Neuerscheinung: Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, / Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben. –

Es gibt Gedichtzeilen, die so oft zitiert werden, dass sie irgendwann zu geflügelten Worten werden. Und dann vielleicht auch ihr eigentlicher Sinn verloren geht. So ist es auch mit diesen Zeilen aus Hermann Hesses philosophischem Gedicht „Stufen“, entstanden nach langer Krankheit am 4. Mai 1941. Hesse betrachtet das Leben als einen fortwährenden Prozess: Ist ein Lebensabschnitt durchschritten, folgt der nächste. Der Mensch solle sich nicht an einer bestimmten Lebensstufe festhalten; er solle vielmehr mit Tapferkeit und Heiterkeit zugleich voranschreiten. Versuche sich der Mensch auf einer Lebensstufe einzurichten, drohe er zu erschlaffen und matt zu werden. Für Hesse gibt es keine Heimat im Leben, in der wir uns einrichten könnten. Und auch der Tod ist für ihn letztlich nur Abschied von einer Lebensstufe hin zu einer anderen.

Wie oft haben wir die Zeile vom „Zauber des Anfangs“ schon gehört!? … bei Hochzeiten oder Taufen, bei Verabschiedungen und Amtseinführungen. Doch Hesses Gedicht ist weit davon entfernt, solche Ereignisse zu romantisieren. Wer einmal das ganze Gedicht liest, spürt eine andere Stimmung: Es geht um Aufbrüche – ja. Aber Aufbrüche sind nicht allein befreiend, sie kennen immer auch eine andere Seite: Aufbrüche und Neuanfänge erwachsen im menschlichen Leben aus schmerzlicher Veränderung.

Beginn eines Predigtvorschlags zum Ersten Fastensontag 2021 – den folgenden Text finden Sie in der Zeitschrift der „Prediger und Katechet“:

Axel Bernd Kunze: Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne (Mk 1, 12 – 15), in: Der Prediger und Katechet. Praktische katholische Zeitschrift für die Verkündigung des Glaubens 160 (2021), H. 2, S. 211 – 214.

Neue Rezensionen zum Band „Wiederentdeckung des Staates in der Theologie“

Der Studentenhistoriker Bernhard Grün („Die Fuxenstunde“, „Der Comment“) hat im aktuellen „Burschenschafter“ der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft den Band „Wiederentdeckung des Staates in der Theologie“ von Alexander Dietz, Jan Dochhorn, Axel Bernd Kunze und Ludger Schwienhorst-Schönberger (Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2020) gewürdigt (Jg. 4, H. 2/2020, S. 92 f.) Ein gekürzter Wiederabdruck findet sich in den Wingolfsblättern (Jg. 139, H. 4/2020, S. 290 – 292) – ein kurzer Auszug hieraus:

„Die Volks-, Kultur- und Willens als natürlicher Bezugsrahmen dürfe keinesfalls übergangen werden, denn: ‚Die Freiheitsbewegung des 19. Jahrhunderts wusste, wie das ‚Lied der Deutschen‘ aus der Feder Hoffmanns von Fallersleben zeigt, um den Zusammenhang von Einigkeit und Recht und Freiheit.‘ Die egalitäre ‚Zivilgesellschaft‘ sei nicht in der Lage, den Menschen in seiner Komplexität, die sich auch in gemeinsamer Herkunft, Sprache, Kultur und Werten manifestiere, abzubilden.“

Schlaglicht: Wahlkampf statt Kultuspolitik – Planlose Bildungspolitik geht auch nach Weihnachten weiter

Kaum sind die Weihnachtsfeiertage vorüber, geht die planlose Kultuspolitik weiter wie zuvor. Statt berechenbarer, vorausschauender Krisenpolitik werden Lehrer und Schüler weiterhin zu Opfern eines beständigen politischen Tauziehens. Während Rheinland-Pfalz und Hamburg auch nach Ablauf der Weihnachtsferien zunächst nicht zum vollen Präsenzunterricht zurückkehren wollen, will Baden-Württemberg die Schulen möglichst rasch wieder öffnen – „unabhängig von den Coronazahlen“, wie die Stuttgarter Kultusministerin Eisenmann erklärt. Die CDU-Herausforderin von Ministerpräsident Kretschmann ist schon länger mehr Wahlkämpferin als Bildungspolitikerin – und nimmt dafür die Lehrkräfte ihres Bundeslandes in Mithaftung. Jetzt fordert die SPD-Opposition den Rücktritt der Ministerin. Damit die Wählerstimmen der Eltern nicht verloren gehen, sollen die Schulen im CDU-Landtagswahlkampf als Betreuungseinrichtungen herhalten. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz für Lehrkräfte wird weiterhin geleugnet, auch wenn neuere Studien ein höheres Infektionsrisiko in Schulen annehmen, als bisher suggeriert wurde.

