Gesegnete Weihnachten

Michael Rieser: Am Abend vor Christi Geburt (1869)

Es kommt ein Schiff, geladen

bis an sein‘ höchsten Bord,

trägt Gottes Sohn voll Gnaden,

des Vaters ewigs Wort.

(Gotteslob 236)

Liebe Leserinnen und Leser,

Advent – die Tage werden kürzer, die Nächte länger. Doch Weihnachten wendet das Blatt. Langsam nimmt das Tageslicht wieder zu. Das kreisende Jahr lässt uns erleben, was wir im Glauben bekennen: Jede Nacht kennt ein Ende. Keine Dunkelheit dieser Erde ist vollkommen. Seit Jesus Christus als das Licht in unsere Welt gekommen ist.

Weihnachten erreicht das Schiff, das hier besungen wird, seinen Hafen – so heißt es in dem Lied weiter:

„Der Anker haft’ auf Erden, / da ist das Schiff am Land. /

Das Wort will Fleisch uns werden, / der Sohn ist uns gesandt.“

Im Sohn Gottes, im rettenden Wort des Vaters will der Himmel in uns ankern. 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen glückselige Weihnachten sowie Zuversicht, Hoffnung und Gottes Geleit für 2025. Meinen Gruß verbinde ich mit einem herzlichen Dank für alle Verbundenheit, allen Austausch und Ihr Interesse an bildungsethischen Fragen im vergangenen Jahr. Wir werden diesen Dialog auch im neuen Jahr fortsetzen – weiterhin mit der Perspektive einer Verortung bildungsethischer Fragen in einem weiten theologischen, pädagogischen und gesellschaftlichen Rahmen. Ich freue mich auf den weiteren Austausch mit Ihnen.

Von Herzen weihnachtliche Grüße, Ihr Axel Bernd Kunze

Barbaratag

Am 4. Dezember feiert die Kirche den Gedenktag der heiligen Barbara, einer christlichen Märtyrin des dritten Jahrhunderts. Sie ist vor allem als Patronin der Bergleute bekantn. Ein Kirschzweig, an ihrem Gedenktag in die Vase gesteckt, blüht an Weihnachten. Der Legende nach soll Barbara auf dem Weg in das Gefängnis mit ihrem Gewand an einem Zweig hängengeblieben sein. Sie stellte den abgebrochenen Zweig in ein Gefäß mit Wasser, und er blühte genau an dem Tag, an dem sie das Martyrium erlitt und in den Himmel einging.

Neuerscheinung: Theologie und Gesundheit

Axel Bernd Kunze rezensiert in Heft 3/2024 der theologischen Fachzeitschrift CONCILIUM (60. Jahrgang, Themenheft „Theologie und Gesundheit“) folgende Bände:

Christoph Heizler: Der Einbezug in die Güte bei Meister Eckhart. Ein Beitrag zur theologischen Begründung und praktischen Entfaltung klinischer Seelsorgepraxis (Studien zur Theologie und Praxis der Seelsorge; 114), Würzburg: Echter 2022, 320 Seiten.

Norina Ullmann: Glaube und Gesundheit. Impulse der empirischen Religionspsychologie für eine integrative Seelsorge (Praktische Theologie im Wissenschaftsdiskurs; 31), Berlin/Boston: Walter de Gruyter 2024, 584 Seiten.

Axel Bernd Kunze (Rez.): Güte – Gabe – gewidmete Zeit, in: Concilium 60 (2024), H. 3, S. 103 – 107.

Gesegnete Allerheiligen- und Allerseelentage

„Wenn wir am Beginn des Gottesdienstes unsere Sünden bekennen, werden wir daran erinnert, dass wir begrenzte und sterbliche Menschen sind. Sterben ist kein punktuelles Ereignis, sondern durchdringt schon immer unser Leben. Für den Glaubenden gehören das Leben vor wie nach dem Tod zusammen. Wer sich daher auf das Sterben vorbereitet, flieht nicht aus dieser Welt; sein Leben vermag an Ernsthaftigkeit und Tiefe zu gewinnen. So kann sich für uns bereits heute das Wort des Paulus erfüllen: „Wir sind wie Sterbende, und seht: Wir leben.“ Diese Erfahrung, so glauben wir, wird auch einmal über der letzten Stunde unseres Lebens stehen. Diese Erfahrung erhoffen und erbitten wir an Allerseelen auch für unsere Verstorbenen, die uns zu Gott vorausgegangen sind.“

(aus: Liturgie konkret, Heft 2/2005; Bild: Das Jüngste Gericht, Bamberger Apokalypse, um 1000)

Ich wünsche allen Lesern und Leserinnen von „Bildungsethik“ gesegnete Allerheiligen- und Allerseelenfesttage. Bleiben Sie dem bildungsethischen Austausch auch weiterhin gewogen. Herzlich, Ihr Axel Bernd Kunze

Tag der Deutschen Einheit

Hl. Erzengel Michael, Bannerträger des deutschen Volkes, bitte für uns.

