Tagungsbericht: Glatzer Theologen besuchen Bonifatiuswerk

In der Osterwoche findet traditionell das Treffen der Priester, Diakone und Theologen aus der Grafschaft Glatz statt – in diesem Jahr in Paderborn. Zum Programm am Ostermittwoch gehörte ein Besuch im Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken. Die Gruppe informierte sich über die Tätigkeiten des Werkes im Rahmen missionarischer Pastoral:

https://www.bonifatiuswerk.de/de/news/2023/priester-und-diakone-aus-der-grafschaft-glatz-zu-besuch-im-bonifatiuswerk/

Weitere Programmpunkte waren Führungen durch den Dom, den Domschatz und das Diözesanmuseum, in dem zurzeit das neue Marienretabel zu sehen ist, das im Naumburger Dom auf Widerstand der UNESCO-Komission für das Weltkulturerbe gestoßen war.

Die Grafschaft Glatz in Niederschlesien gehörte traditionell zum Erzbistum Prag und wurde von einem Großdechanten verwaltet (dieser weltkirchlich einmalige Titel entstand durch Druck der preußischen Regierung). 1946 wurden die Deutschen aus der Grafschaft vertrieben, vornehmlich in die (Erz-)Bistümer Paderborn, Münster, Osnabrück und Hildesheim, einige von ihnen aber auch in das Gebiet der ehemalige DDR.

Netzwerk Wissenschaftsfreiheit: Stellungnahme zu Vorgängen an der Universität Hamburg

Netzwerk Wissenschaftsfreiheit zur Absage der Konferenz „We want our World back“

Pressemitteilung, 4. April 2023

Das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit kritisiert die Absage der vom AStA der Universität Hamburg organisierten Konferenz „We want our World back“ (https://www.asta-uhh.de/1-aktuelles/statement-zur-konferenz.html) durch das Präsidium der Universität und sieht hierin eine mögliche Verletzung der Wissenschaftsfreiheit. Eine solche Absage darf nur darauf gestützt werden, dass die Gefahr des Verbreitens strafbarer oder verfassungsfeindlicher Inhalte besteht, was konkret belegt werden muss. Lediglich die Mitgliedschaft eines Referenten in einer ausländischen Organisation ist dafür nicht hinreichend. Die Universitätsleitung wird aufgefordert, konkrete Hinweise vorzulegen.

Quelle: www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de

Neuerscheinung: Interkulturelle Bildung

Die erste Ausgabe der Fachzeitschrift „Pädagogikunterricht“ für dieses Jahr ist erschienen – zum Thema: Interkulturelle Bildung in Zeiten des Integrationsparadoxes. Mit folgenden Beiträgen:

  • Gesellschaftliche Ungleichheit und Diskriminierung als Gegenstand und Herausforderung für das Bildungssystem (Aladin El-Mafaalani)
  • Aktualität im Pädagogikunterricht (Tobias Kammer)
  • Wie kann man interkulturelles Denken fördern? (Wolfgang Nieke im Interview mit Tobias Kammer)
  • „We.are.your.friends, Jumina und Co – je (k)ein tragfähiges Konzept im Sinne der 10 Ziele … nach Nieke?!“ (Lisa Becking-Krandick)
  • Erprobung und Beurteilung der Methode „Ein Schritt nach vorn“ auf Grundlage des ersten Ziels Interkultureller Erziehung und Bildung nach Wolfgang Nieke (Isabel Pilger)

Zwischenruf: Ist Gendersprache politisch noch aufzuhalten?

Können Volksbegehren gegen das sprachliche Gendern wie in Hamburg und Baden-Württemberg erfolgreich sein? Die Mehrheit wäre grundsätzlich wohl da. Aber ich bleiben dennoch skeptisch. Allzu tief ist die Gendersprache schon in öffentlichen Institutionen, insbesondere in Schulen und Hochschulen, verankert. Hier wird vielfach mit ethischen Hochglanzbegriffen gearbeitet, die schon von vornherein die Debatte lenken. Wer anders denkt und spricht, ist ungerecht, diskriminierend, ausgrenzend, nichtinklusiv … Oder anders gesagt: Wer will auch schon gegen Gerechtigkeit oder Diskriminierungsverbote sein!? Mehr „Differenzierungsfähigkeit“ findet sich leider oft noch nicht einmal Beiträgen der wissenschaftlichen Sozialethik. Selbst wenn solche Volksbegehren am Ende erfolgreich sein werden, befürchte ich, wird man sich politisch andere Wege suchen, das sprachliche Gendern durchzusetzen.

