Schlaglicht: Kultusministerin im Südwesten will für Gendersprache sensibilisieren – oder: Wie der Kulturstaat übergriffig wird

Die neue baden-württembergische Kultusministerin Theresa Schopper (vgl. F.A.Z. v. 28. Juli 2021, S. 4) will die Schüler des Landes für eine vermeintlich geschlechtergerechte Sprache sensibilisieren. Ein solches Ansinnen des Staates ist übergriffig. Schon die unausgesprochene Prämisse des Genderns ist fraglich. Dieses ist weder geschlechtergerecht noch inklusiv, sondern übergriffig und exkludierend. Der öffentliche Raum wird einseitig durch eine radikalkonstruktivistische Theorie besetzt, die gegen linguistische Erkenntnisse grammatikalisches und biologisches Geschlecht ineinssetzt. Der liberale Kultur- und Verfassungsstaat darf im wissenschaftlichen Diskurs nicht einseitig Partei ergreifen oder sogar sprachwissenschaftliche Argumente gänzlich ignorieren. Sprache, die allen gehört, wird durch das Gendern politisiert und moralisiert. Wer anderer Meinung ist, wird ausgegrenzt. Gendersprache ist nur ein Beispiel, bei dem das Mäßigungsgebot im öffentlichen Raum gegenwärtig gefährdet ist. Dies führt zu einem permanenten Bekenntniszwang und macht unfrei. Überdies: Gendersprache zerstört Schönheit und Differenzierungs­fähigkeit unserer Sprache. Wir müssen uns nicht wundern, wenn Schüler am Ende nur noch ungern lesen oder nicht mehr zu einem differenzierten Textverstehen in der Lage sein werden.

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