Neuerscheinung: Theologische Ethik der Bildung

„Die Würde des Menschen – semiotisch, informationstheoretisch, bildungsethisch“, lautet das neue Themenheft der NEUEN ORDNUNG. Aus bildungsethischer Perspektive findet sich darin:

Axel Bernd Kunze: Pädagogische Selbstbestimmung. Überlegungen aus der Perspektive einer theologischen Ethik der Bildung, in: Die Neue Ordnung 79 (2025), H. 3, S. 208 – 220.

Stellungnahme: Fachverbände aus Diakonie und Caritas sowie ver.di gegen Deprofessionalisierung der Erzieherausbildung

Die Diakonie Deutschland, die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sowie weitere Fach-, Wohlfahrtsverbände und Gewerkschaften appellieren an die Jugend- und Familienministerkonferenz, die Kultusministerkonferenz und das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Qualität der sozialpädagogischen Ausbildungen zu erhalten und Deprofessionalisierungsbestrebungen in den Ländern entgegen zu treten. Weitere Informationen finden sich auf den Seiten des Bundesverbands für evangelische Ausbildungsstätten für Sozialpädagogik (BeA):

Veranstaltung: Gedenken an Bamberger Widerstandskämpfer Willy Aron

Die Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V. erinnert an das öffentliche Gedenken an Willy Aron. Es findet am Dienstag, dem 3. Juni 2025, um 14:00 Uhr am Mahnmal für Widerstand und Zivilcourage (Harmoniegarten) in Bamberg statt. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Franz-Ludwig-Gymnasiums und der Maria-Ward-Realschule gestaltet der Verein die Gedenkveranstaltung an seinen Namensgeber.

Willy Aron wurde am 3. Juni 1907 in Bamberg geboren. Er war Schüler der Gangolfschule und des Neuen Gymnasiums in Bamberg, engagierte sich in der jüdischen Jugendarbeit und wurde Mitglied der Jugendorganisation der Sozialdemokraten bei. Als Student der Rechtswissenschaften trat er der Studentenverbindung „Wirceburgia“ bei und verteidigte zusammen mit Thomas Dehler als Vorstandsmitglied des Schutzbundes „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“ in Bamberg die Weimarer Demokratie gegen demokratiefeindliche Angriffe. Als Referendar geriet er ins Visier der Nationalsozialisten und wurde als sofort nach Machtübernahme der NSDAP in Bayern mit weiteren Sozialdemokraten in Bamberg verhaftet, später in das KZ-Dachau überstellt und am 17. Mai 1933 als erster Bamberger im KZ-Dachau grausam zu Tode gequält.

Willy Aron wurde nur 26 Jahre alt.

Die Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V. freut sich über zahlreiche Teilnahme.

Neuerscheinung: Zeichen der Hoffnung

„Maria ist das Gegenbild zu den Skeptikern, die Jesu Vollmacht anzweifeln. Ihre wahre Ehre liegt darin, dass sie Hörerin des Wortes Gottes ist. Entscheidend für das Gelingen unseres Lebens ist nicht eine irdische Rolle, sondern die gläubige Existenz vor Gott.

Und gerade deshalb kann Maria für uns alle das große Hoffnungszeichen sein, gerade auch in diesem Heiligen Jahr, das unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ steht. Die besondere Mutterschaft Mariens könnten wir nicht nachahmen. Aber alle Gläubigen sind Hörer des Wortes Gottes. Hierin wurzelt unsere Berufung zu himmlischer Glückseligkeit. Was an Maria geschehen ist und was wir heute feiern, dürfen auch wir erhoffen: Wir werden in ewiger Vollendung Gott voll und ganz schauen dürfen, mit Leib und Seele.

Das laufende Heilige Jahr trägt das Motto „Pilger der Hoffnung“. Passend hierzu ist das Modell für eine Wort-Gottes-Feier am Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel erschienen, aus dem der vorangetellte Auszug genommen ist:

Axel Bernd Kunze: Zeichen der Hoffnung [Lesejahr C. Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel], in: WortGottesFeiern an allen Sonn- und Feiertagen 22 (2025), H. 4, S. 699 – 714.

„Das heutige Fest, das auch als Großer Frauentag bezeichnet wird, ist in der Zeit nach dem Konzil von Ephesus (431), auf dem Maria als Gottesgebärerin proklamiert wurde, von Bischof Cyrill von Alexandrien eingeführt worden. Die „Himmelfahrt Mariens“ war ein beliebtes Altarbildmotiv der Barockzeit. Pius XII. bestätigte 1950 feierlich die Glaubensüberzeugung, dass Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen wurde. Bezeugt ist dieser Glaube bereits seit dem sechsten Jahrhundert. Nach apokrypher Überlieferung sollen die Apostel beim Tod Mariens von ihren Missionsorten nach Jerusalem entrückt worden seien; nach dem Hinübergang Mariens soll dem Grab ein wunderbarer Blumenduft entströmt sein. Hierauf geht der Brauch zurück, am 15. August Kräuter und Heilpflanzen zu segnen. Üblich sind ferner feierliche Lichter- und Marienprozessionen. In der Volksfrömmigkeit beginnt heute der Frauendreißiger: eine dreißigtätige Folge von Marienandachten, die bis zum Fest der Schmerzen Mariens am 15. September reicht.“ (ebd., S. 699)

Auf fremden Seiten: Ende der Vereinsfreiheit?