Wer einen verlässlichen Unterrichtsbetrieb auch unter Pandemiebedingungen sicherstellen will, sollte den Schulen endlich Planungssicherheit bieten sowie Schulleitungen und Lehrkräfte administrativ wirksam entlasten. Dann könnten die Schulen sich auf den Wiederbeginn des Unterrichts vorbereiten, anspruchsvolle Konzepte für einen Wechselunterricht erarbeiten und das Infektionsrisiko durch kleinere Lerngruppen verringern. Stattdessen gleichen die Weihnachtsferien einmal mehr einer Hängepartie, während alle wie das Kaninchen vor der Schlange gabannt auf die Entscheidungen der ominösen Kanzlerrunde am 5. Januar warten, auch wenn dieses Gremium verfassungsrechtlich keine Legitimation besitzt.

„Bedenken second“ formulierten einst die Liberalen im Wahlkampf. Und nun!? Statt einer blauäugigen, pädagogisch naiven und unüberlegten Digitalisierungseuphorie, die aus der einstigen F.D.P.-Parole sprach, wäre jetzt die Zeit gekommen, die Vorteile eines didaktisch klug überlegten, digital gestützten Wechselunterrichts tatsächlich zu nutzen. Aber hierfür bräuchte es eine rationale Krisen- und Vorsorgepolitik, die nicht affektgeleitet und stimmungsgeleitet, sondern berechenbar und vorausschauend auf die Pandemie reagiert. Und es bräuchte Politiker, die bereit sind, in einer Krisensituation auch tatsächlich Verantwortung zu übernehmen. Eine Politik, deren Krisenvorsorge- und Infektionsschutzmaßnahmen nachvollziehbar, verhältnismäßig und berechenbar wären, könnte auf den notwendigen Rückhalt in der Bevölkerung setzen. Ein solcher kann allerdings nicht erzwungen werden, er setzt Vertrauen in die politisch Verantwortlichen und Freiheitsbewusstsein voraus.

Herzliche Glück- und Segenswünsche zum Jahreswechsel

Am 18. Januar 2021 jährt sich zum hundertfünfzigsten Mal die Gründung des deutschen Kaiserreiches. Der bekannte Studentenhistoriker Harald Lönnecker schreibt hierzu: „Am 18. Januar 1971 gab die Deutsche Bundespost in einer Auflage von 30.000 Stück eine Sonderbriefmarke zum 100. Jahrestag der deutschen Reichsgründung heraus. Zugleich erschien in identischer Auflage eine Sonderbriefmarke zum 100. Geburtstag des ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert […] 2021 wird zwar Eberts 150. Geburtstag gewürdigt, von der Reichsgründung ist jedoch nicht mehr die Rede.“ Das politische Berlin schweigt dieses für die Geschichte der deutschen Nationalstaatswerdung wichtige Datum tot – wie zuvor schon die Jubiläen der Urburschenschaft oder des Wartburgfestes. Im Gegenteil: Die alten Reichsfarben Schwarz-Weiß-Rot werden zunehmend kriminalisiert. Schwarz-Rot-Gold wird zwar vom Bundespräsidenten betont, aber möglichst ohne Bezug auf die untrennbar damit verbundene burschenschaftliche Nationalbewegung. Diese „Farben-“ und Erinnerungspolitik wirft ein bezeichnendes Licht auf den Umgang mit den Traditionen und geistigen Werten unserer deutschen Geschichte im merkelgeführten Deutschland. Ein Volk, das sich seiner Geschichte nicht mehr bewusst ist, verliert seine Identität und sein Nationalbewusstsein. Noch einmal Fbr Lönnecker: „1871 gab der deutschen Einheit Normalität. Ebenso der bundesstaatlichen Form, denn als Einheitsstaat hätte Deutschland nicht funktioniert. Und blicke man ein paar Jahre weiter, erkenne man, auch der Sozialstaat und das Parteiensystem wurzeln im Kaiserreich.“ Wir würden gut daran tun, den 18. Januar 1871 nicht zu vergessen. Denn ohne dieses Datum, so der Militärhistoriker Michael Epkenhans, gebe es letztlich auch keine Bundesrepublik Deutschland. Um deren geistige Grundlagen steht es nicht unbedingt zum Besten.