Hl. Bonifatius, Apostel der Deutschen, bitte für uns.

Hl. Petrus Kanisius, zweiter Apostel der Deutschen, bitte für uns.

Alle Heiligen und Seligen des deutschen Landes, bittet für uns.

„Allmächtiger Gott, du Lenker der Welt, deiner Macht ist alles unterworfen.

Wir bitten dich für unser Vaterland:

Gib den Männern und Frauen , die im öffentlichen Leben Verantwortung tragen, Weisheit und Tatkraft.

Gib allen Bürgern die rechte Gesinnung.

Laß Eintracht und Gerechtigkeit in unserem Lande herrschen und schenke uns allezeit Glück und Frieden.

Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit Dir lebt und herrscht, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

(Tagesgebet aus der Messe für Heimat und Vaterland und die bürgerliche Gemeinschaft)

Gute und erholsame Sommerferien

Das Gelungene und Schöne, aber auch das Unvollendete und Schwierige dieses Schuljahres dürfen wir loslassen und dem überlassen, der unser Leben segnen und heilen will.  Jetzt dürfen wir alle erst einmal loslassen, neue Kraft schöpfen, Zeit nehmen für das, was uns guttut und wofür im Schulalltag vielleicht nicht immer ausreichend Zeit und Raum bleibt.

IIch wünsche allen Leserinnen und Lesern eine gute Sommerzeit, erholsame Ferien und die notwendige Muße für Körper, Seele und Geist. Bleiben Sie wohlbehütet.

Hochfest der heiligen Apostelfürsten Petrus und Paulus

O Roma felix!

Der Apostelfürsten Tod

hat mit dem Purpur

ihres Blutes dich geschmückt.

Ihr großes Leben,

nicht dein Ruhm und deine Macht,

gibt dir den Vorrang

vor den Städten dieser Welt.

(aus der Tagzeitenliturgie des Hochfestes; ursprünglich karolingisch)

In vielen Gemeinden wird heute das Hochfest der beiden Apostelfürsten, das am 29. Juni im liturgischen Kalender steht nachgefeiert. „Bildungsethik“ wünscht einen gesegneten Festtag.

(Hippolyt-Katakombe, 4. Jh.)

Gedanken zum Festtag: Fronleichnam

Bone pastor, panis vere,
Jesu, nostri miserere,
Tu nos pasce, nos tuere,
Tu nos bona fac videre
In terra viventium.

(Thomas v. Aquin, 1264, Fronleichnamssequenz)

Pralinen und eine Flasche Wein waren in Bamberg der alljährliche „Preis“ zu Fronleichnam für einen Fensterplatz am Prozessionsweg, erinnert sich die Volkskundlerin Hottelmann-Schmidt an ihre Jugendzeit. Noch heute ist Bamberg für seine prächtige Fronleichnamsprozession bekannt. […]Fronleichnam wird nur dann überzeugend gefeiert werden können, wenn das Fest eingebettet ist in eine zeitgemäße eucharistische Frömmigkeit, die auch das Jahr hindurch das Leben der Gemeinde prägt – beispielsweise eine würdig gestaltete Kommunionspendung oder regelmäßige Gebetsstunden vor dem Allerheiligsten. Die Frage nach der Bedeutung der eucharistischen Gegenwart für das Leben der Gemeinde, geht über die Vorbereitung des Fronleichnamsfestes hinaus und wäre wert, vom Pfarrgemeinderat weiter verfolgt zu werden – auch dann, wenn die Prozessionsaltäre für dieses Jahr wieder auf dem Speicher des Pfarrhauses verstaut sein werden.

(Auszug aus: Axel Bernd Kunze: Pralinen und Wein für einen Fensterplatz, in: Heinrichsblatt, 113. Jg., 11. Juni 2006, S. 28)

Allen Lesern und Leserinnen von „Bildungsethik“ wünsche ich einen gesegneten Fronleichnamsfesttag.

Gesegnete Pfingsten

Ingeborg-Psalter (um 1220)

Pfingstgedanken aus WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen (21. Jg., 3/2024):

„Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort.“ So haben wir es in der ersten Lesung gehört. Für Lukas, den Verfasser der Apostelgeschichte, liegen zwischen Ostern und Pfingsten fünfzig Tage. Die Liturgie folgt diesem Zeitrhythmus. Für das Johannesevangelium fallen die Erscheinung des Auferstandenen an Ostern und der Empfang des Heiligen Geistes an einem Tag zusammen. So unterschiedlich die Darstellung auch ausfällt, für Lukas wie Johannes gilt: Die Geistsendung gehört zum Ostergeschehen. Ostern und Pfingsten lassen sich nicht trennen.