Heute ein Blick in die Schweiz. Der Staat mischt sich in immer mehr gesellschaftliche Lebensbereiche ein und unterwirft diese seiner Steuerung – oder anders gesagt: Der autoritäre Maßnahmenstaat ist auf dem Vormarsch. Das liberale Autorenmagazin „schweizer monat“ widmet sich dem Urteil eines Bundesgerichts, das sich an männlichen Studentenverbindungen an der Universität stört:

Zwischenruf: Politisch, nicht parteipolitisch

„Die Kirche Jesu ist politisch“, meint Ulrich Waschki (KirchenZeitung. Katholisches Magazin für das Bistum Hildesheim, 10/2025). Ja, der Glaube ist politisch relevant. Aber aus dem Evangelium lassen sich nicht einfach parteipolitische Forderungen ableiten. Doch genau dies machen die beiden Großkirchen in Deutschland immer offensiver und verspielen dadurch Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Einzelne parteipolitische Forderungen werden als vermeintlich alternativlos gut dargestelt; wer anders denkt, wird ausgegrenzt. Moralisierung und Polarisierung des innerkirchlichen Diskurses sind die Folge, und dann auch leere Kirchenbänke. Die Kirche hat gerade keine Foren der parteipolitischen Programmbildung. Aus gutem Grund. Die Kirche ist dem Evangelium verpflichtet, nicht einem bestimmten politischen Programm. Wie Christen ihren Glauben und ihre Form der Nachfolge auch politisch verantwortlich leben, kennt vielfältige Formen. Und das ist auch gut so. Denn über die Frage, wie das Gemeinwohl ganz konkret am besten umgesetzt werden kann, müssen auch Christen untereinander streiten können; wenn es sein muss, auch sehr kontrovers.

Neuerscheinung: „Bildungsautomaten?“ erreicht zweite Auflage

Sammelband jetzt in zweiter Auflage erschienen.

Axel Bernd Kunze: Pädagogisches Handeln angesichts der Digitalisierung – Bildungsethische Überlegungen zum Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Schule, in: Tim Raupach, Florian Fuchs (Hgg.): Bildungsautomaten? Beiträge zur Digitalisierung von Bildung und Lehre (ars digitalis), Wiesbaden: SpringerVieweg 2025, S. 191 – 211.

Rezension: Radikale Sakramentalität

Sakramentalität für die Postmoderne – unter diesem Titel rezensiert Axel Bernd Kunze in der aktuellen Ausgabe von CONCILIUM den folgenden Band:

Stephan Tautz: Radikale Sakramentalität. William T. Cavanaughs politische Theologie der Eucharistie im Gespräch mit radikaldemokratischer Theorie der Macht (Religion – Geschichte – Gesellschaft. Fundamentaltheologische Studien; Bd. 56), Berlin: LIT 2022, 497 Seiten.

Axel Bernd Kunze (Rez.): Sakramentalität für die Postmoderne, in: Concilium 61 (2025), H. 2, S. 225 – 229.

Zwischenruf: Was ist vom neuen Pontifikat zu erwarten?

Habemus Papam! Wie sich das neue Pontifikat entwickeln wird, ist mehr als ungewiss. Es kann ein langes werden, da Leo XIV. noch jung ist. Ich wage dennoch eine Prognose. Das erste Bild auf der Segensloggia – der Papst in Sommermozetta und klassischer Stola mit den vier Evangelisten und dem klassischen Friedensgruß – deutet auf eine stärkere Orientierung an der Tradition hin. Gehen wir mal von Leo XIII. aus.

Leo XIII., der Arbeiterpapst – der mit der katholischen Soziallehre ganz bewusst eine Antwort auf aktuelle Herausfordeurngen auf Basis der kirchlich-theologischen Tradition gesucht hat, Aktualisierung der scholastisch-mittelalterlichen Ausagen für die Gegenwart. Man kann dies „restaurativ“ nennen, ich würde es anders sagen: lebendige Tradition unter den aktuellen Herausforderungen zum Sprechen bringen.

Leo XIII. als theologischer Denker – kein Dogmenpapst, aber ein Weltmeister der Enzykliken, Förderung naturwissenchaftlicher und theologischer Forschung, Gründung katholischer Universitäten (gerade in den USA), Aufruf zum Bibelstudium.

Leo XIII. als Marien- und Herz-Jesu-Verehrer – vielleicht ist der erste Besuch des neuen Papstes bei der Mutter vom Guten Rat nach seiner Wahl eine erste Parallele.

Leo XIII. als Diplomat – klar in der Sache, aber diplomatisch im Auftreten. An der Notwendigkeit einer weltlichen Herrschaft des Papstes hat er unverrückbar festgehalten. Beim Kulturkampf war diese MIschung nicht erfolgreich, aber durchaus in anderen Ländern. Einerseits hat er Katholisken in Italien parlamentarische Mitwirkungen verboten, in Frankreich den Katholiken aber offene Hand bei ihrer Einschätzung der Dritten Republik gelassen.

Wenn Leo XIV. sich in diese Line stellt, könnte das heißen: ein Pontifikat, das sich wieder deutlicher an der Tradition orientiert, diese aber mit aktuellen Herausforderungen kompatibel macht. Mehr Berechenbarkeit und mehr theologische Stringenz. Mehr Diplomatie und mehr Gespür dafür, dass politische Aussagen des Papstes auch theologisch abgesichert sein müssen. In diesem Sinne: zunächst ein Vorschuss an Sympathie für das neue Pontifikat.