Unser Land steht im kommenden Jahr vor nicht geringen Herausforderungen, die keinesfalls allein der Coronapandemie geschuldet sind. Die Gesellschaft ist gespalten, der öffentliche Diskurs polarisiert. Der Rechtsstaat ist brüchig geworden und hat an Vertrauen verloren. Das Freiheitsbewusstsein schwindet, der „offiziell“ geduldete Diskurskorridor verengt sich zusehends. Die programmatischen Worte unserer burschenschaftlich geprägten Nationalhymne werden in einer solchen Situation zu so etwas wie einem kollektiven Neujahrswunsch für alle, denen unser Gemeinwesen am Herzen liegt: Einigkeit und Recht und Freiheit!

Allen Lesern und Leserinnen meines Weblogs wünsche ich persönlich einen gesegneten Jahreswechsel sowie alles Gute, Gesundheit, Zuversicht und Gottes Segen für das neue Jahr. Der streitbare bildungsethische Diskurs wird weitergehen. Denn Bildung bleibt wichtig, wenn wir die wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Folgen dieses Krisenjahres meistern wollen. In diesem Sinne herzlichen Dank für Ihre Treue und Ihr anhaltendes Interesse an Beiträgen und Nachrichten zu einer Sozialethik der Bildung.

Schlaglicht: Merkel hat Krisen verschärft, nicht gelöst

Thomas Gutschker rühmt in der F.A.Z. vom 29. Dezember 2020 (Europa den Stempel aufgedrückt, S. 1) Angela Merkel als Krisenmanangerin Europas. Ihrer Stärke sei das Brexit-Abkommen vom Heiligabend zu verdanken. Man mag über den EU-Austritt Großbritanniens denken, wie man will. Die europäische Zusammenarbeit ist dadurch geschwächt worden, und damit auch Europas Stärke gegenüber einem autoritären, machtbewussten China. Die deutsche Politik hat Chinas Streben nach globalem Einfluss bisher weitgehend ausgeblendet. Dies wird sich noch rächen. Auch hat die Kanzlerin, anders als Gutschker meint, die Flüchtlingskrise in Europa nicht gelöst, sondern verschärft. Merkel hat ihre moralisierende Migrationspolitik, welche nicht nur die territoriale Integrität Deutschlands, sondern auch die  Stabilität Europas gefährdet, bis heute nicht korrigiert. Dass Europa nicht bereit ist, entschieden gegen illegale Einwanderung vorzugehen, war ein entscheidender Grund, weshalb die Briten für den Austritt aus der EU gestimmt haben. Von weitsichtigem Krisenmanagement kann keine Rede sein.

In memoriam: P. Prof. Dr. Anton Rauscher SJ verstorben

Vor den Weihnachtstagen verstarb der langjährige Direktor der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle (KSZ) in Mönchengladbach, P. Prof. Dr. Anton Rauscher SJ. Einen Nachruf aus der Feder seines Nachfolgers finden Sie auf den Seiten der KSZ. Mögen sein Leben und sein theologisches Werk bei Gott angenommen sein. Was an irdischer Erinnerung bleibt, ist seine handschriftliche, lateinische Widmung im persönlichen Exemplar des von ihm herausgegebenen, beeindruckenden „Handbuches der Katholischen Soziallehre“ (Berlin 2008), das gerade mit seinen staatsethischen Beiträgen dem Verfasser immer wieder wertvolle Hilfe geleistet hat.

Have, pia anima!

Rezension: Was ist des Kaisers? – Wiederentdeckung des Staates in der Theologie

Die aktuelle Ausgabe des Burschenschafters, der Verbandszeitschrift der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft (ADB), hat den Band „Wiederentdeckung des Staates“ (von Alexander Dietz, Jan Dochhorn, Axel Bernd Kunze und Ludger Schwienhorst-Schönberger; Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2020) besprechen lassen:

Bernhard Grün (Rez.): Wiederentdeckung des Staates in der Theologie. Dietz, Dochhorn, Kunze, Schwienhorst-Schönberger. Rezension von Dr. Bernhard Grün – Markomannia Würzburg, Ferdinandea-Prag zu Heidelberg und Suebo-Danubia Ulm, in: Der Burschenschafter 4 (2020), H. 2, S. 92 f.

