalon von Roskilde

Die Einnahme von Arkona 1169, König Waldemar und Bischof Absalon, Gemälde von Laurits Tuxen

Die Kirche gedenkt am 21. März des sel. Absalon von Roskilde (1128 – 1201), Stadtgründer Kopenhagens, Vater der dänischen Nation, Erzbischof von Lund und Bischof von Roskilde. Das Bild zeigt ihn bei Bekehrung der heidnischen Wenden auf Rügen. Axel ist eine nordische Kurzform von Absalon.

Hochschule: Diskussion um Netzwerk Wissenschaftsfreiheit hält an

Die Angriffe auf das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit zeugen von der wachsenden Lust an der Diffamierung. Das Problem ist eine Haltungswissenschaft, die sich die Realität zurechtbiegt. – ist Thomas Thiel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung überzeugt.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/netzwerk-wissenschaftsfreiheit-die-angriffe-sind-eine-hexenjagd-19563715.html

Darstellung des Herrn

Mit dem morgigen Fest Darstellung des Herrn – oder auch: Mariä Lichtmess – endet die Weihnachtszeit. Der Tag erinnert daran, wie Jesus vierzig Tage nach seiner Geburt in den Tempel gebracht wird, dem jüdischen Gesetz folgend. Dabei kommt es zur Begegnung mit Simeon und Hanna. Simeon wird über das Kind sagen: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie Du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“ Die Kirche betet diese Worte Abend für Abend im Nachtgebet. In Erinnerung an diese Worte werden am 2. Februar Kerzen gesegnet. Sie erinnern an Jesus, das Licht der Welt.

Allen Lesern und Leserinnen einen gesegneten Lichtmesstag!

(Hans Memling: Darstellung Christi im Tempel, um 1463)

„Simeon und Hanna stehen für die Gerechten im Volk Gottes, die an die alten Verheißungen Israels geglaubt und auf das Kommen des Messias gewartet haben. Ein Gerechter ist im Alten Testament, wer aus einer lebendigen Beziehung zum Wort Gottes lebt, der „Freude hat an der Weisung des Herrn“, wie es im Psalm 1 heißt. Wer als Gerechter lebt, verlässt sich auf Gottes Verheißungen und richtet sein Leben an der Schrift aus. Er setzt seine Hoffnung voll und ganz auf Gott und vertraut sich seiner Treue an.

An Simeon und Hanna können wir ablesen, was dies bedeutet: Beide sind gerecht und fromm – sie leben aus dem Wort Gottes. Dies meint nicht, die Schrift als ein Regelwerk zu nehmen, an das man sich kleinlich und zwanghaft zu halten habe. Es meint, die Schrift aus einer persönlichen, liebenden Hinwendung zu Gott her zu lesen und zu verstehen.

Und aus dieser Haltung heraus, erkennt Simeon eine Verheißung, die Gott für die Zukunft noch Größeres zutraut, als seine Treue bereits getan hat. Simeon wartete auf die Rettung Israels, heißt es im heutigen Evangelium.

Es ist derselbe Geist Gottes, der Simeon zur prophetischen Lektüre der Schrift ermutigt und der ihn nun, da sich die Zeit erfüllen soll, in den Tempel führt. Und er erkennt: In diesem Kind erfüllt sich die Schrift. Gottes Verheißungen erweisen sich als gültig.

Simeon, der Gerechte, ist ein prophetischer, wir können auch sagen: ein geistlicher Mensch. Als ein Hoffender ist er offen geblieben für Gottes Anruf. Er rechnet mit dem Heilshandeln Gottes in der Gegenwart. Dies drückt sich in seinem Lobpreis aus, den uns Lukas überliefert.

Der Lobgesang Simeons verwendet Worte des Propheten Jesaja. Diese machen zwei Dinge über dieses Kind deutlich: Zum einen wird Jesus in die Verheißungen seines Volkes gestellt, indem er mit dem Gottesknecht  im Buch Jesaja identifiziert wird. Dessen Sendung hat etwas Universales; sie geht, wie Jesaja deutlich macht, über Israel hinaus und beinhaltet eine Heilszusage an alle Völker. Zum anderen geht es um ein Trostwort an Israel: Die Herrlichkeit Gottes kündigt dem verängstigten Volk sein rettendes Eingreifen an.

Dies bestätigt sich noch einmal in Hannas prophetischer Verkündigung.

Was Simeon und Hanna geglaubt haben, erfüllt sich in diesem Kind. Jesus lebt nicht allein aus dem Wort der Schrift, er ist das lebendige Wort Gottes selbst. Und dieses Wort fordert zur Entscheidung heraus. Und diese Entscheidung kann schmerzlich sein. Die Befreiung, die dieses Kind bringt, ‚kostet den Schmerz des Kreuzes‘, schreibt Benedikt XVI. in seiner Jesustrilogie über die Vorhersage Simeons.

