“Hat das Gymnasium in der bildungsethischen Debatte noch eine Zukunft?” fragt die Zeitschrift “Katholische Bildung” in der Januar- und Februarausgabe 2015. Die Zeitschrift wird herausgegeben vom Verein katholischer deutscher Lehrerinnen e. V. (VkdL). Der Beitrag beruht auf einem Vortrag, der am 11. Oktober 2014 auf dem 55. Internationalen Bodenseetreffen der Lehrkräfte Höherer Schulen aus Baden-Württemberg, Bayern und Österreich gehalten wurde. Der Beitrag steht online hier zur Verfügung.
Veröffentlichungen
Sind Bildungsfragen Gesellschaftsfragen?
Sind Bildungsfragen Gesellschaftsfragen? – Dieser Frage widmet sich das bildungsethische Heft 417 aus der sogenannten “Grünen Reihe” der Katholisch-Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle: Welche Rolle spielt Bildung für die Aufrechterhaltung jener Werthaltungen, sozialen Tugenden und Dispositionen, die für ein demokratisches Zusammenleben unerlässlich sind? Welche Bildungs- und Erziehungsaufgaben ergeben sich daraus? Wie kann gesellschaftliche Teilhabe durch Bildung menschenrechtlich abgesichert werden? Das Heft macht deutlich, dass zwischen Bildungs- und Erziehungsauftrag demokratiepädagogisch klar zu unterscheiden ist, wenn die Freiheit im Bildungssystem erhalten bleiben soll. Die Hefte der Reihe “Kirche und Gesellschaft eignen sich für die Bildungsarbeit. Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit unter www.ksz.de.
Axel Bernd Kunze: Sind Bildungsfragen Gesellschaftsfragen? Überlegungen zur demokratiepädagogischen Bedeutung eines Rechts auf Bildung (Kirche und Gesellschaft; 417), Köln: J. P. Bachem Medien 2015.
Neuerscheinung zur Tugendlehre Kants
Die für Kant in der Tugendlehre im Begriff des “Pflichtzwecks” verbundene Relation des formalen Pflichtgedankens mit dem eines materialen Zwecks ist nicht mehr mit der ausschließlich formalen Grundlegung seiner eigenen Ethik vereinbar, und die Akte des Gesamtprojekts einer Ethik als Metaphysik der Sitten kann somit geschlossen werden – jedenfalls dann, wenn man sich einem Großteil der wissenschaftlichen Beurteilung dieser ethischen Spätschrift anschließt.
Eine an der Universität Regensburg entstandene und nun im Druck vorliegende Dissertation geht einen anderen Weg: Denn räumt man diesbezüglich, so ist ihr Verfasser, Tino Landmann, überzeugt, Kants eigener Argumentation allerdings ein wenig Kredit ein, legt das die Vermutung nahe, dass auch die Tugendlehre in einem systematischen Kontext mit dem in den Grundlegungsschriften dargelegten ethischen Konzept kategorisch-imperativer Demonstration von Freiheit stehen müsse, was wiederum in einem systematischen Zusammenhang mit dem Projekt einer Ehtik als Metaphysik der Sitten gelesen werden kann.
Der Verfasser lehrt Philosophie an einem Bayreuther Gymnasium und ist Lehrbeauftragter für Philosophiedidaktik an der Universität Regensburg.
Tino Landmann: Der Begriff des Pflichtzwecks in der Tugendlehre Immanuel Kants. Das Verhältnis von Form und Materie im Projekt einer Ethik als Metaphysik der Sitten (Boethiana. Forschungsergebnisse zur Philosophie; 114), Hamburg: Dr. Kovac 2015, 245 Seiten.