WAS IST DES KAISERS?

Fragen zur Zukunft des Nationalstaats, des Rechtsstaats, des Sozialstaats und der staatlichen Demokratie bestimmen derzeit die öffentlichen Debatten. Während Kirche und Theologie in der Vergangenheit dem Staat oft zu unkritisch gegenüberstanden, hat sich in den letzten Jahrzehnten eine theologische Staatsvergessenheit und teilweise sogar Staatsverachtung verfestigt. Dies entspricht aktuellen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Trends. Vor dem Hintergrund dieser Krise des Staates ist kritisch zu erörtern, in welchem Verhältnis Staatlichkeit, partikulare Identität und das christliche Wirklichkeitsverständnis zueinander stehen. Dazu leisten die Autoren dieses Bandes Beiträge in exegetischer und ethischer Perspektive.

(aus der Verlagsankündigung)

Gesegnete Weihnachten

Video caelos apertos, et Iesum stantem a dextris virtutis Dei. Alleluia.

(aus der Liturgie am 26. Dezember)

Liebe Leser und Leserinnen meines Weblogs,

herzlichen Dank für alle Verbundenheit im zu Ende gehenden Jahr und für Ihre Interesse an meinem bildungsethischen Weblog. Ich freue mich, wenn wir die bildungsethische Debatte auch im neuen Jahr gemeinsam fortsetzen.

Dieses Mal möchte ich meinem Weihnachtsgruß einige Gedanken zum zweiten Weihnachtstag beifügen. Bereits seit dem vierten Jahrhundert feiert die Kirche an diesem Tag den heiligen Erzmärtyrer Stephanus. Weil sein Fest in die Weihnachtsoktav fällt, wird er auch als einer der „Begleiter Christi“ bezeichnet.

Gesegnete, friedvolle Weihnachtstage sowie alles Gute, Wohlergehen und Gottes Segen für das neue Jahr!

„Gerade einmal ein Tag und eine Nacht – und die Weihnachtsidylle ist wie weggeblasen. Ein neues Kapitel bricht in den heutigen Lesungen für das junge Christentum an: Die Steinigung des Stephanus ist Auftakt für die Verfolgung und Zerstreuung der Jerusalemer Urgemeinde.

Weitere Verfolgungen werden folgen, bis in unsere Tage. Papst Johannes Paul II. schrieb vor der Jahrtausendwende: „In unserem Jahrhundert sind die Märtyrer zurückgekehrt, häufig unbekannt, gleichsam ‚unbekannte Soldaten‘ der großen Sache Gottes.“ Ein Ende ist nicht abzusehen. Das Christentum sei die am stärksten verfolgte Religionsgemeinschaft weltweit, urteilen Nichtregierungsorganisationen. Das Hilfswerk „Open Doors“ spricht von rund 160 Millionen verfolgten Christen; in 69 Ländern seien sie Bedrohungen oder Benachteiligungen ausgesetzt.

Schon die Evangelien sprechen von Verfolgungen, mit denen die Anhänger Jesu zu rechnen haben. […] Nach der Apostelgeschichte war der Diakon Stephanus der erste, der seinen Glauben sogar mit dem Leben bezahlte. Was zunächst wie ein geordneter Prozess beginnt, gerät außer Kontrolle. Falsche Zeugen heizen die Stimmung an, bis zum Lynchmord.

Stephanus verteidigt sich in einer glänzenden Rede, welche die Wut seiner Gegner nur noch mehr anstachelt. Ausgehend von den Patriarchen, zeigt er auf, wie die Heilsgeschichte Israels auf Jesus zuläuft. Nicht mehr Gesetz und Tempel sind entscheidend. Gottes Heiligkeit offenbart sich in einer Person, in der Gott selbst Mensch wurde. Immer wieder hat sich Israel gegen Gott aufgelehnt und sein Gesetz missachtet. Am Ende konnte selbst Jesus sich der Verwerfung nicht entziehen.