Der Glaube an dieses Kind ist keine Ideologie. Denn Glaube ist kein nacktes Gerüst aus Glaubenssätzen und Theorien. Es geht um eine lebendige Beziehung. Und eine solche Beziehung verlangt den Einsatz der ganzen Person. Der Christ muss sein Leben und seine Taten aus der lebendigen Beziehung zu Gott und seinem menschgewordenen Wort bedenken und reflektieren – so wie Simeon und Hanna es getan haben, als Gerechte, die an Gottes Verheißungen festgehalten haben.“

(aus: Axel Bernd Kunze, in: WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen, 1/2020)

Neujahrsgrüße

Liebe Leserinnen und Leser von „Bildungsethik“,

von Herzen wünsche ich Ihnen einen guten Beschluss dieses Jahres sowie Zuversicht und Gottes Geleit für das neue Jahr. Ich danke Ihnen für Ihre treue Verbundenheit und freue mich auch weiterhin auf die streitbare bildungsethische Debatte. Wie schon bisher bleibt es die Überzeugung von „Bildungsethik“, bildungsethische Fragen in einem breiten politisch-gesellschaftlichen Kontext zu diskutieren. Ihr fortgesetztes Interesse würde mich freuen.

Mit herzlichen Grüßen, Ihr Axel Bernd Kunze

Predigtgedanken zur Weihnacht: Frieden

„Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und denen, die wohnen im finstern Lande, scheint es hell.“ Diese Worte sind mehr als zweieinhalbtausend Jahre alt. Und sie sind immer noch kraftvoll. Vielleicht sind uns diese Worte in Krisenzeiten wie den unsrigen besonders nahe. Sie stehen im Alten Testament, im Buch des Propheten Jesaja.

Christinnen und Christen erkennen dieses Licht im Stern, der die Weisen zur Krippe geführt hat, oder im Lichtglanz der Engelscharen, die in der Heiligen Nacht die Geburt Jesu verkündet haben und von denen wir soeben gehört haben. Jesus Christus ist der große Friedensbringer, der Friedensfürst, den Jesaja schon lange zuvor angekündigt hat. Und in der Weihnachtsnacht singen die Engel dann: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“

Frieden – dieses Wort steht über der Krippe des kleinen Jesuskindes. Frieden – das ist auch das erste Wort, das der Auferstandene zu den Jüngern sagen wird. Frieden – das ist auch die große Bitte unserer Tage. Allzu friedlos und krisenhaft erscheint uns unsere gegenwärtige Welt. Nicht wenige wollen davon am liebsten gar nichts mehr wissen und reduzieren ihren Nachrichtenkonsum. Umso drängender stellt sich die Frage, wie wir angesichts einer alles andere als heilen Welt heute von der Weihnachtsbotschaft sprechen können.

Wir haben zu Beginn gelesen, welche Sehnsucht nach Frieden uns heute erfüllt, was uns bewegt. Schon immer haben Menschen tiefe Sehnsüchte in sich getragen. Auch das Volk Israel, wir lesen im Alten Testament davon. Im Kommen Jesu erfüllen sich die uralten Verheißungen der Propheten. Gott erfüllt die Versprechen an sein Volk. Und dies ist unwiderruflich. Gott läutet an Weihnachten eine wirkliche Zeitenwende ein, er setzt einen Neuanfang, indem er in seinem Sohn Jesus Christus Teil unserer Menschheitsgeschichte wird. Seitdem zählen wir auch unsere Jahre vor und nach Christus. Gott wird Mensch, voll und ganz. Im hilflosen Säugling in der Krippe.

Die Treue und Liebe Gottes zu uns, die wir an Weihnachten feiern, gilt der ganzen Menschheit. Wer sich zu Jesus hält, an ihn glaubt, ihm nachfolgt, der findet Erlösung und Frieden, der wird geheilt und heil.

Aber etwas anderes gehört auch zu unserer Erfahrung: Auch nach dieser Zeitenwende Gottes gibt es Krisen und Unheiles in dieser Welt. Es wäre ein Verrat an den uralten Verheißungen, dies schönreden zu wollen, auch wenn ich niemandem die Weihnachtsstimmung vermiesen will. Noch leiden Menschen, erfahren sie Unrecht und Gewalt. Noch sind nicht alle Opfer der Geschichte gerechtfertigt. Wir Menschen könnten dies auch gar nicht.

Aber im Licht der Weihnachtsbotschaft wissen wir: Gottes Treue ist echt. Jesus hat uns die Liebe und Treue Gottes ganz leibhaftig erlebbar gemacht. Und Jesus wirkt fort, in dieser Welt, bis er einst wiederkommen wird, um Menschheit und Schöpfung zu vollenden.

Friede – das ist die Botschaft der Engel in der Weihnachtsnacht. Und die Engel singen uns auf diese Weise, wie Martin Luther gedichtet hat, „ein neues Jahr“. Die ökumenische Jahreslosung für das neue Jahr 2024 lädt uns ein, selbst zu Friedensbringern zu werden. Sie lautet: „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“ Die Worte sind dem ersten Korintherbrief entnommen.

