In einer Erklärung vom 26. Juni 2021 positioniert sich das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit ablehnend gegenüber dem Zwang, in wissenschaftlichen Publikationen „gendern“ zu müssen: „Das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit tritt dafür ein, dass niemandem eine als geschlechterinklusiv deklarierte Sprache aufgenötigt werden darf, die nicht den Regeln der deutschen Rechtschreibung entspricht. Insbesondere darf niemand gezwungen werden, in wissenschaftlichen Publikationen […] Formen geschlechterinklusiver Sprache zu verwenden.“ Solche Versuche sind als Form von „Cancel Culture“ (Löschkultur) zu werten.
Die sozialethische Fachzeitschrift „Amosinternational. Internationale Zeitschrift für christliche Sozialethik“ wendet einen solchen Zwang an. Autoren, die dort publizieren wollen, werden durch die Redaktion alternativlos auf die Verwendung von Gendersternen oder Genderdoppelpunkt verpflichtet. Autoren, die sich diesem Zwang zu einem regelwidrigen, ideologischen und politisierten Sprachgebrauch nicht beugen wollen, werden von Redaktion und Herausgebern ohne Rücksprache aus der Heftplanung gelöscht. Ein entsprechender Vorgang ist durch Mailwechsel dokumentiert.
Die Zeitschrift wird herausgegeben von Prälat Dr. Peter Klasvogt (Sozialinstitut Kommende, Dortmund), Prof. Dr. Christian Spieß (Katholische Privat-Universität Linz/Österreich), Jun.-Prof. Dr. Jonas Hagedorn (Ruhr-Universität Bochum) und Prof. Dr. Peter Schallenberg (Katholische Sozialwissenschaftliche Zentralstelle, Mönchengladbach) und erscheint im Münsteraner Aschendorff-Verlag. Die wissenschaftliche Fachzeitschrift ist – neben dem „Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften“ – die einzige, die innerhalb der deutschsprachigen katholischen Sozialethik in Printform erscheint und maßgeblich durch die zentrale Fachgesellschaft, die Arbeitsgemeinschaft Christliche Sozialethik, getragen wird. Der Zeitschrift fällt damit eine zentrale Rolle zu, wenn Autoren innerhalb ihres Faches publizieren und wahrgenommen werden wollen.
Der Vorgang wird vom Netzwerk Wissenschaftsfreiheit als Fall deutscher „Cancel Culture“ eingestuft.