Eine faire und ergebnisoffene ist in unserem Land immer weniger möglich und gewünscht, nicht nur an den Hochschulen. „Gender“ ist als Querschnittsaufgabe längst in den Bildungsplänen der Schulen verankert. Die Querschnittsaufgaben sind Prüfungsstoff und sollen in der Schulgemeinde gelebt werden. Zum einen weiß ich nicht, wie ich „Gender“ und weitere Querschnittsaufgaben leben soll. Ich dachte, es handele sich hier um eine Analysekategorie, ein Deutungsangebot, eine Theorie oder wie auch immer. Darüber kann man in einer Bildungseinrichtung reflektieren und diskutieren – aber das ist nicht mehr vorgesehen. Es geht darum, „einfach zu machen“.

Zum anderen sollte das Gelernte im Bildungsprozess eigenständig von den Lernenden gewertet werden, die dann eigene Schlüsse für ihr Handeln ziehen sollten. Aber auch das ist nicht mehr vorgesehen. Das übernehmen jetzt für uns Bildungsplankommissionen, Hochschul- und Kultusverwaltungen und andere staatliche oder halbstaatliche Akteure. Der selbstdenkende Staatsbürger hat ausgedient. Die Welt wird schöner, wenn alle im Gleichschritt denken. Demokratie heißt Anpassung an den offiziellen Mainstream, der immer rücksichtsloser, schonungsloser und repressiver durchgsetzt wird. Mich erinnert das an eine Marxismus-Leninismus-Doktrin, die in Schule und Hochschule vor alle Klammern gesetzt wird und der nicht widersprochen werden darf. Vielleicht mit dem Unterschied, dass die Genderdoktrin noch nicht so erstarrt ist, sondern von zu vielen bereitwilligst umgesetzt wird – zum Schaden der Freiheit.

Aber ich lasse mich gern eines anderen belehren, dass unser Land doch noch lernt und die Freiheit liebt.

Gesegnete Kar- und Ostertage

Giotto di Bondone: Die Auferweckung des Lazarus

Ego sum resurrectio et vita;
qui credit in me, etiam si mortuus fuerit, vivet;
et omnis qui vivit et credit in me, non morietur in aeternum.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern von „Bildungsgerechtigkeit“ gesegnete Kar- und Ostertage sowie erholsame Osterferien.

Haben Sie herzlichen Dank für Ihre treue Verbundenheit und das gemeinsame Interesse an der bildungsethischen Debatte.

Ihr Axel Bernd Kunze

Rezensionen: „Was du ererbt von deinen Vätern“

„Was du ererbt von deinen Vätern“: Unter dieser Überschrift rezensiert Bernhard Grün in der aktuellen ACADEMIA, der Zeitschrift des Cartellverbandes Katholischer Deutscher Studentenverbindungen, den Band „Axel Bernd Kunze: Bildung und Religion. Die geistigen Grundlagen des Kulturstaates. Mit einem Geleitwort von Bernd Ahrbeck, Berlin 2022“:

„Kunze analysiert die Lage anhand verschiedener Beispiele und scheut sich dabei nicht, seine eigene Sozialisation als Akademiker in enem christlich-burschenschaftlich geprägten Milieu exemplarisch voranzustellen, um den folgenden Kapiteln die sich bedingenden Beziehungen von Bildung und Religion zu entwickeln. Also geht es um Bildung als geistiger Raum, der erst die Voraussetzungen schafft, sich selbständig mit aktuellen gesellschaftlichen Problemen wie wissenschaftlichen Fragestellungen überhaupt zu befassen. […] Dabei geht es nicht bloß um das ‚ Reservat‘ eines konfessionell geprägten Religionsunterichtes, sondern schlichtweg um die Grundlagen unserer Gesellschaft, die Grundlagen unseres Zusammenlebens, die eindeutig aus christlicher Prägung, einem christilchen Menschenbild und einem aktiv praktizierten Toleranzbegriff resultieren.“ (B. Grün, in: ACADEMIA, 116. Jg., Heft 2/2023, S. 58)

Eine weitere Rezension aus der Feder desselben Rezenseten findet sich in den aktuellen Burschenschaftlichen Blättern: Bernhard Grün (Rez.): Nun sag‘, wie hast Du’s mit der Religion? Christsein in Schule und Gesellschaft heute, in: Burschenschaftliche Blätter, 138. Jg., Heft 1/2023, S. 40.