Vorankündigung: Wiederentdeckung des Staates in der Theologie

Alexander Dietz | Jan Dochhorn | Axel Bernd Kunze | Ludger Schwienhorst-Schönberger:

Wiederentdeckung des Staates in der Theologie,

Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2020, 258 Seiten.

Fragen zur Zukunft des Nationalstaats, des Rechtsstaats, des Sozialstaats und des demokratischen Staats bestimmen derzeit die öffentlichen Debatten. Während Kirche und Theologie in der Vergangenheit dem Staat oft zu unkritisch gegenüberstanden, hat sich in den letzten Jahrzehnten eine theologische Staatsvergessenheit und teilweise sogar Staatsverachtung verfestigt. Dies entspricht aktuellen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Trends. Vor dem Hintergrund dieser Krise des Staates ist kritisch zu erörtern, in welchem Verhältnis Staatlichkeit, partikulare Identität und das christliche Wirklichkeitsverständnis zueinander stehen. Dazu leisten die Autoren dieses Bandes Beiträge in exegetischer und ethischer Perspektive.

Der Band erscheint voraussichtlich im September 2020 und kann vorbestellt werden.

Rediscovering State in Theology: Questions prevalent in modern political debate have more to do with state than generally estimated: Democracy, welfare, rule of law and national sovereignty are to a large degree interdependent, and all these themes are related to statehood. In the remote past, church and theology have been comparably uncritical towards statehood. However, this attitude has changed dramatically in the last decennia leading to distance, negligence and even disdain of the state. Theology here follows predominant trends in research and societal debate. In the present crisis of state, however, there are good reasons to reorientate. Theo-logy has to consider critically, how statehood, particular identity and a Christian world-view can be related to each other. In the present volume, authors from different denomina-tional background and different fields of research (mainly Biblical studies and Christian ethics) open up the field for discussion.

»Nun sag, wie hast du’s mit dem Staat?« Während Kirche und Theologie in der Vergangenheit dem Staat oft zu unkritisch gegenüberstanden, hat sich in den letzten Jahrzehn-ten auch theologisch eine gewisse Staatsvergessenheit verfestigt. Man hofft auf die »Vereinigten Staaten von Europa« oder gar den Weltstaat. Aber sind nicht alle Wohlfahrtsgesellschaften als Nationalstaaten organisiert? Brauchen Wohlfahrt, Sicherheit und Recht nicht klar definierte Geltungs- und Verantwortungsbereiche? Wäre eine grenzenlose Gesellschaft überhaupt noch eine Gesellschaft oder doch nur die Ansamm-lung von Individuen im Kampf jeder gegen jeden? Solchen und sehr vielen anderen Fragen widmen sich Alexander Dietz, Jan Dochhorn, Axel Bernd Kunze und Ludger Schwienhorst-Schönberger in ihrem Buch »Wiederentdeckung des Staates in der Theologie« (…). Dabei geht es nicht um einen Rückzug auf den Nationalstaat, sondern im Gegenteil darum, demokratisch legitimierte Einheiten als Grundlage multinationaler Zusammenarbeit aufrechtzuerhalten und zu verbessern, ohne die Eingriffsmöglichkeiten des »Vorsorgestaates« in bürgerliche Freiheitsrechte zu überdehnen. (Annette Weidhas, Programm- und Verlagsleiterin der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig)

Zu den Autoren:

Alexander Dietz, Dr theol, Jahrgang 1976, studierte Theologie, Philosophie und Betriebswirtschaftslehre Er ist Professor für Systematische Theologie und Diakoniewissenschaft an der Hochschule Hannover und erhielt u. a. den John Templeton Award for theological Promise (2007) und den Henning-Schröer-Förderpreis für verständliche Theologie (2007).

Jan Dochhorn, Dr theol (Dk), Jahrgang 1968, studierte evangelische Theologie Er ist Associate Professor für Neues Testament an der Universität Durham.

Axel Bernd Kunze, Dr theol, Jahrgang 1972, studierte Katholische Theologie und Pädagogik an der Universität Münster, Promotion in Christlicher Sozialethik an der Universität Bamberg Er ist Privatdozent für Erziehungswissenschaft an der Universität Bonn, Lehrbeauftragter in der Sozialen Arbeit und Kindheitspädagogik und tätig als Schulleiter.

Ludger Schwienhorst-Schönberger, Dr theol,Jahrgang 1957, studierte Philosophie und Theologie in München, Münster und Jerusalem Er ist Univ.-Professor für Alttestamentliche Bibelwissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien.

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