Lebendige Gegenwart

Was Jesus Christus uns durch seine Auferstehung erwirkt hat, ist kein abgeschlossenes Ereignis, das wir nur aus der Ferne betrachten könnten. Was an Ostern geschehen ist, setzt sich fort, durch das Wirken des Heiligen Geistes, in der Kirche. Wir sind keine unbeteiligten Zuschauer. Wir haben daran lebendigen Anteil, weil Gottes Geist, den Jesus den Seinen verheißen hat, in uns lebt und wirkt. Wir alle wurden, wie es Paulus in der zweiten Lesung ausgedrückt hat, mit dem einen Geist getränkt. In der Taufe ist uns der Heilige Geist geschenkt, er lebt und wirkt in den Getauften, in einem jeden von uns.

Wir können es auch anders sagen: Die frühen Christen haben uns zeitlich nichts vor­aus, auch wenn sie Augen- und Ohrenzeugen der österlichen Ereignisse waren. Der Heilige Geist, den wir empfangen haben, setzt das Werk des Auferstandenen in den Getauften fort, bis ans Ende der Zeiten. Und dies ebenso lebendig und aktuell wie in den Anfängen der jungen Kirche. Was wir in den fünfzig Tagen der Osterzeit feiern, ist lebendige Gegenwart – in uns, durch die Sendung und das Wirken des Heiligen Geistes.

Wirkliche Neuschöpfung

Bei Johannes empfangen die Jünger den Heiligen Geist, indem der Auferstandene sie anhaucht. So wie der erste Adam, der alte Mensch, erschaffen wurde, weil Gott ihm seinen Lebensatem eingehaucht hat, so wird der erlöste Adam, der österliche Mensch, neugeschaffen durch den Hauch des Geistes. Was an Ostern geschieht, ist nicht eine Fortsetzung des Bisherigen. Der Auferstandene kehrt nicht einfach in sein früheres Leben zurück, auch wenn ihn die Jünger an den Malen seiner Hände und seiner Seite erkennen können. Was an Ostern geschieht, ist eine wirkliche Neuschöpfung.

Was wir im Licht von Ostern glauben und erhoffen dürfen, ist nicht eine Erneuerung unseres irdischen Lebens. Im Heiligen Geist sind wir hineingenommen in die Gemeinschaft Jesu mit seinem Vater. Unsere gesamte Existenz wird verwandelt werden, sodass wir Anteil erhalten am Leben Gottes.

Erneuernde Kraft

Für diese Neuschöpfung Gottes, die an Ostern geschieht, steht die Macht der Sündenvergebung. Das Wirken des Geistes schafft eine neue Welt, einen Neubeginn durch Vergebung der Sünden. In Taufe und Firmung wird unser alter Mensch vernichtet. Wir werden erneuert, gleichsam neugeboren. Wir werden gestärkt durch den Beistand, den Jesus uns verheißen hat, damit wir als neue Menschen leben.

Diese verändernde und erneuernde Kraft der Sündenvergebung vertraut der Auferstandene seiner Kirche an. Wir sind nicht auf uns allein gestellt. Es ist die Gemeinschaft der Glaubenden, in der wir Gottes Beistand erfahren, in den Sakramenten, im gemeinsamen Hören auf das Wort Gottes, in der Gemeinschaft des Gebetes und der gegenseitigen Solidarität.

In der Kirche dürfen wir erfahren, was Ostern bedeutet – immer wieder neu und lebendig. Weil in der Kirche Gottes Geist wirkt. Auch wenn unsere Welt alles andere als heil ist und der endgültigen Vollendung noch entgegengeht, dürfen wir schon im Hier und Jetzt erfahren, was an Ostern begonnen hat. Und das ist die Hoffnungsbotschaft, welche die Kirche bezeugen soll. Dieser pfingstliche Auftrag gilt auch für uns und unsere Gemeinde.

Auch unsere Gemeinde ist reich an vielfältigen Begabungen, an vielfältigen Gaben des Geistes. Jeder soll einsetzen, was ihm möglich ist, damit wir gemeinsam Gottes Wirken in dieser Welt bezeugen: Umkehr, Vergebung und Neuwerden sind möglich. Weil Gott diesen Neuanfang schon gesetzt hat, weil diese Neuschöpfung schon begonnen hat: an Ostern und Pfingsten, in der Auferstehung seines Sohnes und der Sendung seines Geistes.

In dieser Gewissheit wünsche ich allen frohe und gesegnete Pfingsten.

Ich hoffe weiterhin auf Ihr Interesse an „Bildungsethik“ und freue mich auf die weitere bildungsethische Debatte mit Ihnen, Ihr Axel Bernd Kunze