Ein großes Wort. Und doch: Wir dürfen es wagen, unsere Aufgaben – als Schul- und Hausgemeinschaft wie jeder Einzelne persönlich – „in Liebe“ anzugehen und so diese Welt ein wenig friedvoller zu gestalten. Weil Gott uns zuerst geliebt hat – in Jesus Christus, seinem Sohn, der an Weihnachten geboren ist.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen und Ihren Lieben ein lichtvolles Weihnachtsfest, einen geruhsamen, erholsamen Beschluss des Jahres und ein friedvolles, von Gott gesegnetes neues Jahr 2024.

(Predigt aus der Christfeier einer Fachschule für Sozialpädagogik vor den Weihnachtsferien)

Weihnachtsgrüße

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht,

und denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.“

(Jesaja 9, 1)

Giotto di Bondone: Anbetung der Könige, 1302

Liebe Leserinnen und Leser,

Christen erkennen dieses Licht im Stern von Bethlehem, der die Weisen zur Krippe führt. Jesus Christus ist der von Jesaja verheißene Friedensfürst. Bei seiner Geburt singen die Engel: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“

Frieden – das ist auch die große Bitte an diesem Weihnachtsfest. Die ökumenische Jahreslosung für das neue Jahr 2024 lädt uns ein, selber zu Friedensbringern zu werden: Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe (1 Kor 16,14). Ein großes Wort. Und doch: Wir dürfen es wagen, die Aufgaben, die im neuen Jahr auf uns warten, in Liebe anzugehen und so diese Welt ein wenig friedvoller zu gestalten, weil Gott uns zuerst geliebt hat – im kleinen Kind von Bethlehem, dessen Geburt wir jetzt feiern.

Herzlichen Dank für die gemeinsame bildungsethische Debatte in diesem Jahr und Ihre Verbundenheit mit „Bildungsethik“. Von Herzen wünsche ich Ihnen und Ihren Angehörigen ein lichtvolles Weihnachtsfest sowie ein friedvolles, gesegnetes neues Jahr 2024.

Ihr Axel Bernd Kunze

Allerheiligen

Die Anfänge eines gemeinsamen Gedächtnistages für alle Märtyrer liegen im vierten Jahrhundert, als die Zahl der Gedenktage stark gewachsen war. Ephräm der Syrer bezeugt ein solches Fest in Ostsyrien für den 13. Mai, Johannes Chrysostomus für Antiochien und das byzantinische Reich am Sonntag nach Pfingsten. Der Ostersieg Christi spiegelt sich in der österlichen Vollendung der Heiligen. Rom übernimmt zunächst den Termin am 13. Mai, der an die Kirchweihe des Pantheons, zuvor ein Tempel zu Ehren aller Götter, erinnert. Ausgehend von Irland und England, verlagert sich das Allerheiligengedächtnis zunehmend vom Osterfestkreis auf den 1. November, den einstigen Winteranfang im keltischen Kalender. An diesem Tag gedenkt die Kirche aller in Christus Vollendeten, nicht allein der kanonisierten Heiligen. Im angelsächsischen Bereich wird der Vorabend des Festes Halloween genannt; sein Brauchtum verbindet heidnische und christliche Elemente der Ahnen- und Heiligenverehrung miteinander.

Fra Angelico (Die Vorläufer Christi mit Märtyrern und Heiligen, 1423/24)

Heilige sind keine Superhelden. Heilige sind Menschen wie du und ich, mit Zweifeln und Fragen, mit Alltagssorgen und beruflichen Problemen, mit Krankheiten und Ängsten. Und sie leben oft unerkannt, mitten unter uns. Paulus nennt in seinen Briefen alle, die auf den Namen Christi getauft wurden, Heilige. Heute feiern wir die vielen namenlosen Heiligen, die in ihrem Leben an Christus geglaubt und auf ihn vertraut haben und die ihre Vollendung schon erreicht haben. Sie dürfen Christus bereits schauen von Angesicht zu Angesicht. Wir sind noch auf dem Weg zu ihm.

Allen Lesern von „Bildungsethik“ einen gesegneten Allerheiligenfeiertag,

Ihr Axel Bernd Kunze

Appell: Neustart Bildung Jetzt

Zahlreiche Bildungsverbände und weitere Akteure aus dem Bildungsbereich fordern angesichts der deutlichen Probleme im Bildungssystem einen Nationalen Bildungsgipfel:

„Die massiven Probleme im deutschen Bildungssystem verletzen die Rechte jedes einzelnen Kindes und Jugendlichen auf bestmögliche Bildung und haben Folgeschäden für die gesamte Gesellschaft. Deshalb erfordern sie politisches Handeln in gesamtstaatlicher Verantwortung. Ein breiter Kreis aus Stiftungen, Verbänden und Gewerkschaften appelliert an den Bundeskanzler und die Regierungschefinnen und -chefs der Länder, mit einem Nationalen Bildungsgipfel einen grundlegenden Reformprozess im Bildungswesen einzuleiten.“

Den Appell finden Sie hier.