Hier zeigt sich das entscheidende Kennzeichen eines christlichen Martyriums: Es gründet in einer Beziehung. Der Märtyrer stirbt nicht für eine bestimmte Weltanschauung oder eine abstrakte Idee. Der Märtyrer stirbt für Jesus Christus, der schon vorweg für ihn gestorben ist. Das Martyrium ist die stärkste Form des Zeugnisses, die der Christ ablegen kann. Der Märtyrer gibt sich selbst und wird dadurch Christus ähnlich, der die Freiheit besaß, sich selbst ganz am Kreuz hingeben zu können – für das Heil der Menschen. Jesus ist in seinem Zeugen gegenwärtig. Sein Geist ist es, so sagt es Matthäus, der in der Stunde der Entscheidung aus dem Märtyrer spricht. 

Der heilige Augustinus nennt die Märtyrer „Fürsten des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe“. Das Martyrium bezeugt den Glauben an Gott, der die Kraft hat aus dem Tod zu retten. Wer in der Taufe mit Christus gestorben ist, weiß, dass er auch mit ihm auferstehen wird. Gegen die Gefahr, angesichts der Unausweichlichkeit von Gewalt zu resignieren, verkörpert der Blutzeuge die Hoffnung, dass Sünde und Gewalt nicht das letzte Wort in der Geschichte haben werden. Dem gewalttätigen Nein der Menschen stellt er den Tod Christi entgegen: So wie Christus am Kreuz übereignet er sich der offenbarenden Liebe Gottes und stellt Gott restlos sein Leben zur Verfügung.

Das Martyrium provoziert: nicht allein die Verfolger, die durch die Bereitschaft zur Ganzhingabe in Frage gestellt werden. Indem es den unbedingten Anspruch der Sache Jesu bezeugt, bleibt das Martyrium auch eine Anfrage an die Kirche und an jeden Einzelnen von uns.

Auch wir sind dazu berufen, treu zu Jesus Christus zu stehen und den Glauben an ihn zu bezeugen. […] Zeugnis beginnt im Alltag. Dort sollen wir Zeugnis ablegen von der Hoffnung, die uns erfüllt. Es liegt an uns, ob andere vom Evangelium erfahren oder ob wir den Schatz des Glaubens verstecken – aus der Angst heraus, aufzufallen, anzuecken, ausgelacht zu werden, als intolerant zu gelten oder auch als ewiggestrig.“

(Auszug aus: Axel Bernd Kunze, in: WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen, 17. Jg., Heft 6/2020)

Rezension: Inklusion in der Pastoral

Axel Bernd Kunze rezensiert im aktuellen Themenheft „Viele Begabungen – eine Kirche für alle“ der Internationalen Zeitschrift für Theologie CONCILIUM folgende Titel:

Wolf Clüver: Religionssensible Assistenz. Professioneller Umgang mit Religion in der Heilerziehungspflege, Stuttgart: Kohlhammer 2020, 140 Seiten.

Michaela Geiger, Matthias Stracke-Bartholmai (Hg.): Inklusion denken. Theologisch, biblisch, ökumenisch, praktisch (Behinderung – Theologie – Kirche. Beiträge zu diakonisch-caritativen Disability Studies; Bd. 10), Stuttgart: Kohlhammer 2018, 310 Seiten.

Markus Schiefer Ferrari: Exklusive Angebote. Biblische Heilungsgeschichten inklusiv gelesen, Ostfildern: Matthias Grünewald 2017, 140 Seiten.

Axel Bernd Kunze (Rez.): Keine Privatsache, in: Concilium 56 (2020), H. 5, S. 597 – 602.

Leserbriefdebatte in der F.A.Z. zur Kultuspolitik in der Coronakrise

Der Feuilletonbeitrag des F.A.Z.-Herausgebers Jürgen Kaube „Kein Plan“ in der F.A.Z. vom 11. Dezember 2020 zur Kultuspolitik im Rahmen der Coronakrise dieses ersten Schulhalbjahres hat eine Leserbriefdebatte ausgelöst. Wer sich eine eigene Meinung bilden möchte, kann die Debatte online verfolgen: https://www.faz.net/aktuell/politik/briefe-an-die-herausgeber/briefe-an-die-herausgeber-vom-15-dezember-2020-17102129.html

Axel Bernd Kunze schreibt: „Krisen machen Fehlentwicklungen schmerzlich deutlich: Und so zeigt sich in diesen Tagen, wie sehr in der Politik mittlerweile der Betreuungs- den Bildungsauftrag an Schulen dominiert. Auf Dauer sinkt die Unterrichtsqualität, wenn sozialpolitische Anliegen oder kurative Aufgaben wichtiger werden als das schulische Kerngeschäft.